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» Ausgabe 569
vom 21.02.2010 (Bericht)
von Anita Isoardi | Romantische Vagabunden
Auf Umwegen von Portugal in die Türkei
Im Juli 2001 verlassen wir, frisch verheiratet, die sächsische Heimat. Mit dem Bus geht es an den Gardasee; von da ab "per pedes" - so weit die Füße tragen. Wir pilgern durch das Land der Pizza und Pasta. Doch oft sind wir allein, und der noble Doggenwelpe, das originelle Geburtstagsgeschenk meines Mannes, ist deshalb eine willkommene Reisebegleitung.
Wir nennen die junge Hündin Tufi - so wie der Weinberg, von dessen Besitzer er sie gekauft hat. Schnell stellt die Dogge unseren Reiseverlauf um; wir müssen die täglichen 30 km reduzieren und uns dem Tempo unseres neuen Familiemitglieds anpassen. Kleine Ledersöckchen beweisen sich als Retter in der Not für Tufis Pfötchen auf dem heißen Asphalt.
Später durch den Süden Frankreichs wandernd, folgen wir den Spuren des Jakobsweges bis nach Galizien in Spanien. Da Tufi in den Pilgerherbergen nicht immer beliebt ist und es viele, ja sehr viele Schnarcher gibt, kaufen wir ein Zelt. Ein kleines Häuschen für unsere kleine Familie. Weiter geht es bis an die Algarve, wo wir nach 18 Monaten Wanderung in Albufeira zurück in das "normale" Leben finden.
Als Tourismusassistenten arbeiten wir in unserer Branche vor Ort, wie schon so oft, veröffentlichen Fotos über unser Nomadenleben mitten im modernen Europa und füllen so unsere Reisekasse wieder einmal auf. Ein Jahr verweilen wir im Süden Portugals und verarbeiten das Erlebte. 8000 km ohne die Hilfe jeglicher Transportmittel liegen hinter uns; und unsere noble Tufi, inzwischen stolze 60 kg schwer, ruht sich von der langen Reise…
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» Ausgabe 433
vom 15.07.2007 (Bericht)
von Immo Schulte | Kutschfahrt nach Oostkapelle
Allein durch Belgien und die Niederlande an die Nordsee
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| Abfahrt | Ankunft | Distanz | Kosten | |
| 26.05.2007 | 02.06.2007 | 345 km | 227 € |
Vorbereitung
Die Planung für die Kutschfahrt 2007 von » Pulheim nach » Oostkapelle hat diesmal nicht soviel Zeit in Anspruch genommen, wie die Tour 2005. Da es in » Belgien und den » Niederlanden auch noch andere landschaftlich schöne Gebiete gibt, wurde die Route ein bisschen geändert und für uns zwei andere Unterkünfte als 2005 gesucht.
Wir fuhren die Strecke noch einmal vor dem Start ab und stellten dabei fest, daß ein im Internet präsentierter Stall in der dargestellten Form gar nicht vorhanden war. Also, musste vor Ort schnell eine andere Möglichkeit gesucht werden.
Mein Dank gilt vor allen Dingen meinem Sohn Matthias, der mit mir die Strecke abgefahren ist und auch den Rücktransport bei Abbruch der Tour, wegen Krankheit von Pferd oder Fahrer, übernommen hätte.
Acht Wochen vor der Fahrt meldete sich die » WDR-Redaktion, um einen Teil der Tour, wenn möglich teilweise, filmisch zu begleiten.
Meine Marathonkutsche für die Fahrt wieder umzubauen, war diesmal nicht notwendig. Vier Wochen vor der Tour rief Herr » Kühnle bei mir an, um die Fahrt nach Oostkapelle und weitere zukünftige Fahrten mit einer Kühne Allroundkutsche zu sponsern und ich sollte…
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› Fahrsport › Urlaub |
» Ausgabe 368
vom 16.04.2006 (Bericht)
von Manfred Wolfgruber | Mustangs, Foxtrotter, Burros
Bei den Navajo-Indianern im Monument Valley
Das » Monument Valley ist ein Teil der » Navajo Reservation, der grössten Indianerreservation in den USA. Auf einem Gebiet von ca. 7 Millionen Hektar (etwa gleich groß wie » Irland/ca.4 Millionen Einwohner), übergreifend von » Arizona nach » Utah und » New Mexiko leben hier etwa 150.000 Navajos.
