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Hauptartikel   Magazin Magazin, Ausgabe 581, erschienen am 16.05.2010

Magazin  Ausgabe 581

Ausnahme: Galopp im Gelände
Leichtsinn: keine Reitkappe

Foto: Autorenhinweise m_red  » Marlit Hoffmann
Abschnitt Abschnitte Hauptartikel:
  1. Abschnitt  Mit einem Handpferd reiten
  2. Abschnitt  Anmarschieren und Anhalten
  3. Abschnitt  Tempo zulegen und Tempo zurücknehmen
  4. Abschnitt  Im Gelände
  5. Abschnitt  Übungen mit fremdem Pferd
  6. Abschnitt  Quellen / Verweise
  Inhaltsverzeichnis  Inhaltsverzeichnis
Teil Teil 1, Ausgabe Magazin 576:
Hauptartikel  Handpferdreiten früher und heute

Teil Teil 2, Ausgabe Magazin 577:
Hauptartikel  Fohlen als Handpferd

Teil Teil 3, Ausgabe Magazin 578:
Hauptartikel  Handpferde: Reiten und Sicherheit

Teil Teil 4, Ausgabe Magazin 579:
Hauptartikel  Handpferdereiten: Übungen

Teil Teil 5
Mit einem Handpferd reiten

Teil Teil 6, Ausgabe Magazin 582:
Hauptartikel  Was tun bei Schwierigkeiten?

Teil Teil 7, Ausgabe Magazin 583:
Hauptartikel  Einreiten des jungen Handpferdes
Teil Teil 9, Ausgabe Magazin 585:
Hauptartikel  Ängstliche Pferde und Durchgänger

Teil Teil 10, Ausgabe Magazin 586:
Hauptartikel  Wettbewerbe mit dem Handpferd

Teil Teil 11, Ausgabe Magazin 588:
Hauptartikel  Wettbewerbe mit Handpferd

Teil Teil 12, Ausgabe Magazin 589:
Hauptartikel  Schaunummern mit Feuer und Wasser

Teil Teil 13, Ausgabe Magazin 590:
Hauptartikel  Mehrere Handpferde, Aktionstraber ausbilden

Teil Teil 14, Ausgabe Magazin 591:
Hauptartikel  Ungarische Post und Fahrschule
http://www.equivox.de/Hauptartikel

Hauptartikel oben 

Bei langem Führzügel ohne richtunggebende Ausbinder springt das Handpferd vor das Begleitpferd und schneidet ihm den Weg ab.
Zum Kennenlernen wird Silver neben der Altstute Lady geführt.
Die Helferin übergibt das Jungpferd an die Reiterin – Dandy beäugt misstrauisch den Fremdling.
Mit einem Handpferd reiten

Sicherheitsüberlegungen und Übungen

Zum Thema
Thema  Handpferdereiten



von Autorenhinweise m_red  » Marlit Hoffmann


Beim Reiten mit Handpferd werden von einer Person zwei Pferde geleitet, was vor allem dem unerfahrenen Reiter erhebliche Probleme bereiten kann. Auch wenn sich die beiden Pferde vom Stall oder gemeinsamen Weidegang kennen, kann es trotzdem zu Aggressionen gegeneinander kommen:

Im freien Herdenleben beanspruchen Pferde eine unterschiedliche Individualdistanz (komm mir nicht zu nah!), deren Respektierung der Ranghöhere mit Drohen, Beißen oder Ausschlagen verteidigt.

Der Rangniedere einer Herde muß stets hinter dem Ranghöheren bleiben, so will es das Herdenverhalten, das trotz Domestikation seit Jahrtausenden noch immer gültig ist.

Bei nachgiebigem oder unsicherem Reiter empfinden die beiden Pferde das nebeneinander Hergehen als Aufforderung zum Spiel nach deren eigenen Regeln.

Spätestens beim Einreiten lernen die Pferde, daß diese Gesetze nicht gelten, sobald ein Reiter im Sattel sitzt. Beim Handpferdreiten müssen die Pferde deutlich enger nebeneinander hergehen, das Begleitpferd trägt keinen Reiter (der es vom Sattel aus beeinflussen kann) oder ist noch nicht eingeritten und kennt deshalb die von Menschen geschaffenen Regeln nicht.

Auch wenn in den meisten Fällen das Reiten mit Handpferd ohne große Schwierigkeiten klappt, sollten Sie um Ihrer und der Pferde Sicherheit Willen alle erdenkliche Vorsicht walten lassen.

