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Presseinfos News: Susanne Hennig

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Autorenhinweise Autor und Herausgeber:

Werner Popken

Hier finden Sie die gesammelten Editorials Editorials aller Ausgaben des Magazin Magazins.

Darin geht es meistens nicht direkt um Pferde, aber oft um Themen, die mit Internet, E-Mails, Spam und Computern zu tun haben - also das, was Leute beschäftigt, die sich im Internet bewegen.

Editorials Ergebnisliste

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TitelInhalt

Fasten

Die Wikipedia-Link» Karneval-Saison steht kurz vor ihrem Ende: Morgen ist Wikipedia-Link» Rosenmontag, am Wikipedia-Link» Aschermittwoch ist alles vorbei. Dann beginnt die Wikipedia-Link» Fastenzeit. Warum das alles? Wissen Sie's? Es hat alles sehr viel mit Kirche und Christentum zu tun, genauer gesagt so gut wie ausschließlich, und Kirche und Christentum werden immer mehr Menschen fremd. Wissen die Karnevalisten, was sie da tun?

Im öffentlichen Bewusstsein ist Karneval eine Zeit des Übermuts, der politischen Karikatur, des humorvollen Aufbegehrens derer, die nichts zu sagen haben: Es sind die Tollen Tage, an denen man der Obrigkeit sagen darf, was sonst nicht möglich oder nicht schicklich ist. Die gelungensten Anspielungen werden im Fernsehen präsentiert und haben in etwa die Wirkung einer guten Karikatur, nämlich keine.

In manchen Gegenden unseres Landes – um mal vom Rest der Welt ganz abzusehen – wird während des Karnevals das geschäftliche und öffentliche Leben stark in Mitleidenschaft genommen, wenn nicht gar lahmgelegt. Daraus kann man ableiten, dass diese Riten und Bräuche den Menschen viel bedeuten müssen. Wer unter solchen Verhältnissen nicht aufgewachsen ist, tut sich im allgemeinen damit sehr schwer. So verreisen viele Einwohner der betroffenen Gegenden, um dem Rummel zu entgehen, der ihnen schwer auf die Nerven geht. Diejenigen, die sich den Karneval im Fernsehen anschauen, können sich den Terror, der von den Karnevalisten ausgeht, nicht vorstellen. Sie haben es gut: Sie stellen den Apparat aus und damit hat es sich. Wer aber in einer Karnevalshochburg lebt, muss damit rechnen, ununterbrochen und rund um die Uhr zumindest vom Karnevalslärm belästigt zu werden. Irgendjemand haut immer auf die Pauke, dass es durch die Straßen schallt. Man muss wohl noch einmal so richtig über die Stränge schlagen, bevor es ernst wird, für 40 Tage.


Aschermittwoch

Der Aschermittwoch geht nicht auf die Bibel zurück; es ist eine Einrichtung, die zwar schon eine lange Geschichte hat, aber von Kirchenpolitikern eingeführt worden ist. Ob der Karneval und die Fastenzeit noch viel ältere Wurzeln haben, wird man vermutlich nicht klären können. Es würde aber einleuchten, beides mit dem Jahreslauf in Verbindung zu bringen. Die bösen und dunklen Kräfte des Winters müssen vertrieben werden, und…

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Editorials » Fasten
vom 19.02.2012
erschienen im Magazin Magazin
Magazin » Ausgabe 673
vom 19.02.2012

Be happy

Was fällt Ihnen zum Thema „Be happy“ ein? Natürlich Wikipedia-Link» Bobby McFerrin. Es ist schon 24 Jahre her, als der Song erschien, der ihn weltweit bekannt machte. Die Originalversion darf bei YouTube nicht gezeigt werden, aber unter » Don't worry Be happy finden Sie das originale Musikvideo.

