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![]() Sitzstudie des einseitig verlagerten und eingedrehten Sitzes |
![]() 1: Der Schultergürtel wird gegenläufig zum Beckengürtel gedreht! 2: Beckenbereich wird deutlich nach vorne ihnen abwärtsgekippt, um das Gewicht zu verlagern! |
![]() 1: Hier kommt die Schulterachse hinter die Querachse des Pferdes (zur Veranschaulichung mit einem Beispielswinkel) 2: Hier kommt die Beckenachse vor die Querachse des Pferdes (ebenfalls mit einem Beispielswinkel zur Verdeutlichung des Prinzips!) |
Gerteneinsatz: Optisch: Vorhaltebewegung durch seitliches Ausstellen der Gerte oder vor den Bug, seitlich an der Schulter vorbei führen. Akustisch: „Zwitschern“ lassen hinter und über den Ohren und seitlich am Ohr vorbei. Haptisch: Touchieren (= „berühren“ !) an Maul (Zungenfehler, Haltungsfehler wie Verrollen, Drauflegen, Festbeißen), an Brust (Drängeln, Rückwärtsrichten), an Schulter (bei belastetem Bein zur Wendung, bei unbelastetem Bein zur Aktion, ggf. Rückwärtsrichten, Aufmerken, Vorwärtsreiten bei Pferden die keilen, wenn Gerte hinten eingesetzt wird), an Rippe (bei Drängeln gegen den Schenkel, zum Rundmachen für Stellung/Biegung, zum Begrenzen beim Driften), an Flanke (zur Begrenzung der Hinterhand beim Ausfallen), an Kruppe (zur vermehrten Beugung der Hanken, zum verstärkten Antreten, zum Aufmerksam-Machen), an Bein direkt (Sprunggelenk, um das Bein kreuzen zu lassen. Knie für vermehrte Aktion, um Untertreten zu forcieren; insgesamt um Reaktionsschnelligkeit zu erhöhen) Stimme: Erste Aufgabe ist, eine emotionale Brücke zum Pferd zu bauen, über die Informationen verständlich werden. Daher Longenkonditionierung vorrangig über Stimme mit zunehmend gewichtigerem Anteil der „stummen“ Einwirkungen, deren Bedeutung aber immer erst durch Stimmeinsatz „verdolmetscht“ wird: · Loben · Ermahnen · Aufmerken · Strafen · Beruhigen · Signalisieren Die Longenkonditionierung dient auch dazu, die nachfolgende Reitkonditionierung vorzubereiten: Das, was das Pferd bereits an der Hand gelernt hat, kann ich im wahrsten Sinne des Wortes von oben „abrufen“ und so nach und nach auf die stummen Einwirkungen übertragen, bis lediglich leiseste Anzeichen interpretierbar werden und so das „wegdrückend“ einsetzen · Die Gerte an der äußeren Schulter unterstützend gebrauchen · Den äußeren Zügel „feststellen“ und mit dem inneren Zügel im 90°-Winkel seitlich in Bewegungsrichtung führen Oberkörper des Reiters führt Schulter des Pferdes. Hüfte des Reiters führt Hüfte des Pferdes. Vorausschauendes Reiten in der Wendung (mindestens 1/4 Volte/Zirkel, besser eine halbe Volte/ halber Zirkel) . Die Bedeutung des äußeren Zügels ist die eines „führenden“ (Pferd lernt, von der Begrenzung je nach Intensität und Dauer halten oder weichen zu lassen) und des inneren die eines „stellenden“ , „In-die-Tiefe-führenden“ , der das Pferd in seiner Beizäumung zu „binden“ vermag. Die Wendung einleiten beim Abfußen des inneren Vorderbeins. Wir treten auch mit unserem „inneren“ Schwung-Bein in die neue Richtung. Dabei benutzen wir als Schub-Bein das „äußere“ Stützbein. |
