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![]() Ausschnitt aus dem Cover |
![]() Man möchte ja gerne berichten. |
![]() Der Tausendsassa bei der Arbeit. |
![]() Drehbuchbesprechung im Hause Klimke: Pferdefilmer Thomas Vogel, Redakteurin Gudrun Braun, Olympiasiegerin Ingrid Klimke |
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Natürlich hat auch der Kameramann und Cutter, Thomas Vogel, einen erheblichen Einfluss auf den Film gehabt; schließlich können wir nur das sehen, was er gefilmt und zusammengeschnitten hat. Da Ingrid Klimke den Film aber anschließend kommentiert hat, können wir davon ausgehen, dass sie mit dem Film insgesamt voll und ganz zufrieden ist. Es beginnt mit einer pompösen Musik und Bildern aus einem Rhododendron-Park bei Sonnenschein und herrlicher Blütenpracht; eine Gruppe von Damen reitet im verhaltenen Galopp an der Kamera vorbei. Es folgt gewissermaßen das Cover und dann schon Aufnahmen ihres 2000 geborenen Spitzenhengstes » Damon Hill NRW. Zu wunderschönen Bildern aus verschiedenen Lebens- und Ausbildungsstadien dieses Pferdes – das wie aus nebenstehendem Screenshot ersichtlich, tiefschwarz ist, in den anderen Aufnahmen aber braun – erläutert sie ihre Ausbildungsgrundsätze: Die Gesunderhaltung des Pferdes und ein vielseitiges, abwechslungsreiches Training stehen im Vordergrund, und für die Ausbildung nimmt sie sich ausreichend viel Zeit. Durch eine kurze Sequenz mit Cavalettis, die 2003 aufgenommen wurden, führt sie schon hier die Wichtigkeit dieses Hilfsmittels für ihre Ausbildung ein. Und schon kommt der nächste Grundsatz: „Ich lasse meinen Pferden Zeit, sich zu entwickeln.“ Damon Hill wird dazu als Fünfjähriger bei der Dressurarbeit gezeigt; dazu der Kommentar, sein ausdrucksstarker Trab zeige schon erste Ansätze zur Versammlung. Und gleich darauf der nächste wichtige Baustein ihrer Ausbildungsarbeit: „Mit neun Jahren ist Dami selbst Führpferd für ein junges Nachwuchspferd.“ Führpferd? Nanu! Das geht alles unglaublich schnell, Schlag auf Schlag, beim ersten Ansehen bekommt man es kaum mit. Glücklicherweise ist es eine Freude, diese Aufnahmen zu sehen, so dass man sie sich immer wieder zu Gemüte führen kann. Es folgt eine Aufnahme aus dem Jahr 2009, wo seine Versammlung gewürdigt und ihr Mentor Paul Stecken eingeführt wird – Ton und Bild laufen synchron, ich habe Schwierigkeiten, mich zu konzentrieren – was ist jetzt wichtig, worauf achte ich? Das ist ein Problem des Mediums. Bei einem Buch bestimmt man selbst das Tempo. Es entsteht kein Stress. Man kann jeden Satz so schnell oder langsam lesen, wie man möchte, und ihn auch beliebig wiederholen, man kann vor- und zurückblättern, Pausen einlegen, sich schlafen legen, in Urlaub fahren, jederzeit die Lektüre wieder aufnehmen. Bei einem Film sieht die Sache etwas anders aus. Der Film läuft, er läuft wie das Leben, man kann ihn zwar anhalten, aber irgendwie ist das ein Eingriff. Und weil der Film so schön läuft, lehnt man sich zurück und lässt sich berieseln. Man hat Untersuchungen angestellt, wie viel ein Zuschauer vom Text mitbekommt; ich kann und will jetzt auf die Schnelle keinen Beleg raussuchen, das wäre die Sache nicht wert, aber es war erschreckend: Anscheinend kann man sich nicht gut sowohl auf den Text als auch auf das Bild konzentrieren. Und da die Bilder im Vordergrund stehen, bleibt der Text auf der Strecke. Nun hat Ingrid Klimke glücklicherweise auch Bücher