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Magazin  Ausgabe 673
Fühl doch mal
Physio-Riding mit Sabine Bruns

von Bruns, Sabine

Laufzeit: 66 Min.

Langwedel, September 2011

pferdia tv Thomas Vogel

ISBN 978-3-613-30694-3

EUR (D) 29, 90

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Rezension Rezension von

1
Autorenhinweise m_red  » Werner Popken

erschienen im Magazin Magazin
Magazin » Ausgabe 673
vom 19.02.2012
Rezensionen  Rezension

Der Verlag sagt über die DVD:

Die neue DVD von Sabine Bruns... Sie ist Tierphysiotherapeutin HR® und entwickelte innerhalb von 10 Jahren das Konzept PHYSIO-RIDING® als Symbiose aus Tierphysiotherapie und Reitlehre.

Rückentext

FÜHL doch mal

Besser reiten mit PHYSIO-RIDING...


Wer diese Fühl-Übungen auf und mit dem Pferd macht, erlebt bewusst die Biomechanik seines Pferdes, kann seinen Sitz dem Rhythmus der Bewegungen besser anpassen und effektivere Hilfen geben. Aus dem Reiten auf dem Pferd wird die Einheit Reiter-Pferd. Dieser Film ist eine Bereicherung für Reiter und Ausbilder jeder Reitweise.

Kapitel:
- Wie arbeiten Muskeln?
- Muskelarbeit sehen
- Muskelarbeit fühlen
- Vergleichende Anatomie erleben
- Die Hand des Reiters
- Fühlen in der Bewegung
- Die Bein, - und Beckenbewegungen des Pferdes warhnehmen
- Strategien gegen unbewußte Angstreaktionen

Extra: Massagegriffe als Fühlerlebnisse für das Pferd

Sabine Bruns ist Tierphysiotherapeutin HR® und entwickelte innerhalb von 10 Jahren das Konzept PHYSIO-RIDING® als Symbiose aus Tierphysiotherapie und Reitlehre. Mehr zum Physio-Riding finden Sie auf der Homepage von Sabine Bruns.



Verlag

» Pferdia » Sabine Bruns




Kolumnen Rezension

Dieser Film legt Grundlagen. Beim Anschauen möchte man dabei sein und selber fühlen. Ich denke, ein größeres Kompliment kann man dem Film und den Autoren nicht machen.

Wie schon auf dem Titelbild ersichtlich, arbeitet Sabine Bruns mit einem Skelett. Und wenn sie dieses Skelett bäuchlings auf den Bock legt, ist damit ein Pferd gemeint – sie arbeitet konsequent die Parallelen zwischen der Anatomie des Pferdes und des Reiters heraus. Es kann nicht überraschen, dass dabei viele Übereinstimmungen deutlich werden. Diese Bilder bleiben hängen, und das ist der Zweck der Übung.

Gegen Ende des Films fordert sie die Reiterin auf, ihre Gedanken laut auszusprechen, um wiederum den Körper dazu zu bringen, sich entsprechend zu verhalten und damit einer instinktiven Reaktion entgegenzuwirken. Diese führt nämlich in vielen Fällen zu Verspannungen und damit zu unerwünschten Signalen an das Pferd, womit eine unangenehme Kettenreaktion in Gang gesetzt wird.

Viele Übungen für Reitanfänger werden ohne Pferd ausgeführt, sind aber oft nicht ohne Partner möglich. Nur an einer Stelle fehlte mir etwas. Sabine Bruns arbeitet heraus, auf welche Weise der Unterarm bei der Zügelhaltung verspannt werden kann, was wiederum unerwünschte Signale an das Pferd zur Folge hat. Sie empfiehlt eine andere Zügelhaltung, die allerdings nur möglich ist, wenn man genug Kraft in Daumen und Zeigefinger hat. Das wiederum, so gibt sie zu, fehlt vielen Reiterinnen.

