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» Ausgabe 568
vom 14.02.2010 (Bericht)
von Werner Popken | Jeder hat eine besondere Gabe
Das Gefühl kommt von Gott, die Übung kommt vom Menschen
» Hans-Jürgen Neuhauser weiß anscheinend, wie man mit den schwierigsten und gefährlichsten Pferden umgehen kann – aber nein, was sage ich da: Es geht ja gar nicht darum, diese Pferde einfach nur irgendwie zu beherrschen – er zeigt uns allen auf der › DVD HJN-Reiten, dass er mit solchen Pferden harmonischer, spielerischer und sinnvoller arbeiten kann, als das normalen Pferdemenschen gegeben ist.
Das ist wunderbar! Und er hat sich das alles selber beigebracht – ist das nicht noch wunderbarer? Gibt uns das nicht die Hoffnung, dass wir selber ebenso gut werden können wie er?
Zu diesem Zweck ist Neuhauser angetreten. Er will sein Wissen und Können ausdrücklich nicht für sich behalten, sondern weitergeben an alle, die von ihm lernen wollen, freiwillig oder notgedrungen. Dazu soll neben den Kursen, die er überall dort gibt, wo man ihn ruft, auch die vorliegende DVD dienen. Wir haben gesehen, dass man durch diese DVD einen sehr guten Eindruck von seinen Fähigkeiten bekommen kann; als Lehr-Video taugt sie zwar nicht ganz so viel und soll deshalb durch neue Produktionen ergänzt werden.
Ist es ihm nun in » Schardscha gelungen, seine Fähigkeiten weiterzugeben? Hat er den Gestütsmitarbeitern alles beibringen können, was er selber kann? Das kann man aus der DVD selbst nicht herauslesen. Diese dokumentiert vor allem, dass Neuhauser mit den schwierigen Hengsten hervorragend arbeiten kann, dass diese Pferde sich bei ihm vorbildlich verhalten. Das ist natürlich an sich schon eine unglaubliche Leistung, die von der…
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› Ausbildung › Pferdeflüsterer |
» Ausgabe 567
vom 07.02.2010 (Bericht)
von Werner Popken | Die Nagelprobe
Neuhauser begibt sich auf dünnes Eis
Nach der ausführlichen Erörterung soziologischer Prozesse im Hauptartikel der letzten Woche wissen wir Bescheid: Von » Hans-Jürgen Neuhauser kann nur lernen, wer selber schon fast so wie Neuhauser fühlt und denkt.
Alle anderen müssen seine Erkenntnisse und Leistungen ablehnen, selbst wenn er wie in der › DVD HJN-Reiten augenscheinlich den Beweis für die Wirksamkeit seines Ansatzes antritt, und zwar einfach weil sie in den Denkstilen ihrer Denkkollektive ( » Ludwik Fleck) gefangen sind und auch gern dort gefangen sein wollen, da doch die Gemeinschaft Gleichgesinnter Sicherheit und angenehme Gefühle spendet.
Es hat wegen dieser Gruppendynamik überhaupt keinen Sinn, jemandem etwas nahebringen zu wollen, der sich genau dies nicht nahebringen lassen will. Also können wir uns entspannt zurücklehnen und davon ausgehen, dass ohnehin nur diejenigen mitlesen und mitdenken, die für Neuhausers Botschaft offen und reif sind – entweder durch Zugehörigkeit eines entsprechenden Denkkollektivs oder aufgrund eigener Erfahrungen und Entwicklungen, weil etwa die herkömmlichen Methoden komplett versagen und guter Rat teuer ist, wie bei den arabischen Züchtern mit ihren ungebärdigen Hengsten oder Marion Neusiedler, Besitzerin von Sharis, der sich verspannte und verweigerte.
