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» Ausgabe 521
vom 22.03.2009 (Bericht)
von Werner Popken | Der Traum vom Reiten
Impulse aus dem Vorharz: Mit Pferden sein
In dieser Woche unterbreche ich die Publikation der Lebensgeschichte des Ausnahmepferdes Zivilist, um ein paar Reflexionen einzustreuen. In der letzten Woche haben wir gelesen, wie Crizzie ohne jede Probleme auf den Rücken ihres Pferdes kam und schrittreiten lernte. Alle Experten hatten ihr Angst gemacht, aber damit war sie bei ihren Freunden nicht angekommen. Denen traute sie freilich nicht, weil die ja ebenfalls keine Ahnung von Pferden hatten.
Ahnung von Pferden - was soll das heißen? Wir haben das schon immer so gemacht, so ist es richtig, anders geht es nicht? Solche Argumente sind wohlfeil, aber fatal. Auf diese Weise wird Fortschritt verhindert. Nicht nur das, häufig werden auch Systemfehler verfestigt, Unrecht zementiert, Leid weiterhin verursacht, wo es vermeidbar wäre.
Besser wäre es, immer wieder einmal einen Schritt zurückzutreten und die Voraussetzungen des eigenen Tuns und des zugrunde liegenden Verständnisses zu überprüfen, oder wie man heutzutage sagt, zu hinterfragen.
Müssen Pferde wirklich Eisen im Maul tragen? Müssen Reiter wirklich treiben? Sind lange Übungen in ungesunder Atmosphäre, nämlich staubigen Reithallen, wirklich notwendig? Müssen Pferde lernen, sich entlang geometrischer Figuren zu bewegen? Muß man Pferde immer zurückhalten, muß man ständig beweisen, wer am längeren Hebel sitzt? Sind Pferde gefährliche und wilde Wesen, die gewaltsam unter Kontrolle gebracht werden müssen?
Manchmal schon; nie werde ich vergessen, wie Leute, die es nun wirklich wissen sollten, nämlich…
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› Ausbildung › Kommunikation |
» Ausgabe 510
vom 04.01.2009 (Bericht)
von Karin Rupprecht | Ein engagierter Leserbrief
Tipps vom Experten auf dem Prüfstand
Vorbemerkung der Redaktion:
In den Ausgaben 506 (› Gewaltfreie Dominanztechniken?) und 507 (› Selbsterkenntnis & persönliches Wachstum) hat Karin Rupprecht ihre Sicht des Umgangs mit dem Pferd dargelegt. In diesen Zusammenhang gehört ein kritischer Leserbrief an ein bekanntes Pferdemagazin, der aufzeigt, wie wenig differenziert die Szene und die Fachredaktion die eigentliche Problematik erkennt. Desto mehr Anerkennung und Dank gebührt der Autorin dafür, daß sie den Mut aufbrachte, ihren Unmut an die Öffentlichkeit zu tragen, und selbstverständlich auch der Redaktion, diese Kritik zu veröffentlichen. Aber auch dem Autor der beanstandeten Tips ist zu danken, da er anscheinend trotz anfänglichen Widerstands schließlich doch auf die Einwände eingegangen ist.
Es geht selbstverständlich nicht darum, den betreffenden Experten und das Magazin an den Pranger zu stellen. Deshalb sind die diesbezüglichen Hinweise so gut wie möglich anonymisiert worden. Vielmehr scheint es wichtig und richtig, die Problematik an dieser Stelle noch einmal auszuführen, um die Gedanken der Autorin, die in den ersten beiden Artikeln vorgetragen wurden, in anderem Zusammenhang zu beleuchten. Es geht anscheinend um einen derart starken und schwierigen Gesinnungswandel, daß selbst ausgewiesene Fachleute nicht bemerken, wie sehr sie doch ausgefahrenen Gewohnheiten und Vorurteilen verpflichtet sind.
Dies dürfte umso mehr für die Pferdefreunde allgemein gelten, die zwar guten Willens sind und auch viel gelesen haben, aber dennoch alten Verhaltensweisen und Denkmustern verhaftet sind, so daß sie gar nicht bemerken, wie sehr die gutgemeinten Tips einer renommierten Zeitschrift dem widersprechen, was sie eigentlich anstreben und was angeblich auch die Zeitschrift und der Autor propagieren. So nehmen wir also ständig eine Mischung an Botschaften alter und neuer Ausrichtung auf und nehmen gar nicht wahr, wie sehr sich diese widersprechen und wie verwirrend das für die Pferde sein muß. Im schlimmsten Fall verhalten wir uns so wie früher, behandeln die Pferde wie immer, und klopfen uns gleichzeitig auf die Schultern, wie modern und aufgeklärt wir doch sind, wobei wir vielleicht noch überheblich auf die Pferdefreunde alter Schule herabschauen, weil die angeblich noch gar nichts gemerkt haben.
