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![]() Der Rahmen |
Dann kann ich die Arbeit auch gleich selbst erledigen. Um die Durchlässigkeit für die treibenden, verwahrenden und verhaltenden Hilfen zu erhöhen empfiehlt sich folgendes Repertoire: · Zulegen Einfangen ( „Ziehharmonika-Reiten“ ) · Schulterherein Mitteltrab · Versammelter Trabe – Starker Trab · Carree-Reiten (90°-Schenkelweichen links – Rückwärtsrichten – 90°-Schenkelweichen rechts – Vorwärtsreiten usw.) · Schaukel · Halten-Schritt-Halten (kurze Reprisen (2-4Schritt maximal) · Schritt-Trab-Schritt (kurze Reprisen) · Halten-Trab-Halten (kurze Reprisen) · Schritt-Galopp-Schritt (kurze Reprisen) · Halten-Galopp-Halten (kurze Reprisen) · Tonleiter (Halten-Schritt-Trab-Galopp-Trab-Schritt-Halten = kurze Reprisen) · Gegen die Bande reiten (mal parieren, mal links wenden, mal rechts wenden) Nicht überschätzt werden kann die Bedeutung der Entspannungstrigger! Das Lösen eines Pferdes beginnt in seinem Kopf. Pferde brauchen für ihre Entspannung : · Eine, ihren spezifischen Bedürfnissen angemessene, Unterbringung (Licht, Luft, Temperatur, Sicht, Platz, Futter, Wasser, Streu, Ruhe) · Feste Rhythmen (Futterzeiten, Belastungsintervalle in Abwechslung mit Entlastungsintervallen während des Reitens) · Ausreichend Futter · Leistungsspezifisch zusammengestelltes Futter · Ausreichend freie Bewegung · Ausreichend reiterliche Bewegung · Pflege, Pflegekontakt mit dem Reiter · Abwechslungsreiche Umgebung · Routine (Pferd ist Gewohnheitstier und liebt daher überschaubare, vorhersehbare Abläufe! Futterritual, Putzritual, Führritual etc.) · Sicherheit (Gleiches Verhalten muss gleiche Effekte erzeugen. Da das Pferd nur durch Ergebnisabgleich seines Handelns lernen kann, ist es äußerst wichtig(!), dass das Pferd sich darauf verlassen kann, nicht launisch oder unkonzentriert oder unkoordiniert vom Reiter kommentiert zu werden!) · Ausgewogenheit (siehe dort!) · Bestätigung (Da das Pferd nicht prospektiv mutmassen oder linear extrapolieren kann, also die Zielrichtung des vom Reiter gewünschten Verhaltens weder vorausberechnen noch erahnen kann alle Lektionen, Hufschlagfiguren, Trainingsziele sind dem Pferd als Abstrakta in ihrer Zielwertigkeit nicht zu vermitteln!!! -, ist es dringend und ausschließlich auf ein sorgfältiges Feedback durch den Reiter angewiesen! Hier tut unter anderem das Loben in Form von Überstreichen, Klopfen oder vorzugsweiser „Reflexzonenmassage“ an der Halsmuskulatur durch Entlangstreichen mit dem Gertengriff Wunder! Das „Massieren“ mit dem Gertengriff führt zu einem Fallenlassen des Kopfes Halses. Dies kann ich kombinieren mit einem „Fingertip“ an den Widerrist von der Zügelfaust ausgehend. Über die Prinzipien der Konditionierung wird der „Massagereflex“ kombiniert mit dem „Fingertip“ , der letztlich alleinig ausreichend sein wird, um diesen Effekt zu bewirken! Diese von mir propagierte Methode ist unsichtbar und die normale Einwirkung bleibt davon unbeeinflusst.) · Vertrauen <=> reiterliche Kompetenz (Routine, Sicherheit, Bestätigung) zusammengefasst. |
