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» Ausgabe 382
vom 23.07.2006 (Bericht)
von Werner Popken | Ein gutes Zuchtpferd
Wie man sich seinen Tinker vorstellt
Für "Seinen" Menschen, geht ein Tinker durchs Feuer, für jemanden der sich nur dafür hält, geht er nicht einen halben Meter weit.
» IRISH TINKER – RASSESTANDARD |
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Mit den » Tinkern ist es merkwürdig. In Deutschland versteht man darunter gescheckte Kaltblüter mit viel Behang, und in den anderen Ländern dieser Welt soll man angeblichen mit diesem Begriff "Tinker" nichts anfangen können.
Glaubt man Rassebeschreibungen im deutschen Internet, so sind sie in Irland auch unter dem Namen Backys bekannt, worüber sich die Schweizer Züchterin Caroline Neuenschwander, die seit vielen Jahren in Irland Tinkern züchtet, allerdings sehr wundert, hat sie diesen Begriff doch noch nie gehört. Vermutlich hat irgend jemand diese Weisheit einmal von sich gegeben und alle anderen schreiben davon ab.
In Amerika ist dieser Name ebenfalls unbekannt; statt dessen vermarktet man diese Pferde unter dem Begriff "Gypsy", also Zigeuner, und auch das findet man im Internet allenthalben bestätigt: Die Tinker sind zwar unzweifelhaft die Pferde der irischen Traveller, also der fahrenden Leute, die aber angeblich unter anderem auch Zigeuner sein sollen. Die deutsche Wikipedia weist jedoch ebenso wie die amerikanische ausdrücklich darauf hin, daß es sich bei dieser Menschengruppe um ein Volk handelt, welches sich selbst » Pavee nennt und nichts mit den Zigeunern zu tun hat. Desto absurder, daß deren Pferde ausgerechnet nach einer anderen Volksgruppen benannt werden sollen.
Der korrekte Name Pavee findet…
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» Ausgabe 381
vom 16.07.2006 (Bericht)
von Werner Popken | Pavees, Tinker, Zigeuner
Besondere Menschen, besondere Pferde, besondere Probleme
In der letzten Woche habe ich eine Parallelen zwischen den Tinkern und den Appaloosas gezogen und mich gefragt, wie sich die Beziehung zwischen den ursprünglichen Züchtern der Rasse, den irischen Tinker, Pavee oder Travellers, und deren Pferden, die auch unter den Namen Irish Cobs, Gypsy Vanners und anderen gehandelt werden, in Zukunft gestalten wird, und welche Rolle die Pferde dabei spielen werden. Mehrere Möglichkeiten schienen mir denkbar. So weit ich sehen kann, kommen die Pferde in der öffentlichen Diskussion aber überhaupt nicht vor.
Möglicherweise täuscht dieses Bild jedoch. Es gibt eine ganze Reihe von Verbänden und Aktionsgruppen, die sich um diese Menschen kümmern, und diese nutzen das Internet ziemlich intensiv (» Pavee Point Home Page, » Irish Traveller Movement (ITM)?, » Traveller Visibility Group), aber vielleicht sind das gerade nicht diejenigen, die sich um die Pferde kümmern, und jene treiben sich wiederum nicht im Internet herum. Vielleicht ist also das Bild, das das Internet in dieser Hinsicht entwirft, verfälscht. Caroline Neuenschwander vom » Gestüt Cillbarra hat jedenfalls persönlichen Kontakt zu diesen Leuten und sollte es besser wissen. Was kann sie uns erzählen?
Die neugierde der travellers bezueglich pferde zeigte sich mir oft schon deutlich bei vielen fahrten mit haenger und piebalds drin, die durch die heckklappe zu sehen sind: oftmals werde ich auf der strecke von einem van der travellers mit hupen und lichtsignal ueberholt und ausgebremst. Beim ersten mal fiel mir dabei fast das herz in die hose, weil ich natuerlich dachte, ich verliere ein rad oder oel oder womoeglich ein pferd.....