Für meinen Geschmack ist das viel zu überzogen, viel zu sehr Slapstick, es zeigt die Seiten des Sängers, die mir nicht so gut gefallen. Dabei gefällt er mir insgesamt sehr. Er gefällt mir am besten, wenn er ernst wird, wenn die Tiefe der Musik herüberkommen kann, etwa beim » Ave Maria live in Montreal – da kommen mir die Tränen, obwohl der Gounod doch ziemlich sentimental ist ( „Bobby McFerrin sings Ave Maria like the angels“ ).

Und auch „Don't worry Be happy“ kann ernst genommen werden, sollte ernst genommen werden, war ernst gemeint. In einem Interview » Don't worry, be happy! in Russia Today erzählt der Sänger nebenbei, wie er darauf gekommen ist: Er sah einen Guru auf der Straße, der diesen Spruch auf seinem T-Shirt hatte: „Don’t worry, be happy“ . Es war ein Anhänger von Wikipedia-Link» Meher Baba, der ihn erfunden hatte. McFerrin fing an, diesen Spruch zu singen, um ihn nicht zu vergessen.


Lebensmotto

Gefragt, ob dies das Motto seines Lebens sei, wehrte er heftig ab – sein Motto sei Proverbs 3:5-6, und er zitierte sofort und schnell:

5 Trust in the LORD with all your heart
and lean not on your own understanding;
6 in all your ways submit to him,
and he will make your paths straight.

» Proverbs 3:5-6

Auf deutsch:

5 Verlaß dich auf den HERRN von ganzem Herzen
und verlaß dich nicht auf deinen Verstand;
6 sondern gedenke an ihn in allen deinen Wegen,
so wird er dich recht führen.

» Sprüche – Kapitel 3, Vers 5-6

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Editorials » Be happy
vom 12.02.2012
erschienen im Magazin Magazin
Magazin » Ausgabe 672
vom 12.02.2012

Energiegeladen

In dieser Woche möchte ich Sie auf einen Vortrag aufmerksam machen, der Ihr Leben verändern kann. Dieser Vortrag wurde von Dr. Wikipedia-Link» Johannes Weingart auf einem Unternehmerkongress gehalten. Weingart ist Internist und hat sich einen Namen dadurch gemacht, dass er ausgebrannte Sportler wieder auf die Spur bringen konnte. Klingt gut, nicht wahr?

Das Thema des Vortrags ist ziemlich aktuell; es geht um Energie, genauer um das Energielevel, das nicht nur bei Sportlern ganz oben sein sollte, aber oft ganz unten ist, jedenfalls manchmal während des Tages, mehr oder weniger regelmäßig. Wenn es permanent ganz unten ist, gilt man als ausgebrannt, und auch davon gibt es inzwischen genug Leute, dass große Medien darüber berichten.

Mit solchen Leuten, mit dieser Problematik beschäftigt sich Weingart in diesem Vortrag nicht. Er lässt auch das Thema Übergewicht beiseite, da seine Zuhörer alle schlank sind, völlig untypisch, wie er feststellt, weil 66 % aller Männer, 50 % aller Frauen und 30 % aller Kinder in diesem Land unter Übergewicht leiden, mit steigender Tendenz, was er für katastrophal hält.

Aber auch ohne diese Themen ist sein Vortrag unterhaltsam, spannend und lehrreich. Mehrfach versichert er seinen Zuhörern, dass diese oder jene Aussage deren Leben verändern wird, und ich kann Ihnen versichern, dass ich guten Grund habe, ihm zu glauben. Sein Vortrag ist unvergesslich und durchaus wert, mehrfach genossen zu werden. Sie sollten es versuchen: Sie finden ihn auf der Seite » Rückblick Unternehmertag 2011, es ist der vierte Vortrag von unten. Das Thema lautet: „Mehr Energie – Mehr Erfolg. Das Energiekonzept für Leistungsmenschen.