„Skala“ heisst eigentlich „Treppe“ und suggeriert eine linear ansteigende Entwicklung. Diese Ansicht teile ich nicht. Ich sehe vielmehr, dass alle Bestandteile der sogenannten „Skala“ mit Ausnahme der Versammlung schon relativ früh nach dem Anreiten des jungen Pferdes mehr oder weniger gleichzeitig, nur mit unterschiedlichen Akzenten bearbeitet werden müssen. Sicherlich gibt es eine relative Abhängigkeiten-Skala dergestalt, dass ohne Takt keine Losgelassenheit, ohne Losgelassenheit kein Schwung entwickelt werden kann. Oder ohne Schwung wiederum kein echtes Herandehnen an die Hand des Reiters, wodurch beispielsweise die Zügelanlehnung gesichert werden kann. Oder ohne Geraderichten kein Gleichgewicht und somit kein Abspannen der Stützmuskulatur, mithin kein Schwung usw. usw. Doch letztlich muss alles gleichzeitig im Auge behalten werden. Die Treppe gleicht daher eher einem Netz wechselseitiger Beziehungen, wo, wenn man an einem Punkt zupft, es bei allen anderen auch rappelt, nur dass die näher gelegenen (An)Knüpfpunkte stärker betroffen sind. Zur Bedeutung der einzelnen Begriffe: Takt: Takt ist das Gleichmaß der Bewegungsmechanik in Raum und Zeit. Kriterium: · Das Pferd fußt innerhalb einer Gangart und eines Tempos in gleich bleibendem Raumgriff und unveränderter Frequenz. Losgelassenheit: Losgelassenheit bezieht sich auf das psychische wie physische Spannungsmaß, welches ausreichend Aufmerksamkeit und Wollen, sowie genügend Körperspannung für die Leistungsanforderungen bereit hält, ohne in Spannungslosigkeit oder Verspannung abzugleiten. Kriterium: · Rhythmische Atmung (Beachte hier: Rhythmus, Tiefe, Frequenz, „Klang“ !) · Pendelnder Schweif · Hals fällt aus der Schulter nach vorne · Rücken schwingt maximal · Abschnauben, Prusten · Selbsthaltung möglich (Überstreichen, innerer Zügel lose) · Stellungs- Biegungsanforderungen sind ohne Widerstand möglich · Die Hilfensensibilität ist gesteigert (entspannte Muskulatur reagiert sensibler) · Wendungen führen nicht zu Gleichgewichtsverlusten oder störungen mit folglich gesteigertem Widerstandsverhalten · Das Pferd kaut · Das Pferd kommt nicht durch falsche Spannung früher als die Kondition dies vermuten ließe ins Schwitzen · Spurtreue · Klares, ruhiges Auge · Gelassenes Ohrenspiel Anlehnung: Anlehnung bedeutet, dass das Pferd geistigen wie körperlichen Kontakt zum Reiter herstellt und aufrecht erhält, also für jedwede Einwirkung, Signalgebung bereit ist. Kriterium: · Leicht zu begrenzendes Herandehnen des Pferdes an die Reiterhand · Beliebig zu erstellende Aufrichtung (absolut wie relativ) · Alle Impulse werden sofort registriert und unmittelbar umgesetzt |
Schwung ist die dynamische Kraftentfaltung aus optimal gewinkelt-gespannten Hanken, die sich ungehindert durch verhaltende muskuläre Spannungen durch den Schwerpunkt fortpflanzen und so die maximale Ausprägung der Bewegungsmechanik darstellt. Kriterium: · Aktive gewinkelte Hinterhand (Hankenbeugung) · Elastizität der Bewegung (federnde Gelenke) · Stufenlose Beschleunigung und Reduzierung · Erweiterbarer Raumgriff ( „Schulterfreiheit“ ) · Vorwärtsdrang (Wille zur Leistung, Selbstdarstellung) Geraderichten: Geraderichten bedeutet das Ausrichten, Bündeln jeglicher Kraftentfaltung aus der Hinterhand in Wirkungsrichtung des Schwerpunktes zum Zwecke der Unterstützung desselben. Kriterium: · „Schnürende“ Hinterhand (Geschlossenheit der Bewegung) · optimaler Stützbeineinsatz (Gleichgewicht mit entsprechender Rittigkeit) · Herandehnen an den äußeren Zügel (innerer Zügel wird freigestellt) Versammlung: Versammlung ist die Verkürzung der Längsachse durch die relative Aufrichtung zur maximierten Lastaufnahme durch die Hinterhand, um die Vorhand zu entlasten und so grösstmögliche Bewegungsfreiheit (= Rittigkeit) zu erlangen. Kriterium: · Relative Aufrichtung · Maximaler Hankeneinsatz · Kadenzfähigkeit Gleichgewicht: Gleichgewicht herzustellen und zu erhalten ist alleiniger Garant der Rittigkeit. Es ist daher Endzweck aller Bemühungen und nur durch die Erfüllung vorherig genannten (An)Forderungspunkte zu gewinnen. Zügelmaß: Was ist das „Zügelmaß“ ? Es ist die Länge des Zügels von der geschlossenen Reiterfaust zum Gebiss, bei locker am Rippenbogen anliegendem Oberarm, wobei sich der Ellenbogen leicht vor der Hüfte plaziert. Was ist ein korrektes Zügelmaß? |