Diese Offenheit und Lernbereitschaft können wir auch bei den Teilnehmern seiner Kurse voraussetzen, die sich ausdrücklich den neuen Erfahrungen und Einsichten öffnen wollen und dafür sogar eine Menge Zeit, Geld und Energie opfern. Damit kann ich…
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› Ausbildung › Pferdeflüsterer |
» Ausgabe 566
vom 31.01.2010 (Bericht)
von Werner Popken | Denkstile und Denkkollektive
Nur in der eigenen Clique geht's einem richtig gut
Die beiden letzten Ausgaben kreisten um die Frage, inwieweit die auf der › DVD HJN-Reiten dargestellten Methoden » Hans-Jürgen Neuhausers erlernbar sind oder ob seine Erfolge auch auf Charaktereigenschaften schließen lassen, die durch ein einfaches Training, intensive Kurse oder umfassende DVDs nicht zu beeinflussen wären.
Wenn dem so wäre, könnten beispielsweise Leute wie der in diesen beiden Artikeln erwähnte Pferdeflüsterer von Neuhauser nichts lernen. Wer Pferde wie ein Tyrann dominieren muss, kann bestimmt bei vielen Pferden viel erreichen, bei manchen aber wird er sich die Zähne ausbeißen, wie bei den beiden Hengsten aus dem arabischen Luxusgestüt in » Schardscha, das in seiner Not schließlich den unbekannten bayerischen Pferdeflüsterer zu Hilfe rufen musste.
Die Frage, inwieweit wir von Neuhauser lernen, wir seine auf der DVD dokumentierten und unbestreitbaren Erfolge also mehr oder weniger genauso gut nachvollziehen können, muss aber vielleicht noch etwas ausgeweitet werden. Denn möglicherweise ist es uns noch aus ganz anderen Gründen unmöglich, ihm zu folgen: Nicht nur, weil unser Charakter ungeeignet ist und wir von von vornherein darauf bestehen müssen, Pferde zu knechten, pardon: zu dominieren – vielleicht können wir seine Methoden auch aus anderen Gründen gar nicht annehmen.
Um das zu erörtern und verständlich zu machen, muss ich leider noch einmal etwas ausholen und die Problematik rund um die Pferdeflüsterer und unser aller Lernmöglichkeiten in einem größeren Zusammenhang darstellen;…
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» Ausgabe 565
vom 24.01.2010 (Bericht)
von Werner Popken | Über Dominanz und Vertrauen
Auch Pferdeleute können vom Wasser lernen
» Hans-Jürgen Neuhauser, soviel ist inzwischen klar, kann mehr als andere Pferdeexperten. Warum nur? Anhand der › DVD HJN-Reiten versuche ich herauszuarbeiten, worin das Geheimnis von Neuhauser besteht. Wie in aller Welt gelingt ihm das Kunststück, in kürzester Zeit mit zwei gefährlichen Hengsten fertig zu werden, an denen sich eine ganze Reihe von Weltklasse-Pferdeleuten, Spezialisten für schwierige Fälle allesamt, die Zähne ausgebissen haben?
Diese Frage hat es schon in sich – haben Sie es gemerkt? Wer mit irgendetwas fertig werden möchte, fängt die Sache schon völlig falsch an – so wie der unglückliche Pferdeflüsterer, den ich in der letzten Ausgabe als Kontrast eingeführt hatte. Wer mit etwas fertig werden will, neigt dazu, die Angelegenheit fertig zu machen, fix und fertig vielleicht. So wie seit Alters her die Tyrannen, die geglaubt hatten, die Welt in den Griff zu bekommen, wenn sie nur alles, was sich ihnen in den Weg stellte, mit Stumpf und Stiel ausrotteten.
In der Pferdewelt ist viel von Dominanz die Rede. Dabei berufen sich die Fachleute auf die Ordnung in einer Herde, in der immer jemand oben und alle anderen unten oder gar ganz unten sind. Selbstverständlich sind Pferde Herdenwesen und fühlen sich nur wohl, wenn sie wissen, wo ihr Platz ist.
Bei uns Menschen ist das nicht ganz klar. Wir verhalten uns manchmal so, als seien wir Herdenwesen, manchmal wiederum, als seien wir Einzelgänger und Individualisten. Diese Beobachtung ist vermutlich nicht ganz unwichtig.
