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| Fußball | Pferdesport |
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| 14.000 Medienvertreter | 1.300 Journalisten |
| Zuschauer 3.359.439 | maximal 500.000 |
| In Bau und Erweiterung der Stadien investierten der Staat und die Betreiber rund 1, 38 Milliarden Euro. | investives Budget 15, 6 Millionen Euro |
| Das Halbfinalspiel Deutschlands gegen Italien erreichte die höchste je in Deutschland gemessene Zuschauerreichweite [...]. 29, 66 Millionen Zuschauer sahen das Spiel, in der Spitze sogar 31, 31 Millionen [...]. Der Marktanteil der Fernsehübertragung stieg auf bis zu 91, 2 %. | Die Eröffnungsfeier wurde von 37.500 Zuschauern im Stadion des Aachen-Laurensberger Rennvereins und weiteren 1, 8 Millionen Zuschauern in der Übertragung des ZDF verfolgt, das damit einen Marktanteil von 12, 4 Prozent erzielte. |
| Alleine in Deutschland wird die Sportart von über 6 Millionen Spielern in 27.000 Fußballvereinen ausgeübt. | [...] 7.429 Reit- und Fahrvereine in Deutschland an, die über 764.542 Mitglieder verfügten. |
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Der erste Bericht galt dem Sieg der Dressurmannschaft. Zum neunten Mal hintereinander hat die deutsche Mannschaft gewonnen; im Jahre 1970 hatte ausnahmsweise die UdSSR die Goldmedaille geholt. Sonst sind die Deutschen ein ums andere Mal die ewigen Gewinner gewesen und machten dieses Jahr ihrem Namen wieder alle Ehre. Keine Sensation also, alles wie gehabt. Die Niederländer mußten sich wie üblich mit der Silbermedaille begnügen, waren aber faire Verlierer, wie man folgendem Zitat entnehmen könnte:
Diese versöhnlichen Töne sind bemerkenswert; es ist noch gar nicht lange her, daß die Wogen hochgingen, und auch während der Weltmeisterschaft war noch etwas davon zu spüren, wie später noch angeführt wird. Anky van Grunsven steht dabei mitten im Geschehen. Seit Jahren sind die Niederländer den Deutschen auf den Fersen, und mehrfach schon hat Zwei Tage später dann die Sensation: » Isabell Werth siegt überraschend.
So ist das; die Journalisten sehen die Angelegenheit genauso wie die Pferdewelt: Der Reiter muß das Pferd in den Griff bekommen. Das Pferd muß funktionieren, das ist alles. Und in dieser Hinsicht ist der Reiter oft leider nicht ganz Herr der Dinge. So gesehen hat Isabell Werth Glück gehabt. Denn ihr Pferd ist berüchtigt dafür, eben zuweilen nicht funktionieren zu wollen. Man stelle sich vor: Das Weltmeisterpferd Satchmo zum Beispiel ist oft widersetzlich, bis hin zum Steigen! Ganz schlimm ist es, wenn das Pferd aus gesundheitlichen Gründen ausfällt, wie bei der neuen Weltmeisterin; das favorisierte Pferd konnte einfach nicht mehr. Da ist mit Zwang nichts zu wollen. Kranke Pferde dürfen im Sport nicht eingesetzt werden; das würde ja denn doch zu übel aussehen. Glücklicherweise hatte sie noch ein zweites Pferd zur Verfügung, eben der unberechenbare Satchmo, der wider Erwarten über sich hinauswuchs. "Warum nicht" ist nicht das einzige Pferd, das verletzungsbedingt ausgefallen ist:
So ein Pech aber auch. Das Springtalent hatte sich genau wie das Pferd von Isabell Werth in der Box "selbst verletzt". Dabei fürchten Spitzensportler doch immer, daß ihre Pferde sich auf der Weide verletzen, weshalb diese normalerweise auch nie aus der Box herauskommen. Die Verletzungsgefahr in der Box scheint wohl ziemlich hoch zu sein. Das ist aber dumm. Erinnern Sie sich an die Deutsche Meisterin der Berufsreiter von 2005, › Katrin Bettenworth? |
Die Reitanlage von Katrin Bettenworth sieht auf der ersten Blick aus wie alle anderen auch: Standardboxen. Die einzige Besonderheit: jeweils ein Paddock. Die Anlage war nämlich einmal von einem Westernreiter eingerichtet worden, und die haben so etwas. Es ist aber nicht so sehr die Frage, ob man Boxen hat, sondern was man damit macht. Wenn man die Boxen nutzt, damit die Pferde sich ausruhen und erholen und in Ruhe fressen können, nachdem sie ausreichend Weidegang und Training gehabt haben, ist dagegen nichts einzuwenden, im Gegenteil. Die genießen es durchaus, wenn sie sich einmal nicht wegen des Futters auseinandersetzen müssen. So gehalten, gibt es für Pferde eigentlich keinen Grund, die Boxenwände mit den Hufen zu traktieren, schon gar nicht in einer Weise, die zu einer Verletzung führt. Angesichts des Risikos muß man sich wundern, warum sich Erkenntnisse wie die von Katrin Bettenworth nicht großflächig herumgesprochen haben. Aber vielleicht gehören diese Reiter nicht zu den denkenden Reitern, sondern zu denen, die alles immer so machen, wie man es immer gemacht hat. Wie sagte Emma Hindle so unschuldig und entwaffnend?