Die » Navajo Indianer kamen im 15. Jahrhundert aus dem Norden und nahmen das Land, das von » Hopi, » Zuni und » Pueblo Indianern bewohnt war, in ihren Besitz. Die Navajos, ursprünglich ein Nomadenvolk, wurden sesshaft und entwickelten sich schnell zu ausgezeichneten Farmern. Von den Spaniern, die etwa zur gleichen Zeit ins Land gekommen waren, kamen einige Ziegen, Schafe und Pferde in den Besitz der Indianer, die so mit eigenen Züchtungen begannen und bis heute sind die Ziegen- und Schafherden ein fester Bestandteil im Leben der Navajos.
1938 wurde dann das Monument Valley von » Hollywood entdeckt und mit dem berühmten Film "Stagecoach" begann ein neues Zeitalter im Valley. Viele Westernfilme wurden hier gedreht und ein Schauspieler – » John Wayne – betrat dabei die Leinwandszene und wurde ein Weltstar.
Durch die Filme und auch durch die Reklamefotos einer bekannten Zigarettenmarke war das Monument Valley – man bezeichnet es auch als 8. Weltwunder – bald eine Attraktion für Touristen aus aller Welt und es kamen Millionen von Besuchern. Reitställe mit Leihpferden schossen wie Pilze aus dem Boden, bis es den Indianerfamilien, die im Valley wohnten, zuviel wurde und sie sich dagegen wehrten – mit Erfolg. Alle…
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» Ausgabe 321
vom 22.05.2005 (Bericht)
von Werner Popken | Nachtritt bei Vollmondschein
Ruine Ruttenstein zu Pferd und Ritterfest alldort
Die Ereignisse vom Samstag waren so vielfältig, daß ich in meinem Bericht der Vorwoche nur bis zur Kutschfahrt am Nachmittag vordringen konnte (› Reiten, Fahren, Schießen). Nachdem wir abgestiegen waren, parkte Johann Lumetsberger, unser Kutscher, die Postkutsche unter dem Vorbau seines Anwesens auf der Moser Alm.
Dieses Manöver war sehr bemerkenswert, denn die Einfahrt verlief parallel zum Vorbau. Er mußte also um 180 Grad wenden und hatte dazu kaum Platz, denn gleich danach fiel das Gelände zum Stallgebäude hin wieder ab. Deshalb ließ sich die Operation nicht in einem Durchgang bewältigen.
Er mußte vor- und zurückrangieren, wie mit einem Auto, um diese extreme Wendung zu bewerkstelligen. Da die Kutsche auch noch sehr hoch ist, war es nicht unmittelbar klar, ob das Gefährt überhaupt unter den Vorbau passen würde. Aber selbstredend wußte der Kutscher, was er tat. Er mußte sich noch nicht einmal bücken.
Der Golden Retriever, der zu Hause geblieben war, begrüßte die Pferde überschwenglich. Die blieben natürlich unter allen Umständen absolut gelassen. Als Johann die Pferde ausgeschirrt hatte, gingen diese allein in den Stall. Nicht ganz: das Handpferd wollte die Gelegenheit nutzen, um ein bißchen Glas zu naschen, aber Johann bemerkte diese Ungezogenheit sofort und murmelte seine Mißbilligung, die unverzüglich die gewünschte Wirkung zeigte.
