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Magazin » Ausgabe 490
vom 17.08.2008 (Bericht)

von Autorenhinweise Werner Popken

Schmerz und Lust

Wie Hilfsmittel aus der Pferdeszene genutzt werden können


Pferde sind die Sklaven der heutigen Menschheit, so charakterisierte » Alexander Nevzorov unser Verhältnis zu den Pferden, und er hält das für untragbar. Lüge und Gewalt müsse der Freiheit und dem Wohlbefinden weichen. Die alltägliche Gewalt gegenüber Pferden, von der Gesellschaft akzeptiert und als normal angesehen, möchte er bewußt machen.

Pferde werden nicht nur mit der Peitsche traktiert, sondern auch regelmäßig mit Gebissen gequält. Das ist so normal, daß niemand darüber nachdenkt und keiner ein schlechtes Gewissen hat. "Gehst du zum Pferd? Vergiß das Gebiß nicht!" Keine Angst, das kommt nicht vor.

Er glaubt trotzdem daran, daß das Gute letzten Endes siegt, und daß diejenigen, die heute noch Pferde demütigen und quälen, das auch wissen und sich danach sehnen, daß sich dies endlich ändert (» Horse Revolution). Zu diesem Zweck müsse der Pferdesport, wie wir ihn heute kennen, vollständig abgeschafft werden, da dieser notwendigerweise die Pferde entwürdige, demütige und quäle. Dafür kämpft er, und gleichzeitig zeigt er, wie es auch anders geht.

Ich fürchte allerdings, er schätzt die Realität nicht ganz richtig ein. Genauer gesagt, idealisiert er den Menschen und sieht ihn nicht in seiner Verzweiflung und seinem Einfallsreichtum. Beispielsweise sind Bestrafung und Beherrschung, Schmerz und Leid, Unterwürfigkeit und Lust merkwürdigerweise beim Menschen – vielleicht nicht bei allen, aber doch bei einer lauten Minderheit – miteinander verbunden.

Solche Menschen bestehen darauf, ihr Leben auf…

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Magazin » Ausgabe 473
vom 20.04.2008 (Bericht)

von Autorenhinweise Werner Popken

Pferde sind auch nur Menschen

Über den Umgang miteinander


Nun hatte ich mich schon daran gewöhnt, völlig ohne Resonanz zu schreiben, und dann so etwas! Sieben Leserbriefe zum Artikel der letzten Woche (EquiVoX-Link Leserresonanz)! Dabei hatte ich diesmal ausnahmsweise wenig Worte gemacht – der Bericht hat kaum 50% des sonstigen Umfangs – und dafür mehr Bilder gebracht, aber die haben offenbar desto deutlicher gesprochen und angesprochen.

Es waren wohl vor allem die Bilder des letzten Abschnitts, die aufrüttelten: Rollkur. Dabei hatte ich vorher reichlich Bilder vom Springen gezeigt, die – wenn man genauer hinsah – in gewisser Weise den anstößigen Bildern widersprachen. Die Pferde sprangen vollkonzentriert, schienen hellwach und wirkten durchaus vital, keineswegs geknechtet oder gar gebrochen.

Dieser Gegensatz ist von mir sehr stark empfunden worden und sollte auch deutlich herausgearbeitet werden. Ich wollte keineswegs blind auf die Sportler eindreschen – das wäre mir zu billig erschienen. Im übrigen hätte ich den Eindruck erweckt, als läge beim Springsport besonders viel im argen, wo doch bekannt ist, daß im Dressursport und beim Westernreiten mindestens genauso viel Übles passiert, von der Vielseitigkeit ganz zu schweigen. Und wie sieht es beim Freizeitsport aus? Ist dort alles in Ordnung? Was haben beispielsweise die Pferdeflüsterer zu diesem Thema zu sagen?

