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![]() Das reiterliche Becken in Neutralposition |
![]() Das reiterliche Becken gegen den Rücken sitzend |
Die drei Achsen: · Ellbogen/Handgelenk/Pferdemaul (dient dazu, keinen Winkel zu erzeugen, der Hebelwirkung gegen den eigenen Arm hat Kräfteersparnis und verbesserte Möglichkeit der entspannten Handhaltung) Für eine ruhige Zügelhandführung konzentriert sich der Schüler auf das Anlegen des Oberarmes (nicht des Ellenbogens!) an den Rippenbogen dadurch können der Unterarm und die Hand maximal abgespannt werden. Da Konzentration für den Schüler immer nur auf eine Sache möglich ist, wird die Hand sozusagen „unbewusst“ geführt und ist meist deutlich entspannter. · Schulter/Hüfte/Absatz. (dient der lotrechten Ausrichtung der Körperlängsachse und ermöglicht so ein freies Bewegen des Beckens nach allen Seiten. Wichtig für differenzierte Gewichtshilfen!) · Reiterschwerpunkt/Pferdeschwerpunkt (dient der Übereinstimmung der Schwerpunktfallinien von Pferd und Reiter. Ergibt eine direktere und verstärkte Einwirkungsmöglichkeit durch den Reiter auf das Zentrum des Pferdes!) · „Knieschluss“ erklären (Der Dressurreiter reitet mit „offenem“ Knie, „O“ -Beinen also, damit er nicht mit dem Oberschenkel klemmt und so das Becken sperrt) · Bügellänge richtig verschnallen (Zweck des Bügels ist Entlastung des Schenkels von seinem Eigengewicht. Hängt der Schenkel zu lange, schmerzt dies auf Dauer in der Hüfte durch die rhythmische Zugbelastung, worauf der Körper sich durch Hochziehen des Knies davon zu entlasten sucht!) · Lendenwirbelsäule richtig einsetzen (zuerst ausweichend schwingen lassen; später wie eine gespanntes Stahlblatt durch Eigenspannung nachschwingen lassen, so dass beim trainierten Pferd durch die punktuelle Gewichtsmehrbelastung beim Nachschwingen die Rückenaufwölbung forciert wird!) · Oberkörperhebel erklären ( „Kreuzmuskulatur“ ist eigentlich die Bauchmuskulatur, da sie allein das Becken in der Lendenwirbelsäule „nach vorne ziehen“ kann). · Handhaltung ( „Pfannengriff“ – Vor- und Nachteile: Die aufrechte Faust entbehrt der Beweglichkeit. Sie kann nicht nach vorne federn. Die „Pfannenstielgriffhaltung“ ermöglicht ein passives Ausfedern der Nickbewegung, ein Eindrehen zum Spannen des Zügels, ein Ausdrehen zum Führen mit dem Zügel, ein Arretieren des Handgelenks zum Zwecke der Paraden außerdem ist es diejenige Haltung, die die Unterarmmuskulatur am meisten entlastet. Faust nicht verdeckt, also waagerecht halten, da kein feines Eingehen der Hand mehr möglich ist und grobmotorische Unterarmaktion nötig wird!) Hände werden „geschlossen“ /dicht zueinander geführt, damit möglichst wenig Lücken in der Begrenzung durch den Zügel in Form einer Verstellung des Pferdehalses (wie er bei einer breiten Zügelführung durch Verwerfen im Genick und Verbiegen im Hals schnell vorkommen kann) auftreten. · Tiefer Absatz durch entspanntes Bein! (Nötig, damit über das lockere Fußgelenk bei richtig verschnallter Länge des Bügels das Bein nach unten ausfedern kann und es keinen Rebound gegen das Becken gibt, wodurch der Sitz empfindlich gestört würde!). Auch beim Reiten ohne Bügel den Absatz tief die Fußpitze hoch halten! Warum? 1.) Die Muskulatur des Beines bekommt eine leichte Grundspannung so können sie als „Ausgleichspendel“ für die Mittelpositur wirken und sie besser im Gleichgewicht unterstützen. 2.) Mit einer leichten Grundspannung kann das Bein schneller reagieren. 3.) Es ist leichter, das Knie „geöffnet“ (also nur „Knieschluß“ zu halten mit der Kniekehlen-Innenseite) zu halten, um nicht zu klemmen. |
