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Hauptartikel   Magazin Magazin, Ausgabe 653, erschienen am 02.10.2011

Magazin  Ausgabe 653

Nach rechts weisende Zügelhand
(Äußere muss gegenhalten!)

Foto: Autorenhinweise m_red  » Nick Mott
Abschnitt Abschnitte Hauptartikel:
  1. Abschnitt  CENTAURON - Fussfolge
  2. Abschnitt  Gewichtsweichen
  3. Abschnitt  Hohl und fest
  4. Abschnitt  Lektionen
  5. Abschnitt  Grundgangarten
  6. Abschnitt  Quellen / Verweise
  Inhaltsverzeichnis  Inhaltsverzeichnis
Teil Teil 1, Ausgabe Magazin 648:
Hauptartikel  CENTAURON

Teil Teil 2, Ausgabe Magazin 649:
Hauptartikel  CENTAURON – Gleichgewicht

Teil Teil 3, Ausgabe Magazin 650:
Hauptartikel  CENTAURON – Schwerpunkt und Hankenbeugung

Teil Teil 4, Ausgabe Magazin 651:
Hauptartikel  CENTAURON – Brückenkonstruktion

Teil Teil 5, Ausgabe Magazin 652:
Hauptartikel  CENTAURON – Hebeltechnik

Teil Teil 6
CENTAURON - Fussfolge

Teil Teil 7, Ausgabe Magazin 654:
Hauptartikel  CENTAURON – Hilfengebung

Teil Teil 8, Ausgabe Magazin 655:
Hauptartikel  CENTAURON – Diagonale Hilfengebung

Teil Teil 9, Ausgabe Magazin 656:
Hauptartikel  CENTAURON – Stellung, Zügel, Becken

Teil Teil 10, Ausgabe Magazin 657:
Hauptartikel  CENTAURON – Bewegung beginnt im Kopf

Teil Teil 11, Ausgabe Magazin 658:
Hauptartikel  CENTAURON – Kauen, Longe

Teil Teil 12, Ausgabe Magazin 659:
Hauptartikel  CENTAURON – Losgelassener Gleichgewichtssitz

Teil Teil 13, Ausgabe Magazin 660:
Hauptartikel  CENTAURON – Hilfen

Teil Teil 14, Ausgabe Magazin 661:
Hauptartikel  CENTAURON – Sturz

Teil Teil 15, Ausgabe Magazin 662:
Hauptartikel  CENTAURON – Übungen zu Pferde

Teil Teil 16, Ausgabe Magazin 663:
Hauptartikel  CENTAURON – Reiten als offenes System

Teil Teil 17, Ausgabe Magazin 664:
Hauptartikel  CENTAURON – Lösung

Teil Teil 18, Ausgabe Magazin 665:
Hauptartikel  CENTAURON – Rahmenrichtlinien

Teil Teil 19, Ausgabe Magazin 666:
Hauptartikel  CENTAURON – Mitteltrab, Starker Trab

Teil Teil 20, Ausgabe Magazin 667:
Hauptartikel  CENTAURON – Versammelter Galopp

Teil Teil 21, Ausgabe Magazin 668:
Hauptartikel  CENTAURON – Mittelgalopp, Starker Galopp

Teil Teil 22, Ausgabe Magazin 669:
Hauptartikel  CENTAURON – Zusammenspiel der Hilfen

Teil Teil 23, Ausgabe Magazin 670:
Hauptartikel  CENTAURON – Eskalationsleiter

Teil Teil 24, Ausgabe Magazin 671:
Hauptartikel  CENTAURON – Einreiten, Halten

Teil Teil 25, Ausgabe Magazin 672:
Hauptartikel  CENTAURON – Traversale, Kontergalopp

Teil Teil 26, Ausgabe Magazin 673:
Hauptartikel  CENTAURON – Kontergalopp

Teil Teil 27, Ausgabe Magazin 674:
Hauptartikel  CENTAURON – Schaukel, Volte

Teil Teil 28, Ausgabe Magazin 675:
Hauptartikel  CENTAURON – Fliegender Wechsel

Teil Teil 29, Ausgabe Magazin 676:
Hauptartikel  CENTAURON – Ein-Hand-Reiten

Teil Teil 30, Ausgabe Magazin 677:
Hauptartikel  CENTAURON – Lernen: Adaption + Adoption