In diesem Sinne sei also die Lektüre dieses Briefwechsels empfohlen, in dem auch die Kompetenz der Autorin und ihr Erfahrungshorizont von dem ausgewiesenen Experten angesprochen und angezweifelt werden. Deshalb dürfte es von Interesse sein, die Selbstdarstellung der Autorin in diesem Zusammenhang ebenfalls zu veröffentlichen. Dieser kommende Beitrag steht natürlich in keinem Zusammenhang zu dem Leserbrief, verdeutlicht aber, daß die Autorin einen langen Weg zurückgelegt hat und dabei viele wertvolle Erfahrungen sammeln konnte, die ihre Kompetenz begründen und untermauern. Ich bin sicher, daß viele Leser sich in diesem Lebenslauf wiedererkennen können. |
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› Kommunikation › Tierschutz |
» Ausgabe 507
vom 14.12.2008 (Bericht)
von Karin Rupprecht | Selbsterkenntnis & persönliches Wachstum
Vorschläge zum Persönlichkeitstraining und Wege zur Selbsterkenntnis, um sich selbst und der Natur, dem Leben an sich, näher zu kommen.
Die Voraussetzung dafür, andere Lebewesen und das Leben an sich zu lieben, ist sich selbst anzunehmen, zu kennen und zu lieben. Oft hören wir von Kind an, was wir alles nicht können und was unsere negativen Eigenschaften sind. Es ist Zeit, dieses negative Denken abzulegen. Konzentrieren wir uns auf unsere Stärken, lernen wir uns selbst besser kennen, lernen wir unsere Schwächen zu akzeptieren und in Stärken umzuwandeln sowie unsere bereits vorhandenen Charakterstärken noch mehr zu fördern. Sich selbst kennen lernen, fängt damit an, Motivationen zu hinterfragen und festgefahrene Denkweisen zu finden und zu lösen.
Ich bin keine Fachfrau, ich möchte Ihnen einfach Anregungen weiter vermitteln, die mir ein großes Stück geholfen haben und helfen, mein Leben positiv zu gestalten und bewusst zu leben. Bearbeiten Sie – am Besten schriftlich – folgende Fragen und Aufgaben. Seien Sie ehrlich zu sich selbst, hören Sie in sich hinein, nehmen Sie sich Zeit. Sie können Ihren Zettel jederzeit ergänzen, wenn Ihnen noch etwas einfällt.
Das Ich:
Wie sieht das innere Bild aus, das ich von mir habe?
- Sehe ich mich als starke Persönlichkeit oder als Verlierer? ...
- Glaube ich an meine Stärken, habe ich ein gutes Selbst-Wert-Gefühl (im wahrsten Sinne der Worte)? ...
- Kann ich mir etwas zutrauen? ...
- Sehe ich mich als vollwertigen Menschen? ...
- Wie würde ich mich selbst jemanden beschreiben, der mich nicht kennt? ...
- Wie „rede“ ich mit mir selbst? ...
- Bringe ich mir selbst Achtung entgegen? ...
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› Kommunikation › Tierschutz |
» Ausgabe 506
vom 07.12.2008 (Bericht)
von Karin Rupprecht | Gewaltfreie Dominanztechniken?
Eingehende Betrachtung und Bewertung
Die im ersten Teil erwähnten Dominanztechniken möchte ich kurz noch „hinterleuchten“ . Tiefenpsychologische Erklärungen dazu finden Sie in diverser Literatur, die ich am Ende des Berichts empfehle.
» Join up® nach Monty Roberts bzw. „Rope-Methode“
(Wer diese Technik nicht kennt, bitte an anderer Stelle nachlesen, z.B. Bücher von Monty Roberts / diverse Internetseiten.)
Diese Technik funktioniert nur in einem runden, beengten Raum, warum? Das Pferd ist von Natur aus ein Fluchttier, in einem runden Raum gibt es keinen Anfang und kein Ende und außerdem keine Ecke. In Freiheit würde das Pferd einfach geradeaus weglaufen. In einer Ecke würde es sich mit der Hinterhand zum Angreifer drehen und sich gegen diesen wehren, den Kopf schützend in der Ecke haltend.