· Schultern nach hinten abwärts „eingehakt“ ) wie über Stuhllehne beim Sitzen. Verbessert Gegenhaltefähigkeit, wenn das Pferd sich den Zügel nehmen möchte, verhindert Vorn-über-Fallen oder Aus-dem-Sattel-gezogen-werden!) · Ellbogen leicht an Rippenbogen angelehnt (Führung der Zügelhand über Oberkörperdrehung möglich; dadurch wird das Verhältnis innerer zu äußerem Zügel besser gewahrt. Zu weit vorne gelagerte Ellenbogen machen wieder runde Schultern. Zu weit hinten gezogene Ellenbogen machen zu lange, also zu „harte“ , weil bewegungsintensivere Zügelführung und führen möglicherweise zum Hohlkreuz, wodurch das Becken nach hinten gegen die Rückentätigkeit des Pferdes gestellt würde und ein elastisches Einschwingen unmöglich ist!) · Fusspitzen eindrehen (Unterstützung zur „Öffnung“ des Oberschenkels, verhindert Klemmen desselben) · Aussenkante Bügel belasten (dito! Außerdem besseres „Umfassen“ des Pferdes mit dem Schenkel führt zu größerer Berührungsfläche und feinerer Wahrnehmung!) Ein wirklich locker mitschwingendes Becken erkennt man daran · ob der Reiter versucht die „Stöße“ des Pferdes, die nicht durch ein Mitfedern des Beckens abgedämpft werden, durch den Rücken bis zum Kopf durchzulassen und dort dann, um den Kopf zu schützen, den Kopf nach vorne rauszudrücken ( „Geierhaltung“ ) und/oder rhythmisch mitzunicken( „Schildkrötenhals“ ) und · am locker mit der Ferse auf und ab federnden Fußgelenk, andernfalls werden die Stöße auch nicht mehr nach unten abgefedert, sondern nach oben durch das steife Fußgelenk, über das klemmende Knie in das Becken „durchgereicht“ und dieses wiederum dadurch rhythmisch geschüttelt · an einer souveränen Zügelführung, denn diese ist nur denkbar, wenn der Reiter seinen Oberkörper unabhängig vom Pferderücken stabilisieren kann, was wiederum ausschließlich über ein lockeres Becken als mächtigsten Zwischenpuffer gelingen kann. Leichttraben: Zweck: Wozu leichttraben? Das Leichttraben hat folgende Begründungen: · Es erleichtert dem Reiter bei einem jungen, unausbalancierten Pferd das Vermeiden von Rückenstörungen beim Aussitzen · Es erleichtert dem Pferd bei einem jungen, unausbalancierten Reiter das Vermeiden von Rückenstörungen beim Aussitzen „Leicht“ wird beim „Leicht“ traben an sich nichts, denn der Reiter wie sein Pferd bleiben physikalisch gleich „schwer“ im Gegenteil: Im Moment des Leichttrabens drückt der Reiter im Normalfall sogar in den Bügel, um sich nach oben wegzustemmen und verursacht gerade dadurch eine punktuelle Mehrbelastung, also eigentlich wird er sogar schwerer, wie jeder auf seiner Waage zuhause ausprobieren kann. Das „Leicht“ traben er „leicht“ ert also lediglich das Vermeiden von Rückenstörungen, wenn es beim Aussitzen Probleme gibt und der Reiter dem Pferd in den Rücken fallen könnte. |
Das Leichttraben wird an der Longe zuerst ohne Bügel(!) geübt. Dies deshalb weil der Schüler sonst lernt, sich über den Bügel zu weit aus dem Sattel zu stemmen kurz: er steht zu hoch auf. Dies ist aus folgenden Gründen nicht wünschenswert: · Das hohe Aufstehen hat auch eine Erhöhung des reiterlichen Schwerpunktes zur Folge. Damit ist der Reiter anfälliger gegenüber Scherbelastungen und kann vom Pferd leichter weggehebelt werden (Plötzliches Bremsen <=> Fallen nach vorne; Plötzlicher Seitstep <=> Fallen zur Seite; Plötzliches Losspurten <=> Fallen nach hintüber)! · Das hohe Aufstehen verbraucht