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![]() Gert Wiltfang und Askan gewinnen die zweite Olympia-Sichtungsprüfung |
| Jahr | Wettbewerb | Ort | Disziplin | Rang Mannschaft | Rang Einzel |
|---|---|---|---|---|---|
| 1964 | Olympische Spiele | Tokio | Dressur | Gold | Bronze |
| Springen | Gold | Silber | |||
| 1966 | Weltmeisterschaft | Bern | Dressur | Gold | Gold + Silber + Bronze |
| 1966 | Weltmeisterschaft | Buenos Aires | Springen | -- | |
| 1968 | Olympische Spiele | Mexiko | Dressur | Gold | Silber + Bronze |
| Springen | Bronze | ||||
| 1970 | Weltmeisterschaft | Aachen | Dressur | Silber | Silber |
| 1970 | Weltmeisterschaft | La Baule | Springen | -- | |
| Susanne Hennig: 100 Jahre FN | |||||
Dieser Text schildert Unerhörtes, aber er läßt nicht erkennen, was eigentlich wirklich gespielt wurde. Niemack ist nicht irgendwer, und wenn er eine derartige Sonderrolle für notwendig hält, dürfte er seine Gründe dafür gehabt haben. Die werden nicht erkennbar. Der Vorwurf der Parteilichkeit wiegt freilich schwer. Auf der Onlinepräsenz der Deutschen Richtervereinigung wird als zweite der satzungsgemäßen Aufgaben angeführt:
Das scheint freilich selbstverständlich, und es mutet auch merkwürdig an, daß ausgerechnet der Vorsitzender der Deutschen Richtervereinigung sich der Befangenheit schuldig gemacht haben soll. Leider liegt mir kein weiteres Material vor, um diese Vorgänge aufzuklären. Im Internet finden sich lediglich weitgehend gleichlautende Schilderungen seiner militärischen Karriere (» Niemack, Horst, » 69. Schwerterträger Horst Niemack). Vermutlich war es von seiner Seite aus gutgemeint. Wenn schon alles klemmt, dann muß ja jemand die Sache in die Hand nehmen, wird er sich gesagt haben. Aber auch mit Hans Günter Winkler gab es wieder Probleme. Zur ersten Qualifikation erschien er ohne sein Olympia-Pferd Torphy, zur zweiten überhaupt nicht. Man kann sich wohl vorstellen, wie diese Starallüren auf seine Kollegen gewirkt haben mögen. Der DOKR-Springausschuß hatte nämlich festgelegt, daß alle Kandidaten und alle Pferde an vier Sichtungsturnieren teilzunehmen hatten, um aus der Vielzahl der Kandidaten die geeignetsten herauszufiltern. Obwohl er sich nicht an die Regeln hielt, ging wohl jedermann davon aus, daß er mehr oder weniger ich automatisch Teilnehmer sein würde. Als dann ruchbar wurde, mit welchen Summen er finanziell durch die Stiftung Deutsche Sporthilfe unterstützt worden sein sollte, entschlossen sich "einige" Springreiter, wie Hennig schreibt, zur Offensive. Alwin und Paul Schockemöhle, Hermann Schridde, Fritz Ligges, Lutz Merkel, Hendrik Snoek und Kurt Jarasinski schrieben einen offenen Brief an den FN-Präsidenten Graf Landsberg-Velen, den DOKR-Vorsitzenden Kurt Capellmann und den Vorsitzenden des Springausschusses Otto Schulte Frohlinde, und selbstverständlich erhielt die Presse Kopien. Darin erklärten sie ihre Weigerung, mit Winkler zusammen in einer Mannschaft an den Olympischen Spielen teilzunehmen. Der Chef des DOKR wurde besonders kritisiert, weil das DOKR dem Spitzenreiter und ehemaligen Weltmeister Ställe und einen Pferdepfleger kostenlos zur Verfügung gestellt hatte. Ich nehme an, daß es sich bei diesem Kreis nicht um einige Springreiter, sondern um die Mehrheit der olympiareifen Spitzensportler handelte – es sind fast alle großen Namen dabei. Hugo Simon hatte sich 1971 verabschiedet, um ab 1972 für Österreich zu starten. Also ein Generalaufstand gegen den Superstar. Der verstand das Signal, erschien zur dritten Qualifikation mit seinem Olympia-Pferd und wurde Dritter – immerhin. Josef Neckermann versuchte in einer zehnstündigen Verhandlung zu schlichten. In Aachen belegte Winkler den zweiten Platz im Championat hinter Nelson Pessoa und bewies damit seine Klasse. FN und DOKR handelten daraufhin einen Kompromiß aus. Winkler durfte mit, aber nur im Nationenpreis reiten. In gewisser Weise war das eine Niederlage für die Rebellen, die zudem noch durch ihren Anwalt mitteilen lassen mußten, daß sie die Presseveröffentlichung bedauerten. Man habe die olympischen Medaillen nicht gefährden wollen. Nun standen sie als Nestbeschmutzer da. Schade, daß Hennig keinerlei Pressestimmen zitiert. |