Rezept

Er spricht von Konzept, ich habe diesen Abschnitt ganz ähnlich genannt – von Ärzten erwartet man ein Rezept. Üblicherweise bekommt man dafür Mittelchen, die man konsumiert. Das soll einen dann wieder auf die Füße bringen, gesund machen, energiegeladen, womöglich sogar glücklich. Aber die Menschen, über die Weingart hier spricht, sind nicht eigentlich krank. Oder genauer gesagt sind sie nicht kränker als fast alle anderen. Denn kaum einer von uns ist so fit wie die Leistungssportler, die Weingart konsultieren, wenn es bei ihnen nicht mehr so läuft wie gewohnt.…

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Editorials » Energiegeladen
vom 05.02.2012
erschienen im Magazin Magazin
Magazin » Ausgabe 671
vom 05.02.2012

Chemie

Vor nicht allzu langer Zeit machte der englische Biologe Wikipedia-Link» Richard Dawkins mit seinem weltweiten Auftreten gegen die Religionen Schlagzeilen (Wikipedia-Link» Der Gotteswahn, 2006). Nun wundert es mich immer wieder, wie viel Energie Wissenschaftler in die Bekämpfung der Religionen investieren. Natürlich ist es ungeheuerlich, welchen Schaden Religionen weltweit anrichten. Aber muss man sie deshalb bekämpfen? Und was haben Religionen mit Gott zu tun?

Wenn ich etwas bekämpfe, mache ich es nur stark. Aktion ruft Reaktion hervor. Wenn ich stattdessen Nichtbeachtung einsetze, vermeide ich eine Reaktion und überlasse die Sache sich selbst. Religionen muss man nicht bekämpfen, die sterben von alleine aus. Der Kirche laufen die Mitglieder davon, auch ohne dass man sie bekämpfen muss. Jedenfalls dort, wo die Kirchen ihre Funktion nicht mehr erfüllen können: Das Leben mit Sinn auszustatten.

Die Naturwissenschaften, als deren Exponent Dawkins auftritt, haben zweifellos in kürzester Zeit unsere Welt verändert, irreversibel noch dazu, wie es scheint. Zwar ist die Welt viel komplizierter und wunderbarer als die Wissenschaftler sich das vorstellen können, und es bleibt offen, ob die Wissenschaft jemals in irgendeinem ihrer Teilgebiete zu dem Schluss kommen kann, nun endlich alles verstanden zu haben, aber ganz wesentliche Fragen wird die Wissenschaft nie beantworten können, weil sie eben nicht in der materiellen Struktur der Welt zu finden sind. Chemie, Biologie und Medizin haben enorme Erkenntnisse über die Funktionsweise lebender Organismen zutage gefördert, aber sie haben uns nicht verraten können, wozu das alles gut ist. Die Wissenschaft verrät uns nicht, wie wir leben sollen.


Sinn

Glücklicherweise gibt es auch Wissenschaftler, die dies klar erkannt haben und offen eingestehen. Der Biochemiker Wikipedia-Link» Gottfried Schatz hat in einem Interview sogar vermutet, dass die Naturwissenschaften diese Frage nie beantworten werden können:

"Die Naturwissenschaften konnten unserem Leben keinen Sinn geben, weil sie keine zielgerichtete Evolution des Universums oder des Lebens fanden – und wohl auch nie finden werden."

- Interview mit Gottfried Schatz – NZZ am Sonntag, 17. August 2008, S. 63

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Editorials » Chemie
vom 29.01.2012
erschienen im Magazin Magazin
Magazin » Ausgabe 670
vom 29.01.2012

Kultur

Der kanadische Anthropologe Wikipedia-Link» Wade Davis beschäftigt sich unter anderem sehr stark mit gefährdeten Kulturen. Er beginnt seinen Wikipedia-Link» TED-Vortrag » The worldwide web of belief and ritual mit der Feststellung, dass Kultur aus der Vorstellung geboren wurde, und berichtet vom Besuch südfranzösischer Höhlen mit dem Dichter Wikipedia-Link» Clayton Eshleman, der eine völlig neue Interpretation der fantastischen vorzeitlichen Höhlenmalereien vorschlug:

"You know, clearly at some point, we were all of an animal nature, and at some point, we weren't."

