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» Ausgabe 263
vom 11.04.2004 (Bericht)
von Pia Rennollet | Fallgeschichten Telepathie
Nachdenkliches und Verwunderliches
Die Geschichte über Jeremias' bisheriges Leben (siehe » Tierschutzfall: Jeremias) habe ich in der Rohfassung komplett auf der Koppel geschrieben, inmitten der im Schatten stehenden, Siesta-haltenden Pferdeherde.
Und jeden Mittag stand Jeremias unmittelbar neben mir. Nicht ich habe mich zu ihm gesetzt – oh nein, er kam zu mir. Er stand einfach da, ließ den Kopf hängen und döste.
Während des Schreibens habe ich mich oft köstlich über uns beide amüsiert und eigentlich auch erst wirklich erkannt, daß ich mich ebenso daneben benommen hatte wie er. Ist es möglich, daß mich Jeremias während des Schreibens beeinflußte?
Zweifel daran, daß der Text komplett aus meiner eigenen Feder stammt, kamen auf, als ich beim Durcharbeiten der Geschichte von meinem eigenen Verhalten manchmal ziemlich angewidert war. Aus dieser Sicht hatte ich mich selbst noch nicht betrachtet.
Einmal geschah es auch, daß eine Botschaft von Jeremias – sehr deutlich abzugrenzen von meinen eigenen Gedanken – zu mir durchdrang. Ich schrieb gerade über seine Neigung, zum Gladiator zu mutieren. Ganz klar und deutlich kam: "Selber Gladiator". Das hat mich köstlich amüsiert. Ich konnte unsere Zusammenstöße plötzlich aus einem ganz anderen Licht betrachten.
Jeremias ist der unangefochtene Champion im Senden von Gefühlen (» Fallbeispiel). Doch er kann auch Wörter senden. (Natürlich ist es auch möglich, daß mein Gehirn diese Wörter formt. Letzten Endes ist dies unerheblich.)
Seine Aussagen sind oft sehr kurz und prägnant. An eine Begebenheit…
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» Ausgabe 262
vom 04.04.2004 (Bericht)
von Pia Rennollet | Telepathie mit Pferden
Gedanken zur energetischen Prozessen
Vorsicht! Warnung! Nun folgt Obskures.
Wer hier weiterliest, dem sollte bewußt sein, daß wir alsbald die Ebenen der normalen Realität verlassen werden und in Gebiete vordringen, die noch ungewohnt sind, jedoch, Gott sei Dank, das Interesse einer immer größer werdenden Bevölkerungsschicht erreichen. Unser Thema ist Telepathie, spezielle Telepathie mit Pferden - also Gedankenübertragung, Energieübertragung.
Manchem Pferdehalter und Reiter mag das gar nicht so fern und abgehoben erscheinen. Gelingt es, eine harmonische Beziehung zu dem Pferd aufzubauen, so kann der Gedanke an eine bestimmte Gangart schon das angestrebte Ziel auslösen: Das Pferd trabt zum Beispiel an. Und so mancher Reiter hat sich den Kopf darüber zerbrochen, woran - um Himmels willen - das Pferd den Wechsel der Gangart im voraus erkannte.Telepathie etwa?
Ganz so einfach machen wir es uns nun doch nicht, obgleich ich eine telepathische Verbindung von Roß und Reiter diesbezüglich nicht ausschließen möchte. Der Reiterfrage: "Woran erkennt das Pferd den Gangartenwechsel, die Richtungsänderung?" bin ich schon als Teenager nachgegangen. Damals hatte ich eine wundervolle und phantastische Beziehung zu meinem ersten eigenen Pony. Nach großen anfänglichen Schwierigkeiten, die wir gemeinsam bewältigen mußten, waren Maruschka und ich ein einzigartiges Team.
An unseren guten Tagen waren unserer Ausritte die Erfüllung von Träumen. Ein Gedanke - und das Pferd reagiert. Das Einswerden von Mensch und Pferd, das Verschmelzen zu einer Einheit. Meine Gedanken über…
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» Ausgabe 261
vom 28.03.2004 (Bericht)
von Pia Rennollet | Erziehung eines Pferdes
Und wenn es zu einem Kampf kommen muß?
Ich erinnere mich an einen frühen Morgen in einem Winter. Erst halb wach, schaue ich - die Kaffeetasse in der Hand - aus den Fenstern und muß mit Schrecken dabei zusehen, wie Jeremias den Zaun mutwillig zerreißt, um sich sein Frühstück auf der heiligen Wiese der Nachbarin einzuverleiben.
Also spurte ich los und kann einen Teil der Herde davon abhalten, ihre Wohnstätte zu verlassen, und den Zaun notdürftig reparieren. Dann sehe ich, wie Jeremias die übrigen Pferde von mir weg treibt. Die Aussage: Aber das ist meine Herde! hätte er mir deutlicher nicht machen können.