Weit gefehlt: sie wollten nur mal schnell schauen, was ich im haenger habe!!! Eventuell zu vekaufen???? Ein schwaetzchen und news ausgetauscht und weiter – man sieht sich ja nachher an der fair oder die tage..... |
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» Ausgabe 380
vom 09.07.2006 (Bericht)
von Werner Popken | Marketing auf Kosten der Zigeuner
Von Pferden, Geschäften und Regulierungen
Haben Sie sich einmal mit Pferdezucht beschäftigt? Ich meine damit nicht die Tatsache, daß Pferde sich fortpflanzen – das liegt ja auf der Hand. Alles Leben auf diesem Planeten pflanzt sich fort. In Regelfall braucht man dazu ja kein Zuchtprogramm – die Vermehrung geschieht ohne jede Regulierung durch menschliche Autoritäten – nicht einmal bei uns selbst.
Oder haben Sie schon einmal von einem Zuchtprogramm für Menschen gehört? Wäre doch interessant, oder? Wer würde die Regeln aufstellen? Wären Sie persönlich eintragungsfähig? Kämen Sie ins Hauptbuch oder ins Vorbuch? Oder würden Sie zum Ausschuß gehören, der ins Schlachthaus wandert? Dürften Sie sich fortpflanzen? Wenn ja, mit wem? Und wie oft? Und zu welchen Konditionen? Wie teuer würden Sie gehandelt?
Wie würde man Ihren persönlichen Wert feststellen? Anhand Ihrer Haarfarbe oder Ihrer Haarlänge? Oder wäre die Form Ihrer Nase wichtig? Oder Ihre Leistungen im Stabhochsprung? Würde man Sie mehr schätzen, wenn Sie mehrere Sprachen beherrschten oder müßten Sie in den Naturwissenschaften beschlagen sein? Würde man überprüfen, wie gut sich Ihre Nachkommen vermarkten lassen? Würden diese Ergebnisse in Ihre persönliche Wertschätzung mit einfließen?
Eines wäre klar: Sie wären eine Sache und Eigentum Ihres Züchters. Zuchtprogramm für Menschen? Unmöglich, sagen Sie? So unmöglich ist das gar nicht. Der » Ariernachweis kann mit dem Pedigree durchaus verglichen werden. Freilich konnte man die Arier nicht handeln, aber dafür hat man die anderen…
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» Ausgabe 379
vom 02.07.2006 (Bericht)
von Werner Popken | Gypsy Horses, Tinker oder was?
Von eigenartigen Menschen und ihren Pferden
Caroline Neuenschwander züchtet Pferde in Irland. Wie jeder Züchter legt sie Wert darauf, daß "Zucht" eine Verbesserung der Rasse zum Ziel haben muß und nicht lediglich Vermehrung bedeuten darf. Sie wollte ihren "Traum vom Züchten" unbedingt verwirklichen – aber aus dem » Pegasus Artikel 3/2005 ging hervor, daß sie einen Clydesdale-Hengst besitzt, der mit Tinker-Stuten gepaart wird, und ihre Shire-Stuten werden von einem Tinker-Hengst gedeckt.
Deshalb meine provozierende Frage, ob sie nicht einfach nur Mixe züchte, und ob diese auch irgendwo eingetragen werden. Dieser Frage ist sie ein wenig ausgewichen, wie Sie vielleicht in der letzten Ausgabe bemerkt haben. Und das zu Recht, weil die Antwort vermutlich doch etwas zu lang und zu kompliziert ausgefallen wäre.
Es fängt schon damit an, daß die Pferderassen, wie wir sie heute kennen, bis auf wenige Ausnahmen ausgesprochene Mixe sind. Im Laufe der Jahrhunderte sind nämlich alle möglichen Rassen mehr oder weniger planvoll durcheinandergewürfelt worden; und diese gezielte Einbringung fremden Genmaterials gehört heute zum Standardrepertoire der systematisch betriebenen Pferdezucht. Meistens nennt man die Vermischung unterschiedlicher Rassen "Veredelung".
