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![]() Wie wird man ein guter Reiter? |
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· Hände vor Brust verschränken, Handflächen nach vorne drehen, Arme über Kopf und Strecken mehrfach · Auf die Brust legen, auf den Rücken legen mit gestreckten Armen · Mühle im Schritt, Trab, Galopp · Fahne im Schritt, Trab, Galopp · Stehen · Flanke · Schere · Damensitz · Damensitz, Arme kreisen versetzt · Damensitz, Arme seitwärts strecken, Drehen links, Drehen rechts, mit 1x Nachwippen · Damensitz innen gleichzeitig und im Wechsel · Damensitz, Fliegenfangen · Damensitz, Schattenboxen · Damensitz im Trab · Damensitz im Galopp · Schneidersitz · Schneidersitz, Arme kreisen vorwärts gleichzeitig · Schneidersitz, Arme kreisen rückwärts gleichzeitig · Schneidersitz, Arme kreisen vorwärts versetzt · Schneidersitz, Arme kreisen rückwärts versetzt · Schneidersitz, Ellbogen kreisen vorwärts gleichzeitig · Schneidersitz, Ellbogen kreisen rückwärts gleichzeitig · Schneidersitz, Ellbogen kreisen vorwärts versetzt · Schneidersitz, Ellbogen kreisen rückwärts versetzt · Schneidersitz, Arme seitwärts strecken, Drehen links, Drehen rechts, mit 1x Nachwippen · Schneidersitz, Hände im Nacken, Rumpfbeuge diagonal, Ellbogen zum Knie · Schneidersitz, Hände im Nacken, Ellbogen zurück und Drehen links, Drehen rechts · Schneidersitz, Fliegenfangen · Schneidersitz, Schattenboxen |
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· Handgelenkskreisen · Fußgelenkskreisen · Nackenkreisen · Mit Gewichten an Händen und/oder Füssen reiten lassen · Mit Gewichtsweste reiten lassen · Rechnen lassen · Rezitieren lassen · Erklären lassen · Über Cavaletti reiten lassen im Leichttraben · Über Cavaletti reiten lassen im Galopp, leichter Sitz · Über Cavaletti reiten lassen im Galopp, Aussitzen · Über Cavaletti reiten lassen im Galopp, leichter Sitz, Arme seitwärts gestreckt · Über Cavaletti reiten lassen im Leichttraben, mit verbundenen Augen · Über Cavaletti reiten lassen im Galopp, mit verbundenen Augen · Hände im Nacken, Ellbogen zurück, Rumpfdrehen · Hände im Nacken, Ellbogen zurück, Rumpfbeuge lateral, Ellbogen zum Knie · Hände im Nacken, Ellbogen zurück, Rumpfbeuge diagonal Ellbogen zum Knie · Hände im Nacken, Ellbogen zurück, Rumpfbeuge vor und zurück · Hände im Nacken, Ellbogen zurück, Kniebeuge wechselseitig bis Schulter · Hände im Nacken, Ellbogen zurück, Kniebeuge gleichzeitig bis Schulter · Hände im Nacken, Ellbogen zurück, Mühle · Hände im Nacken, Ellbogen zurück, Damensitz · Hände im Nacken, Ellbogen zurück, Schneidersitz · Hände im Nacken, Ellbogen zurück, Rumpfbeuge nach hinten, Ellbogen diagonal auf Hüfte des Pferdes · Hände im Nacken, Ellbogen zurück, Rücklage 45°, Drehen links/rechts mehrfach · Hände im Nacken, Ellbogen zurück, Rumpfbeuge diagonal, Nase linkes Knie -strecken, Nase rechtes Knie strecken |