Angst kommt von „bang, bangen <=> beengen“ . Bedeutet Kummer, Sorgen. Kümmern (lat.: „cumbrus“ = „Verhau, Hindernis, Gewirr!) = „für jemanden Angst machen, jemanden betreuen! Dazu „kümmerlich“ = „unterentwickelt“ !) Kummer: 1.) Grund für Angst 2.) Rezept gegen Angst! Der Kummer ist das Hindernis: Wenn ich mich bekümmere, dann hindere ich mich! Ein unbekümmerter Mensch kennt keine Angst, weil er kein Hindernis sieht. Grund, sich zu bekümmern hat man, wenn man aufgrund von Unterentwicklung in Fähigkeiten (die zur Bewältigung eines „Hindernisses“ , „Problems“ nötig sind) oder weil man sich im Gewirr von Informationen & Möglichkeiten desorientiert sieht oder weil man sich eingeengt, be- oder gefangen sieht in seinen Möglichkeiten und infolge davon zur Bewältigung der Situation nicht in der Lage sieht! Kurz: Empfundene Unfähigkeit ist tatsächlich hinreichender Grund für „Angst“ ! Aber: Erworbene Fähigkeiten sind hinreichender Grund für ein Überwinden der „Angst“ ! Die Angst beim Reiten verschwindet im umgekehrt proportionalen Masse mit dem Zunehmen der eigenen Kompetenzen. Fazit: Man kann nicht genug können und wissen um letztliche Sicherheit zu erlangen! Das erfordert eben jene Ausbildung in dieser Form und diesem Umfang, damit dies gewährleistet werden kann. Alles andere ist Hasardeurtum. Falltraining Falltraining beginnt nicht erst mit dem Fall selbst. Falltraining zeigt Ursachen für Stürze auf und angemessene Verhaltensweisen des Reiters, um in allererster Linie den Eigensturz zu vermeiden und erst wenn dieser unvermeidlich ist auf erlernte Sturztechniken zurück zu greifen. Falltraining macht aus folgenden Überlegungen heraus grundsätzlich Sinn und sollte fester Bestandteil jeglicher reiterlichen Ausbildung sein: 1.) Es senkt in jedem Fall das Verletzungsrisiko im Falle des Falles. 2.) Es senkt Hemmschwellen, die durch Fallangst entstehen und den Schüler daran hindern erfolgreich Übungen zu Pferde zu absolvieren. 3.) Es macht den Reiter im Bewusstsein erhöhter Sicherheit aufgrund erworbener Fallkompetenz psychisch und dadurch physisch entspannter und führt so leichter zum losgelassenen Gleichgewichtssitz. 4.) Es macht dem Reiter bewusst, dass er einerseits zwar einem erhöhten Risiko ausgesetzt ist, andererseits aber durch sachgerechte Ausbildung und angepasste Maßnahmen dem gewachsen sein kann. 5.) Es macht dem Reiter das Prinzip der improvisierten Integration zugänglich. Die ernstzunehmenden Gefahren eines Sturzes sind grob in drei Hauptsschadensfälle einzuteilen: · Sehnen-, Bänder-, Muskelüberdehnungen bzw. risse. · Knochenfissur (-riss) bis Knochenfraktur (-bruch) durch stauchende und/oder scherende Belastung (mit möglicher Komplikation durch Beschädigung arterieller Gefässe oder Perforation innerer Organe!) · Kommotion (Erschütterung), Kontusion (Prellung) bis Kompression (Quetschung) der inneren Organe mit, in dieser Steigerung entsprechend zunehmenden, Verletzungen bis hin zu inneren Blutungen oder zeitweiligem bis dauerndem Organversagen. |
· Sturz durch Stolpern, Sturz des Pferdes. · Sturz durch Gleichgewichtsverlust des Reiters infolge Verweigerns des Pferdes. 1.) Fallen mit Abrunden 2.) Fallen mit Flächenverteilung Das Stürzen infolge schlechten Sitzes oder fehlerhaften Reiterverhaltens wird hier nicht kommentiert. Die Antwort darauf findet sich im Kapitel „Longe“ . Der Sturz durch Sturz des Pferdes ist grundsätzlich insofern die schlimmere Variante, als die Masse des Pferdes einen mitzieht und eine zusätzliche Gefahr für den Reiter besteht, durch diese zu Schaden zu kommen, neben der reinen Sturzfolgeverletzung. Der klassische Fall ist ein Ausrutschen, Stolpern des Pferdes, welches