Wenn wir von unserem Verständnis aus…
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» Ausgabe 564
vom 17.01.2010 (Bericht)
von Werner Popken | Die Leichtigkeit der Zähmung
Neuhauser und das zweite Problempferd
Auf der Suche nach dem Geheimnis des von arabischen Pferdezüchtern in » Schardscha gerufenen bayerischen Pferdeflüsterers » Hans-Jürgen Neuhauser hatte ich in der letzten Woche die These entwickelt, dass es darauf ankommt, im Sinne des » Wu-Wei zu agieren. Anhand der › DVD HJN-Reiten wollte ich herausarbeiten, inwieweit Neuhauser tatsächlich so arbeitet, wie es die Wikipedia beschreibt: Aus einer Haltung des Geschehenlassens, aus der dann Gewaltlosigkeit und Widerstandslosigkeit natürlich folgen.
Die Wikipedia setzt hinzu, dass es sich dabei um eine Art von „kreativer Passivität“ handelt. Das klingt schwierig für unsere Ohren. Passiv darf man eigentlich nicht sein, man muss das Leben aktiv in die Hand nehmen. Insbesondere, wenn man es mit einem Pferd zu tun hat. Und mit der Kreativität tun wir uns alle schwer. Die, die wirklich kreativ sind, können es nicht erklären, und die anderen tun nur so als ob.
Ein anderes dunkles Wort in diesem Zusammenhang ist „intuitiv“ .
Das vollkommene Handeln erkennt intuitiv das beste Mittel.
a.a.O. |
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Was soll man sich darunter vorstellen? An anderer Stelle heißt es, dass das Notwendige getan werden muss, jedoch nicht im Übereifer oder blinden Aktionismus, sondern leicht und mühelos.
Es ist ein Zustand der inneren Stille, der zur richtigen Zeit die richtige Handlung ohne Anstrengung des Willens hervortreten lässt.
a.a.O. |
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Erkennen Sie die Parallele zu dem Zitat…
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» Ausgabe 563
vom 10.01.2010 (Bericht)
von Werner Popken | Muss man sich anstrengen?
Über den richtigen Weg, mit dem Pferd zu kommunizieren
In der letzten Ausgabe des Jahres bin ich ein bisschen philosophisch geworden (noch mehr als sonst schon). Ich habe mich über den Seelenfrieden, » peace of mind, verbreitet und behauptet, dass es vor allem darauf ankommt, sich selbst kennenzulernen und mit sich im Einklang zu sein, wenn man in seiner Arbeit mit Pferden und auch sonst Erfolg haben will. Das ist bestimmt nicht einfach.
Einen Aspekt habe ich dabei noch gar nicht berücksichtigt. Wir sind es einfach so gewohnt, uns anzustrengen, dass wir uns meistens gar nicht erst die Frage stellen, ob das notwendig ist. „Ohne Fleiß kein Preis.“ Oder? Wer sich nicht anstrengt, muss sich nicht wundern, dass er nichts erreicht. „Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.“ Und früher haben die Meister die Lehrlinge sogar verprügelt. Das gehörte dazu. „Lehrjahre sind keine Herrenjahre.“
Hören wir nicht allenthalben, dass die Hoffnung, die Arbeitszeit weiter zu senken, völlig verfehlt ist? Kein Mensch redet mehr von der 35-Stunden-Woche. Als ob irgendwo in Stein gemeißelt wäre, dass der Mensch zu arbeiten habe, bis er umfällt. 40 Stunden sind das mindeste, manche wollen sogar wieder die 48-Stunden-Woche einführen. Wer etwas werden will in unserer Wirtschaft, muss schon 100 Stunden in der Woche arbeiten. Die Finanzexperten haben es uns doch vorgemacht, oder?