Weißt du, bis zu einem bestimmten Punkt waren wir alle Tiere, und irgendwann waren wir es nicht mehr.
a.a.O.

Für Davis bekommen die Höhlengemälde damit den Charakter nostalgischer Erinnerungen, schamanistische Übungen stellen sich dar als Versuche, die ursprüngliche Einheit mit dem Tierreich, die unwiederbringlich verloren ist, durch Ritual wiederherzustellen.

Heute wissen wir, dass alle Menschen auf der Erde von höchstens 1000 Individuen abstammen, die vor 70.000 Jahren aus Afrika ausgezogen sind. Wir sind alle aus demselben Holz geschnitzt. Unsere unterschiedlichen Kulturen sind allesamt Antworten auf die fundamentalen Fragen des Daseins: Wer sind wir? Woher kommen wir? Wohin gehen wir?


Der Westen

Davis führte in einem Vortrag » Why Ancient Wisdom Matters für das australische Fernsehen aus, dass die Engländer die Australier nicht verstehen konnten und sie einfach abgeschlachtet haben. 1902 wurde im australischen Parlament diskutiert, ob die Ureinwohner überhaupt menschliche Wesen sind, und noch in den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts wurde in einem australischen Kinderbuch ernsthaft vorgetragen, dass die Ureinwohner die interessantesten Beispiele der wilden Tierwelt Australiens darstellen.

Aus seiner reichen Erfahrung der unterschiedlichsten Kulturen dieser Erde kontrastiert er solche Ansichten mit kulturellen Antworten auf die Grundfragen der menschlichen Existenz, wobei er etwa den…

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Editorials » Kultur
vom 22.01.2012
erschienen im Magazin Magazin
Magazin » Ausgabe 669
vom 22.01.2012

Behinderung

In dieser Woche bin ich auf ein Video gestoßen, das mein Denken über Behinderung noch einmal angeregt hat. Schon in der Frühzeit der Pferdezeitung haben wir über den Einsatz von Pferden im Zusammenhang mit Therapie und Behinderung berichtet, aber irgendwie war da immer eine Grenze: Hier die Nichtbehinderten, dort die Behinderten.

Beim Behindertensport wird das ganz besonders deutlich. Meistens sind die Menschen mit Behinderungen, wie man heute wohl sagen muss, unter sich. Nur selten einmal nimmt ein Sportler aus diesem Lager im sogenannten Regelsport teil, umgekehrt so gut wie nie. Und auch die Olympischen Spiele zeigen dies: Für „die Anderen“ wurden die Wikipedia-Link» Paralympics eingerichtet.

Der englische Dirigent Wikipedia-Link» Charles Hazlewood spricht bei Wikipedia-Link» TED über Vertrauen: » Trusting the ensemble ist ein sehr sehenswerter Vortrag, den man nicht leicht vergisst. Wiederholt kommt er auf persönliche Erfahrungen zu sprechen, aber zum Schluss wird es sehr heikel: Sein jüngstes Kind ist behindert. Dadurch wurde sein Leben aber enorm bereichert, behauptet er, und insbesondere in Bezug auf die Musik wurden ihm die Augen beziehungsweise Ohren geöffnet. Er hat nun das » British Paraorchestra gegründet und träumt nun davon, mit diesem Orchester bei der Eröffnung der Paralympischen Spiele 2012 in London spielen zu dürfen. Toll, nicht wahr?


Anspruch

Charles Hazlewood möchte keine Almosen, er will nicht Musik machen, um die Leute zu rühren, seine Musik soll erstklassig sein, vergleichbar mit den Leistungen der Orchester in der ganzen Welt, die ihn verpflichten. Das ist wunderbar, genau das wird gebraucht, aber bisher hat er nur wenig vorzuweisen; die erste » improvisierende Sitzung mit fünf Musikern war durchaus beeindruckend, aber eine kurze Improvisation ist kein Konzert.