Die Kreuzung von Individuen verschiedener Rassen ist also nicht per se ein Kennzeichen für unkontrollierten Vermehrung, sondern könnte im Gegenteil als Merkmal planvollen züchterischen Vorgehens gewertet werden, wenn nämlich die züchterischen Vision eine solche Anpaarung sinnvoll erscheinen läßt und nicht die sich…
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» Ausgabe 378
vom 25.06.2006 (Bericht)
von Werner Popken | so oder so mit pferden arbeiten
... hat sich durch die umstaende ergeben
Die Schweizerin Caroline Neuenschwander, die ich in der letzten Woche vorgestellt habe, ist mehr oder weniger zufällig in die Show- und Fashionszene hineingeraten. Sie empfand diese Zeit als sehr interessant, meint aber, daß die Aufgaben dort eher von jungen Leuten wahrgenommen werden sollten. Deshalb stellte sich ihr irgendwann die Frage, wann sie ihr Leben auf andere Füße stellen wollte.
Nun betreibt sie seit sieben Jahren Pferdezucht in Irland. Ihr » Gestüt Cillbarra hat inzwischen international einen guten Ruf. Sie hat Kunden in den USA, in Frankreich, Deutschland, der Schweiz, und natürlich in Irland selbst.
Auch an die Pferdezucht ist sie eigentlich eher zufällig geraten. Natürlich reitet sie seit frühester Jugend und es war auch keine Frage, daß sie züchten wollte, aber das sollte ursprünglich doch nur Hobby sein. Zusammen mit ihrem damaligen Mann wollte sie ein Hotel aufmachen. Aber dann kam alles ganz anders. Wie das Leben so spielt. Meistens ist es ja kein Zuckerschlecken, eher das Gegenteil. Die Wucht der Schicksalsschläge, mit der diese Frau zu kämpfen hatte, ist aber doch ziemlich ungewöhnlich. Wie bin ich auf diese interessante Person gestoßen?
Caroline Neuenschwander ist ist ein Name, der auffällt, besonders, wenn sich dahinter eine Züchterin irischer Pferde verbirgt. Der Name klingt so gar nicht irisch. Dahinter, so mutmaßte ich, muß sich doch eine ungewöhnliche Geschichte verbergen! Im letzten Jahr hatte ich schon versucht, über die Homepage » Gestüt Cillbarra etwas über diese Existenz und…
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» Ausgabe 377
vom 18.06.2006 (Bericht)
von Werner Popken | Caroline in Irland
Ein zweites Leben mit Pferden
Es war einmal eine erfolgreiche Schweizerin. Die war im Show- und Fashion-Business tätig. Wow! Und hatte immer irgendwelche Pferde im Schlepptau. Je größer desto besser. Also Shire. Was denn sonst? So ist das manchmal. Erinnern Sie sich noch an den schmächtigen Ingenieur, der unbedingt schwere Kaltblüter haben mußte, je schwerer desto besser? Und schließlich zwei gewaltige Bretonen-Hengste anschaffte? Auch so einer, der seine Leidenschaft lebt.
Die meisten von uns haben irgendwelche Leidenschaften und leben diese so gut es geht, aber meistens nur nebenher. Es bleibt ein Hobby, das finanziert werden muß. Unsere Schweizerin aber wollte züchten. Und als sie 40 war, machte sie ernst. Sie fing ein neues Leben an.
Davon träumen viele. Und die meisten schrecken davor zurück. Die Risiken sind einfach zu groß. Da bleibt man doch lieber beim Alten. Denn schon im Berufsleben ändert sich alles ständig und man muß sich anpassen und verändern und aufpassen, daß man nicht zum alten Eisen gehört. Was könnte da alles passieren, wenn man einen Neuanfang wagte?
Caroline Neuenschwander hat diesen Neuanfang im Jahre 1999 gewagt. Ihr wurde es zur eng in ihrem alten Leben, in der » Schweiz, in » England, in » Deutschland, hochindustrialisierten Ländern, die ihrem Züchtertraum keinen Raum gaben. Pferde brauchen Platz, Wiesen ohne Ende – so sollte es jedenfalls sein.
