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Hauptartikel   Magazin Magazin, Ausgabe 343, erschienen am 24.10.2005

Magazin  Ausgabe 343

Fritz Ligges und der neunjährige Robin,
in München 1972 das beste deutsche Paar

Foto: Autorenhinweise m_red  » FN, Privatarchiv H. Munzendorf
Abschnitt Abschnitte Hauptartikel:
  1. Abschnitt  Olympische Spiele München 1972
  2. Abschnitt  Streit
  3. Abschnitt  Die Tragödie
  4. Abschnitt  Vielseitigkeit
  5. Abschnitt  Dressur
  6. Abschnitt  Springen
  7. Abschnitt  Quellen / Verweise
  Inhaltsverzeichnis  Inhaltsverzeichnis
Teil Teil 1, Ausgabe Magazin 325:
Hauptartikel  Wer stoppt Hempfling?

Teil Teil 2, Ausgabe Magazin 326:
Hauptartikel  Ihr wißt nicht, was Liebe ist

Teil Teil 3, Ausgabe Magazin 327:
Hauptartikel  Scharlatan oder Visionär?

Teil Teil 4, Ausgabe Magazin 328:
Hauptartikel  Gefährliche Sekte?

Teil Teil 5, Ausgabe Magazin 329:
Hauptartikel  Außergewöhnliche Verbindung
http://www.equivox.de/Hauptartikel

Hauptartikel oben 

Gert Wiltfang und Askan gewinnen die zweite Olympia-Sichtungsprüfung  
Olympische Spiele München 1972

Streit im Reiterlager, Attentat und Lob der Tierschützer

Zum Thema
Thema  Jubiläum



von Autorenhinweise m_red  » Werner Popken


Ende der sechziger Jahre formierte sich die FN neu, wurde die Zucht im ganzen Lande neu ausgerichtet. Die Wunschvorstellung des Leiters der FN-Abteilung Zucht, Dr. Hanfried Haring, heute Vorsitzender des geschäftsführenden Vorstandes der FN, daß dem ausländischen Käufer nur noch das "Deutsche Reitpferd" statt der vielen überkommenen Rassen angeboten wird, hat sich bekanntlich bis heute nicht verwirklicht. Nach wie vor konkurrieren Hannoveraner, Westfalen, Holsteiner, Oldenburger usw. um die Gunst des Publikums. Nur ganz vereinzelt wird ein "Deutsches Reitpferd" angeboten; mit ziemlicher Sicherheit dürfte es einer der Rassen angehören, die im allgemeinen Wettbewerb hinten liegen.

Die deutsche Pferdezucht ist auf den großen Sport ausgerichtet. Die einzelnen Zuchtverbände notieren sehr sorgfältig, welche ihrer Zuchtprodukte wo was gewonnen haben. Als Krone der sportlichen Wettbewerbe gelten die Olympischen Spiele. 1972 sollten diese in München ausgetragen werden, zum zweiten Mal in Deutschland, und aus diesem Anlaß erinnerte man sich natürlich an die ersten Olympischen Spiele in Deutschland, die 1936 in Berlin ausgetragen wurden, bei denen die deutschen Reiter in jeder Hinsicht triumphierten: alle sechs Goldmedaillen wurden gewonnen ( Sechsmal Gold).

36 Jahre später mußte zweifelhaft sein, ob die deutschen Reiter in der Lage sein würden, ihre internationale Vormachtstellung wieder unter Beweis zu stellen.Immerhin hatten zumindest die Dressurreiter seit Mitte der sechziger Jahre triumphiert:

JahrWettbewerbOrtDisziplinRang MannschaftRang Einzel
1964Olympische SpieleTokioDressurGoldBronze
 SpringenGoldSilber
1966WeltmeisterschaftBernDressurGoldGold + Silber + Bronze
1966WeltmeisterschaftBuenos AiresSpringen--
1968Olympische SpieleMexikoDressurGoldSilber + Bronze
 SpringenBronze
1970WeltmeisterschaftAachenDressurSilberSilber
1970WeltmeisterschaftLa BauleSpringen--
Susanne Hennig: 100 Jahre FN

Die Vielseitigkeit habe ich in dieser Liste gar nicht erst aufgeführt, weil die deutschen Reiter in dieser Disziplin schon lange keine herausragende Rolle mehr spielten. Die Springreiter hingegen hatten in den fünfziger Jahren ihre große Zeit und mittlerweile ganz offensichtlich Probleme; von den Querelen um Hans Günter Winkler anläßlich der Olympischen Spiele in Mexiko hatten wir bereits gehört ( Mexiko). Aber auch bei der Dressur sah es 1970 schon nicht mehr ganz so gut aus. Und dann wurde es sogar richtig schlimm: es kam zur Spaltung des Dressurlagers.

