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Rezension   Magazin Magazin, Ausgabe 672, erschienen am 12.02.2012

Magazin  Ausgabe 672
Reiten lernen
Der leichteste Weg zum Pferd

von Cavallo Basic

Einband: broschiert, Seitenzahl: 166, Abbildungen: 280, Format: 215mm x 280mm

Stuttgart, Januar 2012

Müller Rüschlikon

ISBN 978-3-613-30695-0

EUR (D) 9, 80

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Rezension Rezension von

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Autorenhinweise m_red  » Werner Popken

erschienen im Magazin Magazin
Magazin » Ausgabe 672
vom 12.02.2012
Rezensionen  Rezension

Der Verlag sagt über das Buch:

Pferde faszinieren. Immer mehr Menschen haben deshalb den Wunsch, endlich Reiter zu werden. CAVALLO, das Magazin für aktives Reiten, bringt diesen Traum ganz nah: Der Basic-Ratgeber »Reiten lernen. Der leichteste Weg zum Pferd« aus der Redaktion von Deutschlands größter Reiterzeitschrift macht Pferdefreunden von 8 bis 88 Jahren Lust auf den (Wieder-)Einstieg. Alle Tipps sind in der Praxis vielfach erprobt und brandaktuell. Ob Neuling oder Wiedereinsteiger nach der Reitpause: Hier bekommt jeder das praxisnahe Basiswissen mit Ratschlägen der besten Reitlehrer der Szene.

Rückentext

Endlich Reiter!

Pferde faszinieren – weil sie natürlich schön anmuten und Kumpel fürs Leben sind, die voller Sanftmut oder Temperament stecken. Kein Wunder, dass immer mehr Menschen ihre Liebe zum Pferd entdecken und den Wunsch haben, Reiter zu werden.

CAVALLO, das Magazin für aktives Reiten, bringt Sie dem Traum ganz nah. Der kompakte Ratgeber aus der Redaktion von Deutschlands größter Pferdezeitschrift macht Lust, das Reiten richtig zu lernen und eine gute Beziehung zum Vierbeiner zu bekommen.

Ob Neuling oder Wieder-Einsteiger nach der Reitpause: Hier ist das praxisnahe Basis-Wissen mit Tipps von den besten Reitlehrern des Szene. Und zwar für jedes Alter von 8 bis 88, denn es ist nie zu spät, sich mit Pferden anzufreunden.



Verlag

» Müller Rüschlikon




Kolumnen Rezension

Der Titel des ersten Bandes aus der neuen Serie CAVALLO Basic ist ganz ähnlich aufgemacht wie die des zweiten (EquiVoX-Link Erste Hilfe, Das Notfallbuch für Pferde) und der eines jeden Magazinheftes: Ein großes Bild, eine große Schlagzeile, vier kleine Bilder, die bestimmte Themen ins Blickfeld bringen sollen, mit einem großen Untertitel in Großbuchstanden und roter Farbe und einem zweizeiligen Anreißer, dazu ein dicker roter Punkt mit weiteren Slogans, die alle schreien: Kauf mich! Kauf mich! Kauf mich!

Ist das nicht der Sinn des Lebens? Konsumieren! Werden wir nicht von morgens bis abends als Objekte gesehen, die kaufen sollen, egal was? Bei der Besprechung des ersten Bandes hatte ich schon die Vermutung geäußert, dass diesen Büchern nicht nur ein neues Geschäftsfeld aufgetan werden soll, sondern die Leser sollen auch nach Möglichkeit zu Abonnenten des Magazins werden.

Man könnte also auch meinen, dass ein solches Objekt zwischen Buch und Magazin – vom Verlag Bookazine getauft – eine andere Art der Werbung darstellt. So gesehen stellt sich die Frage, warum der Verlag das Objekt nicht verschenkt – das wäre sicher billiger als die üblichen Prämien beim Abschluss eines Abos.

Aber genug der Nörgelei: Was hat es mit diesem Buch auf sich, soll man es empfehlen, für wen ist es gedacht? Ich schlage den Buchdeckel auf, mein Blick fällt auf das Editorial (was den Magazincharakter unterstreicht, ein Buch hätte ein Vorwort), und mein Auge wird wie magisch angezogen von der Werbung. Ein Pferdeauge und zwei Frauenaugen schauen mir tief in die Augen. Genauer gesagt sind es die Frauenaugen, das Pferdeauge schaut an mir vorbei die unbestimmte Tiefe. Die Frau schmust mit dem Pferd, meint aber zweifellos mich. Ja, wer seine Frau mit dem Pferd schmusen lässt, so könnte man dieses Bild interpretieren, der bekommt abends eine heiße Braut fürs Bett.

