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![]() Bei langem Führzügel ohne richtunggebende Ausbinder springt das Handpferd vor das Begleitpferd und schneidet ihm den Weg ab. |
![]() Zum Kennenlernen wird Silver neben der Altstute Lady geführt. |
![]() Die Helferin übergibt das Jungpferd an die Reiterin – Dandy beäugt misstrauisch den Fremdling. |
Anmarschieren und Anhalten Solange ein Helfer hinter den beiden Pferden hergeht, sorgt er mit der (extra langen) Gerte dafür, dass das Handpferd gleichzeitig mit dem Reitpferd losmarschiert und neben ihm bleibt. Wenn Sie ohne Helfer auf dem Platz üben, müssen Sie zuerst das Handpferd mit der Gerte touchieren, damit es Ihnen seine ganze Aufmerksamkeit widmet. Dann erst veranlassen Sie mit dem Kommando "Kommm Schrittt" beide Pferde zum Losgehen.
Wird das Handpferd nicht rechtzeitig auf die jeweils veränderte Situation aufmerksam gemacht, folgt es also dem Kommando später als das Reitpferd, gerät es schnell in die falsche Position und erhält ungewollt harte Zügelhilfen, wenn es wie eine Kuh hinterhergezerrt wird. Im Extremfall reagiert es auf schmerzhaften Druck mit Wegspringen und zieht dabei den Reiter aus dem Sattel, wenn er nicht blitzartig dessen Zügel los läßt.
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Vor jeder Änderung des Tempos muß zuerst das Zweitpferd aufmerksam gemacht werden: Beim Tempo zulegen durch einen sanften Gertentouch, beim Tempo zurücknehmen durch kurze Paraden am Führzügel. Danach erfolgt das gewohnte Stimmkommando und das Antreiben bzw. Zurücknehmen des Reitpferdes. Bleiben Sie in der Anfangsphase der Ausbildung bei Schritt und Trab. Denn vor allem das junge Begleitpferd neigt zu heftigen Freudensprüngen und gewaltigem Speed, sobald Galopp erlaubt wird, reißt mit seiner Lauflust das an sich ruhige Reitpferd mit, und beide Pferde geraten schnell außer Kontrolle. Abwenden nach rechts und Abwenden nach links Wollen Sie einen Bogen nach rechts (also zum Handpferd hin) einleiten, dann müssen Sie mit leichten Paraden am Führzügel das Tempo des Handpferdes etwas zurücknehmen und gleichzeitig Ihr Reitpferd zum fleißigeren Gehen antreiben, damit beide Pferde Kopf an Kopf durch die Kurve gehen. Würden Sie beide Pferde im gleichen Tempo weiter reiten, würde das Handpferd, weil es innen läuft und damit den kürzeren Weg hat, das Reitpferd überholen und ihm vor die Beine laufen. Das Abwenden nach links ist etwas umständlicher. Denn nun müssen Sie das Handpferd mit Gerte und Stimme antreiben, weil es jetzt den weiteren Weg hat, und Ihr Reitpferd im Tempo deutlicher zurücknehmen. Rückwärts gehen Das ist eine der größten Herausforderungen beim Reiten mit einem jungen Handpferd, auch wenn es das bereits an der Hand lernte. Denn am Boden sind andere Hilfen möglich (z.B. Körpersprache, gleiche Ebene) als vom Sattel des Reitpferdes aus. Vorab muß das Handpferd mit einem normalen Zügelpaar ausgerüstet werden, das wie beim Reiten über seinem Hals liegt. Der Reiter packt in seiner rechten Hand die Zügel des Begleitpferdes, in seiner linken die seines Reitpferdes, und zwar so, daß jedes der beiden Pferde gerade gestellt ist. Für den Anfang empfiehlt es sich, eine Stelle in der Halle oder auf dem Außenplatz zu wählen, wo das Handpferd direkt an der Einzäunung steht; dann kann es, eingeengt zwischen Bande und Reitpferd, nach keiner Seite ausweichen. Später kann man mit Hilfe von Tonnen und Stangen auch mitten auf dem Platz eine Sackgasse bauen, um das rückwärts Gehen unter anderen Bedingungen zu üben. Dieses Training kommt Ihnen bei Geländeritten sicher gelegen, wenn sich ein auf der Karte als breit gekennzeichnete Weg immer mehr verengt und Sie irgendwie aus dieser Sackgasse wieder heraus kommen müssen. |
Achten Sie darauf, das Handpferd auch auf der anderen Seite (der linken) in den gleichen Aufgaben zu schulen, damit es auf beiden Körperseiten gleichmäßig gymnastiziert wird. Beim Handwechsel von rechts auf links müssen Sie auf dem dritten oder vierten Hufschlag reiten, damit das Handpferd nicht an die Einzäunung gedrückt wird. Auch Pferde können unter Platzangst leiden und in Panik unberechenbar reagieren. Nach all den langwierigen Vorbereitungen lockt natürlich das Gelände mit seinen Naturwegen und unvorhersehbaren Herausforderungen. Bleiben Sie bei aller Freude über Ihre wohlerzogenen, gut vorbereiteten Pferde vorsichtig. Denn leider werden in dichtbesiedelten Industrieländern Feld und Wald von unzähligen Wegen mit viel Straßenverkehr durchschnitten, die man oft nicht umgehen kann. Bleiben Sie deshalb in Straßennähe im ruhigen Schritt, riskieren Trab nur auf Feldwegen abseits des Straßenverkehrs. Und lassen Sie sich nur dann zu einem Galopp verführen, wenn Sie längere Wege weitab von Straßen, Städten und Dörfern kennen und wo Sie freie Sicht haben, damit Sie rechtzeitig durchparieren können, wenn Sie Traktoren, Spaziergängern mit Hunden oder spielenden Kindern begegnen. Das Geländereiten ist die Krönung des Reiterlebens mit Handpferd, und dieses Glück sollten Sie gefahrlos genießen können.