Entsprechend darf man sich natürlich auch nicht einbilden, etwas mit einem Pferd erreichen zu wollen, wenn man sich nicht gehörig anstrengt. "Fordern und…
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» Ausgabe 561
vom 27.12.2009 (Bericht)
von Werner Popken | Qualität und dualistische Trennung
Über Karotten, Zen und die Kunst, mit einem Pferd zu arbeiten
In der letzten Woche habe ich mich ein bisschen weit aus dem Fenster gelehnt; Philosophie und Managementtheorien dürften die meisten Pferdeleute weniger interessieren. Sie kämpfen mit ganz alltäglichen Schwierigkeiten und erwarten dafür Handlungsanweisungen, die ganz konkret diese oder jene Schwierigkeiten lösen und beseitigen sollen.
Insoweit stimmt das Marketing von » Hans-Jürgen Neuhauser, dessen › DVD HJN-Reiten ich seit Wochen zum Anlass nehmen, um über sein Erfolgsgeheimnis nachzudenken. Er führt seine Erfolge auf seine besondere und einzigartige » Körpersprache zurück, die selbstverständlich nur von ihm entwickelt worden ist und deshalb auch nur von ihm vermittelt werden kann. Dazu setzt er die DVD und Kurse ein. Vielleicht wird es irgendwann auch Bücher von ihm geben, wer weiß? Wird uns das etwas nützen?
carrots, carrots, carrots, carrots, carrots, carrots
give him a carrot, give him a carrot, every time
ZDF/ARTE-Dokumentation: Das Geheimnis der Pferdesprache |
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Das sind die Anweisungen der englischen Gestütsleiterin des arabischen Luxusgestüts, als es darum ging, den gefährlichen Hengst Om El Assadik zwecks Reitprobe zu satteln. Diese Anweisungen sind zwar hilflos, aber durchaus professionell. Ich möchte nicht wissen, wie viele Pferde hierzulande mit solchen Methoden behandelt werden (müssen).
Die Fachleute des arabischen Gestüts sind ja nicht dumm oder unerfahren, genauso wenig wie die Fachleute bei uns. Wieso gelingt es ausgerechnet Hans-Jürgen Neuhauser, einem dahergelaufenen…
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» Ausgabe 560
vom 20.12.2009 (Bericht)
von Werner Popken | Über den Umgang mit der Kreatur
Das Unaussprechliche der Kommunikation
Kompetenz ist nicht genug, wenn man Pferde, insbesondere extrem gefährliche Pferde zu verlässlichen Partnern erziehen will, wie ich in der letzten Woche gezeigt habe. Man braucht auch Respekt vor dem Tier und Einfühlungsvermögen. Auf der Suche nach dem Geheimnis von » Hans-Jürgen Neuhauser, der einzig und allein auf die von ihm entwickelte Körpersprache abhebt, bin ich zu dem Schluss gekommen, dass die Reduktion der Körpersprache auf die reine Funktion der Signalgebung unzulässig ist.
Die Frage ist meines Erachtens vielmehr, ob ein Tier mehr als Automat oder aber als Individuum wie Sie und ich angesehen werden soll, ob es einfach nur Besitz und Eigentum ist und deshalb nach Belieben damit verfahren werden kann, oder ob es als Geschöpf prinzipiell denselben Stellenwert hat wie jeder beliebige Mensch, wie Sie und ich.
Für den vor 50 Jahren florierenden » Behaviorismus war das keine Frage. Ein Tier wurde grundsätzlich als Black Box angesehen, über dessen Innenleben man keine Aussagen machen könne. Lediglich das äußere Verhalten könne man beobachten und beeinflussen. Kann man daraus aber schließen, dass im Inneren dieser Box nichts passiert? Auch in Menschen kann man schließlich nicht hineinsehen, aber würden wir so weit gehen, überhaupt keine Aussage über deren Innenleben machen zu können?
Die philosophische Theorie des Radikalen Konstruktivismus postuliert, dass die Menschen miteinander agieren, als sei das jeweilige Gegenüber eine Black Box, da man deren Innenleben nicht kenne und nur von den nach außen abgegebenen Signalen auf das Innenleben rückschließen könne.
