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Magazin » Ausgabe 303
vom 16.01.2005 (Bericht)

von Autorenhinweise Eberhard Holin

Ein Elend ohne Ende?

Das Kupieren bei Kaltblut-Pferden – Kupieren heute


Ähnlich wie in der Hunde-Szene (Dobermänner, Boxer etc.) finden sich auch heute immer noch unter den Liebhabern von Kaltblut-Rassen Befürworter des Kupierens. Diese sehen sich als die wahren Wächter des ursprünglichen Rasse-Typs.

Der Mensch definiert und kreiert ein Assemble von Kriterien und Eigenschaften und versucht unter massiver Gewaltanwendung dieses "Kunstwerk" durchzusetzen. Diese vermeintlichen "Tierfreunde" definieren sich als die eigentlichen Bewahrer eines alten Kulturgutes, das in die neue Zeit hinüber gerettet werden muss. Ethische Bedenken gegen ihr barbarisches Vorgehen werden skrupellos vom Tisch gewischt.

Hilfsweise ist auch immer noch die Rede davon, dass lange Schweife beim Holzrücken im Wald und beim Fahren Menschen und Tiere gefährden könnten.

In jeder Turnier-Saison gehen beim Großpferde-Vierspänner-Fahren in Deutschland und in den benachbarten Ländern zahlreiche Gespanne in die Prüfungen. Beim Marathon – manchmal auch beim Kegelfahren tragen vielleicht 20% der Pferde ihre Schweife hoch gebunden. In allen Ländern ziehen täglich Warmblut-Pferde ein- und mehrspännig kleinere und größere Kutschen.

Wann hat es jemals im Fahrerlager aus Sicherheitsgründen eine Diskussion über das Kupieren von Warmblütern gegeben?

Der eigentliche Grund
In Wirklichkeit geht es darum, dem potienziellen Käufer ein Pferd zu präsentieren, dessen mächtige muskulöse Spalt-Kruppe durch eine kupierte Schweifrübe noch stärker in Szene gesetzt wird.

Der Widerrist tritt wenig hervor, meist weniger als die breite, gespaltene, mächtig bemuskelte, etwas abschüssige Kruppe; der Rücken dazwischen ist gewöhnlich etwa eingebogen, und der unbedeutende, stets kurz abgeschlagene Schwanz tief angesetzt, `eingesteckt`, wodurch das ganze Tier von hinten noch breiter und mächtiger wirkt.
Brehms Tierleben, 3.Bd., Leipzig 1925, S.695


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