Da dieser sogenannte „Roundpen“ nun keine Ecke hat und meistens so hoch eingezäunt ist, dass das Pferd nicht darüber schauen oder gar springen kann, tritt irgendwann (früher oder später, je nach Charakter und psychischem Zustand des Pferdes) die psychische Resignation ein, das Pferd unterwirft sich, gibt seinen eigenen Willen auf, ergibt sich seinem Schicksal, kapituliert, sieht keinen Ausweg. Punkt – Ende – So ist das und nicht anders!
Der genaue Vorgehensprozess im Pferdegehirn mit allen Erklärungen von Nervenreaktionen kann in guten Büchern über die Psyche des Fluchttieres Pferd nachgelesen werden.
Ist das nun gewaltfrei? Ist das natürlich? Ist das…
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› Kommunikation › Tierschutz |
» Ausgabe 505
vom 30.11.2008 (Bericht)
von Karin Rupprecht | Dominanz und Co.
Über den Umgang mit dem Sozialtier Pferd
Nur der Liebende ist mutig,
nur der Genügsame ist großzügig,
nur der Demütige ist fähig zu herrschen.
Laotse |
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Das Wort „Dominanz“ ist schon seit Längerem im Umgang mit Pferden „modern“ . Im Wörterbuch fand ich dazu Folgendes:
- dominant = vorherrschend, überlagernd, bestimmend, überdeckend
- dominieren = beherrschen, überdecken
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Der Ursprung des Begriffes Dominanz stammt aus der Vererbungslehre. (Ursprünglich werden Gene als dominant bezeichnet, die sich bei der Fortpflanzung gegenüber anderen Genen durchsetzen, diese anderen Gene also überdecken.)
In der modernen Zeit wird der Begriff fachübergreifend verwendet, z.B. in der Geographie: Berg 1 dominiert Berg 2 (weil Berg 1 größer ist als Berg 2) oder in der der Farblehre: Farbe 1 dominiert Farbe 2 (weil mit dunklerer Farbe 1 die hellere Farbe 2 übergedeckt werden kann) usw.
Im Umgang mit dem Pferd gibt es von diversen Personen verschiedene Ausführungen und Auffassungen mit dem gleichen Ziel der Dominanz oder besser gesagt der Unterwerfung, zum Beispiel:
- das Pferd in einem beengten Raum (z.B.Round-Pen) so lange im Kreis treiben bis es sich unterwirft und seinen eigenen Willen aufgibt (psychische Resignation stellt sich ein). Die moderne Bezeichnung (M.Roberts) dafür ist „Join-up“ , in den USA wird die Methode „Roping“ genannt, weil der Mensch das Pferd mit Hilfe eines Lassos vorwärts treibt.
- das Pferd in sämtliche
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› Kommunikation › Tierschutz |
» Ausgabe 504
vom 23.11.2008 (Bericht)
von Werner Popken | Auf den Hund gekommen
Über Dominanz, soziale Gefühle und Evolution
Die » autistische Verhaltensforscherin » Temple Grandin hat in ihrem Buch » Ich sehe die Welt wie ein frohes Tier nicht nur auf eigene Erkenntnisse und Forschungsergebnisse zurückgegriffen, sondern auch viele Arbeiten anderer Forscher zitiert.
In der letzten Ausgabe haben wir ihre Verwunderung darüber zur Kenntnis genommen, daß Pferde sich überhaupt haben domestizieren und reiten lassen. Das konnte sie sich nur mit den sozialen Bedürfnissen der Pferde erklären.
Pferde brauchen als Herdenwesen nicht nur die Gesellschaft, sondern können es umgekehrt auch zulassen, sich anderen Wesen anzuschließen. Durch ihre Bereitschaft, sich dem Menschen anzuvertrauen, haben sich die Pferde zweifellos verändert. Das Ausmaß dieser Veränderungen läßt sich heute kaum rekonstruieren, da es Pferde in der Wildform nicht mehr gibt.
Ob aber die Menschen ihrerseits von Pferden und durch den Umgang mit ihnen beeinflusst worden sind, hat wohl noch keiner untersucht – aber bestimmt wird sich bald jemand dieser Aufgabe annehmen, da die wechselseitige Beeinflussung von Menschen und Hunden seit einiger Zeit in der Wissenschaft heiß diskutiert wird.