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· Rückwärts sitzen · Rückwärts sitzen, Arme kreisen versetzt · Rückwärts sitzen, Arme kreisen · Rückwärts sitzen, Hände im Nacken, Rumpfbeuge vor und zurück · Rückwärts sitzen, Hände im Nacken, Rumpfbeuge diagonal, Ellbogen zum Knie · Rückwärts sitzen, Hände im Nacken, Drehen links, Drehen rechts, mit 1x Nachwippen · Rückwärts sitzen, auf den Bauch legen, auf den Rücken legen · Rückwärts sitzen, Arme seitwärts strecken, Drehen links, Drehen rechts mit 1x Nachwippen · Rückwärts sitzen, Schneidersitz · Rückwärts sitzen, Trab · Rückwärts sitzen, Galopp · Leichttraben, Arme kreisen vorwärts gleichzeitig · Leichttraben, Arme kreisen rückwärts gleichzeitig · Leichttraben, Arme kreisen vorwärts versetzt · Leichttraben, Arme kreisen rückwärts versetzt · Leichttraben, Ellbogen kreisen vorwärts gleichzeitig · Leichttraben, Ellbogen kreisen rückwärts gleichzeitig · Leichttraben, Ellbogen kreisen vorwärts versetzt · Leichttraben, Ellbogen kreisen rückwärts versetzt · Leichttraben, Ellbogenstoßen · Leichttraben, Arme seitwärts strecken, Drehen links, Drehen rechts mit 1x Nachwippen · Leichttraben, Hände im Nacken, Drehen links, Drehen rechts · Leichttraben, Arme im Rücken verschränken, Ellbogen an Ellbogen greifen · Leichttraben, Fliegenfangen · Leichttraben, Schattenboxen · Leichttraben, ständiges Umsitzen nach Vorgabe (jeder 2. Tritt, jeder 4. Tritt) · Leichttraben, mit Eigenkontrolle ohne zur Schulter zu gucken ( „Hüftbewusstsein“ !) · Leichttraben, Aussitzen im Wechsel auf Kommando · Leichttraben ohne Bügel (Reiter soll erkennen, wie ökonomisch man sichbewegen muss für richtiges Leichttraben – kein Zinnsoldatengehopse) · Leichttraben (wie, warum: äußere Schulter geht vor, Reiter rollt auf Oberschenkel nach vorne. Entlastung des Pferderückens von steifer Reiterhüfte!) |
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· Galopp, Arme kreisen vorwärts gleichzeitig · Galopp, Arme kreisen rückwärts gleichzeitig · Galopp, Arme kreisen vorwärts versetzt · Galopp, Arme kreisen rückwärts versetzt · Galopp, Ellbogen kreisen vorwärts gleichzeitig · Galopp, Ellbogen kreisen rückwärts gleichzeitig · Galopp, Ellbogen kreisen vorwärts versetzt · Galopp, Ellbogen kreisen rückwärts versetzt · Galopp, Arme seitwärts strecken, Handflächen nach oben, Drehen links, Drehen rechts, mit 1x Nachwippen · Galopp, Ellbogenstoßen · Galopp, Schattenboxen · Galopp, Fliegenfangen · Galopp, Damensitz · Galopp, Damensitzwechsel von innen nach außen und zurück · Galopp, Rumpfdrehen, mit gestrecktem Arm diagonal Kruppe berühren · Vor den Sattel setzen hinter den Sattel setzen · Rückwärts Schneidersitz und Übungen · Wechselseitg hinterm Rücken an gegenüberliegende Ferse packen · Beidseitige Kniehocke hintereinander ohne Festhalten · Ellenbogenstoßen mit Armwippe nach hinten im Wechsel · Schattenboxen · Fliegenfangen · In allen Gangarten und Übungen · Rückwärts traben, galoppieren · Ohne Bügel und Übungen · Rückwärts sitzen und Übungen im Schritt |
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· Jonglieren zu Pferde · Balancieren zu Pferde · Arme im Rücken verschränken und Gangarten im Wechsel · Ellenbogenstoßen nach unten rhythmisch · Beinschere über Hals in Folge · Körperwaage auf Ellenbogen · Gewichte an Armen, Beinen, Oberkörper · Mit Achterschlinge am Handgelenk Zügelführung · Leichter Sitz · Entlastungssitz · Cavalettiarbeit · Schreiben zu Pferde · Origami zu Pferde · Knoten zu Pferde · Bierdeckel unter Gesäß · Mit Glas Wasser reiten · Ball werfen (auch Basketballkorb treffen lassen) · Nunchaku zu Pferde · Einhändig reiten · Hosenträger als Zügelersatz · Mexikanische Zügelführung · Kauern – Strecken im Wechsel · Fliegenfangen · Schattenboxen · „Bogenschießen“ · Schulterstand · Auf Halfter reiten lassen |
