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» Ausgabe 220
vom 15.06.2003 (Bericht)
von Mandy Riedel | Equus Kinsky - eine gefährdete Rasse
Die Suche nach einem Ausnahmehengst
Wir kamen leider zu spät, um den alten Hengst zu kaufen, obwohl wir bereits in Verhandlungen standen, man uns wohl nicht glaubte, einen so alten Hengst noch erwerben zu wollen. Dies trug erneut dazu bei, dass sich die guten Beschäler immer weiter reduzieren.
Der weltweite Bestand der Rasse der Kinskypferde beläuft sich auf ca. 350, vielleicht 400 Pferde. Davon stehen einige eingetragene Hengste und ca. 75 Zuchtstuten in Tschechien.
Das Gestüt führt seit über 10 Jahren als Pächter die Familie Pulpan, die sich seit dieser Zeit ebenfalls sehr stark für den Erhalt der seltenen Pferde engagiert hat.
Wie bereits erwähnt, führte und leitete Dr. Norbert Zalis lange Zeit das Gestüt, er ist wesentlich für den Wiederaufbau der Kinksypferdezucht verantwortlich. Durch seine internationalen Kontakte importierte zur Blutauffrischung und genetischen Erweiterung den Hengst Burbon aus Polen, welcher auch heute noch im Gestüt als Hauptbeschäler wirkt.
Diesen wählte mit Fach- und Sachverstand aus über 1200 Pferden aus. Da man ihn zu früh als Gestütleiter ablöste und Pächter im Gestüt einsetzte, hatte er nicht die Gelegenheit, die Kinskypferde zu internationalem Bekanntheitsgrad zu bringen.
Dr. Norbert Zalis wechselte als Gestütsleiter in das nur 40 Kilometer weiter gelegene Gestüt Kladrub und erreichte dort, zusammen mit der UNESCO, dass die Kladruber Pferde, von denen es weltweit ca. 3500 Pferde gibt, als erste Tierrasse als Weltkulturerbe anerkannt und gefördert wurden.
Die weissen und auch…
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» Ausgabe 219
vom 08.06.2003 (Bericht)
von Mandy Riedel | Die Perle der böhmischen Herrschaften
Familiengeschichten und Zuchtgeschehen
Lassen Sie uns einfach eine kleine Reise machen, in das damalige Tschechien, nach Böhmen. Wir sind ca. 70km und eine gute Zugfahrstunde von Prag entfernt, nahe dem Ort Chlumec nad Cidlinou, einer kleinen Kreisstadt mit dem Schloß Karlskrone auf einer Anhöhe als Mittelpunkt.
Wir fahren über einen schmalen Weg und bleiben vor einem großen, schmiedeeisernen Tor stehen. Wir läuten, bzw. betätigen einen Knopf und das Tor öffnet sich. An der Einfahrt zu der parkähnlichen Anlage stehen zwei hohe Säulen aus Sandstein, geschmückt jeweils mit einem Wappen von Kinsky und Liechtenstein, sowie mit Sandsteinfiguren eines Hirsches und einer Hirschkuh.
Es handelt sich bei der riesigen Parkanlage um ein großes Waldstück, besser gesagt einen Wildpark mit einer ganz besonderen Tierart, sehr seltenen weißen Hirschen. Inmitten des Wildparks, tief im Wald auf einer der großen Lichtungen, befindet sich das Jagdhaus Obora, hoch gelegen über dem drittgrößten See Böhmens. Heute ist das Jagdhaus ein sorgfältig renoviertes Hotel mit erstklassigem Restaurant, welches internationalen Ruf und Küche genießt.
Früher wuchsen hier auf dem Sommersitz der Familie des Grafen Kinsky die Fohlen zusammen mit dem Hochwild auf, damit sie Geschicklichkeit und Schnelligkeit lernten und ihre Scheu verloren.
Eine breite Allee führt fast 4 km lang zum Jagdhaus, vorbei an Rudeln von friedlich grasenden Rehen und Hirschen. Wir fahren vorsichtig und langsam mit dem Wagen, da die Dämmerung zunimmt und die neugierigen Tiere uns…
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» Ausgabe 218
vom 01.06.2003 (Bericht)
von Mandy Riedel | Böhmens goldene Jagdpferde
Die seltenen Pferde der Grafen Kinsky
Ein regnerischer trüber Tag im November 2002. Wir befinden uns am Flughafen Amsterdam vor der Tierstation. Es ist der 20.11.2002, wir warten fröstelnd am frühen Morgen auf einen LKW Pferdetransporter.
Um uns herum herrscht geschäftige Eile. Pferde wiehern ab und zu, schnauben leise und scharren aufgeregt mit den Hufen. Auch einige andere Tiere bekommen wir zu sehen im Animal Hotel, dem Umsteigebahnhof und der Quarantänestation des Flughafens für Tiere.
Soeben versucht ein Pfleger mit einem Hund Gassi zu gehen, der gerade erst angekommen ist. Um sicher zu gehen, hat man außen an die Transportboxen immer die Rasse und den Namen des Hundes angebracht. Er öffnet die Box, befestigt die Leine am Halsband des Hundes und nimmt ihn aus der Box.
Dann erst versucht er den Namen außen auf der Box zu entziffern und stellt mit Erschrecken fest, dass der Hund nicht Wolf heißt, sondern ein Wolf ist, der nach Nimwegen NL in den Burger Zoo transportiert werden soll. Schnell und verkrampft und immer noch geschockt aber mit erfahrenen Handgriffen befördert er den Wolf zurück in seine Box.
Die meisten Neuankömmlinge werden schnell vom Zoll und Veterinär abgefertigt und können schnell weitertransportiert werden. Einige müssen für ein paar Tage oder gar Wochen in der Quarantänestation ausharren. Für viele Tiere, beginnt hier bereits das Abenteuer. Allen steht eine aufregende lange Reise bevor, oder sie sind gerade von einer solchen Reise müde angekommen und werden von ihren Besitzern oder einem Spediteur abgeholt.…
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