Streit  oben 



General a.D. Horst Niemack
Mag sein, daß der Umstand, vor heimischem Publikum um die Medaillen kämpfen zu müssen, seinen Teil zum vorolympischen Streß beigetragen hat. Entscheidend dürfte jedoch vielmehr das unglückliche Aufeinandertreffen komplizierter Persönlichkeiten und unterschiedlicher Interessen sein. Niemals zuvor und nie mehr danach hat es so erheblichen Ärger im Lager der Dressur- und Springreiter gegeben wie in jener Zeit. Die Fronten sind phasenweise derart verhärtet, daß die Juristen bemüht werden müssen. [...]

Im Dressurlager bahnt sich das Desaster spätestens im Sommer 1970 mit der Gründung der "Aktionsgemeinschaft Dressursport" an. Initiator und Vorsitzender ist Horst Niemack, Chef der Deutschen Richtervereinigung, gefragter Turnierrichter und langjähriger Equipechef. Die kleine Aktionsgemeinschaft verfolgt das Ziel, dem Dressursport innerhalb der FN zu mehr Geltung und Ansehen zu verhelfen. In der Tat steht nicht alles zum Besten. So beklagen die Reiter der Auswahlmannschaften (heute Kader) mangelnde Unterstützung bei Training und Vorbereitung auf internationale Einsätze, die wenig sinnvolle und koordinierte Planung von Turnierstarts der Spitzenpferde und das fehlende Vertrauen zu den Mitgliedern des Dressurausschusses und des DOKR.

Trotz der offenkundigen Schwächen in der Führung dieser Disziplin tritt nur ein kleiner Teil der Aktiven dieser Organisation bei. Die Mehrheit hält sich zurück, und zu dieser zählen gewichtige Vertreter des Sports wie Josef Neckermann, Rainer Klimke, Harry Boldt und das Ehepaar Theodorescu. Eine Spaltung des Dressurlagers ist damit programmiert. Sie läßt nicht lange auf sich warten. Schnell werden Stimmen laut, die das objektive Richten Niemacks bei Ritten der Nicht-Mitglieder dieser "Aktionsgemeinschaft" in Frage stellen. Ein Gutachterausschuß, bestehend aus drei Juristen, wird einberufen. Dieses Gremium gelangt zu der Erkenntnis, daß im Fall Niemacks der Tatbestand der Befangenheit eindeutig erfüllt sei. Niemack reagiert sehr verärgert, zumal er das "Urteil" der Presse entnehmen muß, bevor es ihm mitgeteilt wird. Dennoch sieht er sich in die Enge getrieben und legt sein Richteramt vorübergehend nieder.
a.a.O., Seite 192

Dieser Text schildert Unerhörtes, aber er läßt nicht erkennen, was eigentlich wirklich gespielt wurde. Niemack ist nicht irgendwer, und wenn er eine derartige Sonderrolle für notwendig hält, dürfte er seine Gründe dafür gehabt haben. Die werden nicht erkennbar.

Der Vorwurf der Parteilichkeit wiegt freilich schwer. Auf der Onlinepräsenz der Deutschen Richtervereinigung wird als zweite der satzungsgemäßen Aufgaben angeführt:

Wahrung einer unabhängigen Stellung der Richter und Parcourschefs für Pferdeleistungsprüfungen und einer unparteiischen Ausübung der Richter und Parcourscheftätigkeit.
» Deutsche Richtervereinigung

Das scheint freilich selbstverständlich, und es mutet auch merkwürdig an, daß ausgerechnet der Vorsitzender der Deutschen Richtervereinigung sich der Befangenheit schuldig gemacht haben soll. Leider liegt mir kein weiteres Material vor, um diese Vorgänge aufzuklären. Im Internet finden sich lediglich weitgehend gleichlautende Schilderungen seiner militärischen Karriere (» Niemack, Horst, » 69. Schwerterträger Horst Niemack). Vermutlich war es von seiner Seite aus gutgemeint. Wenn schon alles klemmt, dann muß ja jemand die Sache in die Hand nehmen, wird er sich gesagt haben.