geschrieben, aber das ist wieder etwas anderes. Es bleibt also nichts anderes übrig, als den Film immer und immer wieder zu sehen. Das ist freilich auch ein großer Vorteil. Selbstredend kann man auch ein Buch immer und immer wieder lesen, bis man es auswendig kann, aber es geht beim Reiten ja um Bewegungsfolgen, und die kann ein Buch nur schlecht vermitteln. Zwar kann das Buch auch Abbildungen bringen, aber diese zeigen eben keine Bewegung, sondern einen Schnappschuss, einen Ausschnitt aus einer Bewegung, und das ist etwas ganz anderes. |
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Natürlich fragt sich, wer einen solchen Film so intensiv anschaut. Vielleicht macht das ohnehin schon jeder und ich kann mir alles weitere sparen. Wer weiß? Deshalb möchte ich vorsorglich dafür plädieren, Filme über das Reiten, insbesondere diesen Film, sehr sorgfältig und immer wieder anzuschauen und zu studieren. Mit etwas Disziplin kann man sich dazu durchringen, zurückzuspulen, anzuhalten, man kann auch Pausen einlegen und später wieder die betreffende Stelle anspringen. Filme haben aber natürlich auch ihre Vorteile. Man kann sich wirklich zurücklehnen und berieseln lassen. Vielleicht kann man hinterher noch nicht einmal erzählen, was man gesehen hat, aber das Gehirn hat vermutlich sehr gut aufgepasst. Wenn man den Film zum zweiten Mal sieht, erinnert man sich sehr genau und kann vermutlich die Aufmerksamkeit von den Bildern mehr auf den Ton verlagern. Beim Fernsehen ist das natürlich nicht möglich, es sei denn der Film wird wiederholt, bei einer DVD ist das aber kein Problem. Der Film hat 90 min, stellt drei Pferde vor, also kann man ihn gut in drei Teile zerlegen und immer wieder mal einen Teil anschauen. Der große Vorteil gegenüber einem Buch ist eben gerade das bewegte Bild. Durch das Anschauen ergeben sich nämlich sehr merkwürdige Effekte, die bisher noch nicht aufgeklärt worden sind. Man lernt durch das bloße Zuschauen. Das Zuschauen ist eben doch nicht ganz so passiv wie es zunächst zu sein scheint. Wie beim Reiten kann man bei vielen anderen Aktivitäten ebenso nicht gut mit Worten erklären, worum es geht. Darüber habe ich schon sehr häufig geschrieben und als Beispiel meiner eigenen Erlebnisse beim Erlernen des Flamenco angeführt. Wegen dieser Schwierigkeit hat sich vermutlich das Sprichwort gebildet: „Reiten lernt man nur durch Reiten“ . Stimmt genau, aber wenn man nicht vorher in sich aufgenommen hätte, wie Reiten aussieht, würde man es zumindest nicht so schnell lernen können. Das Sehen, das Abschauen ist wesentlich wichtiger, als man annimmt. Wir sind es gewohnt, Lernen mit Worten gleichzusetzen, mit Erklärungen, mit Lesen und Zuhören. Damit wird die linke Gehirnhälfte angesprochen, die analytisch arbeitet, logisch, synthetisch, wo Schritt für Schritt Dinge zusammengesetzt werden; auf diese Weise kann man das Reiten nie lernen. Das Reiten findet mit Sicherheit rechts statt, und das Sehen spricht eindeutig die rechte Gehirnhälfte an. Sie sollten sich also mit ruhigem Gewissen entspannen und einfach vom Film, von den Bildern, den bewegten, berieseln lassen – einfacher und schneller können Sie wahrscheinlich nicht lernen. Es geht nicht darum, etwas zu verstehen, es geht darum, etwas zu tun. Das betrifft auch die Verhaltensweisen dem Pferd gegenüber. Wir verhalten uns ständig, und Pferde reagieren darauf sehr empfindlich. Auch dieses Verhalten wird vollkommen automatisch