Für alle Übungen empfiehlt sich ein fest eingezäunter Platz oder eine rutschfeste, einigermaßen ebene und gut eingezäunte Koppel, auf der keine anderen Tiere herumlaufen, die stören könnten.

Sobald die in den vorigen Kapiteln genannten Übungen Reiter wie Pferd in Fleisch und Blut übergegangen sind und an verschiedenen Tagen auch in Schrecksekunden (aufspringender, bellender Hund, klingelnder Radfahrer etc.) ihre Bewährungsprobe bestanden haben, kann ein zweites, dem Reitpferd bestens bekanntes und möglichst ruhiges Pferd herbeigeholt werden, das bereits Erfahrungen als Handpferd hat.

Zunächst einmal werden beide Pferde geritten oder ablongiert, damit diese ihren Stallmut ausleben können und ruhiger werden. Danach wird das Handpferd von einem Helfer im Schritt hinter dem Reitpferd geführt (auf reichlich Abstand zu dessen Hinterbeinen achten). Nach ein oder zwei Runden soll das Reitpferd auf der rechten Hand an der Bande oder dem Zaun entlang gehen, damit Helfer und Handpferd bei Schwierigkeiten nach innen ausweichen können.

Der Helfer führt jetzt das Handpferd neben das Reitpferd und wechselt dabei auf die andere Seite des Handpferdes (er führt es nun links neben sich), so dass die beiden Pferde jetzt hautnah direkt nebeneinander und möglichst Kopf an Kopf gehen. Bleiben die Pferde auch dann noch ruhig, übergibt der Helfer die Zügel an den Reiter und bleibt allmählich zurück. Er muß sich aber in der Nähe aufhalten, um jeder Zeit eingreifen zu können, falls es unverhoffte Schwierigkeiten gibt.

Anmarschieren und Anhalten  oben 



Annette mit der extralangen Gerte sorgt dafür, dass Silver nicht zurückbleibt.
Dandy mit seinen 146 cm Stockmaß strahlt ein so starkes Selbstbewusstsein aus, dass das junge Shirehorse mit seinen 193 cm Stockmaß problemlos dessen Autorität anerkennt und zum ersten Mal im Leben als Handpferd mitläuft.
Natürlich können Sie jetzt einfach unbekümmert losreiten. Aber um die Mäuler beider Pferde zu schonen und um deren und Ihrer Sicherheit Willen sollten Sie vor dem Geländevergnügen einige Übungen auf eingezäuntem Platz absolvieren:

Anmarschieren und Anhalten

Tempo zulegen und Tempo zurücknehmen

Abwenden nach rechts und Abwenden nach links

Rückwärts gehen

Anmarschieren und Anhalten

Solange ein Helfer hinter den beiden Pferden hergeht, sorgt er mit der (extra langen) Gerte dafür, dass das Handpferd gleichzeitig mit dem Reitpferd losmarschiert und neben ihm bleibt.

Wenn Sie ohne Helfer auf dem Platz üben, müssen Sie zuerst das Handpferd mit der Gerte touchieren, damit es Ihnen seine ganze Aufmerksamkeit widmet. Dann erst veranlassen Sie mit dem Kommando "Kommm Schrittt" beide Pferde zum Losgehen.

Aufgepasst:

Es ist bei allen Veränderungen in Reittempo und -Richtung wichtig, die Aufmerksamkeit des Handpferdes zu verlangen, bevor Sie den beiden Pferden das eigentliche Kommando geben. Denn das junge Begleitpferd und auch das ältere ohne Reiter widmen sich mehr der Umgebung mit seiner vielfältigen Abwechslung, als das Reitpferd, das sich alleine schon durch das Gewicht im Sattel auf den Reiter konzentiert.


Wird das Handpferd nicht rechtzeitig auf die jeweils veränderte Situation aufmerksam gemacht, folgt es also dem Kommando später als das Reitpferd, gerät es schnell in die falsche Position und erhält ungewollt harte Zügelhilfen, wenn es wie eine Kuh hinterhergezerrt wird. Im Extremfall reagiert es auf schmerzhaften Druck mit Wegspringen und zieht dabei den Reiter aus dem Sattel, wenn er nicht blitzartig dessen Zügel los läßt.

Weiche Hilfengebung das A und O!:

Alle Zügel- und Gertenhilfen müssen behutsam gegeben werden, um das Handpferd nicht zu überfallen. Schmerzhafte Erinnerungen rufen bei vergleichbaren Situationen Angst hervor, hindern freie, raumgreifende Bewegungen und Spaß an der Zusammenarbeit mit dem Menschen noch vor dem Einreiten.