Aber auch mit Hans Günter Winkler gab es wieder Probleme. Zur ersten Qualifikation erschien er ohne sein Olympia-Pferd Torphy, zur zweiten überhaupt nicht. Man kann sich wohl vorstellen, wie diese Starallüren auf seine Kollegen gewirkt haben mögen. Der DOKR-Springausschuß hatte nämlich festgelegt, daß alle Kandidaten und alle Pferde an vier Sichtungsturnieren teilzunehmen hatten, um aus der Vielzahl der Kandidaten die geeignetsten herauszufiltern. Obwohl er sich nicht an die Regeln hielt, ging wohl jedermann davon aus, daß er mehr oder weniger ich automatisch Teilnehmer sein würde.

Als dann ruchbar wurde, mit welchen Summen er finanziell durch die Stiftung Deutsche Sporthilfe unterstützt worden sein sollte, entschlossen sich "einige" Springreiter, wie Hennig schreibt, zur Offensive. Alwin und Paul Schockemöhle, Hermann Schridde, Fritz Ligges, Lutz Merkel, Hendrik Snoek und Kurt Jarasinski schrieben einen offenen Brief an den FN-Präsidenten Graf Landsberg-Velen, den DOKR-Vorsitzenden Kurt Capellmann und den Vorsitzenden des Springausschusses Otto Schulte Frohlinde, und selbstverständlich erhielt die Presse Kopien. Darin erklärten sie ihre Weigerung, mit Winkler zusammen in einer Mannschaft an den Olympischen Spielen teilzunehmen. Der Chef des DOKR wurde besonders kritisiert, weil das DOKR dem Spitzenreiter und ehemaligen Weltmeister Ställe und einen Pferdepfleger kostenlos zur Verfügung gestellt hatte.

Ich nehme an, daß es sich bei diesem Kreis nicht um einige Springreiter, sondern um die Mehrheit der olympiareifen Spitzensportler handelte – es sind fast alle großen Namen dabei. Hugo Simon hatte sich 1971 verabschiedet, um ab 1972 für Österreich zu starten. Also ein Generalaufstand gegen den Superstar. Der verstand das Signal, erschien zur dritten Qualifikation mit seinem Olympia-Pferd und wurde Dritter – immerhin. Josef Neckermann versuchte in einer zehnstündigen Verhandlung zu schlichten.

In Aachen belegte Winkler den zweiten Platz im Championat hinter Nelson Pessoa und bewies damit seine Klasse. FN und DOKR handelten daraufhin einen Kompromiß aus. Winkler durfte mit, aber nur im Nationenpreis reiten. In gewisser Weise war das eine Niederlage für die Rebellen, die zudem noch durch ihren Anwalt mitteilen lassen mußten, daß sie die Presseveröffentlichung bedauerten. Man habe die olympischen Medaillen nicht gefährden wollen. Nun standen sie als Nestbeschmutzer da. Schade, daß Hennig keinerlei Pressestimmen zitiert.

Die Tragödie  oben 



Deutschland wollte in München ein Zeichen setzen. Nachdem die Spiele in Berlin ganz im Zeichen des Nationalsozialismus gestanden hatten und die Welt anschließend gründlich erfahren hatte, wes Geistes Kind deutsche Menschen sein konnten, wollte man nun betont friedlich und heiter auftreten. Willy Brandt hatte die Ost-Öffnung vorangetrieben, 1971 den Friedensnobelpreis erhalten, die Lage war entspannt. Erstmals traten die Bundesrepublik und die DDR als zwei getrennte Nationen auf (siehe dazu die ausgezeichnete Dokumentation » Die Spiele der XX. Olympiade München, speziell » Münchens legendäre Sternstunde, » Internationale Kommentare).