Der einarmige Pianist war gar nicht beteiligt, der blinde und taube Holzbläser kann im Grunde alles spielen, weil er gewissermaßen mit den Fingern hört, aber ob das wirklich gut ist, kann ich nicht beurteilen, der querschnittsgelähmte Orchestermus…

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Editorials » Behinderung
vom 15.01.2012
erschienen im Magazin Magazin
Magazin » Ausgabe 668
vom 15.01.2012

Alle tot

Im » Blog eines VC (Risikokapital-Investors) fand ich unter der Überschrift „Was ich nicht mag“ :

Investoren, die das Geld zu wichtig nehmen. In the long Run we are all dead.

Nanu? Geht es denen denn nicht nur um das Geld? Sind das nicht die sprichwörtlichen Heuschrecken? Nun ja, es gibt immer solche und solche. Stellen wir uns mal vor, wir hätten extrem viel Geld – was würden wir tun? Wir könnten es nicht verbrauchen, wir müssten etwas damit tun. Es vermehren? Damit würden wir das Problem doch nur vergrößern, oder?

Ich verstehe diesen Satz so: Es ist nichts sicher in dieser Welt, außer dass wir sterben müssen. Und niemand kann etwas mitnehmen, jedenfalls nichts Materielles, insbesondere kein Geld. Auf lange Sicht gesehen sind wir alle wirklich tot. Geld als solches ist sinnlos; erst durch die Verwendung kann etwas Sinnvolles gestiftet werden. Wenn der Investor also weniger auf die Rendite als vielmehr auf den Sinn dessen achten würde, das er im Begriff steht zu finanzieren, würde er sein Leben besser gestalten, eben mit Sinn erfüllen. Geld anzuhäufen nur um des Vermehrens willen ist schädlich, für das eigene Leben zumindest, und durch den zweiten Satz wird dieser Zusammenhang hergestellt, der unbedingt mitgedacht werden muss – am Ende seines Lebens wird man sich nämlich unweigerlich fragen, ob man sein Leben gut genutzt hat, ob man etwas Sinnvolles mit seinem Leben anfangen konnte, ob man damit zufrieden sein kann.


Bilanz

Ein Mensch, der sich diese Frage selbst oft genug gestellt hat, ist als Arzt immer wieder damit konfrontiert worden und hat seine Einsicht publiziert:

  • Kurz vor ihrem Tod (z.B. durch Krebs, Herzinfarkt, Unfall) verlieren die meisten erwachsenen Menschen ihre Maske und machen sich und anderen nichts mehr vor. In dieser Situation bedauern sie in der Regel zwei Dinge:
    • Sie haben in ihrem Leben viel zu viel Zeit damit verbracht, anderen Menschen zu imponieren, sogar jenen, die sie nicht mochten; sie haben jedoch jene Menschen vernachlässigt, die ihnen wirklich am Herzen lagen.
    • In ihrer Kindheit und Jugend hat man ihnen immer wieder gesagt, "Du hast da ein ganz bestimmtes Talent", doch sie haben wenig oder nichts getan, um dieses Talent zu entwickeln.

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Editorials » Alle tot
vom 08.01.2012
erschienen im Magazin Magazin
Magazin » Ausgabe 667
vom 08.01.2012

TED

In der letzten Woche habe ich auf Wikipedia-Link» TED hingewiesen, eine elitäre Konferenz, deren Eintrittsgeld in Höhe von bis zu US$ 6000 schon dafür sorgt, dass die richtigen Leute unter sich bleiben. Hier wie auch anderswo zelebriert sich eine Elite, die zwar gut sein will, es aber nicht unbedingt ist.

