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Hauptartikel   Magazin Magazin, Ausgabe 648, erschienen am 28.08.2011

Magazin  Ausgabe 648

CENTAURON - Verantwortlich reiten
Vorstoss eines Pferdefreundes

Foto: Autorenhinweise m_red  » Nick Mott
Abschnitt Abschnitte Hauptartikel:
  1. Abschnitt  CENTAURON
  2. Abschnitt  Inhaltsverzeichnis
  3. Abschnitt  Vorwort
  4. Abschnitt  Problemstellen
  5. Abschnitt  Reitschema
  6. Abschnitt  Quellen / Verweise
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CENTAURON

Verantwortlich reiten

Zu den Themen
Thema  Ausbildung  Persönlichkeitsentwicklung  Reitunterricht



von Autorenhinweise m_red  » Nick Mott


Einleitung: In dieser Woche beginnen wir mit der Publikation einer Reitlehre, die zugleich auch eine Persönlichkeitslehre ist, denn sie geht davon aus, dass nur verantwortliche und verantwortungsbewusste Menschen aufs Pferd gehören. Es geht also nicht nur um die Ausbildung des Pferdes, sondern ausdrücklich auch um die Ausbildung des Menschen.

Der Autor schreibt in einer E-Mail über sich und zu seinem Buch:

»Ja, ich habe mit Pferden zu tun, bin Berufsreitlehrer FN, bilde Schwerpunkt Dressur bis Grand Prix und Springen bis Klasse M aus, spezialisiert aber auf Ausbildung und Korrektur (kein Turnierreiter) und freiberuflich tätig.

Zum Buch: Eigentlich ist das eine Kompilation für meine Schüler, die sich leider nicht immer alles soooo genau merken, wie es nötig und damit wünschenswert wäre^^
Deshalb hatte ich mal eine Zusammenfassung der wichtigsten Aussagen und Trainingsmomente geschrieben zum Nachlesen.
Für ein veräußerungsfähiges Reitbuch würde ich noch mehr dazu schreiben und für einen Berufsreiteranteil sorgen.«

Ich weiß nicht, ob er dies ganz ernst meint und ob das richtig ist. Meiner Meinung nach stapelt er tief und wiegelt ab. Ich könnte mir sehr gut vorstellen, dass viele Leser sein Buch verschlingen und darauf schwören. Dazu muss es freilich erst einmal bekannt gemacht werden, und diese Veröffentlichungsreihe soll dazu beitragen.

Man kann das Buch im Internet erwerben; dort wird es wie folgt beschrieben:

Fachbuch zum Thema Ausbildung, Korrektur von Pferden

Nach über 30jähriger Berufserfahrung im Bereich Ausbildung & Korrektur von Pferden und der Lektüre sehr vieler Veröffentlichungen zum Thema habe ich mich entschlossen eine, aus meiner Sicht vorhandene, Lücke zu schliessen.

Der Reitlehrer ist nach meiner Definition der "Anwalt des Pferdes", weil dieses seine berechtigten Ansprüche nur selten selbst zu vertreten vermag. Mit meinen Erläuterungen zu den Zusammenhängen von Anatomie, Physiologie, Psychologie, Trainingslehre möchte ich wieder das Bewusstsein für die wesentlichen Grundlagen der Reitkunst schärfen.

Dies ist kein Buch, um sich für das Reitabzeichen vorzubereiten.
Es ist kein Einführungsbuch für Anfänger.
Es ist kein alternatives Reitweisenbuch.

Diese Schrift wendet sich an diejenigen, die den Verdacht haben, dass Reiten mehr als "nur" Sport ist, die Verantwortungsgefühl für die Kreatur empfinden und gerne eine andere Sicht kennen lernen möchten als die der zuhauf umlaufenden Amateurliteratur.

Wer wirklich wissen will, worauf es ankommt, wer den Aufwand der Auseinandersetzung mit dem Thema und vor allem mit sich nicht scheut, der ist hier richtig.

» Centauron, Rigge mööt mer künne! 340 Seiten, Juni 2011. €14, 99

Wer wollte nicht wissen, worauf es wirklich ankommt? Vielleicht sollte man sich auch vorher informieren, welchen Aufwand man treiben muss, wenn man die Sache richtig machen will?

Hier spricht jedenfalls einer, der es weiß und der sich sehr viele Gedanken gemacht hat und schließlich sogar die Mühe, seine Erfahrungen und Erkenntnisse für die Nachwelt, für uns, für seine Schüler zu Papier zu bringen. Ich wünsche diesem Buch einen sehr großen Erfolg und möchte mit dieser Veröffentlichung meinen Teil dazu beitragen!

