» Ausgabe 314 vom 03.04.2005 (Bericht)
von Claudia Ansorena
Hubertusjagd Storkow
Ritt um den Storkower und den Großen Selchower See
Schon seit dem letzten Jahr hatte ich vor, bei einer Jagd mitzureiten. Seit ich erfahren habe, dass es dort auch ein Nichtspringerfeld gibt. Denn meinem Araber Rashim macht das Springen im Gegensatz zu mir einfach keinen Spaß.
Aber ohne Sprünge, das müsste klappen. Laufen kann er lange und schnell, Galopp ist ohnehin seine liebste Gangart und das Ganze findet ja in zumeist sehr schönem Gelände statt.
In unserem Stall, direkt mir gegenüber, steht eine passionierte Jagdreiterin mit ihrem Pferd. Angelika hatte mich bereits einmal zu einer Jagd mitgenommen. Allerdings war diese Jagd ohne Meute, eher ein großer Gruppenausritt und auch ziemlich undiszipliniert.
Nach diesem Ritt hatte ich nicht so rechte Lust, es nochmals zu versuchen, denn alle überrannten den Master, es wurden wilde Wettrennen veranstaltet und die Pferde waren zum Schluss alle sehr aufgeregt.
Aber Angelika, selber Mitglied im Brandenburger Hunting Club, versicherte mir, dass das bei richtigen Schleppjagden nicht so abläuft.
Als dann die Einladung zur 5. Internationalen Hubertusjagd bei uns im Stall ausgehängt wurde, entschloss ich mich nach gutem Zureden von Angelika, mitzureiten.
Gestartet wurde vom Schlosshotel Hubertushöhe aus, und das war ein besonderes Ereignis, denn es war das erste Mal, dass sich dieses Hotel zur Ausrichtung der Jagd bereiterklärt hatte.
Schon die Vorbereitungen auf dieses Ereignis sind spannend. Eine Jagd ist ja nicht nur ein sportliches, sondern auch ein gesellschaftliches Ereignis. Man wird gesehen…
» Ausgabe 233 vom 14.09.2003 (Bericht)
von Werner Popken
Über Felder, Gräben und Hindernisse
Augenzeuge bei der Petersfelder Herbstjagd 2003
Am letzten Wochenende hatte ich Gelegenheit, die » Petersfelder Herbstjagd zu beobachten (» Einmal im Jahr auf die Jagd). Die Anfahrt war unproblematisch: von Hamburg aus über die Autobahn Richtung Lübeck, Abfahrt Bargteheide.
In Bargteheide (Kreis Stormarn) fährt man Richtung Sülfeld. Unversehens war ich im Ortsteil Petersfelde, sah Helfer auf der Straße, links einen Bauernhof, rechts einen Parkplatz (eine Wiese): das mußte der Hof von Master Schiller sein. Schon war ich mitten im Geschehen.
Ich hatte keine Zeit, die Pferdeanhänger zu zählen oder die Kennzeichen zu studieren. Später hörte ich von Orm Holub (siehe » Traktoren und Kaltblüter), daß Besucher aus Dänemark und Essen (von der Jagdgemeinschaft » Gut Pollen) dabei waren.
Einer weiteren Teilnehmerin aus dem Ausland sind wir unterwegs begegnet: der Hafenmeisterin von Amsterdam. Ihr Pferd war durchgegangen, sie hatte es wieder einigermaßen beruhigt und schlug sich enttäuscht und genervt zu Fuß zurück zum Ausgangspunkt durch.
Allein diese Episode verdeutlicht: Eine Jagd ist eine ernsthafte Herausforderung und beileibe kein Kinderspiel.
Die meisten Teilnehmer werden wohl aus der näheren Umgebung gekommen sein, zu der natürlich Hamburg zählt. Der auffällige Knabstrupper zum Beispiel, der das dritte Feld anführte, kam aus Hamburg. Auch die Bläsergruppe Parforcehornkreis Hubertus, die das Titelbild der Ausgabe 231 zierte (› Titelgalerie), ist in Hamburg beheimatet.
