» Ausgabe 323 vom 05.06.2005 (Bericht)
von Agata Macek
Sigurbjörn Barðarson Diddi
Der weltbeste Island-Reitsportler aller Zeiten
Frage: Diddi, Sie sind der erfolgreichste Reiter isländischer Pferde aller Zeiten; irgendwie übertreffen Sie alle Konkurrenten. Führen Sie das auf mehr Kenntnisse und Erfahrungen zurück oder vielleicht auf ein Ihnen eigenes äußerst raffiniertes Gefühl und Gespür für Pferde?
Antwort: Ich habe relativ spät begonnen, mit Pferden zu arbeiten. Ich bin ein Stadtkind, geboren in Reykjavik. In Island ist es Sitte, daß die Kinder aus den Städten in ihren Ferien aufs Land gehen, um dort auf den Bauernhöfen zu helfen. Das habe ich auch getan. Und da habe ich mich in die Pferde verliebt. Ich war vollkommen überwältigt. Es war wie eine Art von Virusinfektion.
Als ich 13 Jahre alt war, wurde ich konfirmiert, und bei dieser Gelegenheit bat ich alle meine Verwandten, die mir zur Konfirmation etwas schenken wollten, mir Geld zu geben, damit ich mir ein Pferd kaufen könnte. Und das habe ich dann getan. Es war ein sehr einfaches und nicht sehr teures Pferd, aber es bestärkte mich in meiner Entscheidung, daß ich in meinem Leben mit Pferden arbeiten wollte.
Ich bin 52 und habe jetzt 36 Jahre mit Pferden gearbeitet. Meine Karriere hat sich ganz langsam entwickelt. Ich mußte sehr viel arbeiten, um Erfolg zu haben. Ich begann als Stiefeljunge für die besten Reiter der damaligen Zeit. Sehr lange habe ich deren Pferde geputzt, bis sie mich schließlich akzeptierten und an ihren Unterrichtsstunden teilnehmen ließen.
Als ich dann selbst an Wettbewerben teilnahm, habe…
» Ausgabe 322 vom 29.05.2005 (Bericht)
von Agata Macek
Landsmót, isländisches Pferdefestival
Isländische Staatsmeisterschaft der Pferdezucht und des Sportreitens
Zwischen dem 28. Juni und dem 4. Juli 2004 wurde in Hella im Süden Islands die isländische Staatsmeisterschaft der Pferdezucht und des Sportreitens ausgetragen.
Das erste Festival wurde von 54 Jahren in Thingvellir veranstaltet, gefolgt von weiteren, die alle vier Jahre stattgefunden haben. Seit 1995 wird » Landsmót alle zwei Jahre veranstaltet.
In Hella fand diese Meisterschaft zum dritten Mal statt (1986, 1994 und 2004). Für die Isländer hat Landsmót einen hohen Stellenwert – es gilt als eines der meistbesuchten Sportereignisse im Land.
Das Icelandair Pferdefestival ist weltweit auch die größte Pferdeveranstaltung für Islandpferde und stellt manchmal sogar Weltmeisterschaften im Reiten von Islandpferden, die alle zwei Jahre stattfinden (abwechselnd mit Landsmót), in den Schatten.
Das Festival ist eine Gelegenheit zur Begegnung von Züchtern aus aller Welt, denn es werden die besten Sport- und Zuchtpferde aus Island vorgeführt. Bei Landsmót kann man die besten Reiter antreffen, es werden aber auch die erfolgreichsten Zuchtzentren vorgestellt. Alle, die die echten Islandpferde und wahres Reiten kennenlernen möchten, sollen sich Landsmót nicht entgehen lassen.
Die Islandpferde sind ein Wahrzeichen Islands und sicherlich die besten Botschafter ihres Landes. Jeder, der Island besucht, trifft ganz bestimmt auf Pferde, da es sie zu Tausenden gibt (80.000).