Werner Popken, Chefredakteur

Inhaltsverzeichnis  oben 



Vorwort

Longe

  • Ziele
  • Angst
  • Sitz
  • Falltraining
  • Leichttraben
  • Wendungen
  • Hilfen
    • Fußfolge
    • Gewicht
    • Zügel
    • Stimme
    • Gerte
    • Schenkel

  • Hufschlagfiguren
  • Übungen


Reiten

  • Reitschema
  • Schwerpunkt
  • Hankenbeugung
  • Relative Aufrichtung
  • Brückenkonstruktion
  • Stützmuskulatur
  • Biegung
  • Stützbein – Schwungbein
  • Hebeltechnik
  • Beizäumung
  • Gewichtshilfe
  • Diagonale Hilfengebung
  • Gewichtsweichen
  • Geraderichten
  • Natürliche Schiefe
  • Fußfolge
  • Feedback
  • Gerte
  • Unhilfe
  • Zügelführung
  • Becken
  • Konditionierung
  • Skala der Ausbildung
  • Zügelmaß
  • Rahmenerweiterung
  • Ein-Hand-Reiten
  • Kauen


Lektionen

  • Grundtempo
  • Einreiten
  • Überstreichen
  • Zügel-aus-der-Hand-kauen-lassen
  • Mittelschritt
  • Starker Schritt
  • Arbeitstrab
  • Versammelter Trab
  • Mitteltrab
  • Starker Trab
  • Arbeitsgalopp
  • Versammelter Galopp
  • Mittelgalopp
  • Starker Galopp
  • Ecke
  • Volte
  • Übergänge Gangarten
  • Übergänge Tempi
  • Seitengänge
    • Biegungsformen
    • Schulterherein
    • Travers
    • Renvers
    • Traversale
    • Schrittpirouette
    • Kurzkehrt
    • Galoppirouette

  • Konterlektionen
    • Kontergalopp
    • Renvers
    • Konter“ Schulterherein

  • Fliegender Wechsel
  • Ganze Parade
  • Rückwärtsrichten
  • Schaukel
  • Piaffe
  • Passage
  • Levade
  • Zirkel verkleinern & vergrössern
  • Asymmetrische Acht
  • Vorhandwendung


Training

  • Intervalltraining
  • Probleme
    • Druckausgleichsverfahren
    • Ponies

  • Abhärtung
  • Trainingshilfen
    • Zügeltrainer
    • Beckentrainer
    • Gertentrainer
    • Gewichtsweste
    • Trampolin
    • Fadentrainer
    • Jonglieren
    • Rauschenbrille
    • RolaRola
    • Balancesteine
    • Achter-Handschlaufe
    • Hooking

  • Cavaletti
  • Nasengebiss


Nachwort

Anhang

  • Tierschutz
  • Tierschutzgesetz
  • Rechtssprechung
  • Kybernetik
  • Autor



Vorwort  oben 



Non equitando, sed vitae discimus!

Reiten“ – Was bedeutet das?

Dieses Wort ist abgeleitet von germanisch: ridan = sich fortbewegen und verwandt mit dem indogermanischen: *rheid- = in Bewegung sein, reisen, fahren.
Das Wort bereitist ebenfalls verwandt damit.

Was sagt uns das?

Wenn Du reiten möchtest, dann musst Du allzeit bereit sein, Dich zu bewegen – kurz:
Frei beweglich sein.

Ein japanischer Schwertfechtmeister aus dem 16.Jakrhundert formulierte die Quintessenz seiner Kunst einmal so:

Fehlerlosigkeit liegt allein in der freien Beweglichkeit!

Was ist damit gemeint?

Nur der, der sich frei und ohne Einschränkungen den Erfordernissen des Augenblicks entsprechend zu verhalten weiß, der wird Erfolg haben.

Dies gilt sowohl hinsichtlich körperlicher Fitness als auch im besonderen Masse der geistigen!

Der Vorgang des Reitenlernens beinhaltet somit einen logischen Dreischritt:

  • Lerne Deinen Körper zu beherrschen
  • Lerne Deinen Geist zu beherrschen
  • Lerne Dein Pferd zu führen

Punkt 3. ist unmöglich ohne die beiden vorhergehenden Punkte.