Das Anhalten leiten Sie zuerst beim Handpferd ein mit einer kurzen, sanften Parade am Führzügel und der in beruhigendem Singsang gesprochenen Aufforderung: "Laaangsaaam". Dem folgt eine erneute kurze Parade, diesmal bei beiden Pferden und dem Kommando "Haaalt" (oder welches Kommando Sie dafür auch immer verwenden). Sollte das Handpferd nicht reagieren, muß die Parade deutlicher und mehrfach hintereinander gegeben werden, bis es entsprechend reagiert und beide Pferde möglichst gleichzeitig zum Stehen kommen.

Loben, loben und nochmals loben. Und beide Pferde (als Gehorsamsübung) eine Weile stehen lassen, bevor ein anderes Kommando kommt.

Alle Kommandos, alle Änderungen stets mit kurzen, sanften Paraden einleiten und bei Bedarf mehrfach wiederholen. Niemals stur an den Zügeln ziehen; denn Dauerdruck erzeugt Gegendruck und verkehrt sich ins Gegenteil.


Tempo zulegen und Tempo zurücknehmen  oben 



Beim harmonischen Abwenden nach links muss das Handpferd angetrieben und das Reitpferd entsprechend zurückgehalten werden.
Schwierige Trailaufgaben mit häufigen Wendungen verlangen eine andere Zügelführung: Jedes Pferd hat die Zügel wie beim Reiten über dem Hals und Annette hält die des Reitpferdes in ihrer linken und die des Handpferdes in ihrer rechten Hand.
Achten Sie darauf, das Handpferd auf dem Platz – als Ausgleich für die vorgeschriebene rechte Seite im Gelände – auch links vom Reitpferd zu führen.
Am leichtesten ist das Reiten mit Handpferd, wenn beide Pferde etwa gleich groß sind, gleiches Gangvermögen haben und den gleichen Vorwärtsdrang. Aber da trotz gleicher Veranlagung das Tempo des Reitpferdes bewußt oder unbewußt u.a. auch durch den Reiter bestimmt wird und das Handpferd weitgehend unbeeinflußt nebenher läuft, wird das Begleitpferd deutlich langsamer laufen. Deshalb sollten Sie, zumindest so lange das Handpferd noch unerfahren und untrainiert ist, das Reittempo in allen Gangarten ihm, dem Begleitpferd anpassen.

Vor jeder Änderung des Tempos muß zuerst das Zweitpferd aufmerksam gemacht werden:

Beim Tempo zulegen durch einen sanften Gertentouch,

beim Tempo zurücknehmen durch kurze Paraden am Führzügel.

Danach erfolgt das gewohnte Stimmkommando und das Antreiben bzw. Zurücknehmen des Reitpferdes.

Bleiben Sie in der Anfangsphase der Ausbildung bei Schritt und Trab. Denn vor allem das junge Begleitpferd neigt zu heftigen Freudensprüngen und gewaltigem Speed, sobald Galopp erlaubt wird, reißt mit seiner Lauflust das an sich ruhige Reitpferd mit, und beide Pferde geraten schnell außer Kontrolle.

Abwenden nach rechts und Abwenden nach links

Wollen Sie einen Bogen nach rechts (also zum Handpferd hin) einleiten, dann müssen Sie mit leichten Paraden am Führzügel das Tempo des Handpferdes etwas zurücknehmen und gleichzeitig Ihr Reitpferd zum fleißigeren Gehen antreiben, damit beide Pferde Kopf an Kopf durch die Kurve gehen.

Würden Sie beide Pferde im gleichen Tempo weiter reiten, würde das Handpferd, weil es innen läuft und damit den kürzeren Weg hat, das Reitpferd überholen und ihm vor die Beine laufen.

Rechtsherum = Handpferd zurücknehmen----Reitpferd antreiben

Das Abwenden nach links ist etwas umständlicher. Denn nun müssen Sie das Handpferd mit Gerte und Stimme antreiben, weil es jetzt den weiteren Weg hat, und Ihr Reitpferd im Tempo deutlicher zurücknehmen.

Linksherum = Handpferd antreiben----Reitpferd zurücknehmen

Rückwärts gehen

Das ist eine der größten Herausforderungen beim Reiten mit einem jungen Handpferd, auch wenn es das bereits an der Hand lernte. Denn am Boden sind andere Hilfen möglich (z.B. Körpersprache, gleiche Ebene) als vom Sattel des Reitpferdes aus.

Vorab muß das Handpferd mit einem normalen Zügelpaar ausgerüstet werden, das wie beim Reiten über seinem Hals liegt. Der Reiter packt in seiner rechten Hand die Zügel des Begleitpferdes, in seiner linken die seines Reitpferdes, und zwar so, daß jedes der beiden Pferde gerade gestellt ist.