produziert, wir verhalten uns gewissermaßen durch unser Handeln, wir zeigen, wer wir sind, wie wir es meinen, und das können wir nicht bewusst steuern. In diesem Sinne formt ein solcher Film Sie auch, und das ist genau das, was der Lehrer beabsichtigt. Er möchte das, was er selbst geworden ist, an Sie weitergeben. Und das was er ist, ist viel mehr als das, was er sagen kann. Mittlerweile weiß man, dass diese Art des Lernens auch im Tierreich vorkommt. Jungtiere sehen, wie Alttiere etwas machen und lernen daraus. In gewisser Weise ist das ein Lernen wie im Schlaf. Ich schaue mir den Film an und lasse mich berieseln, und gleichzeitig lerne ich, ohne mich anstrengen zu müssen. Manche Ausbilder schwören auf „mentales Training“ , aber das ist anstrengend. In gewisser Weise produziere ich mir meinen eigenen Film. Viel angenehmer ist es, einen real existierenden Film anzuschauen. Und vermutlich auch fehlerfreier, denn ich weiß ja, er ist von einem Könner produziert. Kehren wir also zum Film zurück und lassen uns darauf ein. Saugen wir jedes Wort in uns auf und lassen die Bilder in uns versinken. Nach der Einleitung, die auch das Bekenntnis zum täglichen Weidegang einschließt (mit Gamaschen und Springglocken) – denn das Pferd soll ja Pferd sein dürfen, soll sich wälzen dürfen und frisches Gras fressen – springt Ingrid Klimke gleich mitten ins Thema, oder besser gesagt in den ersten Hauptabschnitt, das erste Kapitel des Films, dem vierjährigen Hengst » Danaro gewidmet. Zunächst wird er vorgestellt, als langbeinig und großrahmig. Wie wahr! Unsere Pferde werden immer größer und mächtiger, und Ingrid Klimke wirkt vor diesem Pferd zart und schmächtig. Sollte es solch einem Riesen von Pferd schwer fallen, einen so leichten Menschen zu tragen? Man kann es sich nicht vorstellen. Ingrid Klimke versucht seine Anlagen und Möglichkeiten zu beschreiben; dies wird schon durch Aufnahmen auf dem Dressurplatz und dem Parcours illustriert. |
Diese Aufnahmen sind meines Erachtens wichtig; das Pferd kann noch nichts, aber es lernt. Das Pferd ist verspannt, aber man sieht, mit wie viel Geduld hier gearbeitet wird, um ohne Stress eine Entspannung herbeizuführen. Es wird auch verraten, mit welchen Mitteln man diese Entspannung schneller herbeiführen kann. Man wird darauf hingewiesen, wo dieses Pferd noch Schwierigkeiten hat, woran gearbeitet werden muss. Als Andreas Busacker, Ingrid Klimkes Ehemann, aufsteigt, wird Danaro unruhig und steigt sogar. Diese Szene hätte man leicht herausschneiden können, aber sie wird nicht nur gezeigt, sondern sogar kommentiert, und zwar um an dieser Stelle deutlich zu machen, wie man mit solchen Situationen umgeht. Aus dem Off hört man Ingrid Klimkes Anweisungen: Die Longenführerin soll Pferd und Reiter angesichts dieser Umstände erst einmal führen, so lange, bis das Pferd sich beruhigt hat. Dann soll der Reiter sofort antraben. Der Sprecher wiederum kommentiert dann den Trab und den Allgemeinzustand des Pferdes. Das Pferd wird an keiner Stelle kritisiert. Es wird einfach nur festgestellt, worauf man sich einzulassen hat. Das Pferd ist so, wie es ist, und genau das muss erfasst werden, weil man nur von hier aus weitergehen kann, und zwar in kleinen Schritten. Immer wieder wird betont, dass alle möglichen tadelnswerten Eigenschaften und Verhaltensweisen altersbedingt und vollkommen in Ordnung sind. So ist das eben mit den jungen Pferden. Wer weiß, dass seine Methode zum