Es fällt auf, dass die Wikipedia-Link» WASP-Fraktion überwiegt, weiße Amerikaner und Engländer, vorwiegend aus dem akademischen Bereich oder der technologischen Front aus dem Wikipedia-Link» Silicon Valley. Wenn Redner auftreten, deren Muttersprache nicht Englisch ist, so stammen sie mit einer hohen Wahrscheinlichkeit aus Europa, wie etwa der gebürtige Ungar Wikipedia-Link» Mihály Csíkszentmihályi, oder allenfalls Indien.

Wenn jemand Amerikaner ist und nicht europäische Wurzeln hat, so stammt er aus Asien und ist erst vor kurzem in die USA eingewandert oder bereits dort geboren. Nun habe ich mir schon ein paar Dutzend solcher Vorträge und Übersichten mit mehreren hundert Rednern angeschaut, aber ich kann mich nicht entsinnen, dass einer der Redner schwarz war (Musiker ausgenommen). Das muss doch wirklich auffallen. Und wenn die Kamera einmal über das Publikum schwenkt, bietet sich dasselbe Bild.


Rassentrennung

Die Vorträge von Csíkszentmihályi über Wikipedia-Link» Flow und Wikipedia-Link» Ben Dunlap über ein » leidenschaftliches Leben haben mir mehr als andere zu denken gegeben, vielleicht weil ich persönlich etwas damit verbinde. Die Rassentrennung habe ich selbst noch 1969/70 in New Orleans deutlich erlebt, obwohl sie offiziell abgeschafft war. Dunlap spricht in sehr bewegender Weise über Sandor Teszler, der mit einfachen Mitteln die Rassentrennung zu einem Zeitpunkt überwand, als die Dunlaps Familie persönlich darunter litt. Aber wie es scheint, hat sich in den vergangenen Jahrzehnten so viel denn doch nicht geändert. Die amerikanische Gesellschaft ist nach wie vor eine Gesellschaft der Rassentrennung. TED ist ein gutes Beispiel.

Sandor Teszler, der fast 100-jährig im Herbst 2000 starb, wurde vom Präsidenten der kleinen Hochschule …

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Editorials » TED
vom 01.01.2012
erschienen im Magazin Magazin
Magazin » Ausgabe 666
vom 01.01.2012

Why

Die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr lädt ein, zur Ruhe zu kommen, sich zu besinnen, Bilanz zu ziehen und neue Pläne zu schmieden. Was war gut im letzten Jahr, was weniger, was wollte man erreichen, was ist daraus geworden? Und welche Schlüsse ziehen wir daraus für das nächste Jahr?

Angeblich soll es Wikipedia-Link» Willy Brandt gewesen sein, der einmal sinngemäß sagte, dass man gar nicht so kompliziert denken könne, wie es im Leben dann kommt. Und Wikipedia-Link» John Lennon soll gesagt haben, dass Leben das ist, was passiert, während man eifrig Pläne geschmiedet. Die Bilanz zeigt denn auch häufig, dass es doch ganz anders gekommen ist, als man gedacht hat, aber trotzdem ist es nicht sinnlos, neue Pläne zu schmieden.

Ich wundere mich immer wieder, was mir so über den Weg läuft und zu denken gibt – so etwas kann man gar nicht planen. Vor ein paar Tagen habe ich wieder einmal ein Video auf » TED angeschaut, und dann noch einmal und noch einmal. Ich weiß gar nicht mehr, wie ich auf dieses Video gekommen bin.. Es war nicht das erste Video auf dieser Seite, ab und zu einmal habe ich das eine oder andere gesehen, hatte mich aber noch nie damit beschäftigt, was Wikipedia-Link» TED eigentlich ist. Dieses Video machte mir offenbar mehr Eindruck als die anderen, die auch schon nicht schlecht gewesen waren, so dass ich tiefer einstieg. Das liegt sicher an mehreren Qualitäten, aber der Kern ist die Frage nach dem »Warum«, englisch „Why“ – dieses Wort steht im Zentrum der Zielscheibe, die Wikipedia-Link» Simon Sinek auf das Flipchart malt. Sein Vortrag trägt den Titel: » How great leaders inspire action, mit deutscher Übersetzung: » Wie große Führungspersönlichkeiten zum Handeln inspirieren