An dieser Stelle kann ich leicht einflechten, dass sich dieser Film anscheinend an Frauen wendet, an Frauen mittleren Alters wie diejenigen, die beim Film mitwirken. Das sind vermutlich Reiterinnen, die zwar gern und gut reiten möchten, aber kaum Turnierambitionen haben dürften. Sogleich denke ich an einen bösen Leserbrief, der sich darüber beschwerte, dass ich einen ebensolchen Schluss aus einem Foto zog, womit sich die dargestellte Reiterin völlig verkannt fühlte.

Zurück zu dieser Szene: Hier fehlte mir ein Hinweis, eine Übung, wie man diese fehlende Kraft entwickeln kann. Das ist schade, weil Sabine Bruns sicher solche Übungen in petto hat.

Ansonsten fand ich den Film sehr eingängig, insbesondere auch die Zugabe mit den Massageübungen. Auch dort hatte ich den Eindruck, dass etwas fehlt: Zwei Pferde, genauer ein Pferd und ein Pony, werden von zwei Frauen gehalten, aber nur an dem Pferd führt Sabine Bruns ihre Übungen vor, und zwar so, dass jeder diese sogleich versteht und sicher auch selber anwenden kann. Ich wartete die ganze Zeit darauf, dass auch das Pony gewürdigt wird, allerdings vergebens.

Das ist natürlich kein Mangel sondern auch in diesem Fall vermutlich ein Hinweis darauf, dass hier ursprünglich etwas vorgesehen war, was dann schließlich der Schere zum Opfer fiel, der elektronischen natürlich, und sei es auch nur aufgrund von zeitlichen Überlegungen. Der Film dauert ziemlich genau eine Stunde, die Zugabe acht Minuten. Und wie das so bei Filmen der Fall zu sein scheint, wird man vermutlich Material für mehrere Stunden gedreht haben, aus dem dann ein schlüssiger Film der vorgegebenen Länge geschnitten werden musste. Dabei ergeben sich dann gelegentlich mehr oder weniger deutliche Schnittfehler logischer oder inhaltlicher Art.

Immer wieder gingen mir Gedanken durch den Kopf, die mit den aktuellen Problemen rund um Totilas zu tun haben (» Der tanzende König, » Umstrittene Methode: Rath-Trainer plant Rollkur für Totilas, » Mögliche Totilas-Rückkehr: Wirbel um das Wunderpferd). Wäre Sabine Bruns in der Lage, dem Pferd-Reiter-Gespann zu helfen? Gleich zu Anfang macht sie deutlich, dass nach ihrem Dafürhalten eine Rollkur nicht die Lösung sein kann. Nun ist der arme Totilas damit zur Weltklasse aufgelaufen und kann offenbar gar nicht anders. Ich vermute, dass in diesem Fall gar nichts anderes übrig bleibt, als wieder zu den Mitteln zurückzukehren, die das Pferd gewohnt ist.

Immerhin dürfte, wenn ich Sabine Bruns richtig verstanden habe, eine sportliche Spitzenleistung nach ihrer Erklärung mit einer solchen Methode gar nicht möglich sein. Aber vielleicht unterschätze ich Sabine Bruns hier sowohl in ihrem Verständnis als auch in ihren Möglichkeiten. Andererseits ist es nicht ihre Aufgabe und nicht ihr Ehrgeiz, Pferd und Reiter zu olympischen Ehren zu bringen.

Wie dem auch sei, das ist nicht ihr Thema, das ist nicht ihre Zielgruppe, darum geht es nicht. Der Film ist eher für den Durchschnittsreiter wie mich und hat mir gut gefallen, was die Hauptsache ist: Er kann sicher vielen helfen. Ich war nur manchmal etwas irritiert, dass das Lehrpferd so unruhig war. Das tat der ganzen Sache nicht so gut. Aber auch hier wieder musste ich mir sagen: Darum geht es nicht. Es geht um das Fühlen, und in dieser Hinsicht hat Sabine Bruns viel erreicht. So viel, wie man eben in 60 Minuten erreichen kann.

Einen Vorgeschmack können Sie übrigens unter » Fühl doch mal, DVD von Sabine Bruns, Physio-Riding, Reiten lernen bekommen.

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