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Hauptartikel   Magazin Magazin, Ausgabe 409, erschienen am 29.01.2007

Magazin  Ausgabe 409

Assurbanipal, König von Assur, Ninive
Standesgemäßes Fahren auf Einachsern

Foto: Autorenhinweise m_red  » Werner Popken
Abschnitt Abschnitte Hauptartikel:
  1. Abschnitt  Reiten und Fahren
  2. Abschnitt  Streitwagen
  3. Abschnitt  Hethiter
  4. Abschnitt  Schlacht von Kadesch
  5. Abschnitt  Kriegführung
  6. Abschnitt  Quellen / Verweise

  Leserresonanz  Leserresonanz

  Inhaltsverzeichnis  Inhaltsverzeichnis

Teil Teil 1, Ausgabe Magazin 398:
Hauptartikel  Ich liebe mein Pferd

Teil Teil 2, Ausgabe Magazin 399:
Hauptartikel  Zoosadismus und Zoophilie

Teil Teil 3, Ausgabe Magazin 400:
Hauptartikel  Sex: Warum das ganze Theater?

Teil Teil 4, Ausgabe Magazin 401:
Hauptartikel  Würde und Sexualleben der Tiere
http://www.equivox.de/Hauptartikel

Hauptartikel oben 

Assurbanipal auf der Jagd mit Pfeil und Bogen
Assurbanipal auf Löwenjagd mit dem Speer
Echnaton und Nofretete, scherzend, mit dem Streitwagen auf der Fahrt zum Tempel
Reiten und Fahren

Über den Fortschritt in geschichtlichen Dimensionen

Zu den Themen
Thema  Kulturgeschichte  Verhalten



von Autorenhinweise m_red  » Werner Popken


Wann genau der Mensch das Pferd zähmte und zum Haustier machte, wissen wir nicht und werden wir vermutlich auch nie wissen können. Fest steht jedenfalls, daß der Mensch als Reiter und Fahrer uns bei seiner ersten geschichtlichen Überlieferung genauso perfekt und auf der Höhe der Kunst entgegentritt wie bei seinen ersten künstlerischen Äußerungen in der Höhlenmalereien der Steinzeit.

Je mehr Vorzeitkunst bekannt wird und je mehr man sich damit beschäftigt, desto größer die Verblüffung über die technischen und ästhetischen Leistungen, die im Grunde bis heute unübertroffen sind. Es kann insbesondere keine Rede davon sein, daß die steinzeitlichen Künstler in irgendeiner Weise primitiv gewesen wären. Und genauso müssen wir den ägyptischen Pharao und den assyrischen König als begnadete Reiter und Fahrer anerkennen, deren technische Vollendung überrascht.

Auch auf diesem Gebiet stellt sich wieder die Frage, ob in all den Hunderten von Jahren, die seither vergangen sind, irgendwelche Fortschritte erzielt wurden. Denn man muß berücksichtigen, daß man damals weder Sattel noch Steigbügel kannte, die bekanntlich das Reiten wesentlich vereinfacht haben, und trotzdem konnten die Herrscher und ihre Gefolgschaft auf die Jagd gehen und mit Pfeil und Bogen und Lanze ihre Künste üben, die für die kriegerischen Auseinandersetzungen dringend gebraucht wurden.

Vermutlich gibt es seit der Blütezeit der indianischen Reitervölker keinen Reiter mehr, der so gut reiten kann wie Assurbanipal (Wikipedia-Link» Assurbanipal), nicht einmal Lajos Kassai (EquiVoX-Link Steppenreiter unter sich), denn der benutzt selbstverständlich Sattel und Steigbügel und beschränkt seine Kunst darauf, auf der Ovalbahn Runde um Runde zu Reiten und auf immer dieselben Zielscheiben zu schießen.