Sicherlich kann ich auf die ersten beiden Punkte auch verzichten:
Sicherlich kann ich lernen auf einem Pferd zu sitzen ohne runter zu fallen.
Sicherlich kann ich lernen ein Pferd in Bewegung zu setzen, es nach links und rechts zu steuern und auch wieder anzuhalten.
Aber ebenso sicher ist, dass es dabei bleiben wird.

Ich nenne dies nicht „Reiten“ , sondern lediglich „Bewegen“ eines Pferdes.
Reiten“ bedeutet unmissverständlich: sichere Kontrolle über das Geschehen zu Pferde.

Etwas oder jemanden kontrollieren besagt, dass hier ständig überwacht, überprüft, nachgeprüft und bewandert (sic!) gehandhabt werden muss – kurz: meisterliche Qualitäten gefragt sind.

Und Meister kann sich nur nennen, wer soviel gelernt hat, dass er zum Lehrer berufen werden kann.
( „lernen“ zu gotisch: „lais“ = ich habe nachgespürt – zum Stamm von „leisten“ gehörend = „einer Spur nachgehen“ !)

Da der Reiter sein Pferd meistern möchte, also diesem in allen Belangen eine qualitative Förderung seiner Eigenschaften zukommen lassen möchte, muss er ein umfassendes Verständnis der Zusammenhänge, Wirkkräfte und –prinzipien im Bereich von Anatomie, Physiologie und Psychologie erworben haben.

Dieses Wissen ist nicht en passant zu erwerben – es bedarf erheblicher zeitlicher, energetischer und geistiger Aufwendungen dafür.

Der Weg zur „Meisterschaft“ lässt sich dabei in drei große Abschnitte gliedern:

  • Der Schüler lernt mit seinen eigenen körperlich-geistigen Ressourcen, Potentialen und Optionen umzugehen – erst einmal nur mit sich selbst, ohne Pferd
  • Der Schüler lernt dies zu Pferde an der Longe
  • Der Schüler lernt dies mit dem Pferde frei in der Bahn

Auch hier gilt wieder:
Der 3. Punkt ist nicht wirklich verfügbar, bevor nicht die beiden anderen Punkte erfolgreich absolviert worden sind.

Eigenschaften, die es zu kultivieren gilt:
  • Balance (innerlich wie äußerlich)
  • Koordination (körperlich wie geistig)
  • Kraft (Stärke, Mut, Selbstbewusstsein, Wille)
  • Ausdauer (Belastbarkeit im körperlich-geistigen, wie zeitlichen Sinne)
  • Härte (gegen sich selbst)
  • Schnelligkeit (Reflexe, Auffassungsvermögen, Urteilsvermögen)
  • Spannungskontrolle (Trafomuskulatur, Gelassenheit, Spannkraft)
  • Intelligenz (Einsichtsvermögen, Erkennen des Wesentlichen, Kompensationskompetenz, Konvergenz)

Mit jedem Abstrich an einem oder mehreren Punkten verringert sich der Umfang an reiterlichen Möglichkeiten.
Die Zahl reitbarer Pferde verringert sich ebenso, wie die verfügbarer Lektionen oder sportlicher Leistungsziele.
Kurz: Je weniger dem entsprochen wird, desto weniger Sicherheit gibt es, desto gefährlicher wird das Reiten selbst.

Nicht umsonst weisen die Begriffe Fährnis und (Ge)fahren auf den Zusammenhang zwischen reiten und (sich zu Pferde bewegend) reisen hin.

Warum ein so ausdrücklicher Hinweis hierzu?

Nun, dazu muss sich jeder vor Augen führen, welche Situation das Reiten eigentlich darstellt:
Das Pferd ist niemals von der Evolution zum Reiten bestimmt gewesen.

