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Hauptartikel   Magazin Magazin, Ausgabe 650, erschienen am 11.09.2011

Magazin  Ausgabe 650

Hinterhandunterstützung
Energiekreislauf durch Reiterhilfen

Foto: Autorenhinweise m_red  » Nick Mott
Abschnitt Abschnitte Hauptartikel:
  1. Abschnitt  CENTAURON - Schwerpunkt und Hankenbeugung
  2. Abschnitt  Vorhand - Hinterhand
  3. Abschnitt  Relative Aufrichtung
  4. Abschnitt  Fehler
  5. Abschnitt  Dehnungshaltung
  6. Abschnitt  Quellen / Verweise
  Inhaltsverzeichnis  Inhaltsverzeichnis
Teil Teil 1, Ausgabe Magazin 648:
Hauptartikel  CENTAURON

Teil Teil 2, Ausgabe Magazin 649:
Hauptartikel  CENTAURON – Gleichgewicht

Teil Teil 3
CENTAURON - Schwerpunkt und Hankenbeugung

Teil Teil 4, Ausgabe Magazin 651:
Hauptartikel  CENTAURON – Brückenkonstruktion

Teil Teil 5, Ausgabe Magazin 652:
Hauptartikel  CENTAURON – Hebeltechnik

Teil Teil 6, Ausgabe Magazin 653:
Hauptartikel  CENTAURON – Fussfolge

Teil Teil 7, Ausgabe Magazin 654:
Hauptartikel  CENTAURON – Hilfengebung

Teil Teil 8, Ausgabe Magazin 655:
Hauptartikel  CENTAURON – Diagonale Hilfengebung

Teil Teil 9, Ausgabe Magazin 656:
Hauptartikel  CENTAURON – Stellung, Zügel, Becken

Teil Teil 10, Ausgabe Magazin 657:
Hauptartikel  CENTAURON – Bewegung beginnt im Kopf

Teil Teil 11, Ausgabe Magazin 658:
Hauptartikel  CENTAURON – Kauen, Longe

Teil Teil 12, Ausgabe Magazin 659:
Hauptartikel  CENTAURON – Losgelassener Gleichgewichtssitz

Teil Teil 13, Ausgabe Magazin 660:
Hauptartikel  CENTAURON – Hilfen

Teil Teil 14, Ausgabe Magazin 661:
Hauptartikel  CENTAURON – Sturz

Teil Teil 15, Ausgabe Magazin 662:
Hauptartikel  CENTAURON – Übungen zu Pferde

Teil Teil 16, Ausgabe Magazin 663:
Hauptartikel  CENTAURON – Reiten als offenes System

Teil Teil 17, Ausgabe Magazin 664:
Hauptartikel  CENTAURON – Lösung

Teil Teil 18, Ausgabe Magazin 665:
Hauptartikel  CENTAURON – Rahmenrichtlinien

Teil Teil 19, Ausgabe Magazin 666:
Hauptartikel  CENTAURON – Mitteltrab, Starker Trab

Teil Teil 20, Ausgabe Magazin 667:
Hauptartikel  CENTAURON – Versammelter Galopp

Teil Teil 21, Ausgabe Magazin 668:
Hauptartikel  CENTAURON – Mittelgalopp, Starker Galopp

Teil Teil 22, Ausgabe Magazin 669:
Hauptartikel  CENTAURON – Zusammenspiel der Hilfen

Teil Teil 23, Ausgabe Magazin 670:
Hauptartikel  CENTAURON – Eskalationsleiter

Teil Teil 24, Ausgabe Magazin 671:
Hauptartikel  CENTAURON – Einreiten, Halten

Teil Teil 25, Ausgabe Magazin 672:
Hauptartikel  CENTAURON – Traversale, Kontergalopp

Teil Teil 26, Ausgabe Magazin 673:
Hauptartikel  CENTAURON – Kontergalopp

Teil Teil 27, Ausgabe Magazin 674:
Hauptartikel  CENTAURON – Schaukel, Volte

Teil Teil 28, Ausgabe Magazin 675:
Hauptartikel  CENTAURON – Fliegender Wechsel

Teil Teil 29, Ausgabe Magazin 676:
Hauptartikel  CENTAURON – Ein-Hand-Reiten

Teil Teil 30, Ausgabe Magazin 677:
Hauptartikel  CENTAURON – Lernen: Adaption + Adoption