Dabei war Kassais Ansatz auch schon eine Rückbesinnung auf reiterliche Künste, die die östlichen Reitervölker so eindeutig unter Beweis gestellt hatten, daß das gesamte Abendland vor ihnen zitterte. Wenn die so gut reiten und schießen konnten, dann müßte es doch möglich sein, diese Fähigkeiten auch heute noch zu erwerben. Aus dieser Überlegung heraus hat Kassai eine Bewegung und einen Sport erschaffen, die vermutlich genauso viel mit den Vorbildern zu tun haben wie der moderne Fahrsport mit den antiken Streitwagen.

Reiten und Fahren dienten dem Krieg, und wenn sich die Reiter und Fahrer nicht im Krieg befanden, übten sie dafür. Im Krieg geht es darum, selbst zu überleben und die anderen umzubringen. Wer die überlegene Waffen hat, ist bei beiden Aufgaben im Vorteil.

Streitwagen  oben 




Hethitischer Streitwagen
Ägyptische Streitwagen
Wagenfunde, Datierung geschätzt
Reiter im Kampf gegen Fußvolk
Nun kann man der Meinung sein, daß die antiken Darstellungen Übertreibungen sind, daß die Könige selbstverständlich als vollendete und überlegene Reiter und Fahrer dargestellt wurden, die Wirklichkeit aber ganz anders aussah, nämlich viel weniger heroisch.

Das ist eine naheliegende und schöne Hypothese, die aber nicht viel für sich hat. Zwar hat man auch damals schon Zweckpropaganda betrieben, aber es gibt gute Gründe anzunehmen, daß die Kriegführung realistisch geschildert wurde.

Die europäischen Herrscher, von denen wir gute Überlieferungen haben, mußten selbstverständlich auf dem Pferd eine gute Figur machen, aber normalerweise keine Höchstleistungen erbringen.

Reiten und Jagen gehörte zwar immer – bis auf den heutigen Tag – zu den Lieblingsbeschäftigungen der Privilegierten; wer da eine gute Figur machen wollte, mußte schon etwas können. Besondere reiterliche Qualifikationen muß man aber dafür nicht mitbringen.

Sofern man die europäischen Könige der Neuzeit und ihre Truppen im Bild festgehalten hat, handelte es sich tatsächlich um inszenierte Propaganda, die wenig oder nichts über die Realität der Kriegsführung und den Einsatz der Pferde verrät. Insofern muß man der Darstellung reiterlicher Höchstleistungen mißtrauen.

Wir wissen aber, wie gut die amerikanischen Ureinwohner in kürzester Zeit gelernt haben, mit Pferden umzugehen und virtuose Leistungen auf dem Pferderücken zu erbringen, über die die weiße Herrenrasse nur staunen konnte.

Deshalb besteht kein Grund zu der Annahme, die antike Überlieferung sei nicht ernstzunehmen und rein als Propaganda zu werten. Im Gegenteil müssen wir eingestehen, daß viele Einzelheiten uns heute noch in Erstaunen setzen.

Bekanntlich spielten die Pferde schon relativ früh eine Rolle für die Kriegführung, nämlich als Zugpferde vor dem Streitwagen. Auch hier ist es wieder so, daß wir nicht wissen, wie dieser Wagen entstanden ist. Bis jetzt kennt man nur wenige Fundstellen, die man so interpretieren könnte, als ob der Streitwagen eine Erfindung der östlichen Steppe sei, wo man die ältesten Funde auf etwa 4000 Jahre datiert. Von dort aus könnte sich die Erfindung in alle Richtungen weiterverbreitet haben.

Ein großer Vorteil der hethitischen und ägyptischen Streitwagen, die übrigens von zwei Hengsten gezogen wurden, war ihre leichte Bauweise: Der Aufbau bestand aus einem mit Leder und Gurten bespanntem Holzrahmen, an der Achse drehten sich zwei Räder mit sechs Speichen; nur die stark beanspruchten Radkränze waren massiver. Dies sorgte dafür, dass ein einziger Mann ein solches Gefährt tragen konnte: Ein erhaltener ägyptischer Wagen, den man in Florenz besichtigen kann, wiegt nur 24 Kilogramm (zum Vergleich: ein moderner Leichtmetall-Sulky darf 30 Kilogramm nicht überschreiten).
Wikipedia-Link» Streitwagen

Hethiter  oben 



Der Einsatz von Pferden und Wagen im Kriege war kriegsentscheidend – jedenfalls so lange, wie nur eine Seite über die überlegene Waffen verfügte.