in jedem Fall zu viel Energie und ist auf Dauer zu anstrengend · Das hohe Aufstehen bedingt, dass der Reiter sein Becken nach vorne-aufwärts schwingen muss. Dies stellt eine „Unwucht“ für das Pferd da, da die beschleunigte Masse ja wieder rechtzeitig abgebremst werden muss, es belastet außerdem die Vorhand es stört also. · Das hohe Aufstehen mit Beckenvorschwingen ist eine starke Belastung für die Lendenwirbelsäule des Reiters. Er tendiert dabei zum Hohlkreuz und die Rückenmuskulatur wird durch die hohe Beanspruchung der ständigen Beschleunigungs- und Bremswechsel verhärten. · Bei vielen Reitern entwickelt sich außerdem ein „Zügelhebemechanismus“ im Einklang mit dem Aufstehen steht der Reiter auf, hebt er die Zügel an, setzt er sich hin, drückt er sie nach unten. Das führt zu unnötiger Unruhe im Pferdemaul, von der Vernichtung einer sauberen, differenzierungsfähigen Anlehnung mal ganz zu schweigen! · Das hohe Aufstehen verleitet die meisten dazu, beim Aufstehen die Schenkel abzuspreizen und beim Hinsetzen zurückzunehmen das führt zu einem klopfenden, unruhigen Schenkel. · Das hohe Aufstehen führt dazu, dass der Reiter mangels Gleichgewicht sich mit den Schenkeln festklemmt. Verkrampfte Sitzhaltung inklusive gesperrtem Becken ist die Folge. · Das hohe Aufstehen verhindert, dass der Reiter beim Einsitzen seine Lendenwirbelsäule abgerundet nach vorne zum Abfedern einsetzen kann, weil ihm dafür gar keine Zeit bleibt. Er ist gezwungen nach dem Aufstehen sich mit einem der Rückentätigkeit des Pferdes entgegen gestellten Becken einzusitzen er sitzt also gegen die Rückenbewegung und bremst sein Pferd auf diese Weise aus, weil dieses naturgemäß (und völlig verständlich) keine Lust hat, gegen den Trägheitswiderstand des Reiters anzuarbeiten, wenn dies wiederholte Male geschieht! Wünschenswert hingegen ist: · Zu jeder Zeit einwirkungsfähig zu sein, das geht nur mit einem Schwerpunkt möglichst dicht an dem des Pferdes · Zu jeder Zeit den korrekten Dressursitz einnehmen zu können (beim Stolpern, Verweigern, Wegspringen, Rutschen etc.) · Unbegrenzt, mit wenig Aufwand, einwandfreiem Entlastungseffekt und ohne Schmerzen leichtzutraben · Das Pferd nicht durch Unwuchten zu beeinträchtigen · Dem Rücken des Pferdes die maximale Bewegungsfreiheit zu gewährleisten · Nach jeder Entlastungsphase immer dressurgerecht zum Einsitzen zu kommen · Dabei völlig entspannte Schenkel, die, ohne zu pendeln, ruhig anliegen ohne zu klemmen · Die Hand von diesem Vorgang weitestgehend unberührt lassen zu können Und so sieht die Lösung aus... |
Der Reiter rollt auf seinem Oberschenkel nur nach vorne und wieder zurück. Sonst nichts. (In etwa so, als wolle er in seiner Küche eine offenstehende Schublade mit seinem Bauch zurückschieben, weil er beide Hände gerade voll hat) · Dabei bleibt er automatisch dichtestmöglich am Sattel ohne das Schwingen des Pferderückens zu beeinträchtigen (er weicht sozusagen der „Rückenwelle“ wenn sie kommt nach vorne aus, um gleich darauf mit ihr zurückzurollen ein bisschen wie eine Art „Gesäßbrandung“ ). · Seine Hände werden weder hochgehoben noch vorgeschoben. · Er benötigt nur einen leichten „Schnick“ aus der Lendenwirbelsäule nach vorne, was geringsten Energieaufwand bedeutet · Er muss kein Eigengewicht irgendwohin „wuchten“ · Er hat dabei schnellstmöglich Dressursitzqualität, wenn er sie braucht. · Seine Schenkel heben sich weder nach oben, noch muss das Knie klemmen, noch fangen seine Schenkel dabei an zu klopfen, noch muss er