Im Nachhinein kann man sich nur wundern, wie fahrlässig man die Angelegenheit angefaßt hatte. Selbstverständlich hätten die Olympischen Spiele in München die besten aller Zeiten werden können – wenn der Überfall nicht gewesen wäre. Auf den hätte man sich vorbereiten können und müssen – und es bleibt vollkommen unverständlich, warum das nicht geschehen ist. Es tauchen ähnliche Fragen auf wie nach dem Anschlag des 11. September in New York – man hätte nicht nur gewarnt sein müssen, sondern man war gewarnt. Man hätte nicht nur damit rechnen müssen, daß dergleichen geschieht, sondern hätte es eigentlich wissen können.

Aber man wollte ja friedfertig sein. Was hätte man sonst tun können? Hätte man die Sportstätten abriegeln sollen? Dann hätte doch alles nach KZ ausgesehen. So liefen Hilfskräfte auf dem Gelände herum, die im Grunde nichts ausrichten konnten. Aber das war eigentlich noch nicht das Schlimmste. Es gab jemanden, der das spätere Geschehen ein halbes Jahr vorher schon ziemlich präzise beschrieben hatte – seine Vision wurde leichtfertig als extrem unwahrscheinlich abgetan. Angesichts der sonstigen olympischen Verhältnisse und Vorkommnisse schwer nachvollziehbar:

"Ein Freischärlerkommando hat gegen fünf Uhr früh den Zaun des Olympischen Dorfes überstiegen. Die Eindringlinge haben den Wohnblock der israelischen Mannschaft besetzt. Es wurden Schüsse und Rauch gemeldet." Dieses Szenario beschrieb der Münchner Polizeipsychologe Georg Sieber bereits Ende Februar 1972, als schrecklichen Eventualfall im Hinblick auf die Olympischen Sommerspiele. Sieber war als psychologischer Berater der Münchner Polizei sowie des Organisationskomitees (OK) der XX. Olympiade beauftragt worden, einen Katalog von Konflikt- und Störsituationen auf dem Oberwiesenfeld und deren Beseitigung zu erstellen. Die Fallstudie kam zu dem Schluss, dass der Überfall auf Mannschaften von Staaten aus Konfliktgebieten für Guerilla- und Widerstandsorganisationen jeder Richtung eine attraktive Chance sei, sich selbst darzustellen, Lösegelder und andere Vorteile zu erzwingen und den Ablauf der Spiele zu einer politischen Demonstration umzufunktionieren. "Es muss mit Kommandos von 'Kamikaze'-Truppen gerechnet werden, die ohne Rücksicht auf eigenes oder fremdes Leben vorgehen."

Münchens Polizeipräsident Manfred Schreiber war als "Leiter des gemeinsamen Einsatzes" der aus allen Bundesländern zusammengezogenen Polizeikräfte für die Sicherheit der Spiele verantwortlich. Politisch motivierte Störaktionen während der Olympischen Spiele hielten Schreiber und seine Mitarbeiter zwar für möglich. Doch angesichts der Devise von den "heiteren Spielen" wollte man Sicherheit und Ordnung "nicht formal, blind und unflexibel" durchsetzen – und so wurde Siebers Attentats-Vision als "zu unrealistisch" abgelehnt. Der schlimmstmögliche Ernstfall wurde folglich nicht in die Schulungsmappe des Ordnungsdienstes aufgenommen, stattdessen konzentrierten sich die polizeilichen Vorbereitungsmaßnahmen auf sogenannte "Kleinstörungen" wie politische Demonstrationen, Diebstähle oder Schlägereien.

Am 4. Februar 1972, zwei Tage nach einem Sprengstoffanschlag der terroristischen "Bewegung 2. Juni" auf den britischen Jachtclub in Berlin-Gatow, appellierte Bundeskanzler Brandt in einer Fernsehansprache an die Bevölkerung und die Sicherheitsorgane, dem Terrorismus Einhalt zu gebieten.