gewünschten Ergebnis führen wird, kann diese entspannte Haltung einnehmen. Und genau diese entspannte Haltung wiederum führt zu dem gewünschten Erfolg. Genau das meine ich, wenn ich behaupte, dass die Haltung des Lehrers sich auf den Schüler überträgt, wenn dieser einfach nur zuschaut. Und durch diesen Film können wir Ingrid Klimke bei ihrer Arbeit zuschauen. Die wesentlichen Momente ihrer Methode und Haltung werden ins Bild übersetzt und können durch das Auge den Zuschauer formen und verändern. Was auch immer ich darüber schreiben werde, es ist nichts – die bewegten Bilder sind es, die etwas bewirken. Bisher habe ich 6 Minuten dieses Films besprochen; wenn ich so weitermache, schreibe ich im nächsten Jahr immer noch darüber. Trotzdem bin ich mit meinem Artikel durchaus zufrieden. Ich finde, diese DVD hat es verdient, so ausführlich beleuchtet zu werden. |
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Zum Schluss des ersten Teils erlaube ich mir eine Bemerkung in eigener Sache. Die journalistische Aufbereitung von DVDs ist wesentlich aufwändiger, als man sich das vorstellen kann. Das hängt mit technischen Fragen zusammen, und um die damit zusammenhängenden Probleme zu erläutern, muss ich leider ein bisschen ausholen. Bekanntlich haben die Produzenten von digital verfügbaren Kulturprodukten enorme Angst. Angst nicht nur vor dem Verlust von höchst einträglichen Pfründen, wie bei der Musikindustrie, sondern, zumindest in diesem Falle, auch Angst vor dem Ruin. Inge Vogel, Ehefrau des Produzenten, Regisseurs, Kameramanns und Cutters (Sie lesen richtig, alles in einer Person) Thomas Vogel, sagte mir einmal zu Zeiten der Videokassetten, dass genau ein Stück einer Videokassette in ein westliches Nachbarland verkauft werden kann. Von diesem Exemplar werden dann dort beliebig viele Kopien hergestellt. Es liegt auf der Hand, dass es unter diesen Umständen nicht möglich wäre, aufwändige Filme herzustellen, wenn sich die Situation in allen Märkten so darstellen würde. Andererseits gäbe es für die Verbraucher gar keinen Anlass, sich die Mühe zu machen, Kopien herzustellen, wenn die Originale kaum mehr kosten würden, sich der Aufwand also überhaupt nicht lohnen würde. Genau diese Situation haben wir inzwischen im Markt der kommerziellen Filme. Filme sind so billig geworden, dass es lästig und unangenehm wäre, Kopien herzustellen oder illegale Kopien aus dem Internet herunterzuladen. Es stellt sich jetzt nur noch die Frage nach der Verfügbarkeit. Wenn man den Film kaufen kann, kauft man ihn; ist er vergriffen, muss man ihn sich leider herunterladen, wenn man ihn denn überhaupt findet. Es ist ja nicht so, dass die Menschen alle Verbrecher sind. Im Gegenteil, fast alle sind hochanständig und niemand neidet den vielen Spezialisten, die für eine solche Produktion notwendig sind und die möglicherweise sogar in einer Person vereinigt sein müssen (zweifellos aus Kostengründen), ihre Existenz. Allerdings müssen viele abwägen. Natürlich ist eine Reitstunde bei Ingrid Klimke, wenn man sie denn überhaupt buchen kann, mit Sicherheit wesentlich teurer als diese DVD. Aber in einem normalem Haushalt muss vieles finanziert werden, und da stellt sich schon die Frage, ob das Geld für eine DVD übrig ist. Jedenfalls konnte ich aus einigen Forenbeiträgen entnehmen, dass der Wunsch, diese DVDs zu besitzen und sie nach Belieben anschauen zu können, bei allen Teilnehmern vorhanden war. Sie waren sich