Anfangs waren Streitwagen Truppentransporter, um Krieger in guter physischer Verfassung zum Kampfplatz zu bringen. Später wurden beweglichere Wagen entwickelt, die mit Speerkämpfern und Bogenschützen aktiv in das Kampfgeschehen eingriffen. Die taktische Rolle von Streitwagen war ab diesem Zeitpunkt ähnlich der von Panzern im modernen Krieg. Streitwagen konnten allerdings nur auf relativ ebenem Gelände eingesetzt werden. Später wurden sie von der flexibleren und billigeren Reiterei abgelöst.

Manche Streitwagen waren für den Fernkampf vorgesehen, aufgesessene Bogenschützen nahmen aus sicherer Entfernung die feindlichen Verbände unter Beschuss, und ehe die gegnerischen Truppen zu nahe kamen, zog sich der Wagen in sichere Entfernung zurück. Neben dieser Zermürbungstaktik gab es auch den Einsatz im Nahkampf, dafür wurden schwerere, von mehreren Pferden gezogene Wagen gebaut, Rahmen und Radnaben waren mit Klingen versehen. Durch die Sicheln an den Achsen und die zwei bis vier Pferde war ein massiver Einschlag in feindliche Linien möglich. Der moralische Nutzen – die Angst der Fußsoldaten vor einem heranpreschenden Streitwagen – war ebenfalls nicht zu unterschätzen. Ähnlich wie die gewöhnliche Kavallerie hatte der Streitwagen also die Fähigkeit, Soldatenformationen einfach zu überrennen. Auch Reiter hatten sich vor Streitwagen zu hüten, denn die Sicheln waren für ungeschützte Pferdebeine ebenfalls eine große Gefahr. Zu dieser Kampfkraft kamen dann auch noch Fernwaffen und Lanzen, die von dem Streitwagen aus benutzt wurden. [...]

Die hethitischen Streitwagen – zu ihrer Zeit vielleicht die stärkste Waffe der Welt – wurden zuerst mit zwei, später mit drei Mann besetzt: Anfangs gab es einen Bogenschützen und einen Wagenlenker, der beide mit einem Schild beschützte, später kam ein dritter Krieger hinzu, der den Schild übernahm und für den Nahkampf ausgerüstet war. [...]

Anders als etwa die Perser nutzten die Hethiter Streitwagen vorwiegend als Fernkampfwaffen, von denen aus man den Gegner beschießen und sich dann schnell zurückziehen konnte. Ihre Besatzung stellte auch keine elitäre Kaste dar wie bei vielen Nachbarvölkern (etwa in Mitanni). Es kam sogar vor, dass eroberte Gespanne samt Fahrern in die eigene Armee eingegliedert wurden. Die Hethiter waren äußerst abhängig von ihrer stärksten Waffe:Ein König weigerte sich gar, Gegner in unwegsames Gebiet zu verfolgen und hungerte sie lieber aus – was beträchtlich länger dauerte -, denn seine Krieger könnten schließlich nicht die Wagen auf den Rücken tragen – ein Kampf ohne Streitwagen schien ihm gar nicht möglich zu sein.

Eine hethitische Inschrift ist es auch, die Streitwagen erstmals erwähnt: Großkönig Anitta zog mit 40 von diesen in die Schlacht. In der Schlacht von Kadesch kommen nach ägyptischen Quellen ganze 3500 zum Einsatz – 7000 Pferde und 10500 Mann Besatzung.
Wikipedia-Link» Streitwagen

Die Schlacht von Kadesch ist gut dokumentiert, und zwar von beiden Seiten, so daß wir uns heute noch ein sehr gutes Bild von dieser Schlacht machen können. Sie war auch aus einem weiteren Grund bedeutend und wirkt deshalb bis in die heutige Zeit nach.