In der Nacht zum 6. Februar 1972 verübten Terroristen vom "Schwarzen September" in Hamburg einen Sprengstoffanschlag auf die Fabrikhalle der "Ad. Strüver KG", einer Firma, die Schaltanlagen und Spezialaggregate nach Israel lieferte. Wenige Stunden später flog bei der Esso-Raffinerie in Harburg ein Tank in die Luft, und noch in derselben Nacht explodierten in der holländischen Provinz Brabant zwei Erdgasschaltstellen. Am nächsten Morgen wurden in Brühl bei Köln fünf Jordanier in einer Kellerwohnung ermordet aufgefunden. Einer der Toten, Ahmad Niggim, war bezahlter V-Mann des Bundesamtes für Verfassungsschutz und hatte kontinuierlich über Pläne und Aktivitäten radikaler palästinensischer Untergrundorganisationen auf westdeutschem Boden berichtet, vor allem der al Fatah. Zu diesen Anschlägen bekannte sich aus Beirut der "Schwarze September".

Am 8. Mai 1972 wurde eine Boeing 707 der Sabena von arabischen Terroristen auf dem israelischen Flughafen Lod gekapert. Die Angreifer verlangten die Freilassung von 270 inhaftierten Palästinensern. Israels Verteidigungsminister Moshe Dajan ließ erst 21 lange Stunden verhandeln und befahl dann den Sturmangriff mit als Mechaniker verkleideten Sicherheitsbeamten. Gleichzeitig drangen Fallschirmjäger über die Notausstiege ein. Resultat: Zwei Terroristen und ein Passagier wurden getötet, es gab fünf Verletzte, 92 Passagiere wurden befreit. Mitglieder des "Schwarzen September" schworen in Beirut Rache für ihre in Tel Aviv ermordeten Kameraden.

Mitte Mai 1972 kam es im libanesischen Flüchtlingslager Baddawi zu einem bemerkenswerten Treffen zwischen PFLP-Chef George Habash, den Mitgliedern des "Schwarzen September" Abu Iyad und Fuad Shemali sowie Angehörigen der nordirischen IRA, der japanischen Roten Armee und der westdeutschen Baader-Meinhof-Gruppe. Man vereinbarte gegenseitige Unterstützung bei weltweiten terroristischen Aktionen.

Als erstes Ergebnis dieser Übereinkunft verübten die drei japanischen Terroristen Kozo Okamoto, Takeshi Okidoro und Yasuiki Yashuda im Auftrag der PFLP am 30. Mai 1972 in der Ankunftshalle des Flughafens Lod ein Blutbad, als sie wahllos in die Menge schossen, wobei 28 Menschen getötet und 75 verletzt wurden. In der Folge kam es zu verstärkten israelischen Militäraktionen gegen Palästinenserstellungen im Grenzgebiet zu Libanon und Syrien.

Am 1. Juni 1972 wurden die RAF-Terroristen Andreas Baader, Holger Meins und Jan Carl Raspe nach einem längeren Schusswechsel mit der Polizei, bei dem Baader verletzt wurde, in Frankfurt am Main festgenommen. Bis zum 15. Juni 1972 wurden auch die RAF-Mitglieder Gudrun Ensslin und Ulrike Meinhof verhaftet. Damit befand sich die gesamte Führungsebene der Rote Armee Fraktion in Polizeigewahrsam.

Am 4. August 1972 explodierten in Triest bei einem Sprengstoffanschlag auf die Pipeline nach Ingolstadt fünf Öltanks. Schaden: Rund 22 Millionen Mark. Die Spur der Attentäter führte nach Deutschland. Deutsche Firmen, die der Pipelinegesellschaft angehörten, hatten vorher anonyme Drohbriefe erhalten.

Das nächste Ziel waren die Olympischen Sommerspiele in München. Vier Wochen vor dem Olympia-Attentat soll der stellvertretende Chef des syrischen Geheimdienstes, Ali Duba, zehn Tage lang durch Deutschland gereist sein, nach Bonn, Bad Godesberg, Düsseldorf und Frankfurt. Der syrische Geheimdienst aber unterstützte vorbehaltslos die syrische Palästinenser-Organisation Al-Saikah – und damit den "Schwarzen September". [...]