Teil Teil 31, Ausgabe Magazin 678:
Hauptartikel  CENTAURON – Reiter + Pferd

Teil Teil 32, Ausgabe Magazin 679:
Hauptartikel  CENTAURON – Black-box

Teil Teil 33, Ausgabe Magazin 680:
Hauptartikel  CENTAURON – Emergenz

Teil Teil 34, Ausgabe Magazin 681:
Hauptartikel  CENTAURON – Intervalltraining

Teil Teil 35, Ausgabe Magazin 682:
Hauptartikel  CENTAURON – Mentales Training

Teil Teil 36, Ausgabe Magazin 683:
Hauptartikel  CENTAURON – Schenkeleinsatz

Teil Teil 37, Ausgabe Magazin 684:
Hauptartikel  CENTAURON – Mentale Fraktale

Teil Teil 38, Ausgabe Magazin 685:
Hauptartikel  CENTAURON – Cavaletti

Teil Teil 39, Ausgabe Magazin 686:
Hauptartikel  CENTAURON – Tierschutz
http://www.equivox.de/Hauptartikel

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Vorsichtig(!) auf und ab schwenkende innere Zügelhand zum Lösen vom inneren Zügel
CENTAURON – Fussfolge

Verantwortlich reiten: SCHRITT – TRAB – GALOPP – Hilfengebung

Zu den Themen
Thema  Ausbildung  Persönlichkeitsentwicklung  Reitunterricht



von Autorenhinweise m_red  » Nick Mott


Um die Kontrolle auf das Bewegungsverhalten des Stützbeines zu maximieren bedarf es der Technik der

Diagonalen Hilfengebung:

Dazu muss ich wissen, dass gleichseitiger Zügel auf gleichseitiges Hinterbein wirkt.
Das bedeutet, dass von der Zügelhand ausgehender Druck sich auf die Kinnlade des Pferdes auswirkt.
Dieses versucht sich dem Druck zu entziehen, indem es wahlweise

  • Über den Zügel geht
  • Hinter dem Zügel geht
  • Das Gebiss durchrutschen lässt in die Kieferspalte ( „festbeißt“ – wobei dies eher ein „Gebissklemmen“ ist, weniger ein Draufbeißen)
  • Den Kopf verwirft
  • Sich auf den Zügel drückt
  • Im Hals feststellt
  • Im Rücken feststellt,
wenn eine gewisse Grunddurchlässigkeit noch nicht gegeben ist, dann macht es aber auch keinen Sinn, auf diese Weise das Stützbein kontrollieren zu wollen, da muss erst andere Grundlagenarbeit geleistet werden!
Oder indem es wahlweise
  • Mit der Hinterhand nach hinten ausbleibt
  • Mit der Hinterhand seitlich ausweicht

Wenn es über treibende und verwahrende Gewichtshilfen noch nicht ausreichend kontrollierbar ist.
Oder indem es, sobald ein gewisser Grad an Durchlässigkeit erarbeitet wurde, den Druck mindert durch
  • Vermehrtes Hankenbeugen!

Wie kommt das?
Durch das Hankenbeugen wird die relative Aufrichtung verstärkt, wodurch die Lastaufnahme nach hinten verlagert und somit in der vermehrt aufgerichteten Vorhand verringert wird, das Pferd sich in sich verkürzt und so der Druck vom Zügel genommen wird, vorausgesetzt, der sensible Reiter reagiert entsprechend!

Damit der äußere Zügel diesen Druck nicht aktiv erteilen muss, lässt man das Pferd geschickter Weise tendenziell von innen hinten, also vom inneren Schwungbein ausgehend diagonal über den Schwerpunkt in Richtung äußere Schulter „driften“ , wodurch eine deutlich gesteigerte Anlehnung an den äußeren Zügel sich einstellt, die bereits den Effekt auf das Stützbein sicherstellt, sofern eine gewisse Durchlässigkeit gegeben ist.

Diese Tendenz von innen hinten nach aussen vorne wird eingeleitet durch die Gewichtsverlagerung nach innen, welche ein Abspannen der inneren Rippenmuskulatur hervorruft, wodurch sich ein Runden um den inneren Schenkel einstellt, was gleichbedeutend ist mit Biegung und Einstellen der Hinterhand bei gleichzeitigem Herandehnen der äußeren Seite des Pferdes an den äußeren Zügel mit dem beschriebenen Effekt.