Teil Teil 31, Ausgabe Magazin 678:
Hauptartikel  CENTAURON – Reiter + Pferd

Teil Teil 32, Ausgabe Magazin 679:
Hauptartikel  CENTAURON – Black-box

Teil Teil 33, Ausgabe Magazin 680:
Hauptartikel  CENTAURON – Emergenz

Teil Teil 34, Ausgabe Magazin 681:
Hauptartikel  CENTAURON – Intervalltraining

Teil Teil 35, Ausgabe Magazin 682:
Hauptartikel  CENTAURON – Mentales Training

Teil Teil 36, Ausgabe Magazin 683:
Hauptartikel  CENTAURON – Schenkeleinsatz

Teil Teil 37, Ausgabe Magazin 684:
Hauptartikel  CENTAURON – Mentale Fraktale

Teil Teil 38, Ausgabe Magazin 685:
Hauptartikel  CENTAURON – Cavaletti

Teil Teil 39, Ausgabe Magazin 686:
Hauptartikel  CENTAURON – Tierschutz
http://www.equivox.de/Hauptartikel

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Schwerpunktverhalten beim flüchtenden Pferd „ohne“ Rücken
Schwerpunktverhalten beim versammelten Pferd „mit“ Rücken
Das Fluchttier Pferd hat seinen Schwerpunkt natürlicherweise deutlich in die vordere Hälfte verlagert, um schneller in die Fluchtbewegung starten zu können.
CENTAURON – Schwerpunkt und Hankenbeugung

Verantwortlich reiten – Sehnen, Bänder, Gelenke, Relative Aufrichtung, Dehnungshaltung

Zu den Themen
Thema  Ausbildung  Persönlichkeitsentwicklung  Reitunterricht



von Autorenhinweise m_red  » Nick Mott


Hankenbeugung:

Die sogenannten Hanken bestehen aus zwei Gelenken:

  • Hüftgelenk und
  • Kniegelenk
In erster Linie über die Winkelung dieser beiden Gelenke kommt die Hinterhand ausreichend nahe an/unter den Schwerpunkt des Pferdes, um diesen für die Erstellung und den Erhalt des Gleichgewichts zu unterstützen.
Das Senken der Lendenwirbelsäule (Kruppe) kann dies zusätzlich unterstützen, aber kein Ersatz für die Hankenbeugung sein.

Fälschlicherweise wird hier oftmals das Sprunggelenk hinzugezählt, aber das wäre vergleichbar so, als würden wir unsere Hauptsprungkraft aus der Winkelung unseres Fersengelenks beziehen – was ja schwerlich der Fall sein kann. Es gibt Pferde, die versuchen, hier eine Ausgleichbewegung zu vollziehen, weil sie aus unterschiedlichen Gründen nicht aus der korrekten Hankenbeugung agieren wollen.
Dies ist grundsätzlich fehlerhaft, weil zum einen nicht genügend Schwung auf diese Weise entstehen kann und zum anderen durch die erhöhte Dauerbelastung das Sprunggelenk schneller verschleißt!

Sehnen, Bänder, Gelenke:

Sehnen, Bänder und Gelenke des Pferdes sind nur geringfügig rotabel, da sie auf die natürliche reine Vorwärtsbewegung ( „Fluchtlinie“ ) ausgerichtet sind und somit bei eintretenden Scherkräften (seitlich zur Bewegungsrichtung auftretenden Wirkungskraftlinien – z.B. Zentrifugalkraft, Zentripetalkraft, Vertreten, Hanglaufen) deutlich erhöhter Verletzungsanfälligkeit, Verschleißgefahr und Ermüdungstendenz ausgesetzt sind!

Schon aus diesem Grunde ist es unerlässlich, sein Pferd in bestmögliches Gleichgewicht zu versetzen, damit die Scherkräfte auf ein Mindestmaß reduziert werden können.

Als HANKEN bezeichnet man die Gelenkwinkel von Hüfte und Knie


Vorhand – Hinterhand  oben 



Die durch die Unterstützung der Hinterhand nach vorne getragene Energie wird durch die sorgsam abgestimmten verhaltenen Gewichts- und Zügelhilfen vorne abgefangen und wieder kreislaufartig zum Schwerpunkt zurückgeleitet.
Vorhand – Hinterhand – Verhältnis:

Die Funktion der Hinterhand ist Entwicklung von Schubkraft zum Zwecke der Flucht. Um die Fluchttendenz zu unterstützen, hat die Natur das Pferd vorlastig gemacht und den Schwerpunkt des Pferdes deutlich näher an die Vorhand als an die Hinterhand gebracht.
Diese wiederum hat somit lediglich umlagernde Stützfunktion ( „Krückenfunktion“ ) für den Schub, der von der Hinterhand ausgehend sich gegen und durch den Schwerpunkt fortpflanzt, damit die Hinterhand Zeit hat, nach dem Schub wieder nach vorne zu greifen und erneut Schub zu entwickeln.
Das Ausgreifen der Vorhand dient also nicht der Fortbewegung selbst, sondern als Raumgewinnungsaktion für die Hinterhand.

Das Problem beim Reiten ist dabei, dass der Reiter mit seinem Gewicht schulter-und damit vorhandbelastend sitzt und somit es dem Pferd deutlich erschwert, genügend Zeit für das Untertreten der Hinterhand zu gewinnen, da die Vorhand unter der ungewohnten und nicht vorgesehenen zusätzlichen Belastung weit weniger Raumgriff entwickeln kann, als gewünscht und benötigt.