Es war letztlich eine verhängnisvolle Mischung aus Naivität und Inkompetenz, die zu dem katastrophalen Ergebnis von Fürstenfeldbruck geführt hat. Bundeskanzler Brandt sprach angesichts dieses auch politisch hochbrisanten Vorfalls von einem "erschreckenden Dokument deutscher Unfähigkeit".
» Die olympische Tragödie (3)

Soweit die Reaktion der Organisatoren. Die Verstrickung der Völker, die Anhäufung vom Unrecht, die zum Terrorismus geführt haben, sind in den vergangenen 30 Jahren nicht etwa gemildert worden, sondern bestehen nach wie vor in voller Schärfe. Immer noch wird Gewalt als probates Mittel gesehen, obwohl doch offensichtlich ist, daß Gewalt nur neue Gewalt gebiert. Heute erscheint es ziemlich offensichtlich, daß auch persönliche Machtinteressen von politischen Führern zur Stabilisierung der Unrechtslage beigetragen haben. So scheint es nicht ausgeschlossen, daß Jassir Arafat persönlich in die Anschlägen verstrickt war. Die für den Anschlag verantwortliche Terrorgruppe "Schwarze September" wurde von ihm im Spätsommer 1971 gegründet.

Vielseitigkeit  oben 



Die Vielseitigkeit wurde vor dem Terrorangriff entschieden.

Horst Karsten mit Dressursieger Sioux
Harry Klugmann und Christopher Robert meistern die Querfeldeinstrecke ohne Fehler
Die von 73 Reitern bestrittene Dressurprüfung im neuen Reitstadion München-Riem gibt Anlaß zu Medaillenhoffnungen. Horst Karsten gewinnt den Wettbewerb, Karl Schultz wird Achter, so daß die Mannschaft nach der Dressur auf dem zweiten Platz rangiert.

Am Tag der im Münchner Vorort Poing ausgetragenen Geländeprüfung, die sich über zehn Stunden erstreckt und über 100.000 Besucher anlockt, sind die Bedingungen optimal. Das Wetter spielt mit, und der Boden ist trotz der Trockenheit des Sommers nicht zu hart. Alle Pferde des deutschen Teams wirken auf der 3.600 meterlangen Rennbahnprüfung frisch und den Anforderungen gewachsen. Sie bleiben in der vorgegebenen Bestzeit und erzielen somit sogar noch die damals üblichen "Gutpunkte".

Auch auf der rund 8.000 Meter langen Querfeldeinstrecke mit 36 Hindernissen, für die Parcourschef Ottokar Pohlmann höchstes Lob von allen Seiten erhält, verläuft der Wettbewerb für das deutsche Team zunächst sehr vielversprechend. Harry Klugmanns Pferd Christopher Robert bestätigt das Urteil des Tierarztes und gelangt sogar noch mit großen Kraftreserven ins Ziel. Pisco unter Karl Schultz findet nicht ganz zu seinem Rhythmus und verweigert an zwei Sprüngen. In der zweiten Hälfte der Prüfung gelingt dem Paar alles. Schulz reitet schnell und kann einige Sekunden der verlorenen Zeit wieder aufholen. Einen "Bilderbuchritt" steuert Lutz Gössing mit Chicago bei: fünftbestes Ergebnis des Tages.

Entgegen aller Prognosen erweist sich der bestens trainierte Wallach Sioux unter Horst Karsten als das schwächste Pferd des deutschen Teams – unverständlich für alle, die das routinierte Paar im Trainingslager von Luhmühlen in hervorragender Form hatten erleben können.

Schon die erste Sprüngen nimmt Sioux unsauber und unkontrolliert. Nach einem Rumpler am nächsten Oxer kann Horst Karsten das Pferd kaum noch halten. Im Rennbahntempo "fegt" Sioux durchs Gelände. Horst Karsten, den das verzweifelte Bemühen, den Wallach zu regulieren, an den Rand der Erschöpfung bringt, stürzt am Wasserhindernis. Nach dem zweiten Sturz auf dem dahinjagenden Pferd gibt Karsten auf. [...]

Nach der Geländeprüfung liegt die deutsche Equipe mit hauchdünnem Vorsprung vor den Australiern auf dem dritten Platz. Die Führung übernehmen erwartungsgemäß die haushoch favorisierten Briten vor den Amerikanern. Im von Hans-Heinrich Brinckmann gestalteten Parcours des abschließenden Springens können die Reiter ihre Position behaupten: Bronze für das deutsche Team hinter Großbritannien und USA. Bester Deutscher ist Harry Klugmann auf Platz acht.
a.a.O., Seite 194/195

Bei diesen Olympischen Spielen kam es zu keinerlei unangenehmen Zwischenfällen bei der Vielseitigkeit. Im Gegenteil, der Vorsitzende des Tierschutzvereins München lobte das Verhalten der Reiter und des Organisationskomitees: Die Hindernisse seien den Tieren angepaßt worden und nicht umgekehrt. Es habe keine ernsten Zwischenfälle und keine schweren Verletzungen von Pferden mehr gegeben (a.a.O., Seite 195).