Für den Anfang empfiehlt es sich, eine Stelle in der Halle oder auf dem Außenplatz zu wählen, wo das Handpferd direkt an der Einzäunung steht; dann kann es, eingeengt zwischen Bande und Reitpferd, nach keiner Seite ausweichen.

Später kann man mit Hilfe von Tonnen und Stangen auch mitten auf dem Platz eine Sackgasse bauen, um das rückwärts Gehen unter anderen Bedingungen zu üben. Dieses Training kommt Ihnen bei Geländeritten sicher gelegen, wenn sich ein auf der Karte als breit gekennzeichnete Weg immer mehr verengt und Sie irgendwie aus dieser Sackgasse wieder heraus kommen müssen.

Im Gelände  oben 



Beide Pferde beschnuppern sich, wölben den Hals und quieken. Der ranghöhere Schimmel stampft heftig mit einem Fuß auf und der jüngere Toni ordnet sich unter.
Liffey als ranghöhere Stute legt warnend die Ohren zurück, während Tully More „Mäulchen macht“ und damit signalisiert, dass sie Liffey als Chefin anerkennt.
Das Üben des Reitens mit einem Handpferd bietet viel Abwechslung, auch wenn nur eine Halle oder ein kleiner Reitplatz zur Verfügung stehen.

Achten Sie darauf, das Handpferd auch auf der anderen Seite (der linken) in den gleichen Aufgaben zu schulen, damit es auf beiden Körperseiten gleichmäßig gymnastiziert wird. Beim Handwechsel von rechts auf links müssen Sie auf dem dritten oder vierten Hufschlag reiten, damit das Handpferd nicht an die Einzäunung gedrückt wird. Auch Pferde können unter Platzangst leiden und in Panik unberechenbar reagieren.

Nach all den langwierigen Vorbereitungen lockt natürlich das Gelände mit seinen Naturwegen und unvorhersehbaren Herausforderungen. Bleiben Sie bei aller Freude über Ihre wohlerzogenen, gut vorbereiteten Pferde vorsichtig. Denn leider werden in dichtbesiedelten Industrieländern Feld und Wald von unzähligen Wegen mit viel Straßenverkehr durchschnitten, die man oft nicht umgehen kann.

Bleiben Sie deshalb in Straßennähe im ruhigen Schritt, riskieren Trab nur auf Feldwegen abseits des Straßenverkehrs. Und lassen Sie sich nur dann zu einem Galopp verführen, wenn Sie längere Wege weitab von Straßen, Städten und Dörfern kennen und wo Sie freie Sicht haben, damit Sie rechtzeitig durchparieren können, wenn Sie Traktoren, Spaziergängern mit Hunden oder spielenden Kindern begegnen.

Das Geländereiten ist die Krönung des Reiterlebens mit Handpferd, und dieses Glück sollten Sie gefahrlos genießen können.

Tipp:

Da das Handpferd auf öffentlichen Wegen nur rechts vom Reitpferd gehen darf, müssen als Ausgleich für lange Geländeritte entsprechend häufige Korrekturstunden auf dem Platz eingeplant werden, bei denen es links vom Reitpferd geht. Denn Handpferde, die nicht ausgebunden werden, gehen schief, weil sie den Kopf zum Reitpferd hin neigen.


Das fremde Handpferd

Wenn alle Vorübungen zum Handpferdreiten mit zwei befreundeten Pferden erfolgreich abgeschlossen wurden, können Sie sich auch an das Reiten mit einem fremden Handpferd wagen. Mit fremd sind alle die Pferde gemeint,

die das Reitpferd noch nicht näher kennen,

noch nie als Handpferd mitliefen oder

bisher noch keine Ausbildung kannten und deshalb die entsprechenden Hilfen (Stimme, Gerte, Zügel) noch nicht kennen.

Zunächst einmal sollte das Reitpferd dressurmäßig geritten werden, um sich warmzulaufen, damit es willig den Wünschen des Reiters folgt.

Das Zweitpferd sollte währenddessen an der Longe laufen, um seinen Übermut abzubauen. Wenn es noch keine Longe kennt, sollte es auf einem anderen Platz frei laufend seine überschüssigen Kräfte austoben können, damit es kooperativ wird und nicht aus purem Übermut das Reitpferd zum Spiel auffordern oder dauernd los rennen will.

Dann soll ein Helfer das Handpferd zunächst im Schritt zum Reitpferd bringen, damit sich beide Pferde kennenlernen und ihren Geruch wahrnehmen können.