Was aber ist zu tun, sofern die gewünschte Durchlässigkeit noch nicht gegeben ist?

Schlüsselpunkt dieser Aktion ist die Bereitschaft des Pferdes, über die Gewichtsverlagerung des Reiters die innere Stützmuskulatur ab zu spannen, im Rücken nachzugeben, ab zu senken und so die Biegung einzuleiten.

Gewichtsweichen  oben 



Das bedeutet das der Schwerpunkt der Durchlässigkeit in der Akzeptanz der Gewichtshilfe zu finden ist.
Um dem Pferd das Prinzip und den Gehorsam auf die Gewichtshilfen plausibel zu machen, bedient sich der Reiter des

Gewichtsweichens:

Wir haben oben festgestellt, dass die Gewichtshilfe zwei Wirkungen haben kann:
Weisend – das Pferd folgt der leichten Gewichtsverlagerung und
Weichend – das Pferd weicht der deutlichen Gewichtsverlagerung in die entgegen gesetzte Richtung aus.

Beim Gewichtsweichen
(üblicherweise fälschlich als „Schenkelweichen“ postuliert – der Ausdruck „Schenkelweichen“ bezieht sich nicht darauf, das Pferd durch den Schenkel seitlich ausweichen zu lassen, sondern vielmehr darauf, das Pferd durch das Gewicht vom Schenkel weg weichen zu lassen – ein äusserst prägnanter Unterschied!) geht es darum , dem Pferd begreiflich zu machen, dass Gewicht eine verwahrende Funktion hat, also das Pferd in eine seitliche Richtung begrenzen kann und soll. Aus dieser Begrenzbarkeit über die Gewichtsverlagerung aus dem Becken heraus (über den Oberkörperhebel nur solange, wie die nötige Empfindsamkeit des Pferdes noch nicht gegeben ist!)
Hat der Reiter ein äußerst differenzierungsfähiges Instrument, um das Pferd unter sich „gerade“ zu halten.

Geraderichten:

Dieser Begriff bezieht sich nicht auf ein Geradeausreiten oder eine Begradigung der Wirbelsäule in sich – es bezieht sich auf die Forderung, dass erst die Wirkungslinie der Hinterhand konsequent gerade(wegs) auf den Schwerpunkt ausgerichtet sein muss, bevor die Hankenbeugung verstärkt werden kann und darf.

Im Problemfall ist daher immer etwas "aus dem Lot" gekommen, "aus dem Gleichgewicht geraten", "in Schieflage befindlich", "verbogen", "aus dem Ruder gelaufen", "vom Kurs abgekommen", divergierend anstatt konvergierend, dissipativ anstatt konzentrativ, etc...

Der Grund für diese Forderung, Notwendigkeit ist die

Natürliche Schiefe:

Dieser Begriff bezieht sich auf die Tatsache, das jedes Pferd eine gewisse „Händigkeit“ aufweist, vergleichbar mit der Links- bzw. Rechtshändigkeit beim Menschen, nur dass hier nicht von Links- bzw. Rechtshändigkeit gesprochen wird, sondern von der sogenannten „festen“ und „hohlen“ Seite.

Sie ist Ursache für das schiefe Traben, Galoppieren (sehr gut auch bei Hunden zu beobachten!), welches die Hinterhand mehr oder weniger neben der Schwerpunktlinie spuren lässt und daher Gleichgewichtseinbussen verursacht.

Sie liegt begründet in einer ausgeprägten muskulären Asymmetrie, welche sich infolge vermehrter Inanspruchnahme der „händigen“ Seite ausbildet.

Dies ist für das Pferd an sich nicht weiter problematisch – es wird erst unter der Belastung durch das Reitergewicht und durch die dabei gestellten Bewegungsanforderungen zum Problem.

Die vom Pferd bevorzugte (und damit die vermeintlich reiterlich „leichtere“ ) Seite des Pferdes wird im allgemeinen als die „hohle“ Seite bezeichnet und die gegenüberliegende als die „feste“ .

Die „hohle“ Seite heißt deswegen so, weil zu dieser Seite hin das Pferd die Hinterhand mehr hereinstellt und scheinbar leichter Stellung und Biegung annimmt.

Die „feste“ Seite heisst deswegen so, weil zu dieser Seite hin das Pferd mehr Widerstand beim Stellungs- und Biegungsversuch entgegenbringt.