Schlacht von Kadesch  oben 



Ramses II in der Schlacht von Kadesch
In dieser Schlacht standen sich Ramses II. und der hethitische König Muwatalli zum ersten und einzigen Mal gegenüber. Für diese Schlacht stellte Ramses die größte Armee auf, die es nach heutiger Kenntnis in Ägypten bis dahin gegeben hatte. Sie bestand aus Streitwagen und Fußtruppen. Die leichten Streitwagen waren jeweils mit zwei Soldaten besetzt. Insgesamt bestand die Armee aus ca. 20.000 Mann in vier Divisionen (Gefechtseinheiten gemischter Truppen). Diese wurden nach den ägyptischen Hauptgöttern Amun, Re, Ptah und Seth benannt. Die Hauptbewaffnung bestand aus Kompositbogen mit einer effektiven Reichweite von 90 m und Hiebwaffen aus Bronze.

Die hethitische Armee bestand aus ca. 37.000 Mann, vornehmlich Fußtruppen. Dazu kamen noch 2.500 bis 3.500 Streitwagen. Sie waren im Vergleich mit den ägyptischen Wagen schwerer und unbeweglicher. Das zeigte sich zum Beispiel auch darin, dass sie mit drei Mann besetzt waren. Die Hethiter verwendeten bereits erste Hiebwaffen aus Eisen.

Auf beiden Seiten kämpften viele Söldnertruppen.
Wikipedia-Link» Schlacht von Kadesch

Letztendlich begann aber eine lange Zeit der Verhandlungen zwischen Hatti und Ägypten, die um 1259 endete, im 21. Regierungsjahr Ramses'.

Obwohl die Ägypter keine formellen Verträge im Allgemeinen schlossen, ist der Inhalt eines Vertrages sowohl in der ägyptischen als auch in der hethitischen Version erhalten, der als Friedensvertrag bezeichnet wird – der erste in der Geschichte. Im Tempel von Karnak auf einer Mauer sowie im Ramsesseum ist eine ägytische Übersetzung der hethitischen Version des Nichtangriffspakts erhalten geblieben. Nach einer langen Einleitung – in der mehrere Götter als Zeugen des Vertragsabschlusses angerufen werden – werden die eigentlichen Bestimmungen niedergelegt: man soll sich beiderseits jeglicher Angriffspläne enthalten, Überläufer und Flüchtlinge sollen ausgeliefert werden, und zusammen will man gegen gemeinsame Feinde vorgehen. Grenzfestlegungen werden keine erwähnt!
(Die hethitische Version hat man auf einer Tontafel in der hethitischen Hauptstadt Hattusa entdeckt – in babylonischer Keilschrift.)
» Feldzüge unter Ramses II.

Beide Seiten hatten hohe Verluste erlitten und das umkämpfte Gebiet blieb unter hethitischem Einfluss. In einem weiteren Feldzug einige Jahre später holte sich Ramses II. die verlorenen Gebiete bis nördlich von Kadesch zurück, ohne auf hethitischen Widerstand zu stoßen. Im Hethiterreich herrschten zu dieser Zeit innerpolitische Wirren.

1259 v. Chr. wurde der erste bekannte Friedensvertrag (Ägyptisch-Hethitischer Friedensvertrag) unterzeichnet. Er ist der älteste erhaltene Friedensvertrag und befindet sich heute im UNO-Gebäude.
Wikipedia-Link» Schlacht von Kadesch

Na also, es geht doch! Manch einer hat nach einem richtigen Gemetzel wirklich die Schnauze voll und ist reif für den Frieden. Und andere wiederum können sich ein Leben anders gar nicht vorstellen. Unser guter Assurbanipal, den wir im ersten Abschnitt als friedlichen Jäger erlebt haben, war fast ständig auf Kriegszug unterwegs und hat die Gegner reihenweise massakriert. Mit Hilfe seiner Pferde und Reiter.