Die Sonne war schon fast untergegangen, aber nun sollten sich die Gäste erst einmal stärken. Vor unserer Abfahrt hatte ich schon das lodernde Feuer im Grilltisch…
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» Ausgabe 320
vom 15.05.2005 (Bericht)
von Werner Popken | Reiten, Fahren, Schießen
Ritt zur Moser Alm und Fahrt mit der Postkutsche
Sattelfest bei Vollmondschein – so war die Pressereise vom 21. bis 23. April überschrieben, zu der ich gemeinsam mit Kollegen auf die Mühlviertler Alm eingeladen worden war. Der dritte Tag, ein Samstag, sollte mit besagtem Ritt bei Vollmond enden.
Am Morgen stiegen wir aber ausnahmsweise zunächst nicht in den Sattel, sondern ins Auto, und fuhren nach Weitersfelden. Das "Wollbad" war unser Ziel. "Wollness" war angesagt. Was sollte das denn sein?
Wellness war mir ein Begriff, wenn ich auch kaum eine Vorstellung davon hatte. Wellness liegt im Trend, Wellness ist ein großes Geschäft. Aber Wollness? Vorsichtshalber hatte ich eine Badehose mitgenommen, aber die ließ ich dann doch im Koffer. Wenn man in Wolle badet, wird man wohl nicht naß.
Denn so viel hatte ich mittlerweile begriffen: Es ging um Wolle. Bereits im Zimmer war mir Wolle begegnet. Unübersehbar hing eine Urkunde der » Textilwerkstatt Weitersfelden an der Wand, die mir bereits vorab zu einem erholsamen und gesunden Schlaf gratulierte.
Dies wurde der besonderen Matratze zugeschrieben, die von der Textilwerkstatt Weitersfelden geliefert worden war. Diese Matratze verfügt über eine Wollschicht, und der werden ganz besonders positive Wirkungen nachgesagt.
Ich persönlich schlafe überall sehr gut – da ich normalerweise viel zu wenig schlafe, ist das vielleicht keine große Kunst. Meine Kollegin Karin klagte aber am nächsten Morgen darüber, daß sie…
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» Ausgabe 319
vom 08.05.2005 (Bericht)
von Werner Popken | Tagesritt zur Hirschalm
Ein Multitalent in seinem Element
Die Einheit von Himmel und Erde ist nirgends so allgegenwärtig wie auf der Mühlviertler Alm. In der glasklaren Luft wölbt sich das Blau des Himmels über eine sich in Wellen wiegende Landschaft. Mit ihren hintereinander gestaffelten Hügeln und den stets wechselnden Aussichten auf Wälder, Wiesen, Äcker, Täler, Bäche und Naturteiche gleicht sie einem Patchwork, dessen sanftes Auf und Ab heiter und gelassen stimmt.
Mühlviertler Alm: Erlebnis für die Sinne, Erholung für die Seele |
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So beginnt der allgemeine Prospekt des » Regionalverbands Mühlviertler Alm. Besser könnte ich es nicht ausdrücken, außer durch Fotos, die diese Eindrücke belegen. In dieser Woche biete ich außer den Illustrationen zu diesem Artikel wieder sechs Poster an, die Sie erfreuen sollen (› Poster zu Ausgabe 319). Ich teste die Poster selber aus und kann bezeugen, daß ich sie sehr genieße.
Natürlich dürfen Sie die Poster auch ausdrucken und an die Wand hängen – schließlich sieht man den Desktop nicht so häufig. In der Auflösung 1600x 1200 (und auch weniger) drucke ich auf meinem Laserdrucker flächenfüllend mit sehr gutem Ergebnis – was ich zunächst gar nicht für möglich gehalten hätte.
Seit ich weiß, daß das menschliche Auge nicht mehr als 1, 5 Millionen "Bildpunkte" wahrnehmen kann, wundere ich mich nicht mehr. Zwei Megapixel reichen also allemal aus, und zwar für ein Bild beliebiger Größe. Was will man mehr, wenn man keine Vergrößerungen machen will? Das habe ich normalerweise nicht nötig, weil ich den richtigen Bildausschnitt in der…
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» Ausgabe 318
vom 01.05.2005 (Bericht)
von Werner Popken | Mühlviertler Alm
Ein Reiterland ganz aus Granit
Im März schickte mir die » Oberösterreich Werbung GmbH einen Brief.