In Wirklichkeit ist es genau umgekehrt:
Da das Pferd sich gewohnheitsmäßig auf die favorisierte Seite krümmt (nicht biegt!), wird dort eine grundsätzlich stärkere Kontraktionshaltung der Muskulatur begünstigt und dem Pferd fällt es dann schwerer, sich von der „hohlen“ auf die „feste“ Seite umzubiegen, nicht aber weil die dortige (auf der sogenannten „festen“ Seite befindliche) Muskulatur dem entgegenstünde, sondern weil sich die auf der „hohlen“ Seite nicht genügend loslassen kann, bzw. nicht dehnungsfähig genug ist!

Dass die Muskulatur infolge einseitig verstärkter gewohnheitsmäßiger Kontraktion die natürliche Schiefe zu verantworten hat, kann man auch daran erkennen, dass von der reinen Skelettstruktur her keinerlei naturgegebene Begünstigung einer Seite vorliegt.

Hohl und fest  oben 



Arbeite ich daher beispielsweise auf der „festen“ Seite im Schulterherein, um das Pferd für die Stellung und Biegung empfänglicher zu machen, so bearbeite ich damit eigentlich die „hohle“ Seite, indem durch das Schulterherein auf der „festen“ Seite die „hohle“ mehr gymnastizierend gedehnt wird und so nach und nach eine Flexibilisierung (im wahrsten Sinne des Wortes „Biegungsfähigkeit“ !) derselben erzielt wird und sich so automatisch die Widerstandsproblematik auf der „festen“ Seite in demselben Masse wie die Gymnastizierung der „hohlen“ Seite dort zunimmt, hier vermindert!

Also: Die „hohle“ Seite hat mehr Muskulatur und ist daher schwerer zu dehnen.


Dehnen durch Eckenausreiten, Zirkelarbeit mit betont diagonaler Hilfengebung ( „Drift“ gegen äußeren Zügel), Schulterherein im Schritt (kein Travers, Renvers, Traversale, da die Traversale Dehnungsfähigkeit bereits voraussetzt!)

Die „feste“ Seite hat weniger Muskulatur und ist daher schwerer zu kontrahieren.

Aufbautraining durch vermehrten Kontaktionsanspruch = Übergänge Trab-Galopp auf der festen Seite, Galopp in Wendungen.

Cave!: Erst die hohle Seite dehnen, bevor man die feste Seite aufbauen möchte, da sonst die antagonistische Kraft der hohlen Seite die feste behindert sich mehr zu kontrahieren!


Biegen vor Beugen heißt es daher auch, damit die Kontrolle über die Ausrichtung der Hinterhand gewahrt bleibt, sobald diese vermehrt zum Untertreten angeregt wird und diese dabei nicht ausweichen kann.

Im Gewichtsweichen bewegt sich das Pferd auf einer gedachten Bewegungslinie in einer Längsachsenabstellung zu dieser gedachten Linie zwischen 30°– 40°, mit Stellung in den Ganaschen, aber nicht mit Biegung!

Weniger Längsachsenabstellung (Stellung 3.Grades) bringt kein echtes Kreuzen und mehr Abstellung führt dazu, dass das Pferd mit dem inneren Hinterbein gegen sein äußeres tritt, also entweder davor auf fußt und nicht kreuzt oder sich auf den Kronrand bzw. gegen das Röhrbein tritt, was verständlicherweise Verhaltenheit des Pferdes zur Folge hat.

Das Kreuzen des inneren Hinterbeines vor das äußere Hinterbein bewirkt, dass das Pferd seine innere Rückenhälfte absenken muss, weil sein Becken kippt, um das Kreuzen zu ermöglichen.
(Selbstversuch!). Dadurch kommt die Gewichtsverlagerung des Reiters mehr zum Tragen und das Pferd zum Weichen.