Und mit ihrem Aussehen, entzückenden Charakter und unermesslicher Neugier wachsen sie jedermann…
» Ausgabe 213 vom 27.04.2003 (Bericht)
von Werner Popken
Entwurf eines Lebens
Der Sonnenhof im Wandel der Zeiten
Es war gar nicht so einfach, den Weg zu finden. Dabei war ich schon einmal dagewesen: es war gar nicht so weit, vielleicht eine halbe Stunde Autofahrt. Postalisch heißt das Melle.
Ich habe mir jedenfalls über » Mapquest einen Kartenausschnitt verschafft, etwa 7x10 km, mit der gesuchten Adresse im Zentrum, und da ist Melle gar nicht drauf. Melle liegt schon in Niedersachsen.
Der Sonnenhof liegt kurz hinter der Grenze nach Nordrhein-Westfalen, etwa auf der Linie Melle-Werther, wobei die Entfernung zu Melle etwa doppelt so groß ist wie die zu Werther, was zu Westfalen gehört. Hier läuft der Osning aus, auch Teutoburger Wald genannt. Es ist Grenzgebiet. Suttorf liegt direkt hinter der Grenze; vermutlich gehören Teile der Ländereien der Ortschaft zu verschiedenen Bundesländern.
Immerhin hat Mapquest den Ort lokalisieren können; auf meinem guten Aral Straßen-Atlas, der mich sonst nie im Stich läßt, finde ich die Route überhaupt nicht. Wenn ich nochmal hinfahren würde, müßte ich wahrscheinlich wieder suchen.
So war denn die Anfahrt ein Abenteuer. Immerhin finden sich an den beiden Straßen, von denen aus man in die kleine Ortschaft gelangen kann, Hinweisschilder zum Sonnenhof. Ich kam diesmal von der anderen Seite herein und ließ mich irritieren.
Da lag ein großes Gestüt, aber es war nicht der Sonnenhof: ein großes Trakehner-Gestüt. Den Sonnenhof habe ich dann natürlich sofort wiedererkannt. Ein solches Ambiente gibt es nicht ein zweites Mal. Die eine Straße führt durch das Dorf hindurch. Flankiert…
» Ausgabe 211 vom 13.04.2003 (Bericht)
von Agata Macek
Slowenien und die Islandpferde
Eine Liebeserklärung an die Heimat und die Isländer
Slowenien ist ein kleines europäisches Land, das im Norden an Österreich, im Osten an Ungarn, im Westen an Italien und im Südosten an Kroatien grenzt.
Das Land ist zwar klein, überrascht aber auf einer so kleinen Fläche gerade durch seine Vielfalt; in nur wenigen Stunden Fahrt kann man alle seine äußersten Grenzen erreichen und dabei die Schönheiten der Alpenwelt bewundern, die pannonische und dinarische Welt kennenlernen und sich im Küstenland der Sonne hingeben.
Das Königreich der Alpen: mächtige Berge unter der Obhut des höchsten slowenischen Gipfels - des 2864 m hohen Triglav, seiner steilen Wände und blauäugigen Seen, von Auerhähnen, der seltenen Triglav-Pflanze, Sturmvögeln, des Bergkiefers und Gebirgsweiden sowie der Wälder von Pokljuka.
Durch die Felsen zwängen sich wilde Bergflüsse, unter ihnen die smaragdfarbene Soca...
Die Vielfalt der pannonischen Welt: ein unendliches Flachland von Prekmurje, Störche auf den Schornsteinen, Klappermühlen in den Weingärten, Warmwasser- und Mineralwasserquellen, geschickte Töpfer und verträumte Seilfähren auf der Mur, das alte Schloss Hrastovec oberhalb Pesnica, die Stadt Ljutomer und seine ausgezeichneten Trabrennfahrer...
Das malerische Landschaftsbild der dinarischen Welt: Schöpfungen der Natur, die durch jahrtausendlanges Sickern des Wassers durch den Kalksteinboden geschaffen wurden:
Dolinen, Karsttrichter, Karstfelder, Schlundlöcher, Sickerseen, Schwindflüsse - unter ihnen der launische Pivka Fluss, dessen weltbekannte Schöpfung…