Es ist schwer vorstellbar, daß im Freizeitbereich oder bei den Pferdeflüsterern Methoden wie bei der Rollkur eingesetzt werden, aber das heißt ja nicht, daß damit schon alles in Ordnung wäre. Ich erinnere mich noch sehr gut an…

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Magazin » Ausgabe 361
vom 26.02.2006 (Bericht)

von Autorenhinweise Petra Jochheim

Gebissloses Reiten

Ein Pferd für's Leben: Mit Ricardo durch dick und dünn


Mit dieser Geschichte möchte ich allen interessierten Pferdemenschen gerne zeigen, dass gebissloses Reiten sowohl im Gelände als auch in der Reithalle sehr gut möglich ist. Zum einen gab es vor einiger Zeit einen Faden im Forum, in dem Erfahrungen oder Wünsche über gebissloses Reiten zum Austausch kamen, und zum anderen möchte ich mit meiner Geschichte allen denen Mut machen, die gerne gebisslos reiten würden, sich aber vielleicht nicht trauen. Ich werde nicht behaupten, dass dieses bei allen Pferden möglich ist, aber vielleicht versucht es doch der eine oder andere nach Lesen des Berichtes mit seinem Pferd.

Im Jahr 1999 fing ich nach der Geburt des vierten Kindes wieder mit der Reiterei an, da ich festgestellt hatte, dass für mich nichts so erholsam war wie der Umgang mit Pferden. In meiner Jugendzeit hatte ich das Distanzreiten mit mehr oder weniger Erfolg betrieben, da es immer Pferde anderer waren, die ich reiten durfte oder auch nicht.

Doch eins war mir dabei in Fleisch und Blut übergegangen, nämlich pferde-schonend zu reiten. Da ich nur sehr wenige Reitstunden hatte und diese auch nur auf gelangweilten Schulpferden, die bereits auf Kommando des Reitlehrers ohne jegliche weitere Hilfen arbeiteten, war mein Verhältnis zur sogenannten Dressurreiterei nicht wirklich gut. Ich wollte einfach nur schön durch das Gelände reiten und dabei nicht ständig auf das Pferd einwirken.

So entschied ich mich dafür, beim Neuanfang meine Nase einfach mal in die Westernreiterei zu stecken. Nachdem mein erster Kontakt…

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Magazin » Ausgabe 360
vom 19.02.2006 (Bericht)

von Autorenhinweise Werner Popken

Geht's auch ohne?

Zeitgemäße Betrachtungen über Zäumungen


Die Rezension dieser Woche ist einem Buch gewidmet, dessen Titel nicht recht zum Inhalt passen will: EquiVoX-Link Eisen im Pferdemaul. Es geht nämlich ausnahmsweise einmal nicht darum, welche der vielen hundert verschiedenen Modelle von Gebissen welchem Pferd und welchem Zweck optimal angemessen sind und wie man diese geschickt einsetzt, sondern ganz im Gegenteil darum, daß das Eisen im Pferdemaul grundsätzlich schädlich und überflüssig ist, und zwar immer und überall.

Schaut man sich die vielen Tausenden von Pferdeabbildungen an, so muß diese Forderung aufrührerisch und revolutionär erscheinen. Pferde ohne Gebiß? Ein Unding! Geht doch gar nicht! Ist doch überhaupt nicht zulässig!

Ich habe gerade eine Gegenüberstellung der gegensätzlichen Positionen vor mir liegen: Das erwähnte Buch, dessen Titel ein ungezäumter Araberkopf ziert, und Ausgabe 3/2005 der neuen Buch-Zeitschrift » Dressurstudien mit dem Untertitel "Das Magazin zur Aus- und Weiterbildung von Reiter und Pferd". Diese Ausgabe steht unter dem Motto: "Der feine Draht zum Pferd – die Anlehnung". Soll ich dabei das Eisen als "Draht" begreifen? Schon habe ich die superdünnen Bits mancher Westernreiter vor Augen, deren Stärke schon fast als Draht bezeichnet werden könnte.

Auf dem Titel werden einige Artikel hervorgehoben:

  • Radikal gegen die Rollkur
    Gerd Heuschmann
  • Hohe Hand als Mittel
    Philippe Karl
  • Praktische Tips:
    Anlehnung erreichen
  • Im Gespräch:
    Hubertus Schmidt


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