Kennt das Pferd kein Gewichtsweichen, so tritt die Hebelfunktion des seitlichen Halshebels in Kraft.
Über ein seitliches Abschwenken des Halses mit dem inneren seitlich geführten Zügel zum Zeitpunkt des abfußenden inneren Hinterbeines bei gleichzeitig gerade gehaltenem äußeren Zügel wird die Hinterhand seitlich weg gehebelt und das Pferd muss kreuzen.
Wird es dabei belobigt und nach wenigen erfolgreichen Schritten in Ruhe gelassen, stellt sich der Reaktionserfolg in kürzester Zeit ein und das Pferd ist darauf konditioniert, bei entsprechend deutlicher Gewichtsverlagerung unverzüglich auszuweichen, bzw. im Gegenzug bei zu weit hereintretender Hinterhand sich von der begrenzenden Gewichtsverlagerung wieder in die Spur zurück führen zu lassen. Bei genauerer Betrachtung der Verabfolgung des Gewichtsweichens kann man

Bei genauerer Betrachtung der Verabfolgung des Gewichtsweichens kann man feststellen, dass hier eine Art passiver Vorbiegung geschieht.
Denn beim Kreuzen selbst wird das Pferd kurz in den Rippen Biegungshaltung aufnehmen müssen, um sich nicht selbst zu blockieren.
Aus dieser Grundkonstellation der Einwirkung des Reiters und der Reaktion des Pferdes lassen sich letztlich alle Lektionen und Hufschlagfiguren ableiten als Variation dieses einen Grundthemas, lediglich mit der Ausnahme der „geraden“ Lektionen Halten, Rückwärtsrichten, Schaukel, Piaffe, Passage, Levade.
Daher ergibt sich in logischer Konsequenz folgende Reihenfolge (Skala) der Lektionenstufen:
  • Gewichtsweichen
  • Schultervor
  • Schulterherein
  • Travers
  • Renvers
  • Traversale
  • Pirouette
  • Piaffe – Passage

Zusammenfassend lässt sich resümieren:
Anlehnungsprobleme, Kopfhaltungsprobleme, Handführungsprobleme sind lediglich Symptome, nicht Ursachenherde:

Wenn die Rippe nachgibt, gibt der Kopf lateral nach.
Wenn die Hanke "nachgibt", gibt der Kopf vertikal nach
Kaut das Pferd, gibt die Ganasche nach, gibt das Genick in beide Richtungen nach.
Löst sich der Rücken, lässt das Pferd den Hals fallen und durch den so verlängerten Halshebel ebenfalls leichter formen.-

Lektionen  oben 



Hier ein kleiner Vorgeschmack über die Variierbarkeit der Lektionen zum Zwecke der Verfeinerung der Gewichtshilfen:

Lektionen:
Schenkelweichen
Viereck verkleinern/vergrössern
Zickzack-Schenkelweichen
Schenkelweichen im Schwenken – Volte
Schenkelweichen im Schwenken – Mittellinie
Schenkelweichen im Schwenken – Schlangenlinien durch die Bahn
Schenkelweichen im Schwenken – kleine Acht/durch den Zirkel
Schenkelweichen im Schwenken – grosse Acht/aus dem Zirkel
Schultervor
Schulterherein
Travers
Renvers
Traversale
Hinterhandwendung
Scheibenwischer
Zickzack-Traversale
Traver-Renvers-Wechsel
Travers-Schulterherein-Wechsel
Traversale-Schulterherein-Wechsel
Travers-Renvers-Schulterherein-Wechsel
Traversartig Zirkel verkleinern
Renversartig Zirkel vergrössern
Pirouette (Schritt/Galopp)
Pirouette im Wechsel (Schritt/Galopp)
Hinterhandwendung – Anpiaffieren
HHW – Piaffe- Passage
Handgalopp-Kontergalopp-Wechsel
Schulterherein-Konterschulterherein-Wechsel (Trab/Galopp)
Schritttraversale-Trabtraversale
Schritttraversale-Galopptraversale
HHW-Handgalopp
HHW-Kontergalopp
HHW-Schulterherein
HHW-Konterschulterherein
Häufiges Umstellen/Umsitzen (auf gebogener, wie gerader Linie)
inverse VHW (Pferd ist in Bewegungsrichtung gestellt/gebogen und tritt um seine Vorhand herum – Unterschied zur normalen VHW: diese "öffnet" das Pferd, jene "schliesst es!)
inverse VHW-Schulterherein/Traversale
Gegen die Biegung wechselweise stellen im Galopp und Trab
Schulterherein-Volte-Schulterherein
Schulterhrein-Volte-Konterschulterherein
Travers-Volte-Traversale
Travers-Volte-Renvers
Traversale-Volte-Schulterherein
Traversale-Schrittpirouette-Traversale
Schulterherein-Schrittpirouette-Schulterherein
Volte-Schrittpirouette-Volte auf der Stelle
Trabschulterherein-Trabvolte-Galoppschulterherein
Galoppschulterherein-Volte-Trabschulterherein
Galoppschulterherein-Volte-Galoptraversale
Trabschulterherein-Volte-Trabtraversale
Trabtravers-Trabschulterherein-Volte-Trabtraversale (dito Galopp)
Trabrenvers-Trabschulterherein-Trabtraversale-Trabschulterherein-Trabrenvers
Trabvolte-Trabtraversale-Trabkontervolte-Trabkontertraversale (dito Galopp mit fliegendem Wechsel)
Kontergalopp- Kontergaloppschulterherein-Kontergalopptravers
Kontergalopp-aus der Ecke kehrt- Handgaloppvolte-Handgaloppschulterherein (evtl noch Handgalopptraversale dazu)
Einfacher Galoppwechsel auf Schlangenlinien durch die Bahn (3-4 Sprünge – Parade Schritt)
Schlangenlinien durch die Bahn, dabei Handgalopp in den Bögen, Schrittparade Mittellinie + Schrittpirouette, daraus Handgalopp nächster Bogen.
Dito, nur im jeweiligen Kontergalopp mit Konterschrittpirouette (= Linksbogen im Rechtsgalopp, Schrittpirouette rechts, dann Rechtsbogen im Linksgalopp usw.)
Schlangenlinien durch die Bahn, Handgalopp, Volte, Kontergaloppbogen, Volte, Handgaloppbogen
Schlangenlinien durch die Bahn, Handgalopp, Volte, Schritt, Handgalopp nächster Bogen, Volte, Schritt usw.
Einfache Schlangenlinie im Trab, am Scheitelpunkt Volte gegen Hufschlag, daraus Schlangenlinie von X gegen Hufschlag beenden.
Doppelte Schlangenlinie, Mitte der langen Seite Volte, daraus doppelte Schlangenlinie beenden.
Kontergalopp, in die Ecke kehrt, Handgalopp, Volte, aus der Ecke kehrt.
Handgalopp, aus der Ecke kehrt, Hufschlag einfacher Wechsel/fliegender Wechsel,
Mitte der langen Seite Volte, in die Ecke kehrt.
Kontergalopp in die Ecke kehrt, Mitte der langen Seite Volte, einfacher Wechsel, Kontergalopp in die Ecke kehrt.
Trabkonterschulterherein – gerade machen – daraus Handgalopp.
Trabkonterschulterherein – daraus direkt Kontergalopp.
Handschulterherein – Konterschulterherein im Trab im Wechsel an der langen Seite.
Schritt – Handgalopp – Schritt – Kontergalopp (auch auf Zirkel, halbem Zirkel, Volte)
Durch den Zirkel wechseln – je eine Hälfte Trab, die andere im Handgalopp
Traversartig durch den Zirkel wechseln, Zirkelmittelpunkt in die Volte, daraus
schulterhereinartig vergrössernd.(man bleibt dabei auf derselben Hand und setzt quasi dann erneut von derselben Stelle traversartig in den Zirkelmittelpunkt, dann Volte usw.)
Voltenserien: Doppelvolte, Tripelvolte, Volte links/Volte rechts auf der Mittellinie, Volte vom Hufschlag/Volte zum Hufschlag (jeweils anderthalb-Volten!)
Galopptravers, Galoppschulterherein, Galopptraversale, Galoppvolte, Galoppschulterherein
Auf einer Diagonalen Übergänge Schrittraversale-Trabtraversale-Galopptraversale.
Auf einer langen Seite Übergänge Trabschulterherein-Galoppschulterherein, Schrittschulterherein-Galoppschulterherein.
Schulterherein-Traversale-Schulterherein-Traversale-Schulterherein.

Grundgangarten  oben 



Wie wirke ich zum Zwecke der einzelnen Bewegungsformen auf mein Pferd am besten ein?

Wir haben gesehen, dass es um die Beeinflussung des Schwerpunktes geht, um die Kontrolle des äusseren Hinterbeines = Stützbeines des Pferdes zur Kontrolle über das Gleichgewicht, da jegliche Bewegungsveränderung ( Gangarten-Übergänge, Tempi-Übergänge, Wendungen aller Art, Versammlung-relative Aufrichtung) von diesem Stützbein her ausgesteuert wird!

