» Ausgabe 424 vom 13.05.2007 (Bericht)
von Werner Popken
Osaheli Rossini auf Zirkus-Tournee
Als Botschafter für seine gefährdete Rasse unterwegs
Nun hatten Henning Papendorf und Dr. Sabine Sellig also einen gekörten Dülmener Hengst im Stall. Aus dem zotteligen Hengstfohlen, dem die Nachbarn bei der Ankunft höchstens drei Tage gaben, war dank guter Pflege das Musterbeispiel eines "Wildpferdes" geworden.
Das Dülmener Wildpferd ist eine ursprünglich aussehende Pferderasse von meist braun- oder graufalber Färbung, die den für Wildpferde typischen Aalstrich von der Mähne bis zum Schweif aufweist. Es kommen Falben in allen Schattierungen, aber gelegentlich auch Braune und Rappen vor. Auf Grund der bisherigen Zucht dominieren aber graufalbe und braunfalbe Tiere mit einer Wildzeichnung, Aalstrich und Schulterkreuz. An den Beinen kann es zu dunklen Streifen kommen, die an ein Zebra erinnern. Dies, so genannten Zebrastreifen sind auch Wildzeichnungen, sie kommen auch oft bei Fjordpferden (Norwegern) vor.
Exterieur Das Stockmaß des Dülmener Wildpferds liegt zwischen 125 und 135 cm, der Körper ist rechteckig mit wenig ausgeprägtem Widerrist und die Schulter ist schräg. Der Hals sollte nicht zu lang und leicht gebogen sein, wobei ein leichter Unterhals vorhanden sein kann. Der mit einer breiten Stirn versehene Kopf ist mittelgroß, die Ohren sind klein und der Nasenrücken ist gerade oder leicht konkav. Die Hinterhand ist muskulös und gut entwickelt, die Hufe sollten möglichst klein, hart und rundlich sein und die Fessel nicht zu stark ausgeprägt. Die Dülmener Wildpferde (und Nachkommen) haben einen ausgeprägten Behang an den Fesseln. Auch Mähnen- und Schweifhaar ist sehr ausgeprägt.
Interieur Die Tiere gelten als ausgesprochen robust und widerstandsfähig, dabei als gutmütig, freundlich und bei entsprechender Behandlung als ausgesprochen lernfähig. Sie sind sehr genügsam und gute Futterverwerter.
» Dülmener Wildpferd
» Ausgabe 423 vom 06.05.2007 (Bericht)
von Werner Popken
Ein Beistellpferd für Janosch
Ein kleiner, häßlicher Dülmener wird zum Star
In dieser Woche möchte ich Ihnen die Geschichte einer Familie erzählen, deren Leben durch einen kleinen » Dülmener Hengst ganz ohne Absicht eine völlig neue Farbe und Richtung bekam. "Ich habe mit Pferden eigentlich nichts zu tun, meine Frau ist die Pferdenärrin", setzte mich Henning Papendorf gleich am Telefon ins Bild. Und doch steht er eigentlich im Mittelpunkt aller Geschichten rund um Rossini, den Dülmener Hengst, der zum Botschafter der bedrohten Pferderasse geworden ist.
Seine Frau, Dr.med. Sabine Sellig, arbeitet als Ärztin in einem Krankenhaus. Und wie das so ist mit den jungen Ärzten, kam sie im Laufe ihrer Berufstätigkeit ein bißchen herum. Zum Beispiel nach Düsseldorf/Neuss, und dort hat sie sich 1996 ein Pferd gekauft, den Janosch. Janosch ist ein ziemlich großer Schimmelwallach aus Sachsen-Anhaltinischer Zucht, 1990 geboren, der überwiegend freizeitmäßig eingesetzt wird, schon aus Zeitgründen. "Wir sind hier im ländlichen Raum auch auf Turniere gegangen, aber das kostet einfach zu viel Zeit", kommentierte Sabine Sellig ohne viel Bedauern. Es reicht ihr, wenn sie Freude an ihrem Pferd hat. "Ich bin groß, für mich fängt ein Pferd erst ab 1, 70 an."
Nun kann man so ein Pferd ja nicht in der Garage abstellen. Also verbrachte Janosch seine Tage, wie üblich, in einem Reitstall, Typ FN. Zunächst in Neuss-Grimlinghausen, dann mußte die Besitzerin aus beruflichen Gründen umziehen und damit kam ihr Pferd nach Porta-Westfalica. "Janosch war in dieser Hinsicht ein sehr schwieriges…