Und in » Irland ist Platz. Irland ist etwa 10% kleiner als die Schweiz, aber Irlands Fläche ist, anders als die der Schweiz, überwiegend nutzbar. Und es leben…
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» Ausgabe 352
vom 25.12.2005 (Bericht)
von Werner Popken | Eugenik – Gute Zucht
Erbanlagen langfristig verbessern, Erbkrankheiten dezimieren
Die neuesten Entwicklungen in der Pferdezucht sind in den letzten Wochen unser Thema, Besamungstechnik, Embryotransfer, Zukunftstechnologie, wirtschaftliche Zwänge waren die Schlagworte.
Von der Pferdezucht, so hatte sich herausgestellt, ist es nicht weit bis zur Menschenzucht, die in den letzten Jahren durch die Fortschritte der Gentechnologie, aber auch durch eine Rede des Deutschen Philosophen » Peter Sloterdijk wieder ins allgemeine Bewußtsein gerückt wurde (» Die Elmauer Rede, » Regeln für den Menschenpark). Dabei ist Menschenzucht ein ganz alter Hut, jedenfalls theoretisch. Und im Prinzip nicht anders als die Pferdezucht und ebenso lange im Gespräch..
Am Ende der letzten Ausgabe habe ich als Beleg dieser These einen kleinen Spaziergang durch die Geschichte der Philosophie angekündigt. » Platon (428-347 v.Chr.) war ein Philosoph im alten Griechenland, Schüler des Sokrates, der dessen Dialoge der Nachwelt überliefert hat. Sokrates wurde bekanntlich wegen Verführung der Jugend zum Tode verurteilt. Platon zog daraus den Schluß, daß die Staaten schlecht verwaltet seien.
Als guter Philosoph glaubte er, alles besser zu wissen und zu können und entwarf seine Vision eines perfekten Staatswesens ( » Politeia), bei der er sich an das hielt, was er kannte – den Menschen. Staat und Mensch werden in Analogie betrachtet. Der Mensch sollte in der Lage sein, zwischen gut und böse, gerecht und ungerecht zu unterscheiden. Diese Unterscheidung ist nicht eine Funktion des Geistes, der selbst keine Werte setzen kann – der Geist…
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» Ausgabe 351
vom 18.12.2005 (Bericht)
von Werner Popken | Pferde- und Menschenzucht
Wir sind schon viel weiter, als Sie denken
In den letzten drei Wochen haben wir uns mit einer anscheinend unabwendbaren Entwicklung auf dem Gebiet der Reproduktionstechnik beschäftigt. Künstliche Besamung ist alltägliche Praxis, vor allem im Bereich der hochpreisigen Sportpferde, wo im Regelfall etwas anderes gar nicht mehr angeboten wird.
Diese ist unter Züchtern und Hengsthaltern anscheinend widerspruchslos akzeptiert; Embryotransfer ist medizinisch gesehen Routine, aber noch nicht ganz so verbreitet – das wird sich vermutlich bald ändern. Die Sachzwänge sind einfach nicht von der Hand zu weisen. Es gibt keine Alternative. Die derzeitige Entwicklung ist die logische Folge der gesamten züchterischen Aktivität.
Man mußte den Eindruck gewinnen, daß der sogenannte Natursprung (= Natursprung an der Hand) nur noch von Amateuren im unteren Marktsegment praktiziert wird und bald der Vergangenheit angehört. Aber schon der Natursprung hat trotz seines Namens eigentlich nichts Natürliches mehr an sich. Man kann mit gutem Recht von systematischer Verkuppelung und Vergewaltigung sprechen, und zwar bei beiden Geschlechtern (siehe dazu auch › Leserbrief 1643, › Leserbrief 1645).
Warum ist mir bei dieser gesamten Diskussion unbehaglich? Wenn man die allseits bekannten und nirgendwo in Frage gestellten Verhältnisse unter Pferden auf den Menschen überträgt, wird die Situation erst richtig begreiflich. Lassen Sie uns also dieses Modell als Utopie durchspielen.