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· Zügel vertauschen, über Kreuz führen lassen · Hände hinter Rücken und Zügel über Kreuz führen lassen · Hände auf Kruppe aufstützen, Beine über Mähnenkamm scheren lassen mehrfach · Hände auf Kruppe aufstützen, Beine über Mähnenkamm · Kerze · Hände auf Sattelpauschen stützen, Rumpf nach vorne wippen, Beine hinten gestreckt hoch, Hacken berühren lassen · Rolle vorwärts über Kruppe · Rolle rückwärts an der Seite · Ellbogenstütze in Bauch, Waage · Vor den Sattel setzen, hinter den Sattel setzen im Wechsel · Jonglieren (Tücher, Bälle) · Balancieren (Glas Wasser, Stock) · Kugeln auffädeln auf Schnur in Trab und Galopp · Rechenaufgaben lösen während Übungen · Kosakenhang · Gerte vom Pferd aus vom Boden aufheben · Wechselseitig Knie bis an die Schulter ziehen · Liegestütz zu Pferde · Jojo benutzen in Trab und Galopp · Fahrrad fahren auf dem Pferd · „Tai Chi“ zu Pferde · Atemübungen · Reiten ohne Sattelgurt (Sattelgurt wird nur benötigt, wenn der Reiter nicht im Gleichgewicht sitzt – nur möglich, wenn Pferd gute Sattellage, bzw. ausgebildeten Widerrist hat) · Reiten ohne Sattel (direkter Kontakt zum Pferd, deutlicheres Erspüren, Gewicht kann punktuell eingesetzt werden mit Gesäßknochen Pferd „weichkneten“ , keine Möglichkeit, sich festzuklemmen, weil man sonst sofort ins Rutschen kommt!) |
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Mit verbundenen Augen blind reiten lassen: [Die normale Gleichgewichtswahrnehmung erfolgt über das Innenohr des Reiters und wird im Kleinhirn verarbeitet. Beim Reiten kommt es jetzt zu einem doppelten Paradoxon: 1. Der Reiter orientiert sich ähnlich wie jemand auf einem Schiff bei Seegang an einem künstlichen Horizont, der Bande, um sich balancetechnisch zu orientieren. 2. Die Wahrnehmung des Pferdegleichgewichtszustandes kann nur über das eigene Becken erfolgen und dann ins Verhältnis zum eigenen Gleichgewichtsempfinden erfolgen!!! Das hat logischerweise zur Folge, dass der Reiter erst sein eigenes Gleichgewicht falsch einschätzt und dann damit das des Pferdes, wodurch diesbezügliche Korrekturreaktionen die Gesamtsituation verschlimmern müssen! Erschwerend kommt hinzu, dass die visuelle Reizverarbeitung bis zu 50% der Verarbeitungskapazität des Gehirns in Beschlag nehmen kann und somit die restlichen Sinneswahrnehmungskanäle die restlichen 50% teilen müssen, wobei (den odorischen/riechenden und gustatorischen/geschmacklichen Sinn weglassend) für den · haptischen / berührungsbeurteilenden, den · akustischen / hörenden und den · vestibularen / gleichgewichtsempfindenden Sinn rein rechnerisch jeweils ca. 16.6% übrig blieben! Das bedeutet im Klartext, dass der für das Reiten wichtigste Wahrnehmungskanal im Umkehrverhältnis zum negativ sich auswirkenden visuellen Kanal steht und so nur ein Bruchteil der dringendst benötigten Gleichgewichtskoordination zum Tragen kommt. Jeder kennt das: Wenn er durch einen Sinn besonders in Beschlag genommen wird, werden die anderen teilweise reduziert auf Null. Wer hat nicht schon erlebt, dass er jemanden nicht gehört hat, weil er z.B. durch einen visuellen Reiz abgelenkt war? Umgekehrt: Wer könnte schon etwas anderes wahrnehmen, wenn er stolpert, stürzt und beschäftigt ist, sein Gleichgewicht zu halten? Diese Problematik wird beim Reitenlernen völlig unterschätzt. In meiner Arbeit mit Blinden habe ich erfahren können, dass diese sich diesbezüglich in einer „vorteilhafteren“ Position befinden: Blinde Reiter erfühlen deutlich mehr und schneller, was ihnen ihr Pferd über sein Bewegungsverhalten und seine Rücken- und oder Maultätigkeit mitteilt.] Alle wesentlichen Vorgänge unter dem Reiter diesen nachempfinden lassen, indem man ihm einen anderen auf die Schultern setzt und · Lektionen · Bahnfiguren · Bewegungsverhalten unter Belastung und Beeinträchtigung vollführen lässt! |
