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» Ausgabe 602
vom 10.10.2010 (Bericht)
von Werner Popken | Vergiftungen auf der Weide
Ein Übersichtsartikel für Tierärzte von einer Biologin
Ich möchte Sie auf einen Artikel aufmerksam machen, der in einer Fachzeitschrift erschienen ist, die vermutlich nur wenigen zugänglich ist: Vanselow, R. (2010) Grasendophyten in Lolium und Festuca – Gifte, Symptome und Gegenmaßnahmen. Pferdespiegel, 3: 129-133. Sie können diesen Artikel bei Bedarf › auch online für 14 € herunterladen. Das 56 Nummern umfassende › Literaturverzeichnis ist als PDF kostenlos zugänglich.
Einige der dort aufgeführten Quellen sind auch online verfügbar. Ich habe mir willkürlich eine davon ausgesucht und angeschaut:
» Schultz CL, Bush LP. The potential role of ergot alkaloids in mare reproductive loss syndrome. In: Williams N. Session 5: MRLS and associated syndromes: toxicological hypotheses. Lexington: University of Kentucky; 2003; 60–63. (MRLS = Mare Reproductive Loss Syndrome – hiermit wird also beschrieben, dass Trächtigkeiten Probleme bereiten bis hin zum Verlust des Fohlens.)
Für einen Laien wie mich ist so etwas natürlich schwere Kost. Man bekommt aber zumindest ein Gefühl dafür, wie viel Arbeit hinter diesen Untersuchungen und in einem solchen Übersichtsartikel steckt, der ja eine Übersicht über mehrere Dutzend solcher Artikel gibt.
Der Übersichtsartikel selber ist ebenfalls nicht für Laien geschrieben. Mein Bericht soll Sie also nicht etwa dazu verleiten, den Artikel selbst zu lesen, sondern allenfalls Ihrem Tierarzt einen Hinweis zu geben, falls Sie Probleme dieser Art beobachten und dieser mit seinem Latein am Ende ist. Mir ist so etwas passiert; das ist nun schon fast 15 Jahre her, steht mir…
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» Ausgabe 562
vom 03.01.2010 (Bericht)
von Dr. rer. nat. Renate U. Vanselow | Hilfe! Schlechte Leberwerte!
Muß es immer Jakobs-Kreuzkraut sein? Ungeklärte Vergiftungen
Vergiftungen äußern sich oft diffus ohne eindeutige Symptome, die nur einem bestimmten Gift zugeordnet werden könnten. Meist ist der Allgemeinzustand schlecht, der Tierarzt nimmt Blut ab und findet z.B. eindeutig abweichende Leberwerte.
Pferdehalter haben den Eindruck, daß sich solche Befunde häufen, nicht selten sind innerhalb eines Stalles sehr viele Tiere betroffen. Mit dem Befund geht die fieberhafte Suche nach der Ursache los.
Nicht immer läßt sich eine Giftquelle wie das gefürchtete Jakobs- Kreuzkraut (JKK, Senecio jacobaea) auf der Weide finden oder gar in Heu oder Silage. Auch eine Besichtigung der Wiesen, von denen das Winterfutter stammt, ist nicht selten ohne "Erfolg": kein JKK. Auch sonst fehlen häufig Giftquellen in erreichbarer Nähe der Pferde, die als Ursache in Frage kämen.
Sind auch alle anderen Futterquellen sauber (z.B. Verunreinigung mit Mutterkorn im Getreide?), stellt sich bald frustrierende Ratlosigkeit ein. Kann es sein, daß Gifte, ja sogar Pyrrolizidinalkaloide (PA´s), im Spiel sind, die denen des JKK sehr ähnlich sind, ohne daß JKK im Spiel ist?
Warum nicht Gräser? Eine grundlegende Frage...
Wie kommen wir eigentlich zu der seltsamen, erstaunlich festen Überzeugung, daß Gräser nur darauf warten würden, gefressen zu werden und völlig unbedenklich harmlos seien?
Sicher, Gräser haben sich seit Jahrmillionen an Fraß angepaßt, schon Dinosaurier haben nachweislich Gräser gefressen. Graslandschaften…
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» Ausgabe 529
vom 17.05.2009 (Bericht)
von Dr. rer. nat. Renate U. Vanselow | Gifte in Gräsern auf Pferdeweiden
Wie kommt das Gift ins Gras? Was tun?
| Hinweis der Redaktion: Hochgestellte Ziffern verweisen auf die entsprechende Nummer im Literaturverzeichnis am Schluß des Beitrags (Quellen). |
Seit etwa 60 Jahren erfährt die Landwirtschaft eine beispiellose Intensivierung, die vor allem in den vergangenen 30 Jahren auch zunehmend das Grünland betrifft (BRIEMLE ET AL. (1991)(13), DIERSCHKE & BRIEMLE (2002)(24)). Vormals artenreiche traditionelle Dauergrünländer weichen mehr und mehr hochproduktiven Weidelgrasmonokulturen (BAUMGARTNER & GULER (2008)(7), ECKARDT (2007)(28)). Doch welchen Preis zahlen wir für die Pruduktivität? Ist es nur der Verlust der Artenvielfalt (DIERSCHKE & BRIEMLE (2002)(24))?
Giftpflanze Gras?!
In den USA werden als wichtigste Giftpflanzen der Weidehaltung des pazifischen Nordwestens sowie weltweit folgende Pflanzen benannt (DURINGER (2007, A)(26)): Jakobs-Greiskraut (Tansy Ragwort, Senecio jacobaea), Rohrschwingel (Tall Fescue, Festuca arundinacea) und Deutsches Weidelgras (Perennial Ryegrass, Lolium perenne).
Das Jakobs-Greiskraut, auch Kreuzkraut genannt, ist in Deutschland als Giftpflanze bekannt und gefürchtet. Spätestens wenn es gelb blüht ist es leicht zu erkennen und kann ausgemerzt werden. Rohrschwingel und Deutsches Weidelgras sind dagegen die weltweit wichtigsten Wirtschaftsgräser (HOPKINS ET AL.…
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