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» Ausgabe 392
vom 01.10.2006 (Bericht)
von Werner Popken | Oh Sport, Du bist der Friede!
Der Krieg ist der vornehmste, ursprünglichste Sport
Die Diskussion um die Rollkur ist undurchsichtig. Die Sache an sich ist altbekannt, die Wirksamkeit der Methode ebenfalls und durch die Bestimmung des Gesichtsfeldes von Pferden verständlich: Das Pferd kann in dieser Haltung nicht sehen, wohin es läuft, muß sich also auf den Reiter verlassen und wird deshalb nachgiebiger.
Daß eine solche Haltung für das Pferd unbequem, lästig und möglicherweise sogar schmerzhaft ist, kann nicht unbedingt als Einwand gelten, da sportliche Betätigung als solche zumindest dann ohnehin und regelmäßig in Quälerei auszuarten pflegt, wenn es darum geht, in die oberen Ränge aufzusteigen.
Ob die Rollkur zu gesundheitlichen Problemen führt, steht dahin. Dies wird zwar behauptet, der Beweis einer gesundheitlichen Schädigung ist aber noch nicht erbracht und kann vermutlich auch gar nicht erbracht werden, da es Gegenbeispiele gibt, die bei schädlicher Wirkung der Methode die behaupteten Schädigungen würden aufweisen müssen, dies aber nicht tun.
Abgesehen von den ästhetischen, traditionellen, medizinischen, sportlichen, tierschützerischen Einwänden war ein ganz wesentlicher Aspekt der Diskussion die Gegenüberstellung der Deutschen und der Holländer.
Ich finde es schade, dass Sie gerade vor der EM und Aachen die Dressurreiterei der Holländer derart kritisieren. Es klingt fast so, als würden Sie einer anderen Nation als der Deutschen den Sieg nicht gönnen. [...]
» Leserbrief St. Georg Barbara Moormann, Frankfurt |
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Ist das nicht merkwürdig? Wieso…
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» Ausgabe 391
vom 24.09.2006 (Bericht)
von Werner Popken | Blind reiten – auf Sieg
Ansichten und Überzeugungen, Meinungen und Tatsachen
Diese von Ihnen genannten Reiter habe ich während meiner Zeit in Holland über 20 Jahre beobachtet und auch auf den diversen Abreiteplätzen miterlebt. Grundsätzlich bin ich der Auffassung, dass die Pferde in Holland gesünder und fairer ausgebildet werden, was daraus resultiert, dass ich aus Erfahrung behaupten kann, dass Krankheiten bzw. Ausfälle geringer sind, als es in Deutschland der Fall ist.
» Leserbrief St. Georg: Sabine van de Griend, Lahnstein |
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Holland gegen Deutschland – der Rollkur-Skandal wird oft als Konflikt zwischen den Nationen verstanden. Dabei ist allgemein bekannt, daß deutsche Reiter in den achtziger Jahren mit Techniken aufgefallen sind, die schon damals mit dem Begriff "Rollkur" belegt wurden. In der heutigen Ausgabe möchte ich zunächst die Frage untersuchen: Warum ist die Rollkur so erfolgreich? Und mich nächste Woche damit beschäftigen, warum die Diskussion darüber als Länderkampf geführt wird.
Der eingangs zitierte Leserbrief stellt gleichfalls die beiden Nationen gegeneinander auf. Daraus könnte ein oberflächlicher Leser entnehmen, daß die Holländer allesamt strenge Anhänger der Rollkur sind, während die Deutschen sich durchwegs der Reinen Lehre befleißigen. Außerdem versucht die Autorin den Eindruck zu erwecken, als handele es sich um eine Tatsache, daß holländische Pferde gesünder sind. Dabei ist es doch nur ihre privaten Meinung, die mit völlig zufälligen und keineswegs repräsentativen Beobachtungen gestützt wird. Aus dieser Schlußfolgerung könnte man nun…
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» Ausgabe 390
vom 17.09.2006 (Bericht)
von Werner Popken | Die Schrecken des Pferdesports
Ist die Rollkur ein spezielles Übel oder nur ein Symptom?