Einladung zur Pressereise
Sattelfest bei Vollmondschein
Im Galopp durchs Reiterparadies Mühlviertler Alm
vom Donnerstag, 21. bis Sonntag, dem 24. April 2005
Der Tourismusverband » Pferdereich Mühlviertler Alm und der » Reitpark Gstöttner in Schönau laden Sie zu einem außergewöhnlichen Reitererlebnis in den "Hohen Norden" Oberösterreichs ein. [...]
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Danke sehr! Ein Kurzurlaub! Sehr schön! Aber ich machte mir keine Hoffnung. Schon im November hatte ich die Einladung zu einer entsprechenden Veranstaltung im Schnee bekommen und mich beworben. Keine Chance. Alles ausgebucht.
Aber diesmal hatte ich Glück. Am Donnerstag morgen setzte ich mich in den Zug, flog von Hannover nach Salzburg, fuhr von dort mit dem Zug nach Linz, wo mich jemand am Bahnhof abholen sollte.
Die Berge rund um Salzburg sind schon ziemlich beeindruckend, aber auf der Fahrt nach Linz wurde alles flach – die Donauebene ist weit, die Berge treten zurück, der Blick über die Schienen zeigt ein Panorama wie in der norddeutschen Tiefebene.
Nach fast einer Stunde Fahrt mit dem Auto von Linz nach Schönau waren wir aber wieder in den Bergen, doch diese Berge sind lieblich. Kein Hochgebirge, keine Gletscher, keine Felsgrate. Immerhin, vor drei Wochen lag hier noch Schnee, die Vegetation ist deutlich zurück gegenüber Ostwestfalen, wo der Frühling nicht mehr zu halten ist.
Der Reitpark Gstöttner…
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› Urlaub › Wanderreiten |
» Ausgabe 284
vom 05.09.2004 (Bericht)
von Werner Popken | Die Wünsche des Kunden
Der gefällt mir, der ist jetzt gekört
Ich kann die wirtschaftlichen Aussichten im Bereich der Welsh-A-Zucht nicht beurteilen, aber denkbar wäre zumindest, daß sich die Bedingungen für das » Welsh-A-Gestüt "Leybucht", selbst wenn sie heute noch unzureichend sind, in Zukunft so ändern, daß die Familie von der Zucht leben könnte. Was mit anderen Rassen möglich ist, sollte doch auch mit den Welsh-A möglich sein.
Und wenn man vom Getreide und den Schweinen nicht mehr leben kann, muß ja etwas anderes her. Wie soll es weitergehen in der nächsten Generation? In Großstadtnähe könnte man vielleicht einen Reitstall einrichten, aber das ist in dieser Gegend nicht aussichtsreich genug. Es gibt schon genug Reitställe, und für den Ferienbetrieb liegt das Gestüt einfach nicht günstig genug. Was müßte man tun, damit die Nachfrage nach Welsh-A und die Preise steigen?
"Wir verkaufen ja an Familien mit mehreren Kindern, bei denen ist meistens nicht viel Geld übrig." Vermutlich müßte man diese Rasse in Deutschland stärker fördern, damit die entsprechende Nachfrage erzeugt und das Preisniveau auf ein vertretbares Maß gebracht wird und gehalten werden kann. Warum sollte man zum Beispiel in Deutschland nicht Turniere speziell für diese kleinen Pferde und kleine Menschen einrichten? Auch das ist eine Frage des Marketing.