In diesem Fall ging es darum, daß ihre Pferde unter den Hufeisen litten und sie schließlich in ihrer Not versuchte, ohne diese zu reiten, und dabei feststellte, daß beide Pferde wesentlich besser gingen. Ob ihre Pferde wohl inzwischen wieder beschlagen sind? Man muß es befürchten. Denn nichts ist stärker als die Gewohnheit, die durch Vorurteile, Überlieferung und Gruppendruck gestützt wird. Nun möchte ich hier beileibe nicht den Eindruck erwecken, als könne Isabell Werth nichts – im Gegenteil. Diese Reiterin ist erfolgreicher als alle anderen und hat immer wieder bewiesen, wie gut sie ist. Nicht nur ist die Liste ihrer sportlichen Erfolge unglaublich lang, ein Ende ist noch gar nicht abzusehen. Dabei hat sie es fertiggebracht, mehrere Pferde so weit zu entwickeln, daß sie mit ihnen regelmäßig gewinnen kann – was nur ganz wenigen Ausnahmereitern bisher gelungen ist, zum Beispiel Mit beiden hat sie auch sonst etwas gemein: Sie ist wie Klimke Rechtsanwältin und eineinhalb Jahre jünger als van Grunsven. Sie unterscheidet sich auch von beiden: Sie übt ihren juristischen Beruf nicht mehr aus und hat keine Kinder: Der Ehemann von Anky van Grunsven hat nach ihrem Sieg in der Kür verkündet, daß sie ihr zweites Kind erwartet und im 3. Monat schwanger ist. Vor allem aber hat sich Isabell Werth von dem Mann emanzipiert, der sie groß gemacht hat: Dr. Uwe Schulten-Baumer sen. Der Grund für die Emanzipation war denkbar banal: Die Stieftochter des Trainers, » Ellen Schulten-Baumer, sah sich als Rivalin, und eine mußte gehen (» Isabell Werth's 2003 Come Back). Diese Loslösung war nicht einfach und hat Zeit gekostet; aber Isabell Werth kennzeichnet sich als Kämpferin, die durch Widerstände stark wird. Bei dieser Weltmeisterschaft hat sie es allen wieder einmal gezeigt. Nachdem Isabell Werth Anky van Grunsven im Spezial deplaziert hatte, mußte sie in der Kür zurückstehen und sich mit Bronze zufriedengeben. Genau dieses Ergebnis haben die beiden vor zwölf Jahren schon einmal erzielt: Gold für Isabell Werth im Grand Prix Special und Gold für Anky van Grunsven in der Kür. Ein schöner Beweis für die kontinuierliche Leistungsfähigkeit der beiden Reiterinnen. |
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Erfolge werden einem nicht in die Wiege gelegt, man muß sie sich erarbeiten. Und wenn man sich jahrelang immer mit dem zweiten Platz begnügen muß, läßt man sich vielleicht etwas einfallen, um die Verhältnisse doch noch wunschgemäß zu ändern. Schließlich ist alles eine Definitionsfrage.
Die als
Sjef Janssen ist anscheinend ein streitlustiger Mensch, der keine Gelegenheit ausläßt, seine Ziele mit Nachdruck durchzusetzen. So protestierte er gerade erst gegen den Meisterschaftsritt der Erzrivalin Isabell Werth, freilich ohne Erfolg:
Wie schon die Proteste gegen die Weltmeisterschaft von Michael Freund (» Michael Freund bleibt Weltmeister, » Michael Freund nachträglich disqualifiziert) und andere, ähnliche Vorkommnisse, z. B. anläßlich der Olympischen Spiele in Athen ( |
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Offensichtlich prallen hier unterschiedliche Interessen aufeinander. Worum geht es eigentlich bei dieser Methode?
Die Situation könnte nicht undurchsichtiger sein. Die FEI berief aufgrund des aufsehenerregenden, scharfen Artikels der St. Georg eine Expertentagung ein, gegen deren Ergebnis die FN durch ihren Generalsekretär sofort protestierte (» Umstrittene Trainingsmethode in der Diskussion). Was ist hier Polemik, was Tatsache? Bekanntlich können Pferde nicht signalisieren, daß sich Schmerzen empfinden. Man kann Pferde also sehr leicht quälen, ohne daß man selbst oder andere darauf aufmerksam werden würden. Nun möchte natürlich niemand als Pferdequäler hingestellt werden. Janssen beruft sich auf seine Tierärzte, die feststellen, daß die Spitzenpferde seiner Frau, die zehn bzw. sieben Jahre lang nach dieser Methode ausgebildet worden sind, keinerlei krankhafte Veränderungen zeigen:
Diese Aussagen können sicher nicht bezweifelt werden, beweisen jedoch keineswegs, daß die Pferde keine Schmerzen leiden. Das eine hat mit dem anderen schlicht nichts zu tun. Und wenn jemand mit einer Methode Erfolg hat, beweist das ebenfalls keineswegs, daß die Methode als solche schon unstrittig ist. Man muß sich wundern, daß Experten solche grundlegenden Denkfehler unterlaufen. Ich fürchte, ich muß die Hintergründe, Argumente und Gegenargumente etwas genauer untersuchen, um den Streit einigermaßen verstehen zu können. Das verschiedene ich aber besser auf nächste Woche. |
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