Der Artikel "Dressur pervers” der St. Georg, der kurz vor den Europameisterschaften im Herbst 2005 erschien, hat die Gemüter sehr erregt. Alle waren sich einig: Die modernen Dressurmethoden, ob von den Holländern oder den Deutschen angewandt, sind widerlich und unzulässig.
Die FEI sah sich sogar genötigt, eine Tagung zu dem Thema durchzuführen. Das Resultat der Beratungen von 60 Experten sorgte seinerseits für Empörung und Aufruhr. Im Grunde wurden die neuen Methoden nämlich für zulässig gehalten. Eine Sprachregelung sollte dies auch zum Ausdruck bringen.
Das Publikum, das sich wiederholt durch den Anblick der trainierenden Sportler auf dem Abreiteplatz alarmiert fühlte, mußte sich sagen lassen, daß die beanstandeten Übungen akzeptabel und für die Pferde gesundheitlich unbedenklich sind, zumindest dann, wenn Spitzensportler diese verlangen.
Das war Anfang des Jahres 2006. In vielen Foren äußerten sich Pferdefreunde dazu, und zwar ziemlich einhellig und deutlich. Man war empört und entrüstet. Bis zur Weltmeisterschaft waren die Wogen der Empörung allerdings verebbt. Ein Sturm im Wasserglas. Hatte sich irgend etwas im Sport geändert? Natürlich nicht. Alles blieb beim Alten.
Also viel Lärm um Nichts? Hat wieder einmal das Geschäft gesiegt und die Kritiker sind verstummt, weil sie machtlos sind? Oder haben diese etwa nur schwache Argumente, vielleicht sogar Unrecht?
Die ganze Angelegenheit ist meines Erachtens ziemlich verwickelt und nicht leicht zu durchschauen.…
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» Ausgabe 389
vom 10.09.2006 (Bericht)
von Werner Popken | Rollkur siegt
Der Sturm im Wasserglas
Zwei Weltmeisterschaften in unserem Lande – Fußball und Pferdesport. In beiden Fällen haben wir uns als Gastgeber bewährt und auch sportlich anständig geschlagen. Was im Falle des Pferdesportes etwas untertrieben ist. Auf jeden Fall: Friede – Freude – Eierkuchen.
Das war im letzten Jahr anders. Erinnern Sie sich noch? Es ist alles so kurzlebig! Kaum sind die Weltmeisterschaften vorbei, sind auch die Bundeschampionate vorüber. Ein Ereignis jagt das andere. Was war nochmal im letzten Jahr? Ach ja, die Europameisterschaften, die eigentlich in Moskau hätten stattfinden sollen und dann kurzfristig ebenfalls in unser Land verlegt wurden. Eigentlich ein Unding, drei Wochen vorm Termin! Und erwartungsgemäß wieder eine unglaubliche organisatorische Leistung – die Europameisterschaften in Hagen am Teutoburger Wald. Tolle Kerle, die Deutschen! Die bringen's wirklich.
Und abermals haben die deutsche Sportler sich grandios geschlagen, die deutsche Dressurmannschaft hat die Goldmedaille gewonnen, obwohl die Niederländer sich diesmal gute Chancen ausgerechnet hatten und » Anky van Grunsven die Einzelgoldmedaille gewonnen hat, was niemanden überraschte.
Überrascht waren alle vom Vorstoß des Traditionsmagazins » St. Georg, das in einem reißerischen Artikel "Dressur pervers" bestimmte Trainingsmethoden angriff, die vornehmlich von den Niederländern angewandt werden (Abbildung in » Rollkur). Deren Nationaltrainer Sief Janssen bildet Pferde nämlich anders aus als vorgeschrieben und hat damit auch noch großartige Erfolge erzielt.