Daraus wiederum ergibt sich die ganz klare Erfordernis von und Forderung nach der sogenannten

Relativen Aufrichtung:

Man kann sich das Pferd von der Seite betrachtet wie eine Balkenwaage vorstellen. Vorhand und Hinterhand sind jeweils ein Balkenhebel, die durch die mittige Anordnung des Schwerpunkts getrennt sind.
Im Normalfall neigt sich die Waage zugunsten der Vorhand im Verhältnis von etwa 55:45.
Aus oben angeführten Gründen ist es unerlässlich, dieses Verhältnis umzukehren.
Aus einem „Bergab-Pferd“ wird so ein „Bergauf-Pferd“ .

Hier kann man deutlich erkennen, wie mit der Haltungsänderung des Pferdes über die relative Aufrichtung durch das Untersetzen der Hinterhand der Schwerpunkt sich vermehrt rückwärtig verlagert und so eine direktere Unterstützung durch die Hinterhand gewährleistet ist.

Was im Halten schon gilt, gilt um so mehr für die Vorwärtsbewegung. Auch hier wird durch Beizäumung (Herannehmen der Stirnlinie an die Senkrechte), Aufwölben des Rückens einhergehend mit vermehrtem Unterspringen der Hinterhand die sogenannte tragfähigere Brückenkonstruktion der Wirbelsäule sichtbar, sowie die zusätzliche Verlagerung des Schwerpunktes über die Hinterhand, wodurch mehr Balancesicherheit in der Bewegung erreicht wird.

Der Schwerpunkt „rutscht“ nach hinten, die Hinterhand greift weiter unter – beide nähern sich einander also deutlich mehr an und gleichzeitig wird der Schulterwinkel vermehrt nach oben gedreht, so dass mehr Raumgriff und somit mehr Stützzeit (Der Winkel beim Auftreffen bis zum Abfußen der Vorhand vergrößert sich und dementsprechend die Verweildauer zu Boden und damit die Stützzeit) für die Vorhand möglich ist, wodurch wiederum die Hinterhand mehr Spielraum gewinnt.

In der relativen Aufrichtung kommt es zur zunehmenden Entlastung der Vorhand, mithin der Reiterhand.

Die ursprüngliche Lagerung hat ihren Sinn darin, dass das Pferd mit kurzen, steppartigen Sprüngen in hoher Frequenz beschleunigen kann, wobei dies in der Natur meist nur für kurze Zeit nötig war, da sich nach wenigen 100 Metern ein Beutegreifer aus energetischen Gründen (siehe Gepard, Löwe vs. Zebra zum Beispiel) bei Erfolglosigkeit abwendet.

Unter dem Reiter bei entsprechend längerer Belastungsdauer verkehrt sich dieser ursprüngliche Vorteil in einen Nachteil.
Wird die relative Aufrichtung hergestellt, so verbessert sich für das Pferd die Energiebilanz, das Gleichgewicht und somit die Wendigkeit, Beweglichkeit des Pferdes zum Zwecke der Lektionen.
Eine stark belastete Vorhand lässt keine engen Wendungen im Trab und Galopp zu,

(Die Schulter des Pferdes hat kein Gelenk. Sie ist in ein Muskelbett eingelagert. Will der Reiter eine freie Schulter für Verstärkungen, Berg-auf-Reiten, Versammlung haben, so muss er die Schulter entlasten durch korrekte Versammlung und Biegung)

erst recht keine Pirouetten und sie behindert das Aufwölben des Rückens zur Heranführung der Hinterhand unter den Schwerpunkt.

Relative Aufrichtung  oben 



Veranschaulichung der Wirkung der relativen Aufrichtung
In der sogenannten "relativen Aufrichtung" wird durch das vermehrt lastaufnehmende Untertreten der Hinterhand dieselbe abgesenkt und (wie bei einer Waage) im Gegenzug die Vorhand entlastet und aufgerichtet!


Fehler  oben 



Falscher Knick“ – Pferd entzieht sich nach hinten
Hirschhals“ Pferd entzieht sich zurück und nach oben


Dehnungshaltung  oben 



Dehnungshaltung – Genick ist trotz langem Zügel höchster Punkt









wird fortgesetzt

Quellen / Verweise  oben 

  1. » Centauron Rigge mööt mer künne! 340 Seiten, Juni 2011. €14, 99
  2. Magazin  CENTAURON, Verantwortlich reiten
    EquiVoX-Link Ausgabe 648 · Teil Teil 1
  3. Magazin  CENTAURON – Gleichgewicht, Verantwortlich reiten – physikalische Grundlagen
    EquiVoX-Link Ausgabe 649 · Teil Teil 2


Abbildungen
Autorenhinweise m_red  » Nick Mott


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