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Lektionen: z.B.: · Einreiten/Halten · Zügel aus der Hand kauen lassen · Überstreichen · Rückwärtsrichten · Ganze Parade zum Halten · Übergang Schritt-Trab-Schritt · Übergang Trab-Galopp-Trab · Übergang Schritt-Galopp-Schritt · Übergang Halt-Schritt-Halt · Übergang Halt-Trab-Halt · Übergang Halt-Galopp-Halt · Zirkel verkleinern und vergrössern · Ecken ausreiten · Volte · Schlangenlinien - Seitengänge: – Schenkelweichen – Schulterherein in Trab/Galopp - Inversions-Vorhandwendung - Schrittpirouette (Hinterhandwendung) - Galopppirouette - Kurzkehrt |
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- Versammelter Trab - Mitteltrab - Starker Trab - Versammelter Galopp - Mittelgalopp - Starker Galopp - Kontergalopp - Fliegender Wechsel einfach - Fliegender Wechsel 4/3 fach - Fliegender Wechsel 2 fach - Fliegender Wechsel a tempi - Schaukel - Piaffe - Passage - Levade -... Zweck: Eine Lektion ist eine „Lern-Übung“ . Es ist außerordentlich wichtig, den Charakter von Lernübungen wirklich verstanden zu haben, sonst läuft der Reiter Gefahr, sein Ziel zu verfehlen!!! „Lernen“ kommt etymologisch von „leisten“ und dieses bedeutet ursprünglich „etwas nachspüren“ . „Lektion“ stammt aus dem lateinischen „legere“ = „lesen“ im Sinne von „sammelnd auflesen“ . Eine Lernübung ist demnach also eine durch den Reiter initiierte und gestaltete Situation, die es dem Pferd ermöglichen soll, seinen Ressourcen, Potentialen & Optionen · Ressource = die Quelle grundsätzlichen Vermögens (unstrukturiertes Vermögen) · Potential = das Vermögen selbst, welches zu bestimmten Leistungen befähigt (strukturiertes Vermögen) · Option = die Möglichkeiten, das Vermögen nutzbringend einzusetzen (integriertes Vermögen) „sammelnd aufgelesenen“ Erfahrung sein Verhalten darauf optimal abzustimmen, damit es möglichst friktionsfrei sein kann und so die Übung erst ihre aufbauende, entwickelnde Funktion erfährt. |
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Der Zweck dabei ist, so das Pferd möglichst behende zu machen, also ihm seine ihm innewohnende grösstmögliche Bewegungsfreiheit zur Entfaltung zu bringen. Dies trotz der Anwesenheit des und Behinderung durch den Reiter. Der Reiter muss sozusagen Wiedergutmachungsarbeit leisten, denn erst durch seine Anwesenheit und sein Einwirken entstehen neuartige Bewegungsproblematiken für das Pferd, welches von Natur aus mit sich selbst ja im reinen ist und außerdem nie darum gebeten hat geritten zu werden!! Die Lektionen sollen zudem sicherstellen, dass die Kommunikation/Hilfe zwischen Reiter & Pferd unmissverständlich, reaktionsschnell, ausführungssicher sich gestaltet. Denn neben der grösstmöglichen Bewegungsfreiheit des Pferdes muss ja auch die Kontrolle darüber durch den Reiter gewährleistet sein. Das Ausführen von Lektionen ist demnach nie Selbstzweck! Die Lektion