Im besten Fall zeigt das Handpferd dem Reitpferd sein Demutsgesicht: Es macht den Hals lang, streckt den Kopf fast waagrecht vor, öffnet und schließt sein Maul mehrfach schnell hintereinander, wobei manchmal die Zähne klappern. Damit zeigt es an, daß es den höheren Rang des anderen Pferdes akzeptiert und sich unterordnet.

Während Fohlen schnell bereit sind, damit um Gnade zu betteln, zeigen ältere und vor allem selbstbewußte Pferde diese Demutsgeste nur selten: Sie wölben den Hals, heben den Kopf hoch oder schlenkern ihn unwillig, schnorcheln laut beim Kennenlernen, quieken und stampfen dabei mit den Vorderbeinen heftig auf den Boden. Das alles sind Drohgebärden, um das andere Pferd einzuschüchtern.

Meist gibt das Handpferd klein bei und wird ruhig. Im anderen Fall sollte es nochmals tüchtig bewegt werden.

Übungen mit fremdem Pferd  oben 



Mit Handpferd im Wasser
Schwierige Situation
Handpferdereiten in der Gruppe
Warnung: Wenn die Pferde sich beschnuppern, quieken sie gerne und stampfen mit einem Vorderbein auf. Bleiben Sie unbedingt außer Reichweite der Vorderbeine und unterbinden Sie diese Reaktion sofort mit einem strafenden Klaps mit der Gerte, verbunden mit einem überlauten, heftig ausgesprochenen "Nein!!!"

Danach reiten Sie im Schritt über den Platz, und der Helfer führt das Zweitpferd in gebührendem Abstand zu den Hinterbeinen des Reitpferdes hinter ihm her.

Jeder Versuch des Reitpferdes, nach dem Fremdling auszuschlagen, muß sofort und energisch unterbunden werden, ebenso jeder Angriff des Zweitpferdes, das vor ihm gehende Pferd in die Kruppe zu beißen oder aufzuspringen (Aufreiten ist eine Dominanzgeste).

Zu diesen Attacken neigen vor allem junge Hengste und besonders dominante Pferde. Im freien Herdenleben muß das rangniedere stets hinter dem ranghöheren bleiben. Deshalb versuchen junge Machos gerne, sich am Reitpferd vorbei nach vorne zu schmuggeln und damit die höhere Position einzunehmen.

Beide Pferde müssen begreifen, daß es hier nicht um ihren Rang geht, sondern daß sie beide sich dem Menschen als absolutem Herdenchef unterordnen müssen und ihre Querelen nicht ausleben dürfen, wenn sie mit Sattel und Zaumzeug ausgerüstet sind.

Ist diese Situation geklärt, führt der Helfer das Pferd rechts neben das Reitpferd, wobei er genügend Abstand halten muß; denn nun marschiert er selbst zwischen beiden Pferden, die sich nicht gut kennen und im schlimmsten Fall versuchen, sich gegenseitig zu attackieren.

Nach einigen Runden auf dem Platz müssen Anhalten, Anmarschieren und Wendungen auf Kommando geübt werden: Beim fremden Handpferd sollten deutlich mehr Vorübungen eingebaut werden, weil es zu Mißverständnissen (ungewohnte Nähe einander fremder Pferde ) und unverhofften Aggressionen kommen kann.

Später wechselt der Helfer die Seite: Er nimmt die Führzügel des Begleitpferdes in die andere Hand und geht nun rechts neben ihm her, so daß die beiden Pferde Körper an Körper und möglichst Kopf an Kopf nebeneinander her gehen. Auch hier muß jede Attacke schon im Ansatz energisch unterbunden werden. Dann werden wieder Anhalten, Anmarschieren und Wendungen geübt, bis beide Pferde begriffen haben, daß sie sich den Menschen unterordnen und die gestellten Aufgaben erfüllen müssen.

Gibt es keine weiteren Probleme mehr, übergibt er das Pferd dem Reiter, bleibt aber immer noch in der Nähe, um im Notfall helfend eingreifen zu können.

Wird fortgesetzt. Das Buch ist vergriffen, die Restauflage ist im modernen Antiquariat zur Zeit noch erhältlich.

Inhaltsverzeichnis Magazin oben 

Magazin  Magazin: Das Inhaltsverzeichnis der Ausgabe 581 vom 20.05.2012
Hauptartikel  Mit einem Handpferd reitenPferdemesse  Messe: MählerEditorial  Editorial: EquiVoXTip  Tip: Ostergedanken eines…Kolumne  Diskussion: Seunig, Zirkelarbeit
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