sich mit nach hinten hochgezogenen Hacken einhaken. Genug gute Gründe, wie ich meine, das leichttraben umzustellen. Früher (sehr viel früher) trug man zum Reiten sogeannte Ausstellhosen (Breeches). Da war immer ne Menge Luft in der Hose. Trabte man damals leicht in dieser Manier, so blieb die Hose am Sattel und der Reiter versetzte sich sozusagen innerhalb des Hosenspielraumes nach vorne und zurück, so dass man als unbedarfter Beobachter höchstens den Eindruck eines etwas „schlackrigen“ Kreuzes bekommen konnte. Der Bügel selbst hat ja eigentlich folgende Funktionen: · Stütze zum Aufsitzen · Stütze im Notfall (Straucheln, Rumpler, Springen, Klettern etc.) · Entlastung des Schenkels vom Eigengewicht! Zu keinem Zeitpunkt aber war der Bügel als Gleichgewichtsersatz gedacht!!! Treibende, verwahrende, verhaltende Hilfengebung: Treibend: generelles Vorwärts der Hinterhand zur Unterstützung des Schwerpunktes und zur Winkelung der Hanken zwecks Energieerzeugung für Traglast, Schwung, Kadenz etc. Verwahrend: generelles seitliches Begrenzen zum Zwecke des Geraderichtens Verhaltend: generelles Umleiten der HH-Energie zurück über den Schwerpunkt auf den Erzeuger, um so in einem schwingenden Kreislauf, die Hanken gebeugt zu halten zum Zwecke der Versammlung zum Zwecke des Gleichgewichts zum Zwecke der freien Beweglichkeit. Doch was sind eigentlich „Hilfen“ ? Es sind Einwirkungsmomente, die dem Pferd begreiflich machen sollen was es wie und wann tun soll und die das Pferd auch dazu führen können, das zu tun, was wir von ihm erwarten, dass es tun soll. Damit ergibt sich die Frage nach der Einwirkung. |
· Konsequenz der Anwendung · Schnelligkeit der Anwendung (kein Festhalten, Quetschen kurze, prägnante Impulse) · Richtiger Zeitpunkt der Anwendung · Identische Reproduzierbarkeit der Anwendung · Angemessene Dosierung der Anwendung · Offenheit und Variabilität der Anwendung · Pferdeniveau korrelierende Anwendung (Ausbildungsstand, Aufnahmefähigkeit, Physis) Fußfolge und ihre Bedeutung: Jede Form der Einwirkung hat aufgrund des unterschiedlichen Bewegungsverhaltens innerhalb der Gangarten und der unterschiedlichen Lastmomente innerhalb der Gangart Zeitpunkte, zu denen die Einwirkung von Seiten des Pferdes besser oder schlechter erfahren und/oder umgesetzt werden! Dies ist eine ganz elementare Erkenntnis!!! Generell gilt: · das äußere Hinterbein ist immer das Stützbein, von dem aus sich das Pferd in jedwede Bewegung einsteuert. · Gleichseitige Hilfe wirkt auf gleichseitiges Hinterbein (Gewicht, Zügel, Schenkel, Gerte). · Die Hinterhand kann nur reagieren, wenn das angesprochene Hinterbein frei beweglich, also unbelastet ist (also zum Kreuzen; Beugen = mehr Aktion oder mehr Versammlung). · Die Vorhand kann nur reagieren, wenn das angesprochene Vorderbein belastet ist (also als Unterstützung zum Wendung-Einleiten und zum Freimachen der Rippe mit Ziel der verbesserten Stellung bei Widerstand) · Aktion der Vorhand verbessert sich in dem Masse, wie das Pferd im Gleichgewicht geht und vermehrt den Schwerpunkt und damit die Lastaufnahme nach hinten auf die gebeugten Hanken verlagert. Daraus resultiert die Schulterfreiheit für Aktion und Wendung. · Das Zentrum steuert die Peripherie: Alle Einwirkung, die aufs Zentrum, den Schwerpunkt ausgerichtet sind, haben direkte Auswirkung auf das Bewegungsverhalten der Extremitäten, durch die das Pferd sich gleichgewichtstechnisch aussteuert! wird fortgesetzt |
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