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![]() Federndes Handgelenk |
a) Dass es besser auf die Vorzeichen der Gerte, nämlich Gewichts- und Zügelimpulse achten sollte, da andernfalls sich diese durch die Gerte in Erinnerung rufen lassen und
b) Welche Reaktionsweise mit der eingebrachten reiterlichen Einwirkung gedacht, gewünscht ist.
1.) „Stumme“ Gewichts- und/oder Zügelhilfe
2.) Stimmliche Unterstützung
3.) Gertenunterstützung
1.) Minimaler Einsatz
2.) Gesteigerter Einsatz
3.) Effizienter Einsatz
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Im Zuge der Sensibilisierungsbestrebungen macht es auch Sinn, nach jeder erfolgreichen Einwirkung beim nächsten Mal mit geringerem Einsatz zu beginnen, damit insgesamt das Aufwandsniveau sinkt. Ich bewege mich also einwirkungstechnisch vom Groben zum Feinen , so wie ich mich ausbildungstechnisch vom Einfachen zum Schwierigen entwickle. zu ermöglichen, damit das Pferd über seine Befindlichkeit herausfinden kann, welches die beste Lösung ist. In diesem Zusammenhang möchte ich auch den Begriff der UN-Hilfe einführen, die nicht eine Nicht-Hilfe ist, sondern eine Hilfe, die als solche nicht erkannt wird, gleichwohl sie eine darstellt: Die Un-Hilfe bedeutet, dass es Momente gibt, in denen der Reiter sich aus dem Geschehen bewusst heraushält, sich nicht korrigierend einmischt, sich seiner Einwirkungsmöglichkeiten enthält, damit das Pferd sowohl selbst die Lösung suchen und finden kann, als auch den verstärkten Bezug, die gesteigerte Anlehnung zum Reiter aufsucht! So wie man auch Kindern einen Spielraum, der gleichwohl absolute Grenzen besitzt, bietet, damit sie eigeninitiativ Lösungen für sich entwickeln können, so ist dieses Prinzip auch für das Pferd von Bedeutung! Andernfalls zieht man sich eine Reflexmaschine heran, die im Zweifelsfalle auf Weisung durch den Reiter wartet, weil sie selbst unfähig ist, eigenständig korrekt, also den Umständen entsprechend zu handeln. Um den Schwerpunkt des Pferdes den Anforderungen gemäss auszutarieren, muss ich in zwei Raumachsen und einer Zeitachse agieren.
Zu der Raumachse vorne – hinten zählen die sogenannten „treibenden“ und die „verhaltenden“ Hilfen. Zu der Raumachse links – rechts zählen die sogenannten „verwahrenden“ Hilfen.
Das Grundprinzip der Hilfengebung lässt sich am einfachsten mit den Begriffen der „Begrenzung“ und des „Druckausgleichsverfahrens“ erklären. Begrenzung dient der Erstellung derjenigen Form des Pferdes, die die grösstmögliche Bewegungsfreiheit des Pferdes (unter Berücksichtigung bestmöglicher Reduzierung der Verletzungsgefahr, des Verschleißes und des Energieaufwandes!) garantiert. Treibende Hilfen begrenzen hinten, verhaltende Hilfen vorne und verwahrende Hilfen seitlich. In jedem dieser Fälle dient ein Spannungsaufbau, ein Druckgefälle dazu, das Pferd zu einer Druck ausgleichenden, Spannung abbauenden Bewegung oder Haltung zu veranlassen. (Vorwärts nicht durch Treiben, sondern durch Spannungsaufbau und darauf folgendem kontrolliertem Spannungsabbau – z.B. bei Verstärkungen, Piaffe, Passage, fliegender Wechsel etc.) (wenn hier von Spannungsabbau die Rede ist, so bedeutet dies, dass natürlich einerseits eine kontinuierliche Grundspannung vorhanden sein muss, damit Bewegung und Leistung überhaupt möglich sind, aber innerhalb der Leistungsanforderung auftretende Belastungs- oder Spannungspitzen so schnell wie möglich wieder reduziert werden sollten, damit wieder Kapazitäten frei sind für erneute Belastungsspitzen! Die Graphik angemessener Spannungsbögen im Leistungsverlauf ähnelt eher einer Berg-und Talfahrt, denn einem Tafelbergtableau. So, wie ich für jeden neuen Schuss den Bogen neu spannen muss, so für jede neue Leistungsanforderung oder Veränderung den Geist und die Muskulatur meines Pferdes!) |