dadurch zu Ausgleichsbewegungen veranlasst wird, die wiederum den Reiter aus dem Gleichgewicht bringen können. Das Pferd ist weder eigenkontrolliert noch fremdkontrollierbar. Das bedeutet in jedem Fall, dass das Pferd sich in sich selbst verwindet, nach vorne oder hinten wegbricht, den Hals schleudernd als Massehebel gegen seinen Schwerpunkt einsetzt, wahlweise durch Abtauchen des Halses oder Hochreißen, alternativ dazu Kruppenaktivität nach unten, oben, zur Seite. Die dabei unkontrollierbar ausbrechende Masse des Pferdes wirkt direkt auf das Masseverhalten des Reiters dieser wird beträchtlichen Hebelkräften ausgesetzt, die ihn sowohl beschleunigen, als auch von der Schwerpunktdeckungslinie Reiter-Pferd wegreißen. Dies gilt für beide Sturzursachen gleichermaßen. Für den Reiter gibt es zur Kompensation (der Vermeidung der letztlichen Loslösung vom Pferd) der beträchtlichen Wuchtmomente nur zwei mögliche Verhaltensweisen: 1.) Er geht in der Bewegung mit oder 2.) Er pendelt entgegengesetzt aus In jedem Fall gilt es, seinen Schwerpunkt möglichst dicht am Pferd zu halten, damit die Hebelkräfte gegen diesen minimiert werden. Man kann beide Techniken beobachten, wenn man beispielsweise in der Military Tiefensprünge in die Wassergräben betrachtet. Letztlich entscheidet sich die „Richtigkeit“ der einzelnen Varianten durch die Unterstützung des Schwerpunktes des Pferdes, damit dieses entweder sein Gleichgewicht behält oder schnellst- und leichtestmöglich zurückgewinnt. Hier lässt sich unmöglich eine Empfehlung aussprechen und daher sollten beide Varianten bekannt und trainiert sein und in der akuten Situation bleibt es dem reflexhaften Einschätzen und Reagieren des Reiters inclusive der möglichen Prädeterminierung durch die Umstände überlassen, welche Variante zum Zug kommt. Man kann dabei folgendes resümieren: Fällt das Pferd mehr nach vorne, wird es aller Wahrscheinlichkeit nach günstiger sein entgegengesetzt auszupendeln. Fällt das Pferd mehr seitlich, wird es aller Wahrscheinlichkeit nach günstiger sein, in der Fallrichtung mitzugehen. Fällt das Pferd hintüber, so wird es nur ein möglichst seitliches Ausweichen mit schnellst- und weitestmöglichem Entfernen vom Pferd als sinnvolle Option geben. Für die reine eigene Sitzbewahrung bewährt sich erfahrungsgemäß das entgegengesetzte Auspendeln, da es Reserven in der Wahl der möglicherweise weiteren, notwendigen Ausgleichsbewegungen schafft. Aber dies ist abhängig von der Schwere des Sturzes, da ein Verbleiben auf dem Pferd unter Umständen eben zu gefährlich sein kann und ein kontrollierter Abgang mehr Sinn macht und das eigene Verletzungsrisiko veringern hilft! In keinem der Fälle empfiehlt es sich, dass der Reiter sich am Zügel festhält, weil das Pferd · an der freien Ausgleichsbewegung seines Halses gehindert wird (Entlasten der Vorhand, Richtungswechsel einleiten für die Vorhand) und · der Reiter über den Zügel zusätzlicher und meist entweder verstärkender oder konterkarierender Hebelkraft ausgesetzt wird, die er nicht mehr kompensieren kann! Beim Verstärken der Bewegungstendenz des Reiters wird dieser mit Sicherheit (z.B. im Vorwärts-abwärts) beschleunigt und weggehebelt und beim Konterkarieren (also dem Entgegensetzen der Reitertendenz durch den Pferdehals) definitv aus einem vielleicht bis dato gewahrten kontrollierten Sitzverhalten vom Sattel wegexpediert. Für die 2. genannte grundsätzliche Sturzsituation, – das Pferd verhält sich zwar eigenkontrolliert, aber nicht mehr fremdkontrollierbar -, kommt erschwerend hinzu, dass bei einem „normalen“ Sturz dieser sich in der Regel nur einmal ereignet hier aber eine Wiederholung des den Reiter destabilisierenden Pferdeverhaltens je nach Charakter durchaus beliebig wiederholbar ist und mit jeder Wiederholung die Wahrscheinlichkeit steigt, dass es den Reiter „erwischt“ . |