Da bei jeder Verhaltensveränderung meines Pferdes dieses sein Stützbein adäquat zur Verfügung stehen haben muss, bin ich als Reiter gehalten, zu jedem beliebigen Zeitpunkt über den „Aufenthaltsort“ desselben informiert zu sein, um meine Einwirkung darauf abzustimmen!
Kurz: Ich muss die

Fussfolge:

meines Pferdes genauestens kennen, um gezielt und abgestimmt einwirken zu können.

Als Eselsbrücke gilt für die drei Grundgangarten –
  • Schritt ergibt in seiner Reihenfolge von oben betrachtet mit links hinten beginnend ein „N
    (hinten links – vorne links – hinten rechts – vorne rechts)
    Schritt ist eine symmetrische, schwunglose Gangart mit 4-Takt und 8 Phasen
  • Trab ergibt in seiner Reihenfolge von oben betrachtet ein „X
    (jeweils eine Beindiagonale fusst auf, bzw. ab – z.B: links hinten + rechts vorne gleichzeitig)
    Trab ist eine symmetrische, schwungvolle Gangart mit 2-Takt und 4 Phasen, wobei 2 Schwebephasen eingerechnet werden.
  • Galopp ergibt in seiner Reihenfolge von oben betrachtet mit rechts hinten beginnend ein „Z
    (rechts hinten – Beindiagonale links hinten + rechts vorne – links vorne)
    Galopp ist eine asymmetrische, schwungvolle Gangart, im 3-Takt mit 6 Phasen, wobei eine Schwebephase miteingerechnet wird.

SCHRITT:

Hinten links – vorne links – hinten rechts – vorne rechts – hinten links.

TRAB:

Diagonale Stütze rechts hinten/links vorne       Diagonale Stütze links hinten/rechts vorne

GALOPP:

SchwebephaseStützphase äußeres Hinterbein
Diagonale Stütze Diagonale mit innerem Vorderbein
Letzte Stützphase mit innerem Vorderbein Schwebephase

Ganz genau:

Schwebephase – Einbeinstütze äußeres Hinterbein – Dreibeinstütze äußeres Hinterbein mit Diagonale – Zweibeinstütze Diagonale – Dreibeinstütze Diagonale mit innerem Vorderbein – Einbeinstütze mit innerem Vorderbein – Schwebephase.

Einwirkung kann nicht zu beliebigen Zeitpunkten mit der gleichen Effizienz oder sogar mit dem gleichen Ergebnis erfolgen!!!

Für jede Anforderung gibt es einen optimalen Zeitpunkt einer optimal darauf abgestimmten Einwirkung in puncto Dosierung, Koordination, Dauer.
Also für jede Aufgabe, Bewegung eine optimierte Zweckform und Koordination.

Und wenn ich als Reiter diesen verpenne oder gar nicht kenne, muss ich mich nicht wundern, wenn Friktionen auftreten, also Störungen bis Probleme im Bewegungsablauf.


wird fortgesetzt

Quellen / Verweise  oben 

  1. » Centauron Rigge mööt mer künne! 340 Seiten, Juni 2011. €14, 99
  2. Magazin  CENTAURON, Verantwortlich reiten
    EquiVoX-Link Ausgabe 648 · Teil Teil 1
  3. Magazin  CENTAURON – Gleichgewicht, Verantwortlich reiten – physikalische Grundlagen
    EquiVoX-Link Ausgabe 649 · Teil Teil 2
  4. Magazin  CENTAURON – Schwerpunkt und Hankenbeugung, Verantwortlich reiten – Sehnen, Bänder, Gelenke, Relative Aufrichtung, Dehnungshaltung
    EquiVoX-Link Ausgabe 650 · Teil Teil 3
  5. Magazin  CENTAURON – Brückenkonstruktion, Verantwortlich reiten: Biegung, Stützbein – Schwungbein, Hebeltechnik
    EquiVoX-Link Ausgabe 651 · Teil Teil 4
  6. Magazin  CENTAURON – Hebeltechnik, Verantwortlich reiten: Beizäumung, Gewichtshilfe, Diagonale Hilfengebung, Gewichtsweichen, Geraderichten, Natürliche Schiefe
    EquiVoX-Link Ausgabe 652 · Teil Teil 5


Abbildungen
Autorenhinweise m_red  » Nick Mott


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