Temple Grandin zitiert einen Artikel über die Arbeit einer australischen Forschungsgruppe, publiziert im Februar 1998, die zu dem Schluß gekommen ist, daß sich Hunde und Menschen gegenseitig beeinflusst und geformt haben, wir Menschen also so sind, wie wir sind, weil wir uns mit Hunden zusammengetan haben: » Theory suggets greater role for man's best friend (theoretische Überlegungen legen eine größere Rolle für des Menschen besten…
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» Ausgabe 503
vom 16.11.2008 (Bericht)
von Werner Popken | Von Autisten lernen
Über Gefühle und sonstige Unwägbarkeiten
Die letzten Artikel haben erstaunlich viel Zuschauerresonanz hervorgerufen und bestätigen mich in dem Eindruck, daß dieses Thema viele Menschen beschäftigt. Allerdings zeigte sich dabei auch, daß es sehr viele unterschiedliche Einschätzungen gibt. Wie kann man das alles unter einen Hut bekommen?
Wie kann man die verschiedenen Standpunkte herausarbeiten, so daß nicht nur Meinung gegen Meinung steht, Einschätzung gegen Einschätzung, Ideologie gegen Ideologie? Denn zweifellos gibt es auch in der Reiterwelt ideologische Strömungen mit den entsprechenden Konsequenzen der gegenseitigen Verteufelung. Das alles muß man mit Samthandschuhen anfassen, wenn man es sich nicht mit allen Parteien zugleich verderben will.
Nach wie vor beschäftigt mich auch der Leserbrief › Pferde und Heil von Norbert Balk, der eine Deutung auf einer sehr hohen oder tiefen Ebene offeriert, aber noch kann ich nichts weiter dazu sagen; es muß wohl erst reifen. Dafür scheint etwas anderes ausgebrütet zu sein.
Am Ende des letzten Artikels hatte ich angekündigt, das Neue, das für mich in einigen der von mir angeführten Phänomene aufleuchtet, näher zu analysieren. Aber inzwischen habe ich begonnen, zwei Bücher zu lesen, die mir sehr zu denken geben. Daher bemerkte ich, daß ich diese Eindrücke erst einmal verarbeiten muß, bevor ich mich den oben angesprochenen Fragen widmen kann. Das Neue erscheint im Licht dieser Bücher merkwürdig beleuchtet.
Als Einstieg wähle ich ein Problem, das mich schon lange beschäftigt. Seit fast genau einem Jahr…
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» Ausgabe 500
vom 26.10.2008 (Bericht)
von Werner Popken | Ritt für den Vater
Leben, als würde man sterben
In dieser Woche will ich Ihnen den vielleicht beeindruckendsten Ritt der drei von Stacy Westfall vorstellen, die mich so unglaublich mitgenommen haben. Vielleicht trägt ebenso wie in dem letzten betrachteten Video auch die Musik und die Botschaft der Musik und des Textes zur Wirkung bei; so etwas ist nicht ganz einfach zu beurteilen, denn selbst wenn man den Ton ausschaltet, weiß man ja noch, was man vorher gehört hat.
Nun dürften die amerikanischen Zuschauer keinerlei Probleme haben, den Text zu verstehen; vermutlich kannten die den ohnehin in- und auswendig, weil es sich um einen Hit handelte, der an sich schon zu Tränen rühren kann, insbesondere wenn man die Vorgeschichte dieses Songs kennt. Da dies bei mir und vielleicht auch bei Ihnen nicht vorausgesetzt werden kann, beschreibe ich nicht nur den Ritt, sondern übersetze auch den Text.
Inzwischen habe ich mich auch mit » Sabine Birmann ausgetauscht, die es ebenfalls nicht verstehen konnte, warum ich von diesen Vorführungen so enorm angerührt wurde:
Sie hat ein wunderbares klares, intelligentes Pferd vom Typ her..., es berührt mich immer noch nicht, muss ich gestehen, obwohl ich es schön finde, dass das Mädchen so etwas überhaupt mit ihren Pferd macht. Was mir persönlich fehlt, ist wohl das Lebendige, Spielerische, es ist zu perfekt. (Berührt hat mich bisher nur der Franzose Pignon und deCastro, wenn er seine stolze Hengste ohne alles reitet..)
Das ist keine Kritik, sondern eine reine Feststellung. Man müsste wissen, wie das Pferd ausgebildet worden ist.