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Deutschland wollte in München ein Zeichen setzen. Nachdem die Spiele in Berlin ganz im Zeichen des Nationalsozialismus gestanden hatten und die Welt anschließend gründlich erfahren hatte, wes Geistes Kind deutsche Menschen sein konnten, wollte man nun betont friedlich und heiter auftreten. Willy Brandt hatte die Ost-Öffnung vorangetrieben, 1971 den Friedensnobelpreis erhalten, die Lage war entspannt. Erstmals traten die Bundesrepublik und die DDR als zwei getrennte Nationen auf (siehe dazu die ausgezeichnete Dokumentation » Die Spiele der XX. Olympiade München, speziell » Münchens legendäre Sternstunde, » Internationale Kommentare). Im Nachhinein kann man sich nur wundern, wie fahrlässig man die Angelegenheit angefaßt hatte. Selbstverständlich hätten die Olympischen Spiele in München die besten aller Zeiten werden können – wenn der Überfall nicht gewesen wäre. Auf den hätte man sich vorbereiten können und müssen – und es bleibt vollkommen unverständlich, warum das nicht geschehen ist. Es tauchen ähnliche Fragen auf wie nach dem Anschlag des 11. September in New York – man hätte nicht nur gewarnt sein müssen, sondern man war gewarnt. Man hätte nicht nur damit rechnen müssen, daß dergleichen geschieht, sondern hätte es eigentlich wissen können. Aber man wollte ja friedfertig sein. Was hätte man sonst tun können? Hätte man die Sportstätten abriegeln sollen? Dann hätte doch alles nach KZ ausgesehen. So liefen Hilfskräfte auf dem Gelände herum, die im Grunde nichts ausrichten konnten. Aber das war eigentlich noch nicht das Schlimmste. Es gab jemanden, der das spätere Geschehen ein halbes Jahr vorher schon ziemlich präzise beschrieben hatte – seine Vision wurde leichtfertig als extrem unwahrscheinlich abgetan. Angesichts der sonstigen olympischen Verhältnisse und Vorkommnisse schwer nachvollziehbar:
Soweit die Reaktion der Organisatoren. Die Verstrickung der Völker, die Anhäufung vom Unrecht, die zum Terrorismus geführt haben, sind in den vergangenen 30 Jahren nicht etwa gemildert worden, sondern bestehen nach wie vor in voller Schärfe. Immer noch wird Gewalt als probates Mittel gesehen, obwohl doch offensichtlich ist, daß Gewalt nur neue Gewalt gebiert. Heute erscheint es ziemlich offensichtlich, daß auch persönliche Machtinteressen von politischen Führern zur Stabilisierung der Unrechtslage beigetragen haben. So scheint es nicht ausgeschlossen, daß Jassir Arafat persönlich in die Anschlägen verstrickt war. Die für den Anschlag verantwortliche Terrorgruppe "Schwarze September" wurde von ihm im Spätsommer 1971 gegründet. |
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Die Vielseitigkeit wurde vor dem Terrorangriff entschieden.
Bei diesen Olympischen Spielen kam es zu keinerlei unangenehmen Zwischenfällen bei der Vielseitigkeit. Im Gegenteil, der Vorsitzende des Tierschutzvereins München lobte das Verhalten der Reiter und des Organisationskomitees: Die Hindernisse seien den Tieren angepaßt worden und nicht umgekehrt. Es habe keine ernsten Zwischenfälle und keine schweren Verletzungen von Pferden mehr gegeben (a.a.O., Seite 195). |
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Der Dressurwettbewerb begann drei Stunden nach Beginn des Terrors und wurde bald darauf unterbrochen. Erst zwei Tage später wurde er fortgesetzt. Zehn Nationen und einige Einzelreiter, 33 insgesamt, nahmen teil. Schon im Vorfeld war klargeworden, daß die Sowjetunion und die Bundesrepublik die Favoriten waren.
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Im Vorfeld hatte es bei den Springreitern erhebliche Differenzen gegeben. Beim Einzelspringen konnte sich kein einziger Reiter plazieren – etwas peinlich, aber anscheinend typisch für diese Spiele.
Immerhin: trotz all der Querelen ein sehr schönes Ergebnis:
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