muss immer in Übereinstimmung mit den grundlegenden Dispositionen des Pferdes und der umgebenden Bedingungen erfolgen und immer in Hinblick auf den entwickelnden und/oder korrigierenden Kontext. Lektionen, die funktionieren werden nicht wiederholt! Wiederholung ist Strafe!!! Natürlich muss ich immer wieder wiederholen, bis eine adäquate Reaktion durch das Pferd auf die Erfordernisse der Situation erfolgt. Aber dies muss in gesunder Einschätzung der Verhältnismässigkeiten (Belastbarkeit, Zweckmässigkeit, Fortschrittsanzeigen, Willigkeit etc.) geschehen! Denn oberstes Ziel aller Arbeit muss es sein, dem Pferd seine Motivation zu erhalten!!! Wurde diese erst einmal verloren, so ist es sehr schwer, sie in alter Qualität wieder zu erstellen. Daher darf das Provozieren von Unlustgefühlen wirklich nur im Zusammenhang von Bestrafung bei grobem Ungehorsam (wobei sicher gestellt sein muss, dass nicht etwa Schmerzen, Verwirrung, Angst o.ä. die Ursache sind!!!) stattfinden. Daher kommt der Reiter, der ja auch immer Ausbilder ist, – ob er dies nun will oder nicht, denn er prägt durch sein Verhalten das des Pferdes immer mit! -, nicht darum herum, seine immersive Empathie zu entdecken, zu fördern und beständig einzusetzen. Dieser Begriff bedeutet nichts anderes, als dass der Reiter sich fortgesetzt in die sich ständig ändernde Situation einfühlt und seine Reaktion, respektive weitere Vorgehensweise darauf abstimmt. Das Pferd ändert sich von Schritt zu Schritt, von Tritt zu Tritt, von Sprung zu Sprung! Das Pferd ist ein dynamisches System, welches zwar sich selbstähnlich, aber niemals identisch verhält! Wer den kleinen Abweichungen (Deviationen) nicht Rechnung trägt, wird über kurz oder lang von der akkumulierten Divergenz in einem Qualitätssprung des Verhaltens überrascht werden und dann nicht mehr in der Lage sein, adäquat zu kompensieren. „Obsta initiis!“ – Wehret den Anfängen – wussten schon die alten Römer und sie haben recht. Zumindest was das Reiten angeht, denn jewede Entwicklung im Pferd vollzieht sich in so raschen Intervallen und lässt dem Reiter keinerlei Zeit bewusst darauf zu reagieren, so dass dem Reiter der für die Kontrolle nötige Zeitzugewinn nur über vorausschauendes und vorwegnehmendes Reagieren (eigentlich Pro-agieren) offen steht! Je sensitiver der Reiter ist, desto früher erkennt er schon im kleinsten Ansatz sich abzeichnende Veränderungen und geht darauf ein, bevor sie sich „auswachsen“ können. Eine andere Chance zur reellen Kontrolle des Geschehens gibt es nicht! Diese besondere Form der Sensitivität ergibt sich aus einer besonders (los)gelassenen geistigen und körperlichen Haltung (Nicht-Haften!), die sich der vom Pferde ausgehenden Signalaufnahme verpflichtet weiss. Das Schwierigste, das ein Reiter lernen muss, ist diese gewisse Form des Nicht-Verhaftet-Seins. Solange ein Reiter klemmen muss, weil er keinen Gleichgewichtssitz beherrscht, solange er sich zu schnell zu sehr in Details verbeißt oder zu lange bewusst reflektiert, solange hat er keine reelle Kontrollmöglichkeit über das Geschehen! Denn, wenn er verkrampft ist, – geistig wie körperlich -, so entgehen ihm zwangsläufig die feinen Signale, welche ihm die weitere tendenzielle Entwicklung des Geschehens andeuten könnten. Das muss man ganz klar so sehen. wird fortgesetzt |
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