Die Ausgangsbedingungen sind im übrigen für das Welsh-A-Gestüt "Leybucht" ausgezeichnet. Das Gestüt hat eine lange Geschichte und unzählige Erfolge, ist im In- und Ausland bekannt und Enno Siemers ist stark in die Verbandsarbeit einbezogen. Wie findet denn…
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› Reitunterricht › Urlaub › Welsh A › Zucht |
» Ausgabe 283
vom 29.08.2004 (Bericht)
von Werner Popken | Das ist wie mit jungen Frauen
Ein Weihnachtsgeschenk und Züchterweisheiten
Das » Welsh-A-Gestüt "Leybucht" liegt, wie der Name schon sagt, an der Leybucht, südwestlich von » Norden, nordöstlich von » Greetsiel in Ostfriesland, auf Grund und Boden, der dem Meer abgerungen ist (» 50 Jahre Leybuchtpolder). Als wir wieder auf dem Gestüt ankamen, herrschte dort reger Betrieb. Feriengäste aus dem Ruhrgebiet ließen ihre Töchter reiten oder hatten sie ganz einfach für eine Weile hier abgeliefert, weil junge Mädchen von Pferden magnetisch angezogen werden, auch und gerade im Urlaub.
Mir waren einige Laubsägearbeiten aufgefallen, mit denen die Gebäude geschmückt sind. Ein pflügender Bauer, eine Sau mit Ferkeln, eine Milchkuh. Daraus schloß ich, daß dieser Hof nicht als Gestüt geplant war, und möglicherweise auch heute als landwirtschaftlicher Betrieb geführt wird.
Enno Siemers, der Besitzer, stellte auch sofort klar: "Das Gestüt ist Hobby, damit machen wir keinen Gewinn. Wir bauen Getreide an, züchten Schweine und Rinder. Wir haben 120 Sauen, 60 Hektar Getreidefläche, sitzen den ganzen Tag auf dem Traktor – das ist ganz schön langweilig. Da kann man sich zum seelischen Ausgleich bei den Pferden gut entspannen. Die Pferde machen einen Mordspaß."
Hinter uns schaute ein Hengst aus dem Fenster. Auf zwei Reitplätzen wurden Erlebnisse auf dem Pferd vermittelt. "Das macht alles meine Frau, die hat vier Mädchen angestellt. Damit habe ich nichts zu tun." Für den versprochenen Kaffee zogen wir uns in die Blockhütte zurück, die zwischen den beiden Reitplätzen liegt und als…
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› Reitunterricht › Urlaub › Welsh A › Zucht |
» Ausgabe 282
vom 22.08.2004 (Bericht)
von Werner Popken | Ponyspektakel
Eine Menge Spaß, das wollen die Leute!
"Ostfriesland, wo liegt denn das?" heißt ein "humorvoller Reiseführer", der 1994 erschienen ist und sechs Auflagen erlebt hat (vergriffen; gebraucht bei » Amazon).
Die Frage scheint berechtigt. Zeitgenossen südlich des Weißwurstäquators sollen nämlich Ostfriesland für eine Erfindung des Komikers » Otto Waalkes halten. Ist Ostfriesland eine reine Fiktion zur Belustigung der Nation?
Natürlich nicht – ich weiß es ganz genau, denn ich war erst kürzlich wieder da, und zwar in der ostfriesischen Stadt mit dem merkwürdigen Namen » Norden. Norden blüht und gedeiht und hat über 25.000 Einwohner. Der Stadtteil » Norddeich ist Nordseeurlaubern wohlbekannt. Von Norddeich setzt man stündlich nach » Norderney über, der modernsten der ostfriesischen Nordseeinseln.
Die Stadt Norden umfaßt heute ein sehr großes Areal von 101 Quadratkilometern und besteht aus mehr als einem Dutzend Stadtteilen; der eigentliche Stadtkern ist sehr alt und hat bereits 1255 Stadtrechte bekommen. Einer der berühmtesten Söhne der Stadt ist » Ubbo Emmius (1547-1625). Er wurde in » Greetsiel geboren, dessen malerische Windmühlen neben dem nicht minder malerischen Fischereihafen ein bekanntes touristisches Wahrzeichen Ostfrieslands sind. Greetsiel liegt an der Leybucht und wurde 1388 erstmals urkundlich erwähnt.
Nach seiner Ausbildung, die ihn nach Emden, Bremen, Rostock, Heidelberg, Freiburg, Basel und Genf führte, ist Emmius Leiter der Lateinschule in Norden geworden, die er selber zwei Jahre besucht hatte. Die heißt…
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