Kriegführung  oben 



Reiter mit Speer gegen Bogenschütze
Reiter mit Speer gegen Reiter
Reiter mit Bogen gegen Fußvolk
Geköpfter, Wagenrad, tote Pferde im Fluß
Unter der Adresse » MONUMENTS OF NINEVEH finden Sie PDF-Dateien mit Reproduktionen von Zeichnungen, die bei den Ausgrabungen vor Ort im 19. Jahrhundert entstanden sind. Nebenstehend vier Ausschnitte aus den Postern zu dieser Ausgabe (EquiVoX-Link Poster 409), die diesem Buch entnommen sind.

Sie lesen sich wie jede Kriegsberichterstattung – der Feind wird vernichtend geschlagen, Frauen, Kinder, alte Leute, Ziege, Schafe, Esel und Pferde in die Gefangenschaft geführt.

Eine Prozession aus Frauen und Kindern huldigt im Angesicht der Toten den Göttern, vorne weg eine Kapelle mit Flöten und Harfen.

Der König fährt standesgemäß im Punktwagen vor, seine Pferde werden von Hand geführt. Fußvolk bläst Schweinebälge auf, um mit dieser Schwimmhilfe über den Fluß zu gelangen.

Ein Zug von gefesselten Kriegsgefangenen wird angeführt von Kriegern und Zivilisten, die abgeschlagene Köpfe präsentieren, eine Truppe von Reiter mit Schwertern prescht auf den Gegner zu, wobei jedes Pferd eine Wikipedia-Link» Schabracke trägt, wie sie noch heute Mode ist. Die Wikipedia erklärt die besondere Form der Schabracke durch die Notwendigkeit, Werbefläche zur Verfügung stellen zu müssen – welch ein Irrtum!

Die berittenen Bogenschützen schießen sowohl aus dem Galopp als auch aus dem Stand. Der Trab war vermutlich zu unbequem, der Schritt nur für Paraden und Märsche. Schilde wurden offensichtlich nicht gebraucht. Bogenschützen konnten sich damit nicht belasten, mit dem Speer ritt man auf Angriff. Die Pferde waren schon ganz ähnlich gezäumt wie heute und wurden am losen Zügel geritten.

Man glaubt diesen Bildern, weil sie so eindringlich sind. So etwas erfindet man nicht, man schildert das Erlebte. So werden die Gegner auf dem Schlachtfeld zerhauen und vernichtet. Die Pferde spielen dabei eine ganz wesentliche Rolle. Sofern der Gegner ebenfalls über Pferde verfügt, macht er eine ganz unglückliche Figur.

Die berittenen Truppen waren also durchtrainiert und schlagkräftig, mit den Pferden wurden die Schlachten gewonnen. Und wie hat man es so weit gebracht? Wie hat man die Pferde trainiert, wie die Reiter? Gab es damals schon eine Heeresreitvorschrift? Vermutlich ja. Sie ist uns nicht überliefert oder wir haben sie noch nicht gefunden.

Eine Ausbildungsvorschrift für Wagenpferde ist bereits ausgegraben worden. Die Methoden, die darin gelehrt werden, sind heute noch hochaktuell. Mehr darüber in der nächsten Woche.

