» Ausgabe 170
vom 29.06.2002 (Bericht)
von Verena Scholian | "Deutsche mit Karabaghfimmel"
Verhandlungen und Abenteuer in Aserbaidschan
Noch immer hofften wir, dass ein Tag für das regierungseigene Gestüt in Lambaran eingeplant werden könnte, jedoch wurde dies von Tag zu Tag immer zweifelhafter.
Ein Anruf von Yashar am Donnerstag morgen klärte uns darüber auf, dass die Planung für den Vormittag zunichte sei, er habe noch einige (es waren zig!!!) Anrufe zu erledigen, um den Nachmittag zu organisieren. Wir hatten viel Verständnis dafür, zumal Yashar ja sicher außer uns auch noch andere Verpflichtungen hatte. Also nahmen wir uns Bakus Innenstadt vor.
Auch wenn uns zunächst die ganze Atmosphäre sehr exotisch vorkam, genau genommen waren aber wir diejenigen, die sofort durch unser outfit und unser Verhalten auffielen.
Besonders auffallend waren die Extreme in Baku
uralte unrenovierte Wohnblocks (Plattenbauten) mit Satellitenschüsseln an jedem Balkon, nebenan aber moderne Gebäude mit Marmorfassaden und Leuchtreklame, das gleiche bei den PKWs: uralte Schigulis und Ladas neben 600er Mercedes, A8er Audis und 7er BMWs, alte messing Samoware im Schaufenster neben Internetcafés.
Wächter und Bodyguards vor allen größeren Gebäuden mit öffentlichen Einrichtungen... von Regierung bis Versicherung - Extreme pur!
Abends machte uns Yashar nochmals Hoffnung, dass eine Besichtigung des regierungseigenen Gestüts vielleicht doch in greifbare Nähe gerückt sei. Da dieses jedoch in unmittelbarer Nähe zu einem Militärgelände sei, bedürfe es der Zustimmung der Regierung, dorthin zu gelangen.…
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» Ausgabe 169
vom 22.06.2002 (Bericht)
von Verena Scholian | Es gibt sie doch noch!
Eine der schönsten Pferderassen der Welt
Vielversprechend war sie nicht, die Meldung aus Baku. Ja, natürlich gibt es noch Karabaghpferde, und dann wurde aufgezählt: hier eine Stute, dort eine oder auch zwei, da sogar mal vier.
Eine Person hat auch einen Deckhengst, Yashar, unser Kontaktmann in Baku, habe 22 Karabaghpferde, davon aus Regierungsbesitz etwa 6 Stuten, einige Nachzuchthengste und einen Deckhengst, und dann sei da auch noch eine Herde von etwa 120 Pferden in Regierungsbesitz etwa 350 km weit von Baku entfernt in Lanbaran, vielleicht dürften wir die auch mal sehen.
Mit diesen Auskünften machten wir uns auf den Weg. Wir: das waren zwei Karabaghpferdefans, Sandra aus der Schweiz und Verena aus Deutschland und Hans-Peter, eigentlich ein Schweizer Pferdefan von Kabardinern, aber mangels Kabardinern zur Zeit mit einer etwas klein geratenen Trakehnerstute beritten.
Schon die Suche nach günstigen und vertrauenerweckenden Luftlinien gestaltete sich schwierig: es gab schon Möglichkeiten Baku anzufliegen... eine davon: per Lufthansa von Basel - via Frankfurt – nach Baku. Also fuhr ich (Verena) erst mal mit der DB nach Basel.
Da dies eine separate Geschichte abgeben würden, bei der die Deutsche Bundesbahn nicht unbedingt eine rühmliche Rolle spielt, überspringe ich hier einen Tag und schildere einfach noch einen Tag mit Gurman, dem Karabaghwallach, der in der Schweiz, der nach einem Jahr Westerntraining bereits mit Feuereifer... nun ja, gedämpftem Feuereifer – er ist von der cleveren Sorte, die nichts überstürzt, dafür aber sehr korrekt und immer mit…
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