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![]() Schwerpunktverhalten beim flüchtenden Pferd „ohne“ Rücken |
![]() Schwerpunktverhalten beim versammelten Pferd „mit“ Rücken |
![]() Das Fluchttier Pferd hat seinen Schwerpunkt natürlicherweise deutlich in die vordere Hälfte verlagert, um schneller in die Fluchtbewegung starten zu können. |
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![]() Als HANKEN bezeichnet man die Gelenkwinkel von Hüfte und Knie |
Die Funktion der Hinterhand ist Entwicklung von Schubkraft zum Zwecke der Flucht. Um die Fluchttendenz zu unterstützen, hat die Natur das Pferd vorlastig gemacht und den Schwerpunkt des Pferdes deutlich näher an die Vorhand als an die Hinterhand gebracht. Diese wiederum hat somit lediglich umlagernde Stützfunktion ( „Krückenfunktion“ ) für den Schub, der von der Hinterhand ausgehend sich gegen und durch den Schwerpunkt fortpflanzt, damit die Hinterhand Zeit hat, nach dem Schub wieder nach vorne zu greifen und erneut Schub zu entwickeln. Das Ausgreifen der Vorhand dient also nicht der Fortbewegung selbst, sondern als Raumgewinnungsaktion für die Hinterhand. Das Problem beim Reiten ist dabei, dass der Reiter mit seinem Gewicht schulter-und damit vorhandbelastend sitzt und somit es dem Pferd deutlich erschwert, genügend Zeit für das Untertreten der Hinterhand zu gewinnen, da die Vorhand unter der ungewohnten und nicht vorgesehenen zusätzlichen Belastung weit weniger Raumgriff entwickeln kann, als gewünscht und benötigt. Daraus wiederum ergibt sich die ganz klare Erfordernis von und Forderung nach der sogenannten Relativen Aufrichtung: Man kann sich das Pferd von der Seite betrachtet wie eine Balkenwaage vorstellen. Vorhand und Hinterhand sind jeweils ein Balkenhebel, die durch die mittige Anordnung des Schwerpunkts getrennt sind. Im Normalfall neigt sich die Waage zugunsten der Vorhand im Verhältnis von etwa 55:45. Aus oben angeführten Gründen ist es unerlässlich, dieses Verhältnis umzukehren. Aus einem „Bergab-Pferd“ wird so ein „Bergauf-Pferd“ . Hier kann man deutlich erkennen, wie mit der Haltungsänderung des Pferdes über die relative Aufrichtung durch das Untersetzen der Hinterhand der Schwerpunkt sich vermehrt rückwärtig verlagert und so eine direktere Unterstützung durch die Hinterhand gewährleistet ist. Was im Halten schon gilt, gilt um so mehr für die Vorwärtsbewegung. Auch hier wird durch Beizäumung (Herannehmen der Stirnlinie an die Senkrechte), Aufwölben des Rückens einhergehend mit vermehrtem Unterspringen der Hinterhand die sogenannte tragfähigere Brückenkonstruktion der Wirbelsäule sichtbar, sowie die zusätzliche Verlagerung des Schwerpunktes über die Hinterhand, wodurch mehr Balancesicherheit in der Bewegung erreicht wird. Der Schwerpunkt „rutscht“ nach hinten, die Hinterhand greift weiter unter – beide nähern sich einander also deutlich mehr an und gleichzeitig wird der Schulterwinkel vermehrt nach oben gedreht, so dass mehr Raumgriff und somit mehr Stützzeit (Der Winkel beim Auftreffen bis zum Abfußen der Vorhand vergrößert sich und dementsprechend die Verweildauer zu Boden und damit die Stützzeit) für die Vorhand möglich ist, wodurch wiederum die Hinterhand mehr Spielraum gewinnt. In der relativen Aufrichtung kommt es zur zunehmenden Entlastung der Vorhand, mithin der Reiterhand. Die ursprüngliche Lagerung hat ihren Sinn darin, dass das Pferd mit kurzen, steppartigen Sprüngen in hoher Frequenz beschleunigen kann, wobei dies in der Natur meist nur für kurze Zeit nötig war, da sich nach wenigen 100 Metern ein Beutegreifer aus energetischen Gründen (siehe Gepard, Löwe vs. Zebra zum Beispiel) bei Erfolglosigkeit abwendet. Unter dem Reiter bei entsprechend längerer Belastungsdauer verkehrt sich dieser ursprüngliche Vorteil in einen Nachteil. Wird die relative Aufrichtung hergestellt, so verbessert sich für das Pferd die Energiebilanz, das Gleichgewicht und somit die Wendigkeit, Beweglichkeit des Pferdes zum Zwecke der Lektionen. Eine stark belastete Vorhand lässt keine engen Wendungen im Trab und Galopp zu, (Die Schulter des Pferdes hat kein Gelenk. Sie ist in ein Muskelbett eingelagert. Will der Reiter eine freie Schulter für Verstärkungen, Berg-auf-Reiten, Versammlung haben, so muss er die Schulter entlasten durch korrekte Versammlung und Biegung) erst recht keine Pirouetten und sie behindert das Aufwölben des Rückens zur Heranführung der Hinterhand unter den Schwerpunkt. |
Abbildungen |
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