Erweckung

In kurzer Zeit ist Sinek sehr bekannt geworden und wird auch von großen Organisationen, sogar vom Militär eingeladen, um seine Entdeckungen zu verbreiten. Anscheinend hat der Mann etwas zu sagen. Auslöser war ein Buch, das seine eigenen Erfahrungen beschreibt. Wie jeder von uns, kam er nackt und bloß auf diese…

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Editorials » Why
vom 25.12.2011
erschienen im Magazin Magazin
Magazin » Ausgabe 665
vom 25.12.2011

Liebe

Im  Tipp dieser Woche hat  Heidi Keppel aus gegebenem Anlass an das bevorstehende Weihnachtsfest und den Anlass dafür erinnert, nämlich die sagenhafte Geburt des Christuskindes, die das Kirchenjahr eröffnet und mit dessen schmählichen Ende nach kurzer Wirkungszeit, der Kreuzigung (Karfreitag) und Auferstehung (Ostern und Pfingsten), dieses endet.

Aber nicht nur das, sondern sie hat ausdrücklich auf die bedingungslose Liebe hingewiesen, die er vorgelebt und gepredigt hat. Das ist in der Tat nötig, denn die Wurzeln dieses Festes verschwinden immer mehr, was natürlich mit der immer geringeren Religiosität der heutigen Menschen zu tun hat.

Doch das ist nicht ganz richtig: Vermutlich sind die Menschen heute genauso religiös wie früher, sie sind nur nicht in gleichem Maße kirchlich geprägt und gebunden. Das ist das neue Phänomen: Die Menschen glauben nicht mehr an die Präsenz Gottes und seines Sohnes, schon gar nicht in der Form, wie die Kirchen dies nahebringen wollen.

Die Liebe hingegen ist nicht verschwunden, nicht die Liebe zwischen Mutter und Kind, die Liebe zwischen Jüngling und jungem Mädchen, die Liebe zwischen Mann und Frau, Vater und Mutter, Großvater und Großmutter, Eltern und Kindern, Großeltern und Enkeln – aber das ist nicht der Kern der Liebeslehre Jesu, die verlangt, dass wir pauschal unseren Nächsten so lieben wie uns selbst. Jeden! Nicht nur die engeren Angehörigen, nicht nur die liebenswerten Zeitgenossen, sondern jeden, wirklich jeden.


Zweierlei Maß

Das ist starker Toback. Und auch die Kirchen leben nicht danach, sondern grenzen ab, unterscheiden zwischen Gläubigen und Ungläubigen, Rechtgläubigen und Ketzern, Freund und Feind. Die Kirchen haben nie gezögert, die Waffen der Freunde zu segnen, auf dass der Feind mit der Hilfe Gottes zerschmettert werde. Sie legen mindestens so viel Wert auf den rechten Glauben wie auf die Unterscheidung zu all den Irrlehren der unzähligen anderen Kirchen, der unliebsamen Konkurrenz.

Das ist ein Problem. Die Kirchen sind unglaubwürdig. Sie waren es schon immer, seit sie als Institution auftraten und Machtpositionen übernahmen. Und das haben sie getan, seit sie existieren. Kirche ist Institution und kann daher eine solche Lehre nicht glaubwürdig vertreten. Warum fällt das erst den Menschen…

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Editorials » Liebe
vom 18.12.2011
erschienen im Magazin Magazin
Magazin » Ausgabe 664
vom 18.12.2011
 
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Magazin  Magazin: Das Inhaltsverzeichnis der Ausgabe 673 vom 19.02.2012
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