Das fremde Handpferd Wenn alle Vorübungen zum Handpferdreiten mit zwei befreundeten Pferden erfolgreich abgeschlossen wurden, können Sie sich auch an das Reiten mit einem fremden Handpferd wagen. Mit fremd sind alle die Pferde gemeint, Zunächst einmal sollte das Reitpferd dressurmäßig geritten werden, um sich warmzulaufen, damit es willig den Wünschen des Reiters folgt. Das Zweitpferd sollte währenddessen an der Longe laufen, um seinen Übermut abzubauen. Wenn es noch keine Longe kennt, sollte es auf einem anderen Platz frei laufend seine überschüssigen Kräfte austoben können, damit es kooperativ wird und nicht aus purem Übermut das Reitpferd zum Spiel auffordern oder dauernd los rennen will. Dann soll ein Helfer das Handpferd zunächst im Schritt zum Reitpferd bringen, damit sich beide Pferde kennenlernen und ihren Geruch wahrnehmen können. Im besten Fall zeigt das Handpferd dem Reitpferd sein Demutsgesicht: Es macht den Hals lang, streckt den Kopf fast waagrecht vor, öffnet und schließt sein Maul mehrfach schnell hintereinander, wobei manchmal die Zähne klappern. Damit zeigt es an, daß es den höheren Rang des anderen Pferdes akzeptiert und sich unterordnet. Während Fohlen schnell bereit sind, damit um Gnade zu betteln, zeigen ältere und vor allem selbstbewußte Pferde diese Demutsgeste nur selten: Sie wölben den Hals, heben den Kopf hoch oder schlenkern ihn unwillig, schnorcheln laut beim Kennenlernen, quieken und stampfen dabei mit den Vorderbeinen heftig auf den Boden. Das alles sind Drohgebärden, um das andere Pferd einzuschüchtern. Meist gibt das Handpferd klein bei und wird ruhig. Im anderen Fall sollte es nochmals tüchtig bewegt werden. |
Danach reiten Sie im Schritt über den Platz, und der Helfer führt das Zweitpferd in gebührendem Abstand zu den Hinterbeinen des Reitpferdes hinter ihm her. Jeder Versuch des Reitpferdes, nach dem Fremdling auszuschlagen, muß sofort und energisch unterbunden werden, ebenso jeder Angriff des Zweitpferdes, das vor ihm gehende Pferd in die Kruppe zu beißen oder aufzuspringen (Aufreiten ist eine Dominanzgeste). Zu diesen Attacken neigen vor allem junge Hengste und besonders dominante Pferde. Im freien Herdenleben muß das rangniedere stets hinter dem ranghöheren bleiben. Deshalb versuchen junge Machos gerne, sich am Reitpferd vorbei nach vorne zu schmuggeln und damit die höhere Position einzunehmen. Beide Pferde müssen begreifen, daß es hier nicht um ihren Rang geht, sondern daß sie beide sich dem Menschen als absolutem Herdenchef unterordnen müssen und ihre Querelen nicht ausleben dürfen, wenn sie mit Sattel und Zaumzeug ausgerüstet sind. Ist diese Situation geklärt, führt der Helfer das Pferd rechts neben das Reitpferd, wobei er genügend Abstand halten muß; denn nun marschiert er selbst zwischen beiden Pferden, die sich nicht gut kennen und im schlimmsten Fall versuchen, sich gegenseitig zu attackieren. Nach einigen Runden auf dem Platz müssen Anhalten, Anmarschieren und Wendungen auf Kommando geübt werden: Beim fremden Handpferd sollten deutlich mehr Vorübungen eingebaut werden, weil es zu Mißverständnissen (ungewohnte Nähe einander fremder Pferde ) und unverhofften Aggressionen kommen kann. Später wechselt der Helfer die Seite: Er nimmt die Führzügel des Begleitpferdes in die andere Hand und geht nun rechts neben ihm her, so daß die beiden Pferde Körper an Körper und möglichst Kopf an Kopf nebeneinander her gehen. Auch hier muß jede Attacke schon im Ansatz energisch unterbunden werden. Dann werden wieder Anhalten, Anmarschieren und Wendungen geübt, bis beide Pferde begriffen haben, daß sie sich den Menschen unterordnen und die gestellten Aufgaben erfüllen müssen. Gibt es keine weiteren Probleme mehr, übergibt er das Pferd dem Reiter, bleibt aber immer noch in der Nähe, um im Notfall helfend eingreifen zu können. Wird fortgesetzt. Das Buch ist vergriffen, die Restauflage ist im modernen Antiquariat zur Zeit noch erhältlich. |
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