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» Ausgabe 313
vom 27.03.2005 (Bericht)
von Jutta Lehmeyer | Nachruf auf Karl-Bernd Käsgen
Deutscher Meister für behinderte Einspännerfahrer
Am 09.02.2005 ist Karl-Bernd Käsgen, 2. Vorsitzender unserer » Interessengemeinschaft Fahren für Menschen mit Behinderung e.V. und Fahrersprecher, im Alter von 51 Jahren verstorben.
Er war einer der Engagiertesten unter den behinderten Einspännerfahrern und hat die Entwicklung dieses Fahrsportes entscheidend mitgetragen.
Nach einem Reitunfall 1981 trug er eine Querschnittlähmung (Thorax 10+11) davon und konnte als gelernter Kunststofftechniker seinen Beruf nicht mehr ausüben. Da er schon vor seinem Unfall mit dem Fahren begonnen hatte, konzentrierte er sich nun ganz auf das Fahren.
Zusammen mit einigen Freunden machte er sein Fahrabzeichen, trainierte und war der Erste aus dieser Truppe, der sich auf ein Turnier traute. Mit der Zeit lernte er weitere behinderte Fahrer kennen, Heiner Lehrter und Bernhard Kähny gehörten dazu. Als 1994 das erste internationale Fahrturnier in Großbritannien stattfand, gehörten diese Fahrer auch zum Team. Dort konnten sie sofort den Mannschaftswettbewerb für sich entscheiden.
1995 war Karl-Bernd Käsgen maßgeblich an der Angliederung des Behindertenfahrsportes an das DKThR (Deutsche Kuratorium für Therapeutisches Reiten) beteiligt, das bis heute als Dachorganisation für die behinderten Einspännerfahrer zuständig ist.
Er legte den Namen für die Fachgruppe fest "Fahren für Menschen mit Behinderung" und bestand darauf, dass dieser Name in unserer Interessengemeinschaft weitergeführt wird.
1996 fand das 2. internationale Fahrturnier für behinderte Fahrer statt, es ging nach Westerborg/Niederlande, und…
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» Ausgabe 291
vom 24.10.2004 (Bericht)
von Werner Popken | Hobby oder Beruf?
Von der Freude am Fahren und der Lust am Wettbewerb
Die Fortsetzung des Artikels der letzten Woche hatte ich mir ganz anders vorgestellt. Ich hatte die phantastischen Erfolge von Vater und Sohn Bücker skizziert und ganz nebenbei festgestellt: Tobias Bücker ist für die FN ein Star der deutschen Fahrerszene (Starportrait » Tobias Bücker).
Vater Bernhard ist aber nicht weniger erfolgreich, und ich mußte feststellen, daß die FN ihn (noch) nicht zu den Stars zählt: unter » Starportraits fehlt sein Name. In der letzten Ausgabe hatte ich diese Sache auf sich beruhen lassen. Jetzt wollte ich es genauer wissen. Und wie so oft, habe ich mehr erfahren und bin tiefer in das Thema eingestiegen, als mir lieb war.
Ich hatte bereits erwähnt, daß kein einziger behinderten Fahrer aufgeführt wird. Es handelt sich also nicht um einen Affront gegen Bernhard Bücker. Diese Ignoranz hat Methode. Auch keiner der behinderten Reiter wird von der FN gewürdigt. Der ganze Behindertensport ist nicht vorhanden, wenn man der FN glauben will.
Auf der Seite » Kader Fahren, wo die Nationalmannschaften vorgestellt werden, kommt der Fahrsport für behinderte Menschen ebenfalls nicht vor. Offiziell gibt es angeblich auch keinen » Bundestrainer für die behinderten Fahrer. Ist das nicht unerhört?
Wir wissen es besser. Der Bundestrainer für die Fahrer mit Behinderung heißt Ulrich Hengemühl (› Welt- und Vizeweltmeister). Die Nationalmannschaft wurde von Jutta Lehmeyer ausführlich vorgestellt (› Bücker, Borgmann, › Lehrter, Harde, › Käsgen, Beerhues).