Problemstellen  oben 



  • Anatomisch sitzt der Reiter auf der schwächsten Stelle einer Wirbelsäule, die nie zur Lastaufnahme konzipiert worden ist.
  • Psychologisch haben wir ein Fluchttier unter uns, welches eben darum zuallererst sein Heil in der Flucht sucht, wenn es sich gefährdet oder überfordert fühlt.
  • Das Pferd, von Natur aus in sehr gutem Gleichgewicht, ohne Probleme mit sich selbst, bekommt durch die Anwesenheit des Reiters genau diejenigen Probleme, welche zu lösen der Reiter sich vorgenommen hat! (Paradoxie des Anspruchs!)
  • Das Pferd besitzt kein Bewusstsein, das dem menschlichen vergleichbar wäre. Der wichtigste Unterschied: Pferde haben keine von Absicht gesteuerte Zeitkontrolle. Das heißt: Das Pferd lebt von Augenblick zu Augenblick. Dies bedingt, dass das Pferd eben auch sein Verhalten von Augenblick zu Augenblick verändern kann (und dies auch ohne dass der Mensch in jedem Falle die
    Beweggründe nachvollziehen oder gar vorhersehen könnte!) – kurz: Pferde sind unberechenbar!
  • Der Reiter sitzt im „toten Winkel“ des Pferdesichtbereichs, was psychologisch belastend ist, weil die einzige Situation, welche von Natur aus dem vergleichbar wäre, ausgerechnet der Sprung eines natürlichen Feindes auf den Rücken, in den Nacken zum Reißen ist!
  • Es dauert lange, bis ein Pferd all die Probleme, die der Reiter durch seine Anwesenheit ausgelöst hat, zu bewältigen gelernt hat – aber das Pferd kann im Gegensatz zu uns nicht perspektivisch Leiden auf sich nehmen. Das bedeutet, dass das jetzige „Leiden“ nicht in Relation zu vielleicht zukünftigem „Nicht-Leiden“ gesetzt werden kann! Kurz: Das Pferd kann nicht einsehen, wozu die unangenehmen Gefühle, die es jetzt verspürt gut sein sollen.
  • Wir isolieren zum Zwecke des Reitens das Pferd von seinem natürlichen Herdenverband und berauben es seines natürlichen Bewegungsverhaltens und zwingen ihm zeitliche, ernährungstechnische und soziale Rhythmen auf, die ihm fremd sind und nicht zu seinem Vorteil gereichen.
  • Als Reiter verlangen wir uneingeschränkte Unterordnung von Seiten des Pferdes, ohne in den meisten Fällen diesen Anspruch wenigstens dadurch teilweise rechtfertigen zu können, dass wir ausreichende Grundlagen für die Möglichkeit des Gehorsams schaffen! Denn das, was meist als „Ungehorsam“ bezeichnet wird, ist lediglich der völlig legitime Hinweis durch das Pferd, dass hier Friktionen vorliegen, die eben reibungslose Abläufe nicht zulassen! (das Pferd wird durch unsachgemäßen Sitz und ebensolche Vorbereitung und Ausführung des Reiters behindert)
  • Die Erwartung, dass die abstrakten Ansprüche des Reiters (Hufschlagfiguren, Lektionen, Haltungsforderungen, Konditionsoptimierung, Leistungsziele) bei dem Pferd „Verständnis“ finden könnten ist absurd. Es gibt nur zwei triftige Gründe, warum ein Pferd dies alles mitmacht: Unterordnender Gehorsam aus Resignation oder vertrauensgeprägte Erlebnisfreude!
  • Das Pferd kommt von der kleinen Box in die große Box (Halle) und zurück. Zu keinem Zeitpunkt dazwischen (außer bei Weidegang, der aber meist zeitlich limitiert ist), kann das Pferd selbstbestimmte, selbstorganisierende Körperlichkeit ausleben. „Reiter“ bedeutet für das Pferd daher fast immer: Einschränkung, Beschränkung, Zwang. Die Natur des Pferdes sieht aber spontane körperliche Aktion ebenso vor, wie selbstorganisierende Körpererfahrung für die Bewegungsvielfalt. Durch diese schier unbegrenzte Begrenzung muss sich körperliche und psychische Spannung aufbauen, die sich natürlicherweise in Entgrenzungsversuchen (vulgo: Ungehorsam, Bocken, Steigen, Wegspringen, Durchgehen, Kopfschlagen etc.) zu entäußern versucht. (Selbst das sogenannte „Lösen“ hat ja Normen und verlangt vom Pferd eine Entsprechung nach Maßgabe durch den Reiter – „Entspann Dich! Jetzt und so!“ .) Gleichwohl wird vom Reiter erwartet, dass sich das Pferd in freudiger, leistungsbetonter Erregung problemlos kontrollieren lässt!

Man kann also leicht erkennen, dass das Gerittensein für das Pferd keineswegs eine allein seligmachende Angelegenheit ist!