Woran mache ich das korrekte Zügelmaß fest? Das Pferd geht mit Genick als höchstem Punkt in verkürzter Dehnungshaltung, so dass kein Ziehen der Hand (wegen zu langem Zügelmaß), um die erforderliche Spannung zu erzeugen nötig ist und ein Abstoßen des Pferdes vom Gebiss noch möglich ist, was bei zu kurzem Zügel entfällt und das Pferd mit dauerndem Gegendruck antworten muss (der berühmte „Zentner auf der Hand“ !). Das korrekte Zügelmaß wechselt während unterschiedlicher Übergänge, Tempiunterschiede, verschiedener Wendungen und Lektionen. Generell gilt: Bei allen versammelnden, versammelten Aktionen kürzest-mögliches Zügelmaß aufnehmen! Beim Angaloppieren, Rückwärtsrichten, Eckenausreiten, Volten, engen Schlangenlinien, Seitengängen, Versammlungstempi, Verstärkungstempi, fliegende Wechsel, Pirouetten, Piaffe, Passage, Ganze Parade. Beim Zügel-aus-der-Hand-Kauen, im Schritt, bei der Stangenarbeit (Cavaletti, Springen), beim Klettern (bergauf, bergab) ist das Zügelmaß angemessen zu verlängern, soll heißen: maximaler Spielraum wird gewährt unter Beibehaltung der Anlehnung. Die Möglichkeit der Kürze ist abhängig zu machen vom · Grade der Durchlässigkeit · der Selbsthaltungsfähigkeit · der Gleichgewichtsentwicklung · der muskulären Kondition · anatomischen Gegebenheiten (Halsansatz, Muskelstruktur, Halswirbelsäulenform, Ganaschenfreiheit). Es ist klar, dass junge Pferde erst einmal vorwärts-abwärts geritten sein müssen, bis sich ihre Rückenmuskulatur soweit entwickelt hat, dass sie genügend Spannkraft für die Aufrichtung erstellen kann! Mit dem kürzestmöglichen Zügelmaß werden geritten: · Gewichtsweichen · Rückwärtsrichten · Schulterherein · Spannungsaufbau bei Übergängen · Ganze Paraden · Volten · Piaffe · Passage · Pirouetten Mit verhältnismäßig langem Zügel (unter Beibehaltung der Beizäumung!) werden geritten: · Der Schritt · Entspannungsphasen (Gänzlich hingegeben werden die Zügel nur am Ende einer Stunde, bei extrem nervösen Pferden zwischendurch ansonsten soll das Pferd lernen, dass, solange der Zügel ansteht, die Arbeit weiter geht und so kein mentaler Spannungsabbau beim Pferd auftritt!) · Cavalettiarbeit · Dehnungshaltung im Trab/Galopp Grundsätzlich ist der möglichst lange Zügel (mit Ausnahme der Pirouette wegen des Halshebels gegen den Drehmoment) in allen Lektionen anzustreben, damit das Pferd nicht permanent „zusammengeschraubt“ gehen muss, was den Rücken deutlich stärker belastet und insgesamt ein höheres Spannungsniveau bedeutet. |
Zweck: Unter „Rahmen“ versteht man ein virtuelles Gebilde, das man bekommt, wenn von der Stirnlinie des Pferdes zum Sitzbeinhöcker sowohl auf Höhe des Widerristes, als auch auf direktem Bodenniveau Linien zieht und miteinander rahmenartig verbindet. Auf diese Weise erhält man eine gewisse Proportionierung im Höhen/Längen-Verhältnis. Das kann eher quadratischen oder mehr rechteckigen Charakter haben. Dieses Höhen/Längen-Verhältnis hat insofern Bedeutung, als es ein erster grober Anhaltspunkt ist für die korrekte Verhältnismäßigkeit zwischen absoluter und relativer Aufrichtungsforderung. Ein Pferd „geht im Rahmen“ , wenn seine absolute Aufrichtung im richtigen Verhältnis zur relativen Aufrichtung steht. Zu berücksichtigen gilt es dabei, dass es Pferde gibt, die von Haus aus eher „quadratisch“ bzw. „rechteckig“ sind, wobei sich diese Verhältnismäßigkeit