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Allein die Aussicht auf eine „Erholungsphase“ , eine Entlastung von Spannungsspitzen, lässt das Pferd diese aktiv aufsuchen! Deshalb muss ich als Reiter meinem Pferd diese zum Erhalt der Leistungsmotivation auch immer wieder während der Arbeit gewähren. Paradoxerweise kommt also die Leistungsfähigkeit des Pferdes zustande, indem der Reiter den (geistigen & körperlichen) Bogen spannt und ihn durch den erlösenden „Schuss“ (= Aktion, Lektion) entspannt, wobei der Impuls zum „Schuss“ vom Pferd selbst kommt, weil dies die Entspannung er „hineintreiben“ zu müssen! Jede gelungene Aktion besteht letztlich aus der Anhäufung kleiner Spannungsmomente (eine Art positiver Verstärkung bestehender Tendenzen, man denke an das „aufschaukeln“ !) zum Zwecke ausreichender Grundspannung für die gewünschte Aktion/Lektion mit ebensolcher Abspannung in Folge der erfolgreichen Aktion (auch hier gibt es das gleiche Prinzip bei Bedarf, nur dass ich hier sozusagen „negativ abschaukele“ , also in kleinen Quanten herunterdämpfe – je nach Grad der Sensibilität und dem Entgegenkommen des Pferdes!). Je schneller, präziser und wohldosierter der Reiter hier zwischen Spannung und Entspannung, zwischen Lob und Tadel, zwischen Begrenzen und Nachgeben in seiner Einwirkung zu wechseln vermag, um so weniger Widerstand wird er durch das Pferd zu gewärtigen haben, da einmal die Zeit für einen antagonistischen Spannungsaufbau (Gegenreflex, Widerstand) nicht reicht (der Grund für einen möglichen Widerstand hat sich ja im nächsten Moment schon wieder vermeintlich verflüchtigt!) aber genügend Dauer besitzt, um den natürlichen oder ankonditionierten Reflex auszulösen und das Pferd dabei im immer wieder regelmässig auftauchenden Entspannungsmoment seine persönliche Reizschwelle, Toleranzgrenze nicht überschreitet, von der an die Zusammenarbeit mit dem Reiter quasi „aufgekündigt“ würde. Wenn ich jemanden im Gleichgewicht halten möchte, dann boxe oder trete ich ihn nicht ab und zu mal kräftig kurz bevor er endgültig zum Hinfallen käme, sondern unterstütze ihn mit Microimpulsen, die ihre Wirksamkeit entfalten, weil sie wesentlich früher einsetzen, dafür häufiger angewandt werden, dabei aber schonender, fast unmerklich und wesentlich effizienter die Person im Gleichgewicht zu erhalten helfen. Dito beim Reiten. Das Geheimnis erfolgreicher Einwirkung unterliegt dem Dictum: (Wehret den Anfängen!) Je früher ich als Reiter wahrnehme, wie fast unmerkliche Schwankungen, Abweichungen, Ungenauigkeiten sich ankündigen – desto früher kann ich dem entgegen wirken und dies naturgemäss mit entsprechend geringem Einsatz. Ist das sprichwörtliche Kind erst einmal in den Brunnen gefallen – hat das Pferd also seine Gleichgewichtssituation verschlechtert oder gar verloren, so ist es zu spät, um mit feinen Hilfen etwas zu retten, dann muss schweres Material