Was mir aber wirklich auffällt, ist das ewige Lecken und Kauen des Pferdes bei der gesamten Kür. Das bedeutet Stress. Ob es nun positver oder negativer ist, könnte ich nur beurteilen, wenn ich das Pferd vom Nahen sehen könnte. So wäre das reine Spekulation. Das Pferd wirkt zwischendurch ja entspannt, bei den Spins allerdings gestresst. Das sind so meine Beobachtungen.
E-Mail vom 22.10.2008 |
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› Kommunikation › Tierschutz |
» Ausgabe 499
vom 19.10.2008 (Bericht)
von Werner Popken | Ritt des alten Cowboys
Über Gefühle, Erfahrungen und Kommunikation
Eines der größten Rätsel der Welt ist der Zusammenhang zwischen der Materie und dem Rest, dem Nichtmateriellen, für das es eine ganze Reihe von Begriffen gibt, etwa Geist, Seele, Gemüt, Gefühl, Empfindung, Glaube, Intuition, Kreativität, Eingebung, Idee, Vorstellungsvermögen usw. - eben alles das, was man nicht messen, anfassen und in seine Bestandteile zerlegen oder schlicht zerstören kann.
Die modernen Computer haben dafür eine handliche Analogie geliefert, die allenthalben fleißig angewandt wird: Hard- und Software. Software ist in diesem Sinne materialisierter Geist, ebenso wie ein Buch oder die Mitschrift einer Rede materialisierter Geist sind. Die Software als solche besteht nur aus Zeichen, die für sich selbst gar nichts bewirken können, wie auch das Buch nur aus Zeichen besteht, die nur derjenige zu lesen versteht, der diese Schrift, die entsprechende Sprache und vor allen Dingen die zugrundeliegenden Ideen, die ja in ein umfassendes Weltbild eingebettet sind, versteht. Andernfalls muß das Buch unverständlich bleiben, wie auch Software auf der unpassenden Hardware oder dem falschen Betriebssystem nicht laufen kann.
Die moderne Wissenschaft ist sich sehr wohl dessen bewußt, daß am Anfang immer eine Theorie steht, die mittels Hypothesen auf Gültigkeit getestet werden muß. Niemand, der eine Theorie entwickelt, nimmt heute an, daß damit die Wirklichkeit vollständig und erschöpfend beschrieben werden könnte. Solange die Tests die Theorie aber zu bestätigen scheinen, ist diese brauchbar. Sobald das nicht…
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› Kommunikation › Tierschutz |
» Ausgabe 498
vom 12.10.2008 (Bericht)
von Werner Popken | Rührung oder nicht
Über Gewalt, Einfühlung und Gefühle
Unsere langjährige Kolumnistin › Heidi Keppel wunderte sich in einem Leserbrief, warum ich von den Filmen von » Stacy Westfall so beeindruckt bin, daß sie mich zu Tränen rühren:
Ich bin ganz erstaunt, dass du von diesen Videos so gerührt bist! Es stimmt schon, dass diese Reiterin hier gute Leistungen zeigt, aber im Prinzip bildet sie ihre Pferde genauso oder ähnlich wie die meisten Westernreiter aus, und der Rest ist einfach Routine. Jeder gute Westerntrainer könnte auf Anhieb eine ähnliche Vorstellung mit seinen routinierten Turnierpferden präsentieren, und ich habe das auch schon des Öfteren auf Turnieren für Showzwecke erlebt. Aber nur, wer seine Pferde auch ohne Gebiss ausbildet und zum Reiten keine Sporen verwendet, bekommt meine Hochachtung! Und noch ein Detail gefällt mir bei dieser "Showdame" nicht: sie stellt sich zu sehr in den Mittelpunkt und hat nicht genug Mitgefühl für ihr Pferd, um es vor den Schmerzen zu bewahren, die sie beim Besteigen des Rückens mit Cowboystiefeln unweigerlich auslöst!
› Leserbrief 2014 |
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Eben, das wundert mich auch! Gute Leistungen reichen für eine solche Wirkung keineswegs, gute Leistungen bringen sehr viele Reiter, rein technisch könnten das eine Menge Leute zeigen, da bin ich mit Heidi Keppel einer Meinung. Mich wundert allerdings, daß sie gegen die emotionale Ausstrahlung so immun ist, daß sie den fundamentalen Unterschied zu hervorragenden reiterlichen Leistungen nicht spürt und gewissermaßen päpstlicher als der Papst ist. Selbst meine…
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