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» Ausgabe 636
vom 05.06.2011 (Bericht)
von Werner Popken | Das Gute siegt – aber zu welchem Preis?
Die Pferde werden geopfert, für persönliche Ziele
Der Film » 700 Meilen westwärts gilt als tierschützerisch, als pferdefreundlich, so sagt es die Wikipedia und so betonen die » Rezensenten bei Amazon; aber in Wirklichkeit geht es um etwas ganz anderes. Der Held Sam Clayton, dargestellt von » Gene Hackman, wird als der Gute aufgebaut, der auch noch einen guten Freund zur Seite gestellt bekommt, Luke Matthews ( » James Coburn), und nach den Regeln eines Dramas müssten nun eigentlich eine Reihe von Schurken auftreten.
Da gibt es den jugendlichen Angeber, aber so richtig böse ist er nicht, nur dumm, aber aus Dummheit kann Bösartigkeit erwachsen. So quält der ein Maultier und reitet sein Pferd zuschanden, obwohl es erhöhte Temperatur hat und er damit aus dem Distanzrennen ausscheidet. Danach wird er einsichtig, brav und zahm.
Der englische Gentleman ist ebenfalls nicht böse, sondern nur unbedarft und naiv. Auch er verliert sein Pferd, obwohl er vermutlich nichts dafür konnte; es brach sich in einem Bach ein Bein. Damit hatte sein sportliches Engagement ein Ende. Obwohl die Abschiedsszene von seinem Pferd, das er durch einen Schuss erlösen musste, arg sentimental ausgewalzt wurde, wird seine Tierliebe vorher nicht ausdrücklich thematisiert. Er muss eigentlich eher zu den Guten als zu den Bösen gerechnet werden.
Und auch der reiche Zeitungsbesitzer, der das Rennen ausgelobt hatte und mit seinem Vollblut gewinnen will, wird nicht als besonders böse gekennzeichnet. Er ist halt einfach ein machtbesessener reicher Unternehmer, der glaubt, alles…
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» Ausgabe 635
vom 29.05.2011 (Bericht)
von Werner Popken | Ihre Frau – wo ist sie eigentlich?
Die Menschen, die manche Menschen heiraten
Der Film » 700 Meilen westwärts, über den ich mich in der letzten Woche ausgelassen habe, ist typisch insofern, als er sich mit der amerikanischen Geschichte auseinandersetzt. Es ist ein amerikanischer Film.
Was dort geschildert wird, konnte nirgendwo anders passieren. Was dort behandelt wird, kann andere Völker eigentlich nicht interessieren. Es ist eben nicht ihre Geschichte, die in Westernfilmen geschildert und verarbeitet wird, es sind nicht ihre Helden, die dort groß rauskommen.
Insofern darf man sich fragen, warum » Western überall in der ganzen Welt so beliebt sind. Es müssen also mit diesem Western auch Themen angesprochen werden, die nicht unbedingt mit der Geschichte der Nation zu tun haben.
Als erstes fällt natürlich ins Auge, daß das allgemeine Thema des Guten und Bösen auch ein Thema des Western ist. Dieses Thema kommt in jedem Märchen vor, es ist ein allgemeinmenschliches Thema. Wir alle müssen uns mit gut und böse, Recht und Unrecht, Handeln und Nichthandeln, Schuld und Gewissen auseinandersetzen. Das kann man mit jedem beliebigen Thema durchspielen, dazu braucht man nicht unbedingt einen Western. Krimis beispielsweise sind ebenso gut geeignet, aber auch Familiendramen, eigentlich jedes Thema. Was ist das Besondere an Western?
Natürlich die Pferde: Kein Western ohne Pferde. Pferde sind aber im Western eigentlich mehr Mittel zum Zweck, irgendwie eine andere Art Fahrrad. Pferde werden zur sofortigen Wiederverwendung abgestellt, man besteigt sie und reitet unmittelbar im Galopp los, wann…
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» Ausgabe 634
vom 22.05.2011 (Bericht)
von Werner Popken | Ein Distanzrennen im Wilden Westen
Die Rough Riders bewähren sich auf 700 Meilen
Der Film » 700 Meilen westwärts von 1975 ist ein » Western, der ausnahmsweise nicht im 19. Jahrhundert spielt, sondern Anfang des 20. Jahrhunderts.
Eine Schar gealterter mutiger Männer, der aufbrausende junge Revolverheld Carbo und Miss Jones, eine ehemalige Hure, treffen sich zu einem Pferderennen, das von einem Zeitungsherausgeber ausgerufen wurde. Die Strecke soll eine Länge von etwa 700 Meilen haben und führt über große Distanzen durch die Wüste.
» 700 Meilen westwärts |
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Dieses Pferderennen soll tatsächlich stattgefunden haben, aber nichts genaues weiß man nicht. Im Film jedenfalls ist das Pferderennen zentrales Thema, die 700 Meilen führen durch gefährliches und unwegsames Gelände mehr oder weniger parallel zu einer Eisenbahnlinie, das Rennen ist angestiftet und begleitet von einer Zeitung, die zu diesem Zweck einen Zug gechartert hat und das Ganze als riesige Werbekampagne durchführt.
Es werden in dem Film eine ganze Reihe von historischen Anspielungen gemacht, die von Amerikanern sofort verstanden werden, so kommen zum Beispiel » Buffalo Bill und Präsident » Roosevelt darin vor, und die beiden Hauptdarsteller sind ehemalige Mitglieder der » Rough Riders, die der spätere Präsident Roosevelt in Kuba beim » Spanisch-Amerikanischen Krieg geführt hat.
Wie bei Pferderennen üblich, werden auch die Qualitäten der einzelnen Rassen ins Spiel gebracht. Da gibt es den professionellen Züchter, reich und einflussreich, der sein…
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