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› CENTAURON – Reiten als offenes System von Verantwortlich reiten: Die Arbeitsstunde für das Pferd Reiten ist also keineswegs nur ein Frage der Routinenentwicklung, wie es durch den bekannten Spruch „Reiten lernt man nur durch Reiten“ suggeriert wird. Reiten lernen bedeutet einen vollkommen neuen Weg des Verhaltens innerhalb dynamischer Prozesse, welche sich besonders durch einen hohen Grad an Unvorhersehbarkeit/Unbestimmtheit auszeichnen, zu erkennen und sich anzueignen. Reiten bewältigt derjenige am besten, der sich selbst als möglichst „offenes System“ darstellt, welches improvisierend, unmittelbar und unvoreingenommen auf Veränderungen in Übereinstimmung mit diesen reagieren kann. Vorbereitung: Es versteht sich von selbst, dass unter diesen Punkt zweierlei Aspekte zu nennen sind: · Vorbereitung im Sinne des Aufwärmens, Gymnastizierens und Sicherstellens des Hilfengehorsams Hierunter fällt die Skala der Ausbildung insoweit, als die einzelnen Lektionen entsprechende Stufen verlangen. · Vorbereitung im Sinne der punktuellen Präparation für vereinzelte Belastungen Folgende Punkte sind standardmässig in den vorbereitenden Ablauf zu integrieren: - Aufmerksam machen (Ansprechen, Schnalzen, Arret, halbe Parade, Aufrichten/ „schrubben“ , wenn etwa der Schwung verloren ging, denn dieser ist ad hoc nicht ohne weiteres wieder herzustellen. Gleiches gilt beispielsweise auch für einen partiellen Gleichgewichtsverlust, sofern dieser nicht unmittelbar durch reiterliche Einwirkung kompensiert werden kann. Jede Aktion, die sich über diese Prämisse hinwegsetzt, bedeutet die Gefahr eines Schadens am Pferd (Sehnen, Bänder, Gelenke, Muskulatur, Energie Motivation). Das wichtigste Gut, das der Reiter von seinem Pferd erwerben kann, ist das Vertrauen in seine Kompetenz. Der Reiter muss immer, – soweit die Situation es zulässt (Man denke an Gefahr für Leib und Leben gegen andere) -, das Wohl seines Pferdes vor Augen haben. Zwinge ich das Pferd etwa durch eine Pirouette, die bereits verloren ging, dann kann dies nur unter erheblichem Aufwand von Seiten des Pferdes geschehen, welches aber infolge eines solchen Kraftaktes sicherlich (sofern dies sich wiederholt) zunehmend verhalten, verspannt, abwehrend gegenüber dieser Lektion reagieren lernen wird. Dies kann nicht im Interesse des Reiters sein. Dieser Anspruch ist auch unschwer nachvollziehbar, wenn man sich selbst an Stelle des Pferdes setzt und sich eine Situation ausmalt, die aus eigener Anschauung und Einschätzung wenigstens als grenzwertig für die eigenen Möglichkeiten eingestuft werden kann. Grundsätzlich gilt: Jede Lektion ist eine Variation von zwei grundlegenden Bewegungsmöglichkeiten: a) Im Geradeaus b) In Stellung & Biegung Geradeaus… |
› Offenes System von Die Reitlehre, die Nick Mott verfasst hat und uns nun schon seit Wochen begleitet, ist nach meinem Dafürhalten völlig einzigartig. Das gilt wahrscheinlich für jede Reitlehre, da sie ja von einer konkreten Person stammt und von deren Erfahrung und Weltsicht geprägt ist. Das kann gar nicht anders sein. Dennoch fällt diese Reitlehre aus dem Rahmen. Es ist nach meinem Gefühl eine Reitlehre aus Frustration – der Autor gibt es ja schon im Vorwort zu, wo er sich als „Anwalt für das Pferd wider reiterliches Unvermögen“ bezeichnet. Mit allfälligen Methoden zur „Verknechtung des Pferdes“ , wie er das nennt, will er nichts zu tun haben. Und deshalb nimmt er den Reiter ins Visier, dessen