Aber auch sonst gibt es im ganzen Internet keine einschlägigen…
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» Ausgabe 290
vom 17.10.2004 (Bericht)
von Werner Popken | Faszination Fahren
Die Erfolgsgeschichte einer Familie
Schon lange hatte ich vor, Vater und Sohn Bücker zu besuchen, um einen Bericht zu schreiben. Am 18. September war ich anläßlich der 4. Deutschen Meisterschaft für Gespannfahrer mit Behinderung und des 25. Donau-Alpen-Pokals in Greven-Bockholt (› Fahren in Bockholter Szenarien, › Zugpferde einmal anders, › Vom Fahren auf S-Niveau) und habe dabei die persönliche Bekanntschaft mit Bernhard Bücker gemacht, der diesmal wider Erwarten nicht einmal in seiner Paradedisziplin, der Dressur, brillieren konnte.
In allen drei Einzelprüfungen (Dressur, Hindernisfahren, Marathon) belegte er jeweils den fünften Platz, was ihm in der kombinierten Wertung den vierten Platz einbrachte, wie schon bei der Weltmeisterschaft in Edinburgh (› Die Ergebnisse, › Welt- und Vizeweltmeister ). Bernhard Bücker sah die ganze Angelegenheit sehr gelassen: "Ich bin sozusagen mitten aus einer geschäftlichen Besprechung auf den Bock gestiegen. Man kann es sich nicht immer aussuchen." Und freute sich trotzdem – denn der Sport soll vor allen Dingen Spaß machen.
"Ich habe mich für die Sieger gefreut. Besonders für Karl-Bernd Käsgen, der damit die Erfolge dieses Jahres krönen konnte: Weltmeisterschaft Einzel Grad I und Mannschaft in Schottland und nun die Deutsche Meisterschaft!" (Siehe › Hopetoun House, › Marathon und Kegelfahren).
Und dann deutete er an, daß manche Fahrer eben zusätzliche Handicaps haben: "Albert Sahle ist auch in letzter Minute aus dem Büro gestürmt und auf den Bock gestiegen." Da bekam ich schon eine erste Ahnung, daß ich es in diesen Fällen mit erfolgreichen Geschäftsleuten zu tun haben, die sehr wohl…
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» Ausgabe 287
vom 26.09.2004 (Bericht)
von Werner Popken | Fahren in Bockholter Szenarien
Impressionen von zwei großen Turnieren im Münsterland
Jedes Jahr werden in unserem Lande Tausende von Turnieren abgehalten. Am vergangenen Wochenende fand in Greven, auf halbem Wege zwischen Osnabrück und Münster, im Ortsteil Bockholt ein außergewöhnliches Doppelturnier statt. Die 4. Deutsche Meisterschaft der Einspännerfahrer mit Behinderung wurde vom » Reit- und Fahrverein St. Martin Greven – Bockholt e.V. zeitgleich mit dem 25. » Donau-Alpen-Pokal 2004 veranstaltet.
Der Donau-Alpen-Pokal ist ein internationales Fahrturnier der Klasse S und gilt als inoffizielle Europameisterschaft, die im jährlichen Wechsel mit den Weltmeisterschaften stattfindet. Es wurde in Deutschland in den Jahren 1988 (Meißenheim) und 1982 (Nördlingen) veranstaltet, mithin in Greven nun zum dritten Mal in Deutschland. Der münsterländer RuFV St. Martin rechnet es sich als hohe Ehre an, daß das Donau-Alpen-Pokal-Komitee die Anlage und die organisatorischen Fähigkeiten des Vereins für geeignet hielt, dieses Turnier der Spitzenklasse, Highlight der Saison 2004 für Zweispänner, wie die Schirmherrin der Veranstaltung, Ingrid Klimke, betonte, auszurichten und durchzuführen.