In der Regel entweder · seitliches Wegdrücken, -springen ( „Scheuen“ ) · vorwärts-aufwärts Wegdrücken ( „Steigen“ ), -springen · vorwärts-abwärts Wegdrücken ( „Verweigern“ , „Ausbremsen“ ) · vorwärts Wegdrücken ( „Durchgehen“ ) · beliebige Kombinationen aus a-d ( „Buckeln“ ) a) Im Scheuen kann der Reiter nur mitgehen in der Bewegung. b) Im Steigen gibt es zwei Varianten: 1.) die mässige Variante = noch gebeugte Hanken, daher bessere Gleichgewichtskontrolle des Pferdes), daher Gegenpendeln (also sich aufrichten und gegen den Hals legen) des Reiters sinnvoll oder 1b.) sich aus 1.) manchmal entwickelnd = Pferd, das sich beim Rückwärtsgehen in den Hanken „festfährt“ und nur noch nach unten, also sitzend ausweichen kann und dabei eine seitlich überrollende Tendenz aufweist 2.) die starke Variante = durchgedrückte Hanken, daher keine Gleichgewichtsreserven mehr und akute Gefahr des Sich-Überschlagens b) Im Ausbremsen kann der Reiter wahlweise mit rückwärtigem Gegenpendeln oder mit nach vorne Abducken antworten. Das hängt davon ab, wo seine Schenkel sich befinden. Sind sie vorne, so kann er sich abducken nach vorne-abwärts mit dem Pferd. Sind sie nach hinten gerutscht, so muss ausgleichend rückwärts Gegenpendeln, sonst wuppt er sich selber vom Pferd, da dann die nach hinten-oben rutschenden Schenkel gleichsam eine Hebelverstärkung gegen den Oberkörper des Reiters darstellen. Im Durchgehen gibt es zwei Varianten: 1.) Das konkave Wegdrücken des Rückens mit über dem Zügel gehen im ungestümen Vorwärts 2.) Das konvexe Hochdrücken des Rückens mit auf den Zügel bohren im bockenden Vorwärts Im ersten Fall wird die Gefahr eines Stolpersturzes des Pferdes rapide steigen, da das Pferd „kopflos“ und eher panisch reagiert und nicht auf sich oder den Weg achtet. Im sogenannten „Buckeln“ , einer Kombination verschiedener Bewegungsrichtung und unterschiedlicher Verweigerungsformen (z.B.: Drehen Steigen Bocken Durchgehen) ist der Reiter wohl am meisten und massiv gefordert. Hier gilt als goldene Faustregel: Bring den Kopf nach oben, das Pferd nach vorne, dann zum Halten und dann zur Ruhe. Den Kopf nach oben, um das Bocken abzustellen. Das Pferd nach vorne verstärkt reitend, um Energie, die sonst zur Seite oder nach oben sich ausarbeiten könnte, in eine flache und festgelegte Richtung zu lenken. Das Pferd zum Halten bringen, um wahlweise sofort abzusteigen (im Falle eigener Überforderung bezüglich weiterer anzubringender Korrekturmaßnahmen) oder eine Möglichkeit zur „gütlichen Einigung“ durch sofortiges, ruhiges, souveränes Loben (bei erfolgtem Halten womit das Pferd nicht für seine Buckelei davor gelobt wird, sondern für seinen Gehorsam bezüglich der Halteaktion!). Das Pferd zur Ruhe bringen durch danach umgehend erfolgtes Weiterreiten in leichter Gangart, damit sich noch vorhandene Spannungen kontrolliert abarbeiten lassen. wird fortgesetzt |
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