Um so dringlicher erhebt sich in diesem Zusammenhang die Forderung nach einem kompetenten Reiter.
Dieser Reiter versteht die Situation, in der sich das Pferd befindet.
Er versteht, wie das Pferd seine Umwelt erfährt, wie seine Sinne arbeiten, wie es Informationen verarbeitet.
Er versteht, wie der Körper und der Geist seines Pferdes funktionieren und – er ist bereit, sich darauf einzustellen!
Er versteht, dass er, der Reiter, das Problem ist, das es zu neutralisieren gilt und nicht das Pferd!
Er versteht, dass er zur äußersten Sorgfaltspflicht gehalten ist! (Umfassende Information über die Zusammenhänge zu erwerben, um ein maximales Verständnis
und daraus resultierend eine optimale Vorgehensweise garantieren zu können!)

Das sind keine selbstverständlichen Forderungen, denn der reiterliche Alltag bezeugt durchweg andere Standards.

Wie kann man ernsthaft erwarten, dass ein Organismus, der mindestens 14-15 Stunden am Tag leicht dosierte Bewegung ausführt, jetzt sich problemlos umstellt auf 1-2 Stunden maximierter Belastung, bei sonstiger Bewegungsstarre?

Wie kann man ernsthaft erwarten, dass ein Organismus, gepolt auf permanente Nahrungsaufnahme über den Tag hinweg, bei einer zwei-dreimaligen Fütterungskonzentration am Tag keinerlei Verdauungsproblematik, bzw. energetische Versorgungsproblematik bekommt?

Wie kann man ernsthaft erwarten, dass gebissbetonte und sporenbewehrte Koordinationskrüppeleien Vertrauen in die Weisung (Hilfengebung) des Reiters erzeugen?

Wie kann man ernsthaft erwarten, dass unausbalancierte Reiter, die die natürliche Balance des Pferdes stören, diesem helfen könnten, es (das natürliche Gleichgewicht) wieder zu finden?

Wie kann man ernsthaft erwarten, dass einem Reiter, der nur zum Reiten das Pferd berührt, von diesem freundliche, erwartungsfrohe Zuwendung und Aufmerksamkeit zuteil wird?

Wie kann man ernsthaft erwarten, dass unkoordiniertes Gehampel (vulgo: „Hilfen“ ) zu Pferde von diesem eindeutig interpretierbar ist, Sensibilität erhält und unverzüglichen Gehorsam bewirkt?

Wie kann man ernsthaft erwarten, dass ohne genaueste Kenntnis über das Pferd und ebensolche Umsetzung in angemessenes Handeln sich ein wie auch immer gearteter Erfolg einstellt???

Der Fragenkatalog ist beliebig erweiterbar – die Antwort darauf ist immer die gleiche:
Das darf man nicht erwarten!

Man darf erwarten, besser: erhoffen, dass im Falle bestmöglicher
Kompetenzerweiterung des Reiters sich zunehmend weniger Probleme und mehr
Erfolge auftun.

Wer bis hier gelesen hat und sich damit nicht einverstanden erklären mag, der kann aufhören weiter zu lesen.
Denn alles weitere hier zu Lesende bedeutet jede Menge Arbeit an sich selbst.
Es bedeutet die Forderung nach Wahrhaftigkeit in der Einschätzung der tatsächlich gegebenen Ressourcen, Potentiale und Optionen der eigenen Person und die Forderung nach dem unbedingten Willen, die erkannten Defizite auszugleichen, indem umfassend trainiert wird!

Von diesem Training ist nämlich hier die Rede und nicht von pseudo-instant-Methoden zur Verknechtung des Pferdes.
Das Pferd kann allein nämlich prinzipiell schon alles (ich kann nur herausholen, was drin steckt!) – es muss nur noch lernen, reiterliche Signale korrekt zu interpretieren und körperlich-geistig dem Anspruch gewachsen zu sein.
Worum es geht beim Reiten ist, die Ansprüche des Reiters in Übereinstimmung mit seinen eigenen Möglichkeiten und Dispositionen und der des Pferdes und der aktuellen Situation, in der beide sich befinden, zu bringen.

Wenn dem Rechnung getragen wird, wird der Erfolg sich zwangsläufig einstellen.

Alles andere ist Tierquälerei aus Unverstand, falschem Ehrgeiz und selbstdarstellerischer Eitelkeit!

In dubio pro equo!


Als Anwalt für das Pferd wider reiterliches Unvermögen

Nick Mott

Bad Münstereifel-Hilterscheid, den 07.05.2005

Reitschema  oben 



Reitschema


wird fortgesetzt

Quellen / Verweise  oben 

» Centauron Rigge mööt mer künne! 340 Seiten, Juni 2011. €14, 99


Abbildungen
Autorenhinweise m_red  » Nick Mott


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