aus einem Rahmen ableitet, der von der Bugspitze zum Sitzbeinhöcker auf Höhe Widerrist und auf Bodenniveau aufgezogen wird. Je mehr der Rahmen „quadratisch“ wird durch die korrekte relative Aufrichtung, desto mehr absolute Aufrichtung (im „Rahmen“ der Skelettmöglichkeiten!) kann gefordert werden. Man kann also allgemein formulieren: Je kürzer der Rahmen, desto höher die absolute Aufrichtung. Für Professionelle: Unter bestimmten Bedingungen kann ich die absolute Aufrichtung auch mal vor der relativen einsetzen: Nämlich dann, wenn ich diese anders nicht mal ansatzweise erringen kann. Dann kann der Hebel der absoluten Aufrichtung das Pferd dazu anhalten, sich im Gegenzug in der Kruppe zu senken, weil der Rücken dem Hebeldruck der absoluten Aufrichtung ausweichen möchte. Dies ist aber nur dann sinnvoll, wenn keine andere Möglichkeit zur relativen Aufrichtung besteht und wenn das Pferd physisch wie psychisch stark genug ist, sich das gefallen zu lassen! Wenn dabei das Pferd den Rücken wegdrückt, im Maul sperrt, nervös bis panisch wird sofort einstellen! Die Rahmenerweiterung nun ist Vorbedingung für das vermehrte Vortreten in der Verstärkung. Das Pferd soll dorthin treten, wohin es mit der Zehe zeigt und nicht strampeln oder tappen müssen, weil es durch eine zu starke Aufrichtung gezwungen ist, sich in der Trittweite zu korrigieren! (Grund ist: das Pferd merkt erst, wenn es am Limit der Greifbewegung angelangt ist, dass der Rücken gegenspannt und sich nicht weiter verlängern kann) Damit das Pferd nun ohne eine korrigierende Schlenkerbewegung maximal ausgreifen kann, muss der Rahmen erweitert, also das Zügelmass verlängert oder die Zügelhand entsprechend weit nach vorne geschoben werden. In dieser Rahmenerweiterung kann das Pferd sich auch im Rücken verlängern und damit eine grössere Schwingungsamplitude erzeugen. Dies ist insofern von Vorteil, als der Reiter besser zum Sitzen kommt, (ja, sogar regelrecht vom Pferderücken „angesaugt“ wird) und weil das Pferd mit einer längeren Mechanik arbeiten kann, was sowohl derTrittlänge als auch dem Ausdruck der Bewegung gut tut. Vorbereitung Die Rahmenerweiterung (wie die nachfolgende Rahmenverkürzung natürlich auch) soll gleichmäßig geschmeidig-gleitend vollzogen werden. Das Pferd darf dabei nicht plötzlich vorlastig werden, dem eigenen Schwerpunkt hinterher laufen, eine zu hohe Frequenz der Tritte erzeugen oder nur noch flach laufen. Deshalb ist im Vorfeld der Rahmenerweiterung darauf zu achten, dass das Pferd selbsttragend ist, also ausreichend relative Aufrichtung als Gegenhebel zum demnächst verlängerten Hals besitzt! Außerdem sollte das Pferd kennen gelernt haben, was „Zulegen-Einfangen“ bedeutet, damit jeweils vor „Wegkippen“ des Pferdes dieses vom Reiter rechtzeitig abgefangen und stabilisiert werden kann. Ausführung: Die Rahmenerweiterung wird durch Zügelmassverlängerung (kontrolliertes Durchrutschen aus der geschlossenen Faust) oder durch „verlängerten“ Arm, (der Richtung Pferdmaul nach vorne gestreckt wird) wähend des Antritts des Pferdes nicht plötzlich im Hauruck-Verfahren, sondern der Dehnungstendenz des Pferdes entsprechend ausgeführt. Die Grenze der Rahmenerweiterung definiert sich selbst genau durch die Berücksichtigung des Erhalts der relativen Aufrichtung! Droht diese verloren zu gehen, bricht der Spannungsbogen von der Hinterhand über den Rücken an die Reiterhand, dann ist umgehend eine Reduzierung der Rahmenerweiterung und respektive eine Rückführung der Verstärkung erforderlich. wird fortgesetzt |
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