auch alle einig, dass diese DVDs das Beste sind, was derzeit auf dem Markt ist. Aber einige mussten doch bekennen, dass sie sich die DVD nicht leisten können, und bettelten darum, sie sich ausleihen zu dürfen. Womit wir wieder beim Thema Kopie wären. Diese DVDs kann man nicht kopieren. Damit kann der Verlag vermutlich mehr als eine DVD in jenes westliche Nachbarland verkaufen. Ist damit das Problem gelöst? Für den Verlag vielleicht (dazu später mehr), für den Verbraucher nicht. Denn der Kopierschutz hat eine Menge Nachteile. Das von Microsoft für die Windows-Plattformen mitgelieferte Abspielprogramm Media Player kann diese DVD gar nicht spielen, jedenfalls nicht auf meinem Rechner. Und dieser Rechner ist in diesem Jahr neu gekauft worden. Glücklicherweise besitze ich mehrere Abspielprogramme, und zwei davon können die DVD anzeigen. Eines davon allerdings nur als Patchwork – dank Kopierschutz. Das andere ist in der Lage, den Film fehlerfrei abzuspielen, jedenfalls nach einigen Versuchen. Wie üblich, klicke ich auf den Eingangsbildschirmen der Filme wild herum und habe irgendwann dann mal Glück, dass etwas passiert. Ich hoffe, dass Leute, die einem normalem DVD-Player an ihr Fernsehgerät angeschlossen haben, weniger Schwierigkeiten damit haben. (Ich besitze kein Fernsehgerät und kann deshalb nicht mitreden.) Nun möchte ich möglichst komfortabel arbeiten; da die DVD-Laufwerke ziemlich langsam und träge sind, liegt es nahe, die DVD auf die Festplatte zu kopieren und von dort abzuspielen. Das aber verhindert der Kopierschutz. Also versuche ich, diesen zu umgehen. Manchmal gelingt es, manchmal nicht. In diesem Fall gelang es mir schließlich, aber es nützte nichts. Der Kopierschutz von pferdia tv ist so wirksam, dass ein Abspielen von der Festplatte mit keinem Programm funktioniert. Es steht zu vermuten, dass man auch keine Sicherungskopie anfertigen kann, aber das habe ich nicht probiert (genau das soll der Kopierschutz ja verhindern). Ich habe auch nicht bei Computerbild nachgeschaut, wie man diesen Kopierschutz nun umgeht. Vermutlich kann man dort eine Lösung finden. Die Redaktion und Allgemeinheit sieht darin offenbar keine strafbare Handlung, im Gegensatz zur Filmindustrie, die sich erdreistet, den rechtmäßigen Käufer mit drastischen Hinweisen zu belästigen, die ihn als Kriminellen verdächtigen. Das nächste Problem sind die Standfotos. Ich möchte natürlich die optimalen Fotos als Illustrationen präsentieren. Eins meiner Abpielprogramme bietet den Komfort, automatisch Standfotos zu extrahieren. Das ist sehr angenehm, wenn auch zehntausende von Bildern produziert werden und das seine Zeit kostet, aber da es vollautomatisch erledigt wird und in dieser Zeit etwas anderes gemacht werden kann, ist das kein Problem, und angesichts der heutigen Größen von Festplatten sind auch die Datenmengen zu verkraften. Zwar braucht auch das Betrachtungsprogramm wiederum seine Zeit, um die Kleinbilder zu produzieren, aber dann kann man wirklich sehr komfortabel genau die richtigen Fotos herausfischen. Leider kann dieses Abpielprogramm die DVD weder von der Festplatte noch vom Laufwerk aus fehlerfrei abspielen; entsprechend zerpixelt sehen die Standfotos aus. Super! Da kommt Freude auf! Wie gut, dass ich wenigstens ein Programm habe, das in der Lage ist, die DVD überhaupt abzuspielen. Mit diesem Programm muss ich nun die entsprechenden Standfotos von Hand anfertigen. Immerhin, das