Vorstellungen und Möglichkeiten. Wenn die nicht mit den Möglichkeiten des Pferdes und der Situation, in der sich beide befinden, im Einklang sind, fängt bei ihm die „Tierquälerei aus Unverstand, falschem Ehrgeiz und selbstdarstellerischer Eitelkeit“ an. Deshalb müssen ihn die Vorstellungen und Möglichkeiten des Reiters interessieren. Ebenfalls im Vorwort sagt er: „Wenn Du reiten möchtest, dann musst Du allzeit bereit sein, Dich zu bewegen – kurz: Frei beweglich sein“ , und er führt einen japanischen Schwertfechtmeister aus dem 16.Jakrhundert an, der gesagt haben soll: „Fehlerlosigkeit liegt allein in der freien Beweglichkeit!“ In dieser Woche umkreist er dieses Thema unter einem neuen Stichwort: Offenes System. Reiten
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› Tipps für eine erfolgreiche Pferdebeobachtung und -beurteilung Teil 48 Von Als Reitlehrerin hatte ich nicht nur mit ängstlichen bzw. sehr vorsichtigen und ‘machthungrigen’ Reitschülern zu tun, sondern begegnete des Öfteren auch Menschen, die allem Anschein nach das Wesen und auch den Körper eines Pferdes völlig falsch einschätzen und unsere fühlenden vierbeinigen Reitpartner tatsächlich auf ein maschinelles Niveau herunterstufen wollen. ‘Warum kann ich denn nicht eine Stunde lang nur Volten oder Schlangenlinien üben, wenn mir deren Durchführung Probleme bereitet? Im Tennisverein ist es ja auch möglich, dass ich eine Stunde lang an der Ballmaschine zum Beispiel nur die Rückhand trainiere!’ Diese im etwas trotzigen Ton vorgebrachte Beschwerde eines erwachsenen und an sich tierlieben Mannes hat mich anfangs verblüfft und zum Lachen gebracht, aber als mir klar wurde, dass diese Frage tatsächlich ernst gemeint war, hat sich in mir doch Entsetzen breit gemacht. Wie ist es möglich, dass ein eigentlich überdurchschnittlich intelligenter Mensch mit entsprechendem Bildungsniveau nicht von selbst die Unsinnigkeit dieses Vergleiches erkennt? Man kann doch schließlich die Verwendung einer Ballmaschine nicht mit der Zusammenarbeit mit einem Lebewesen gleichsetzen, schon gar nicht, wenn es sich dabei um ein hochsensibles Tier wie das Pferd handelt! Selbst das Argument, dass man auch mit einem fühlenden menschlichen Partner eine bestimmte Spielvariante bei Bedarf ständig wiederholen könnte, lässt sich nicht einfach auf den Reitsport übertragen, denn dem Menschen kann man zumindest den Sinn seines Vorhabens erklären, das Tier hingegen würde diese Argumente im Normalfall nicht verstehen und dementsprechend die Anweisungen mit wachsendem Widerwillen oder nach einiger Zeit auch gar nicht mehr befolgen, wenn etwa die Übung bei fortwährender Wiederholung mit körperlichen Beschwerden einhergeht, wie es bei engen Wendungen oder Seitwärtsgängen der Fall sein kann. Leider gibt es aber auch Reitlehrer, die auf solche Umstände und das Wohl ihrer Schulpferde wenig Rücksicht nehmen oder sogar selbst die Meinung vertreten, dass die Tiere wie Maschinen arbeiten sollen und dementsprechend gefügig gemacht werden müssen. Tatsächlich funktioniert dies nur mit ohnehin bereits einigermaßen unterwürfigen Pferden, doch selbst bei diesen bleibt eine derartige Behandlung nicht f _… |
Marco Kutscher Cornet Obolensky Reiter reitet für die Bank Hengst springt für Geld Wer siegt, sahnt ab Decktaxe 1000 gefroren, 3000 frisch Michael Whitaker, GBR Handel Penelope Leprevost, FRA Mylord Carthago HN Rolf-Göran Bengtsson Ninja La Silla |
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