Quellen / Verweise  oben 

  1. Wikipedia-Link» Assurbanipal
  2. Magazin EquiVoX-Link Steppenreiter unter sich
  3. Wikipedia-Link» Streitwagen
  4. Wikipedia-Link» Schlacht von Kadesch
  5. » Feldzüge unter Ramses II.
  6. » MONUMENTS OF NINEVEH
  7. Magazin EquiVoX-Link Poster 409
  8. Wikipedia-Link» Schabracke
  9. Magazin  Pferde und Menschen, Eine komplexe Beziehung wandelt sich
    EquiVoX-Link Ausgabe 393 · Teil Teil 1
  10. Magazin  Out of Africa, Kleiner Ausflug in die Vorgeschichte
    EquiVoX-Link Ausgabe 394 · Teil Teil 2
  11. Magazin  Auf dem Rücken der Pferde, Wie wurde aus Jägern Reiter und Krieger?
    EquiVoX-Link Ausgabe 395 · Teil Teil 3
  12. Magazin  Höhlenmalerei und Wissenschaft, Über die Anfänge der Kultur und Wissen in der Vorzeit
    EquiVoX-Link Ausgabe 407 · Teil Teil 4
  13. Magazin  Alter und Datierung, Spekulationen über die Ursprünge der Domestizierung
    EquiVoX-Link Ausgabe 408 · Teil Teil 5


Fotos

Autorenhinweise m_red  » Werner Popken



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Leserresonanz oben 

Notizen  Leserbrief  1956 vom 30.01.2007
zu Ausgabe Magazin  409
Re: [Pferdezeitung] Ausgabe 409: Reiten und Fahren

Liebe Textschreiber,

beim lesen eures Textes dieser Ausgabe ist mir aufgefallen, das im Abschnitt über die indian. Reitweise etwas falsch dargestellt wurde. Die erwähnten typischen Reiterstämme fertigten sehr wohl selbst Sättel und Zaumzeug an. Für die Männer bauten sie sogenannte Kissensättel, welche aus Leder gefertigt wurden.Bei zusammen nähen hatte man darauf geachtet einen 6 cm breiten Streifen für den Wiederist zu berücksichtigen.Der Bauchgurt wurde aus Rohhaut gefertigt und aus symbolischen Schutzgründen wurden indian. Perlendstickereien aufgenäht. Diese Indianer konnten ohne Steigbügel viel schneller bei der Jagd und im Krieg ab und wieder auf springen. Für die Frauen stellten sie Sättel mit Steigbügel her. Die Sättel der Frauen besaßen einen Sattel-baum aus Geweih oder Hartholz, welche mit Rohhaut überspannt wurde. Hierbei wurden, um weitere Lasten anzuhängen, jeweils am Anfang und Ende des Sattels, ein senkrechter Stock mit eingebaut. Diese Konstrucktion wurde nun mit Fell überzogen, wobei man darauf achtete, das die Haarseite zur abpolsterung nach innen zeigte. Sowol Frauen als auch die Kinder konnten so bequem aufsteigen und Gepäck anhängen. Das Zaumzeug fertigten sie aus einen indian Bosal : Ein mit Leder umwickelter Holzring, um die Nase des Pferdes, an welchen ein aus Rohhautstreifen geflochtener Ohrriemen angebracht wurde. Auf die selbe Art wurde auch der Kehlriemen hergestellt und befestigt.

Ich beschäftige mich seit meiner Kindheit mit Indanern Nordamerikas und habe auch viele Museen besucht. Zudem war ich mehrmals in Amerika und besitze sehr viele Bücher. Auf der DDR seite Deutschlands hat mich leider nicht Ethnologie studieren lassen. Unter meiner Email adresse verbirgt sich eine indian. Reitshowvorführung , wir reiten mit Replikaten der Plainsindiamner um 1850.

LG von Dominique Verdonck

Guten Tag Dominique Verdonck,

herzlichen Dank für Ihr Schreiben und Ihre wertvollen Informationen! Meine Bemerkung bezog sich hier nicht unbedingt auf Sattel und Zaumzeug, sondern auf vituoses Reiten. Ich hatte dabei auch die Forderung mancher Reitpädagogen im Hinterkopf, daß man das Reiten zunächst ohne Sattel erlernen sollte, aber ich wollte hier nicht zuviel ansprechen, um den Leser nicht zu verwirren.

Mit freundlichen Grüßen

Werner Popken

Inhaltsverzeichnis Magazin oben 

Magazin  Magazin: Das Inhaltsverzeichnis der Ausgabe 409 vom 20.05.2012
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