» Ausgabe 231 vom 31.08.2003 (Bericht)
von Orm Holub
Traktoren und Kaltblüter
Oder wie ich zur Herbstjagd kam
Weil ich gar kein eigenes Pferd hatte, war ich wohl das, was man höchstens einen Gelegenheitsreiter nennen konnte.
Meine Frau hatte damals allerdings bereits schon lange ein Pferd. Manchmal ritt ich zum puren Entsetzen des treuen Tieres ein paar Stunden mit der kleinen, absolut sicheren, western gerittenen Haflinger-HSTB-Stute namens Jule einhändig herum und fühlte mich wie John Wayne, dessen Reitkünste wohl ähnlich schlecht waren wie meine.
Seinerzeit habe ich auch gelegentlich Bilbo, einen großen Kaltblüter geritten. Ein absolut gutmütiger Riese von einem Mecklenburger Kaltblut mit dem Wagenrad als DDR-Brand. Diese Art Pferd fand ich einfach am schönsten. Damals meinte ich: Falls ich mir irgendwann endlich auch ein eigenes Pferd zulegen sollte, dann wird es vielleicht ein Kaltblut sein.
Ich dachte, ein Kaltblut ist wie ein Trecker. Man sitzt hoch und sicher. Die Geschwindigkeiten bleiben überschaubar und ein Kaltblut verträgt auch den einen oder anderen Rumpler. Bekommt man einen Kaltblut oder einen Trecker aber nicht rechtzeitig zum Stehen, dann entsteht leicht ein beträchtlicher Flurschaden.
Es ist das Jahr 1998. Die Petersfelder Herbstjagd ist mir zu diesem Zeitpunkt noch ziemlich unbekannt. Alles was ich weiß, ist dass das Besitzerehepaar des Reitstalles meiner Frau – gemeinsam mit einem anderen Ehepaar – jedes Jahr wieder die Herbstjagd ausrichtet.
» Ausgabe 224 vom 13.07.2003 (Bericht)
von Werner Popken
Einmal im Jahr auf die Jagd
Die einzigartige Petersfelder Herbstjagd
Wenn es das Internet nicht gäbe: Hätte ich von der » Petersfelder Herbstjagd schon gehört? Vermutlich nicht. Und wahrscheinlich hätte ich auch von der » Jagdgemeinschaft Gut Pollen noch nichts gehört. Und wer bewegt sich im Internet?
Sie und ich, selbstverständlich! Doch machen wir uns nichts vor: wir gehören immer noch zu einer Minderheit. Deshalb möchte ich Sie bitten, allen aus Ihrer Bekanntschaft, mit oder ohne Zugang zum Internet, von der Petersfelder Herbstjagd zu erzählen.
Die ist nämlich eine sehr schöne Tradition, und die beiden Hauptverantwortlichen der Veranstaltung, Master Jürgen Schiller und Master Joachim Seismann, sind daran interessiert, neue Mitreiter zu gewinnen.
Deshalb: Überlegen Sie einmal, ob Sie sich nicht das Vergnügen gönnen, am 6. September 2003 bei der diesjährigen Petersfelder Herbstjagd mitzureiten! Hören Sie sich auf jeden Fall um, ob nicht jemand anders Lust hat, einmal etwas Besonderes mit dem Pferd zu erleben.
Ich finde nämlich, daß solche Veranstaltungen unbedingt Unterstützung verdienen; es sollte sogar mehr davon geben. Jürgen Schiller erzählte, daß es vor 30 Jahren in seiner Gegend eine ganze Reihe von Hausjagden gab, 10 oder 15, die nach seiner Beobachtung sämtlich an der "Demokratiebewegung" eingegangen sind. Da hat man sich dann wohl über die Einzelheiten zerstritten: Wie soll die Strecke aussehen, wie die Hindernisse; solche Fragen kann man wohl nicht durch Abstimmungen klären: "Das ist der Tod der Jagd".
Bei der Petersfelder Herbstjagd bestimmen die Master, wo es langgeht, …