Na gut, der Vormittag war für mich schon gelaufen, eine handfeste Auseinandersetzung stand auf dem Lehrplan für Jeremias und mich. Auf dem Plan standen für uns beide einige Stunden intensivster Arbeit. Ich möchte mich kurz halten, unsere Erlebnisse raffen und nur das Wichtigste wiedergeben.
Es war nicht schwer, Jeremias die Stuten zu entführen. Die guten Damen wissen, wo sie hingehören. So ein Jungspund bringt ihnen viel zu viel Unruhe; da ist es doch angenehmer, in entspannter Atmosphäre Heu zu fressen, zumal im Winter auf Wiesen nicht viel zu holen ist.
Sobald ich mich Jeremias zuwandte, wurde es anstrengend. Ich muß zugeben: Als ganz normaler Mensch, der ich nun einmal bin, war ich emotional doch ganz schön aufgewühlt. So eine Frechheit!
Im Winter sind die Tage sowieso zu kurz für mich, um die gesamte Arbeit zu bewältigen. Da reißt mich dieser ewige Störenfried auch noch aus meiner Routine, aus meinem wohldurchdachten Zeitplan heraus…
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» Ausgabe 260
vom 21.03.2004 (Bericht)
von Pia Rennollet | Tierschutzfall: Jeremias
Denn wahrhaft siegt, wer nicht kämpft.
Jeremias ist ein Tierschutzfall. Er ist eines der wenigen Pferde, denen geholfen werden konnte, ohne an irgendwelchen Gesetzen oder an bornierten Veterinären zu scheitern. Als Tierschützer sind einem die helfenden Hände gebunden, es sei denn, man verläßt den sicheren Boden der Legalität.
Während der Zeit, in der ich für Tierschutzvereine Kontrolle fuhr, mich auf fremden "Koppeln" und in fremden "Ställen" herumtrieb, mein wachsames Auge über ausgemergelte und vernachlässigte Pferdekörper schweifen ließ, katastrophale Zustände sehen mußte, fotografierte, beschrieb und weitergab, also in die Schattenseiten der Pferdehaltung eintauchte, mußte ich meine Machtlosigkeit erkennen, mußte ich ohnmächtig meine zur Hilfe ausgestreckten Hände durch Paragraphen in Ketten legen lassen.
Die entscheidende Instanz ist immer der Veterinär - der zuständige Amtstierarzt, doch die wenigsten von ihnen, die noch ein Quentchen Herz und Mitgefühl besitzen, befinden sich in einer solch einflußreichen Position. Oft genug habe ich die Hartherzigkeit und Paragraphenreiterei der Amtstierärzte erleben müssen.
Der Schutz des Eigentums hat in unserer Welt einen höheren Stellenwert als das Wohlbefinden schutzbefohlener Wesen. Scheinbar muß das so sein; unsere Welt würde wohl ansonsten aus den Fugen geraten. Tierversuche, Massentierhaltungen, Tierproduktionen, Schlachttiertransporte usw., all das wird aus rein wirtschaftlichen Gesichtspunkten legalisiert. Unsere Ethik ist dahin.
Und wir alle sind durch unser eigenes…
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» Ausgabe 171
vom 06.07.2002 (Bericht)
von Friedhelm Splett | Von der Dominanz zur Demut
Der Weg von Argentinien nach Montana
Ich liege auf meiner Meditationsmatte, eine Klangschale auf dem Bauch, leicht und rhythmisch schlage ich die Schale an. Die Vibratrionen durchdringen meinen Körper. Eine wohlige Schwere breitet sich in mir aus.
Ich vibriere von den Haarspitzen bis zu den Füßen. Ein gutes Gefühl, durchlässig zu sein. Eine solche Verfassung habe ich mir gewünscht, um diesen Artikel anzufangen. Ich denke an das, was mir wichtig geworden ist zu sagen.
Inzwischen weiß ich, daß ich selber nichts vermag, im Vergleich zu dem, was geschehen kann, wenn ich mich öffne und loslasse. Das ist mit den Pferden so, und mit allem anderen. Und da bin ich schon mitten im Thema.
Der erste Artikel, der über meine Arbeit in der Pferdezeitung erschienen ist, handelte von einem Bodenarbeitsseminar, veranstaltet von der Pferdezeitung, das war im April 2000 (Friedhelm Splett - noch ein Pferdeflüsterer?, siehe auch Bildschirmschoner Bodenarbeit).
Ich hatte zwei Teilnehmerplätze für Leser der Zeitung zur Verfügung gestellt, einen der Plätze hat meine heutige Lebenspartnerin, Christine Pohl, gewonnen. Sie sagte damals, es sei das erste Mal, daß sie etwas gewonnen hätte. (ein Zufall?)
Wir waren fasziniert voneinander, was die Art mit Pferden umzugehen betrifft. Hin und wieder trafen wir uns, arbeiteten mit unseren Pferden und gingen zusammen mit unseren Ehepartnern essen.…
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