aufgefahren werden. Des weiteren kann man das erfolgreiche Einwirken mit der Tätigkeit eines Taschendiebes vergleichen: Während er auf der einen Seite durch einen verstärkten Reiz die Aufmerksamkeit fesselt, ablenkt, holt er sich auf der anderen Seite solchermassen „getarnt“ das Objekt seiner Begierde ( „stealth-riding“ ). Auf diese Weise entsteht keine Opposition, kein Widerstand, da die Natur des ablenkenden Reizes günstigerweise eine harmlose bis erfreuliche sein kann. Beispiel: Wenn ich das Pferd lobe, am Hals streichle und dabei wie nebenbei, zufällig in kurzen Reprisen den inneren Zügel zusätzlich stellend einsetze, so wird durch die vordergründig verdeckende (zumindest so vom Pferd empfundene) „Hauptaktion“ des Lobens vom eigentlichen Zweck des Vorgangs, nämlich des verstärkten Durch- oder Abstellens abgelenkt. Das Pferd kann eine solche Dichotomie (Zwiespältigkeit) des Vorgehens weder erkennen, noch infolge davon kommentieren, sprich: sich dagegen verhalten, wehren! Es verhält sich mit den Hilfen außerdem wie mit der persönlichen Handschrift: Auch dies ist eine ganz individuelle Signatur, die man mehr oder weniger leicht entziffern, dechiffrieren lernen muss, will man den Text, Inhalt verstehen. So muss auch jedes Pferd immer wieder von neuem damit vertraut gemacht werden, was welches Signal zu bedeuten hat und wie es darauf reagieren soll. Diese „Einlesephase“ erfolgt zu Beginn des Reitens mit dem Üben der Seitengänge im Schritt. Denn hier habe ich sämtliche Komponenten, die in allen anderen Belangen ebenfalls vertreten sind und kann diese im Schritt (wo Pferd wie Reiter ausreichend Zeit haben, sich zu sortieren!) in ihrer jeweils treibenden, verhaltenden und/oder verwahrenden Funktion in großer Vielfalt und Deutlichkeit begreiflich und umsetzbar gestalten. |
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Im Zuge der Seitengänge (Gewichtsweichen ist streng genommen natürlich kein „Seitengang“ per definitionem, da es aber unverzichtbarer Bestandteil und Grundlage aller weiteren Seitengangentwicklung ist, binde ich es hier mit ein! Als Seitengang werden nur diejenigen Bewegungsformen bezeichnet, welche in Stellung und Biegung – welche es in expliziter Form beim Gewichtsweichen nicht gibt – und einer Längsachsenabstellung von der Bewegungsrichtung vorgenommen werden!) muss ein weiteres, wichtiges Grundprinzip der Hilfengebung erläutert werden, die Diagonale Hilfengebung: Diese zieht sich als elementare Grundforderung durch sämtliche Lektionen. (Selbst Piaffe & Passage benötigen diese, da im wechselweisen Untertreten der Hinterhand bereits ein innerer & äußerer Zügel vorgegeben ist, wobei jeweils der auf der untertretenden Seite befindliche Zügel als der „äußere“ begriffen werden muss, da er allein durch sein Arret: aus dem frz.: arreter – sperren (u.a.). Bezieht sich auf das Sperren des ansonsten flexibel federnden Handgelenks (um die natürlichen Nickbewegungen des Pferdes mit Hals und Kopf während der Bewegung nicht unnötig zu behindern oder gar zu blockieren!) zum Zwecke der Druckverstärkung am äußeren Zügel, um damit auf das äußere Hinterbein (Stützbein) wie beschrieben einzuwirken. Oder die Halbe Parade: Ist eine Verstärkung des Arrets in Form des aktiv zum Pferdehals hin – oder im äußersten Fall rückwärtig – eingedrehten Handgelenks zum Zwecke der Druckverstärkung am