funktioniert, nachdem ich diesen Mechanismus verstanden und passend eingerichtet habe. Es hat Stunden gedauert, bis ich diese Lösung gefunden hatte. Ich war schon so weit, auf Standfotos ganz zu verzichten, was ja nun wirklich sehr bedauerlich wäre. Damit mich niemand falsch versteht: Ich verlange von pferdia tv weder, dass auf Kopierschutz verzichtet wird, noch dass die Preise drastisch gesenkt werden. Ein so kleines Unternehmen kann die Welt nicht revolutionieren. Ich glaube nur nicht, dass die bisherigen Ansätze der Unterhaltungsindustrie auf die Dauer Bestand haben werden. Statt dessen vermute ich, dass diese sich so selbst vernichtet. Die Musikindustrie hat ja schon gezeigt, wie man sich erfolgreich demontiert. Die Verlage sind auf einem guten Weg, dasselbe zu bewerkstelligen. Nur bei der Filmindustrie kann ich teilweise Ansätze erkennen, die zukunftsträchtig sind. Es liegt natürlich auch in diesem Fall ein Massenmarkt vor. Der Gewinn berechnet sich aus Absatzmenge mal Einzelmarge. Würde beispielsweise die Bild-Zeitung 50 € pro Stück kosten, dürfte die Auflage ins Bodenlose sinken. Der Gesamtumsatz würde in keinem Verhältnis mehr zum jetzigen stehen. Eine solche Preispolitik wäre Selbstmord des Verlags. Aber genau das wird in vielen Fällen gemacht. Ich erinnere mich noch sehr gut an die Zeit, als die ersten Daten-CDs auf den Markt kamen. Damals hatte ich mit Rechtsanwälten zu tun. Jeder Rechtsanwalt wollte eine CD mit wichtigen Urteilen haben, aber der Verlag verlangte mehr als 1000 DM dafür, und das für eine CD, die naturgemäß veralten würde. Das konnten sich nur ganz große Kanzleien leisten, vielleicht 200 in der gesamten Republik, dabei hätte man den Markt zu 100% abdecken und 70.000 Kanzleien beliefern können – wenn der Preis entsprechend niedrig gewesen wäre. Bei einem Preis von drei Mark pro Stück hätte man schon mehr Umsatz gemacht, und zweifellos hätte jede Kanzlei liebend gern sogar wesentlich mehr dafür bezahlt; diese Preispolitik war also auch wirtschaftlich offensichtlich eine Dummheit. Keine Ahnung, wie sich das heute verhält. Auf jeden Fall sind solche Entscheidungen Merkmale monopolistischer Strukturen, und Monopole behindern den Fortschritt genauso wie Patente und andere Mechanismen, die eigene Vorteile zum Nachteil der anderen Marktteilnehmer ausnutzen wollen. Ein gutes Gegenbeispiel bietet der PC und das Internet. Der PC konnte seinen Siegeszug deshalb antreten, weil IBM von Anfang an sämtliche Einzelheiten offengelegt und damit andere Marktteilnehmer angeregt hat, ihrerseits Produkte und Innovationen für dieses Gerät zu entwickeln. Das hat eine Explosion bewirkt. PCs sind immer leistungsfähiger und billiger geworden, ein Ende ist nicht abzusehen, und heute sind PCs in jedem Haushalt zu finden, meist sogar mehrfach; sie haben unser Leben nachhaltig verändert. Das Internet ist bekanntlich frei und jeder kann es nach Kräften nutzen. Wer hätte sich so etwas überhaupt ausdenken können, als es das noch nicht gab? Und wer kann sich ausdenken, was aus dem Internet noch einmal werden wird? Wer hätte sich so etwas wie die Wikipedia ausdenken können? Wer hätte etwas darauf verwettet, dass aus der Idee der Wikipedia überhaupt etwas werden kann? In diesem Sinne wäre zu wünschen, dass jeder Reiter diese DVD besitzen und intensiv benutzen würde. Es würde das Leben der Reiter und der Pferde nachhaltig verändern. |
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