» Ausgabe 473
vom 20.04.2008 (Bericht)
von Werner Popken | Pferde sind auch nur Menschen
Über den Umgang miteinander
Nun hatte ich mich schon daran gewöhnt, völlig ohne Resonanz zu schreiben, und dann so etwas! Sieben Leserbriefe zum Artikel der letzten Woche ( › Leserresonanz)! Dabei hatte ich diesmal ausnahmsweise wenig Worte gemacht – der Bericht hat kaum 50% des sonstigen Umfangs – und dafür mehr Bilder gebracht, aber die haben offenbar desto deutlicher gesprochen und angesprochen.
Es waren wohl vor allem die Bilder des letzten Abschnitts, die aufrüttelten: Rollkur. Dabei hatte ich vorher reichlich Bilder vom Springen gezeigt, die – wenn man genauer hinsah – in gewisser Weise den anstößigen Bildern widersprachen. Die Pferde sprangen vollkonzentriert, schienen hellwach und wirkten durchaus vital, keineswegs geknechtet oder gar gebrochen.
Dieser Gegensatz ist von mir sehr stark empfunden worden und sollte auch deutlich herausgearbeitet werden. Ich wollte keineswegs blind auf die Sportler eindreschen – das wäre mir zu billig erschienen. Im übrigen hätte ich den Eindruck erweckt, als läge beim Springsport besonders viel im argen, wo doch bekannt ist, daß im Dressursport und beim Westernreiten mindestens genauso viel Übles passiert, von der Vielseitigkeit ganz zu schweigen. Und wie sieht es beim Freizeitsport aus? Ist dort alles in Ordnung? Was haben beispielsweise die Pferdeflüsterer zu diesem Thema zu sagen?
Es ist schwer vorstellbar, daß im Freizeitbereich oder bei den Pferdeflüsterern Methoden wie bei der Rollkur eingesetzt werden, aber das heißt ja nicht, daß damit schon alles in Ordnung wäre. Ich erinnere mich noch sehr gut an…
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› Ausbildung › Barhuf › Beratung › Gebisse › Hufschutz › Kommunikation |
» Ausgabe 375
vom 04.06.2006 (Bericht)
von Werner Popken | Avantgarde
Barhuf im Spitzensport auf dem Vormarsch
Alles ist im Fluß. Ständig ändert sich die Welt, obwohl manches unveränderlich scheint. Die scheidende Bundesregierung unter Gerhard Schröder hat bekanntlich versucht, mit dem Hufbeschlagsgesetz einen Standard zu etablieren, der schon längst nicht mehr existiert. Soll man sich darüber aufregen? Oder damit rechnen, daß ein solcher Versuch notwendigerweise scheitern muß?
Sind die Eisenleute von gestern? Wer ist dann von heute oder gar von morgen? Sind die Barhuf-Verteidiger der Bodensatz, der auf Eisen verzichten kann, während die Elite unbedingt Eisen braucht? Heißt Spitzensport auch Hufeisen oder ist es genau umgekehrt: Sollten Spitzensportler die Eisen endlich zum Alteisen werfen, damit sie die Konkurrenz überrunden können, die noch am alten Zopf festhält, ohne zu wissen, was sie sich und ihren Pferden damit antut?
Vor drei Wochen habe ich Ihnen versprochen, daß ich das Thema Barhuf / Spitzensport noch einmal aufgreifen werde, und jetzt ist es soweit. Ich wage die These, daß Spitzensportlern, die auf den Barhuf setzen, die Zukunft gehört, und daß der gesamte Sport in kürzester Zeit umschwenken wird, wenn sich herumspricht, daß der Verzicht auf das Hufeisen sportliche Vorteile bietet. Und letzteres will ich gleich zeigen.
Man muß ja nicht böse sein, wenn man das Gute mit den falschen oder jedenfalls nicht den angemessenen Beweggründen anstrebt. Die notwendige Änderung vollzieht sich deshalb trotzdem. Sie ist auch unvermeidlich, denn niemand kann die Zeit aufhalten. Nichts ist mächtiger als eine Idee, deren Zeit gekommen…
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