Sollten Sie diese Überlegungen als geschmacklos empfinden, wirft das ein bezeichnendes Licht auf die gängige…
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» Ausgabe 350
vom 11.12.2005 (Bericht)
von Werner Popken | Die Ware Pferd
Reproduktionstechnik als Antwort auf wirtschaftliche Zwänge
Ist ein Pferd eine Ware? Schwer zu sagen. Überhaupt: Das Verhältnis Mensch und Tier - ein sehr heikles Thema. Nehmen wir als einfaches Beispiel eine Mücke - nur wenige Menschen würden dieser ein Lebensrecht zubilligen, die meisten reflexhaft zuschlagen, wenn sich die Gelegenheit ergibt, und das Tier ohne Bedenken töten. Ganz anders stellt sich die Situation bei einem Hund oder einer Katze dar: Die emotionale Bindung zwischen Haustier und Besitzer kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden.
Nun liegt es auf der Hand, daß sowohl ein Insekt eine primitivere Lebensform darstellt als auch keinerlei sinnvolle Kommunikation mit diesem denkbar sein dürfte. Deshalb fühlen wir uns berechtigt, den Quälgeist ohne Nachdenken und Schuldgefühl zu beseitigen, selbst wenn unser Leben durch dessen Existenz in keiner Weise tangiert wird. Im übrigen dürfte der größte Unterschied darin bestehen, daß die als Haustiere bezeichneten Tiere unser Leben teilen, die anderen, als Ungeziefer bezeichneten, aber gefälligst nicht, und wenn sie sich über unsere Vorstellung hinwegsetzen, greifen wir zur Notwehr.
Hunde und Katzen, in geringerem Maße auch andere Haustiere wie Hamster, Vögel, Reptilien, Fische, stellen, wenn auch in mehr oder weniger eingeschränkter Weise, Kommunikationspartner dar, die eine besondere Wertschätzung genießen. Der Mensch lebt halt nicht gern allein, und wenn er sonst schon niemanden hat, der ihm zuhört, so freut er sich desto mehr über den treuen Hund, der vollständig auf seine menschliche Bezugsperson…
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» Ausgabe 349
vom 04.12.2005 (Bericht)
von Werner Popken | Das Phantom
Techniken und Probleme der Samengewinnung
Sabine Börner vom » Gestüt Drainoflex Fink Handels GmbH hatte Chefredakteure und Journalisten zu einem Seminar mit dem Thema "Besamungswesen, Ausbildung und Zukunft? ... Was Sie schon immer über Besamung wissen wollten ..." eingeladen. Da die Firma zu den Spitzenausstattern deutscher Besamungsstationen gehört, hatte sie vor Jahren einen VHS-Film über das Geschehen mitfinanziert. Diesen Film sahen wir uns zur Einleitung an.
Es war dieser Film, der mich so betroffen machte. Und wenn ich mich nicht täusche, ging es den anderen Teilnehmern ebenso. Ein Besamungstechniker führte den Hengst über den Hof in einem Raum, in dem sich bereits eine rossige Stute befand, und zwar eingepfercht in ein Gestell. Der Hengst schien ein recht gefährliches Tier zu sein. Der Techniker zügelte ihn und war in der Lage, ihn zu dirigieren, aber die ganze Angelegenheit sah doch ziemlich prekär aus.
Zunächst wurde der Hengst zur Stute geführt, deren Hinterteil er beroch. Die Sache ging ziemlich schnell, so daß ich nicht mehr genau weiß, was in welcher Reihenfolge passierte, aber entweder schon vorher oder dabei schachtete der Hengst aus. Nach kurzer Zeit, in meiner Erinnerung höchstens 30 Sekunden, dirigierte der Besamungstechniker den Hengst auf das Phantom, das parallel zum Gestell mit der Stute aufgestellt war.
Das Phantom sieht einem Pferd, wie es in jeder Turnhalle herumsteht, ziemlich ähnlich – gleicht also gar nicht so sehr einem lebendigen Pferd. Im Unterschied zu dem bekannten Turngerät hat das Phantom an der Stelle ein Loch oder genauer eine künstliche Vagina, wo…
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