Mit diesem Turnier stößt RuFV St. Martin zur Spitze der Turnierausrichter vor. In den Jahren 2001 und 2003 wurden auf der Anlage des Vereins die Deutschen Meisterschaften abgehalten und im Jahr 2002 die 3. Weltmeisterschaften der Gespannfahrer mit Behinderung. In den beiden Berichten von Jutta Lehmeyer über die 4. Weltmeisterschaft der Gespannfahrer mit Behinderung wurde die Rolle des Bundestrainers Ulrich Robert Hengemuehl und des Equipechefs Albert Sahle…
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» Ausgabe 279
vom 01.08.2004 (Bericht)
von Jutta Lehmeyer | Marathon und Kegelfahren
Zittern, Bangen, Jubel und Trubel bei der Weltmeisterschaft
Der nächste Tag begann regnerisch und diesig, die nächtlichen Schauer hatten das Gras glatt und rutschig gemacht, es würde ein anstrengender Marathon werden. Die Wegestrecke, bei der in vorgegebenen Zeitfenstern bestimmte Abschnitte in festgelegten Gangarten absolviert werden musste, war äußerst hügelig und gut 15 Kilometer lang.
Dazu waren 6 verzwickte Hindernisse ausgeflaggt, die den Fahrern schon bei den Besichtigungen den letzten Nerv geraubt hatten. In diesen Hindernissen, die aus Bäumen, Zäunen, Wassergräben, Brücken oder ähnlichem gebaut sind, müssen die Gespanne in der schnellst möglichen Zeit Tore durchfahren, die von A - E oder F ausgeflaggt sind.
Falsch durchfahrene Tore oder auch das Absteigen von Fahrer oder Beifahrer werden mit Fehlerpunkten geahndet, nicht gefahrene Tore oder Hindernisse führen zum Ausschluss. Es musste besonders vorsichtig gefahren, die Kräfte gerade der Ponys gut eingeteilt werden.
Aber das kühle, feuchte Wetter tat den Pferden gut, frisch kamen sie an den ersten Hindernissen an und nach der Aufforderung durch die Fahrer forcierten sie willig ihr Tempo.
Werner Borgmann war diesmal der erste im deutschen Starterfeld, steuerte mit Sohn Thorsten als Beifahrer geschickt durch die Tore, schickte seine riesige Westfalen-Stute weite runde Wege, mit ihren raumgreifenden Galoppsprüngen machte die Stute Tempo.
Aber gleich im ersten Hindernis machte 'Borki' einen entscheidenden Fehler: in dem Wirrwarr aus Bäumen und Lattenzäunen verlor er die Übersicht,…
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» Ausgabe 278
vom 25.07.2004 (Bericht)
von Jutta Lehmeyer | Hopetoun House
Die 4. Weltmeisterschaften für behinderte Gespannfahrer
Es war schon ein endlos langer Konvoi, der sich am frühen Dienstagnachmittag durch Edinburgh bewegte: drei riesige Lkw jeweils mit Anhänger, ein Wohnwagengespann, 5 Pkw, bis an die Dachkante beladen, und ein 3, 5t-Lkw schoben sich durch die engen Vorortstraßen Edinburghs Richtung Hopetoun House (» Hopetoun House, » Hopetoun House, » Hopetoun House, » Hopetoun House, West Lothian).
Angeführt wurde der Konvoi von Trainer Ulli Hengemühls Lkw. Die Teams von Sielke Harde, Bernhard Bücker, Werner Borgmann, Karl-Bernd Käsgen und Heiner Lehrter samt allen Beifahrern, Helfern, Pferden, Kutschen und Geschirren folgten. Die Futterration einer Woche für 5-Vierbeiner und mindestens 30 Zweibeiner waren auf die übrigen Fahrzeuge verteilt. Eine logistische Meisterleistung!
Es dauerte eine Weile, bis der Konvoi endlich auf dem Gelände des mehr als 300 Jahre alten Herrensitzes der Marquesses von Linlithgow ankam. Hier sollten also die 4. Weltmeisterschaften für behinderte Gespannfahrer stattfinden?!
Hinter dem aus grauem Stein gemauerten Torbogen mit den riesigen schmiedeeisernen Gittern führte eine schnurgerade Straße durch eine Allee von uralten Buchen; dichte Sträucher verschlossen den Blick auf das dahinter liegende Gelände.
Langsam ging es die Straße hinauf, bis sich die Allee oben weitete und den Blick auf das imposante Hauptgebäude freigab. Man fühlte sich fast wie im Film: das eher wie ein Schloss anmutende Hopetoun House mit endlosen Rasenflächen und Wegen aus feinem Kies, alles noch einmal eingefasst mit einer niedrigen…
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