» Black Box |
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» Ausgabe 559
vom 13.12.2009 (Bericht)
von Werner Popken | Experten und Könner
Über Kompetenz und Fähigkeiten
In meiner Serie über » Hans-Jürgen Neuhauser und dessen › DVD HJN-Reiten habe ich mich in der letzten Woche etwas abfällig über die Leiterin des Gestüts geäußert, in dem der problematische Hengst „Om El Assadik“ (auch „Om El Azadik“ geschrieben) aus dem Luxusgestüt des Emirs von » Schardscha gehalten wird. Das mag vielleicht wenig überzeugend gewesen sein.
Für die heutige Ausgabe suchte ich den Anschluss und stieß erneut auf die erwähnte Szene. Wiederum machte sie mir nachdrücklich Eindruck und mir wurde klar, dass ich Ihnen diese Szene nicht vorenthalten darf und auch noch weiter kommentieren muss. Deshalb habe ich sie herausgeschnitten; nun können Sie sich selbst davon überzeugen, wie hilflos und eingeschränkt Fachleute reagieren können. Damit dürften meine Äußerungen gerechtfertigt sein.
Ich will damit keineswegs die Kompetenz der Gestütsleiterin herabsetzen. Zweifellos ist diese Engländerin eine Kapazität in ihrem Fach, sonst hätte sie diesen Posten sicherlich nicht erhalten, und sie könnte sich dort auch nicht behaupten, wo sie sich zudem als Ausländerin und Frau beweisen und gegenüber den arabischen Männern durchsetzen muss. Das stelle ich mir ohnehin extrem schwer vor.
Die Vorgehensweise der Gestütsleiterin darf also getrost als der Weisheit letzter Schluss herkömmlicher Experten gelten. Immerhin laboriert die Gestütsleiterin an diesem Problem schon jahrelang und hatte die besten Problemlöser der Welt konsultiert. So versucht man auf Altväterart, ein gefährliches und…
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» Ausgabe 558
vom 06.12.2009 (Bericht)
von Werner Popken | Der Trick mit der Tröte
Über Problempferde und Kommunikation
In dieser Serie über » Hans-Jürgen Neuhauser habe ich immer wieder betont, dass ich die spektakulären Aktionen in der › DVD HJN-Reiten im Wilden Westen und Arabien weniger interessant finde. Denn wer von uns hat schon Lust und Gelegenheit, einen rohen Mustang zu erwerben oder mit einem gemeingefährlichen Hengst aus Arabien zu arbeiten?
Selbstverständlich gibt es auch bei uns schwierige Pferde, und nicht zu knapp: In der Rezension dieser Woche ( › Kaltwasser, Kiki: Vom Problempferd zum Verlasspferd) geht es gerade um die Alltagsschwierigkeiten, mit denen sich viele von uns herumschlagen müssen. Trotzdem dürften diese Fälle, die den gesamten zweiten Teil der DVD in Anspruch nehmen, auch für herkömmliche Problempferde wenig relevant sein.
Aber vielleicht sind gerade diese Ausnahmesituationen, die für uns nicht unmittelbar von Nutzen sind, besonders geeignet, dem Geheimnis Neuhausers auf die Spur zu kommen. Anhand des Mustangs konnte ich in den letzten Wochen schon sehr schön herausarbeiten, dass es meiner Ansicht nach nicht nur auf die von Neuhauser so klar (wie einseitig) propagierte Körpersprache ankommt, sondern mindestens ebenso sehr auf seine Haltung und seine Gefühle dem Pferd gegenüber.
Um meine Vermutung zu verdeutlichen, greife ich kurzerhand zu einer Analogie, natürlich aus unserem eigenen Erfahrungskreis: Was, frage ich, nützen alle Vorbereitungskurse, alle Bücher und Filme für Eltern, wenn diese ihre Babys und Kinder nicht lieben? Nichts, aber auch gar nichts! Wir erinnern uns: In dieser Serie war mehrfach die Rede davon, dass gerade durch die doppeldeutigen…
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