Nun ist ja bekanntlich die Zielgruppe so gut wie ausschließlich weiblich; ich lasse den Umschlag wieder fallen und die Frau vom Titel blickt mich an, verhalten verheißungsvoll, etwas distanziert – der Umgang mit dem Pferd, so erkennt man, verleiht ihr Selbstbewusstsein, was ihre Ausstrahlung zweifellos verstärkt.

In der Werbung wird generell fast ausschließlich mit Frauen gearbeitet, auch wenn Frauen etwas verkauft werden soll. Wie wirkt die Werbung neben dem Editorial auf eine Frau? Völlig anders, aber absolut stimmig.

Diese Frau ist aseptisch, sie riecht nicht nach Pferd. Sie hat zu dem Pferd keine Beziehung, sie reitet es höchstens – kümmern tun sich andere. Das Bäuerische ist ausgeblendet, der Sport steht im Vordergrund, für den das Tier lediglich Mittel zum Zweck ist. Und tatsächlich thematisiert ja die Überschrift „Pferdesport“ . Es soll ein Markenbewusstsein geschaffen werden, Pferdesport ist schick, Pferdesport ist für die Reichen und Schönen dieser Welt, wer Pferdesport treibt, gehört dazu.

Also die üblichen Mechanismen, mit denen man auch Parfüm, Unterwäsche, was weiß ich an die Frau bringt.

Das ist die Welt der Werbung – das Heft ist demgegenüber erfrischend handfest. Da wird kein Thema ausgelassen – insofern dürfte dieses Heft für Leute, die mit den Reiten liebäugeln, eine der besten Investitionen sein. Die Cavallo-Redaktion kann auf einen riesigen Erfahrungsschatz zurückgreifen: Die Reitschul-Tests. Der Leser bekommt ein gutes Gefühl dafür, was Reitschulen leisten können und welche Ansprüche man haben sollte.

Reiten wird sogar als Sport für die ganze Familie propagiert, weil weder viel Kraft noch andere Extremtalente gefordert seien. Im übrigen könne man in jedem Alter Reiten oder Fahren – was zweifellos ins Auge fällt: Selbst im Spitzensport sind Reiter unterwegs, die bei anderen Sportarten schon längst abgemustert hätten.

Ein Themenheft würde vermutlich dasselbe leisten. Der Unterschied ist vermutlich eher, dass ein Themenheft nicht behauptet, ein Buch zu sein. Das wiederum führt dazu, dass das Themenheft am Zeitschriftenkiosk erscheint, dieses Bookazine dagegen in der Buchhandlung. Ein völlig anderer Markt.

Man kann die Entscheidung des Verlags durchaus nachvollziehen. Da wildert das Magazin in einem fremden Revier. Was dem Eigentümer Recht sein darf, denn beide Reviere gehören ihm.

Und auch aus der Sicht des Lesers ist diese Entscheidung interessant; ich kenne zwar keine statistischen Erhebungen, könnte mir aber durchaus vorstellen, dass es sich bei den Leuten, die in der Buchhaltung beziehungsweise am Kiosk stöbern, um verschiedene Kreise handelt, deren Schnittmenge möglicherweise ziemlich klein ist. Insofern wäre zu begrüßen, dass dem Bücherleser das Thema auf diese Weise nahegebracht wird.

Nachtrag: Beim Korrekturlesen fällt mir auf, dass ich von Heft rede, wo ich hätte den Ausdruck Buch verwenden sollen. So ganz überzeugt mich das Konzept also wohl nicht. Beim Schreiben ist es mir schon aufgefallen, aber jetzt weiß ich, warum ich ausnahmsweise keine Zitate gebracht habe: Es ist nicht nötig. Und zwar aus zwei Gründen: Erstens weiß man, was und wie Journalisten schreiben, und zweitens gibt es wenig, das es wert wäre, hervorgehoben zu werden. Magazine sind eben auch immer Unterhaltung, was nicht unbedingt negativ gewertet werden muss. Bei einem Sachbuch tritt der Unterhaltungsaspekt allerdings völlig zurück.

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