äußeren Zügel, um damit auf das äußere Hinterbein (Stützbein) zum Zeitpunkt des Zehenkontakts mit dem Boden einzuwirken. Hierdurch kann das Pferd dem verstärkten Druck am Zügel nur nach hinten ausweichen, indem es die Hanken beugt. die nötige Hankenbeugung mit der entsprechenden Kadenz zu steuern vermag!) Ziel dieser Vorgehensweise ist, dem äußeren Zügel eine maximierte Kontrollfunktion über das Bewegungsverhalten des äußeren Hinterbeines, des „Stützbeines“ , zuzuweisen. Jeder Zügel wirkt direkt nur auf das gleichseitige Hinterbein: Linker Zügel auf linkes Hinterbein – rechter Zügel auf rechtes Hinterbein. Und „Wirken“ bedeutet hier: Jede Form, jeder Grad des Widerstandes eines Zügels, der sich im Maul des Pferdes bemerkbar macht, führt zu einem Druckausgleichsverhalten des Pferdes, sprich: Das Pferd reagiert, um dem Druck in seinem Maul zu entgehen oder ihn zumindest zu verringern, indem es:
(Die Wirkungen einer „Halben Parade“ – abhängig vom zeitlichen und wechselwirkenden Zusammenspiel mit anderen Komponenten – erstrecken sich dabei von verhaltender Wirkung in puncto
bis zur verwahrenden Wirkung in puncto
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Die Ausführung einer Halben Parade erfolgt wahlweise über Gewichtsverlagerung (verwahrende Funktion), Gegensitzen (verhaltende-verwahrende Funktion) oder eben den Zügel (verhaltende-verwahrende Funktion) In jedem Fall gilt: Erst Treiben, dann Verhalten, dann Nachgeben!!! Erst, wenn das Pferd aktiv an die Hand herantritt, kann der Reiter durch passiv aushaltende Hand (Arret) – aktiv eindrehende Hand (Fermet) die Energie des Vorwärts auffangen, umleiten, umformen! Unbedingt muss nach jeder verhaltenden, spannungsfördernden Aktion eine nachgebende, entspannungsfördernde Aktion folgen, damit das Aufwandniveau nicht letztlich exponentiell ausufert und das Pferd nicht über Gebühr gegängelt wird. (Nie am Zügel ziehen, sondern den Zügel lieber nachfassen und das Pferd sich vom Zügel abstoßen lassen! Denn: Beim Ziehen gerät der ganze Hals in Bewegung und die große Halsmuskelgruppe spannt sich reflektorisch dagegen, wodurch die eigentliche Absicht – z.B. Stellung zu fordern – verunmöglicht würde! Daher: Bügel vor Zügel! Soll heißen: Gewichtseinsatz auf der inneren Seite zum Abspannen derselben, bevor die Zügelhand – die daraus natürlicherweise sich ergebende Tendenz zur Innenstellung – durch den entgegennehmenden Zügel verstärkt und so zur gewünschten Stellung gelangt!) Die Auswirkungen erstrecken sich innerhalb der
Anmerkung: Natürlich kann es auch: Sich im Genick nach außen verwerfen
In solchen Reaktionsfällen ist aber jegliche Lektionenambition sowieso verfehlt, mithin die diagonale Hilfengebung obsolet, da hier erst einmal grundlegende Führungsfehler des Reiters und berechtigte Vertrauensdefizite des Pferdes beseitigt werden müssen Grundsätzlich kann man hier zusätzlich feststellen, dass der Reiter im Verhältnis der treibenden zu den verhaltenden Hilfen mit Sicherheit ein Ungleichgewicht zugunsten der verhaltenden Hilfen gelten lässt und außerdem der Einsatz der Gewichtshilfe zum Zwecke der Rippenbiegung mit nachfolgendem (sich fast von selbst ergebendem) Stellungserhalt zu stark vernachlässigt wurde, wenn er denn überhaupt bekannt und getätigt worden ist! wird fortgesetzt |
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