Anky van Grunsven als…
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» Ausgabe 388
vom 03.09.2006 (Bericht)
von Werner Popken | Nationenwettkämpfe
Und der Sieger ist auch dieses Mal ...
Die Weltreiterspielen 2006 in Aachen sind zu Ende. Welch ein Aufwand! 773 Sportler aus 61 Nationen und 852 Pferde waren beteiligt. 48 Medaillen wurden vergeben, davon 16 Goldmedaillen. In 9 Disziplinen wurden Einzelpersonen geehrt, in 7 Nationalmannschaften (» Newsletter 03.09.2006). Um diese Medaillen wurde zwei Wochen lang gekämpft.
Sport [...] Eine häufig anzutreffende Ausprägung dieser planmäßigen Entwicklung körperlicher und/oder geistiger Fähigkeiten ist dabei das Messen mit Gegnern nach festgelegten Regeln im sportlichen Wettkampf/Wettstreit und Wettspiel.
» Sport |
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Wettkampf ist dem Sport also anscheinend » inhärent – aber warum sollten Nationen gegeneinander kämpfen? Was hat das mit Sport zu tun? Aber erst mal die Ergebnisse:
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| ³Disziplin | ³Gold | ³Silber | ³Bronze | |
| Springen | Niederlande | USA | Deutschland | |
| Dressur | Deutschland | Niederlande | USA | |
| Vielseitigkeit | Deutschland | Großbritannien | Australien | |
| Fahren | Deutschland | Belgien | Niederlande | |
| Voltigieren | Deutschland | USA | Österreich | |
| Distanzreiten | Frankreich | Schweiz | Portugal | |
| Reining | USA | Kanada |  |
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» Ausgabe 387
vom 27.08.2006 (Bericht)
von Werner Popken | Siegestaumel
Von Erfolgsmenschen, Trainingsmethoden und Kontroversen
Die Weltmeisterschaften in Deutschland 2006! Erinnern Sie sich noch?
Vor allem durch das ebenso begeisterungsfähige wie gastfreundliche Publikum konnte sich Deutschland als ein würdiger Gastgeber des Turniers darstellen. Durch die vielen Fan-Feste und Public-Viewing-Bereiche entstand in Deutschland das Gefühl eines vierwöchigen Volksfestes, an dem ein Großteil der Bevölkerung aktiv teilnahm.
» Fazit |
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Tja, der Fußball! Nach der Fußball-Weltmeisterschaft im Frühsommer nun die Pferde-Disziplinen im Frühherbst. Zwei Weltereignisse, aber welche Unterschiede!
Hatte während der Fußball-WM die gesamte Nation mitgefiebert, hält sich die Begeisterung für die Geschehnisse in Aachen vergleichsweise in Grenzen:
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| 14.000 Medienvertreter | 1.300 Journalisten | |
| Zuschauer 3.359.439 | maximal 500.000 | |
| In Bau und Erweiterung der Stadien investierten der Staat und die Betreiber rund 1, 38 Milliarden Euro. | investives Budget 15, 6 Millionen Euro | |
| Das Halbfinalspiel Deutschlands gegen Italien erreichte die höchste je in Deutschland gemessene Zuschauerreichweite |
[...]. 29, 66 Millionen Zuschauer sahen das Spiel, in der Spitze sogar 31, 31 Millionen [...]. Der Marktanteil der Fernsehübertragung stieg auf bis zu 91, 2 %. Die Eröffnungsfeier wurde von 37.500 Zuschauern im Stadion des Aachen-Laurensberger Rennvereins und weiteren 1, 8 Millionen Zuschauern in der Übertragung des ZDF verfolgt, das damit einen Marktanteil von 12, 4 Prozent erzielte.
Alleine in Deutschland wird die Sportart von über 6 Millionen Spielern in 27.000 Fußballvereinen ausgeübt. [...] 7.429 Reit- und Fahrvereine in Deutschland an, die über 764.542 Mitglieder verfügten.
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