Dressur  oben 



Der Dressurwettbewerb begann drei Stunden nach Beginn des Terrors und wurde bald darauf unterbrochen. Erst zwei Tage später wurde er fortgesetzt. Zehn Nationen und einige Einzelreiter, 33 insgesamt, nahmen teil. Schon im Vorfeld war klargeworden, daß die Sowjetunion und die Bundesrepublik die Favoriten waren.

Als erste Frau: Lieselott Linsenhoff, Gold
Karin Schlüter und Liostro
Josef Neckermann, Venetia, Bronzemedaille
Der amtierenden Weltmeisterin Dr. Elena Petoushkova auf dem eleganten russischen Trakehner Rapphengst Pepel gehören die Sympathien des Münchener Publikums. Sie wird mit ebenso herzlichem, ja stürmischem Applaus bedacht wie die deutschen Reiter. Ihre Mannschaftskameraden Ivan Kizimov und Ivan Kalita stellen bildschöne Rappen aus der sowjetischen Landespferdezucht vor. Alle russischen Pferde bestechen durch Typ, Ausdruck, edle Köpfe und exzellente Bewegungen.

Die Mannschaftsentscheidung, der Grand Prix, leidet ein wenig unter den uneinheitlichen Richterurteilen. Die fünf Herren, unter ihnen der deutsche Heinz Pollay, erzielen bei keinem der besseren Pferde Einigkeit. Elena Petoushkovas Ritt beispielsweise rangieren zwei Richter an die erste Stelle, zwei an die zweite und der fünfte Richter an die siebte. Ähnlich verhält es sich bei Lieselott Linsenhoff: dreimal Platz 1, einmal Platz 2, einmal Platz 7.

Die Europameisterin von 1969 und 1971, Lieselott Linsenhoff und der imposante vierzehnjährige schwedische Fuchshengst Piaff sowie Josef Neckermann auf der elfjährigen Anblick xx-Tochter Venetia wachsen über sich selbst hinaus. Beide Pferde sind in Höchstform und absolvieren fehlerfrei die Prüfung. Die dritte Reiterin im Team, Karin Schlüter auf dem zwölfjährigen Fuchswallach Liostro v. Der Löwe xx, gefällt zwar ob ihres guten Sitzes, ihrer feinen Führung und Hilfengebung, kommt aber nicht fehlerfrei durch die Prüfung. Der schwungvolle Wallach verweigert die erste Piaffe, die Pirouetten mißlingen ebenso wie die Einerwechsel.

Die Richter können sich auch bei diesem Paar nicht einigen. Die Platzziffern variieren von 3 bis 16! Im Nachhinein wird viel darüber diskutiert, ob der Dressurausschuß richtig entschieden hat, Karin Schlüter und Liostro in München einzusetzen. Dieser Ritt verhindert jedenfalls den Sieg in der Mannschaftsprüfung. Neue Olympiasieger werden die Russen mit knappen Vorsprung und insgesamt 5.095 Punkten, das deutsche Team erzielt Silber (5.083) vor den drei Reiterinnen aus Schweden (4.849).

Die zwölf Besten ermitteln im sogenannten Stechen, einer verkürzten Grand Prix-Aufgabe, die einzelnen Medaillengewinner. Mit ordentlichem Vorsprung reitet Lieselott Linsenhoff auf Piaff zu olympischem Gold (1.229 Punkte). Erstmals in der Geschichte des Reitsports wird eine Frau Olympiasiegerin in der Einzelwertung. Hinter der Russin Elena Petoushkova (Silber) plaziert sich Josef Neckermann auf dem Bronzerang.

Neckermann ist mit seinen 59 Jahren nicht der älteste Teilnehmer der Dressurwettbewerbe. Den "Rekord" stellt die Britin Hilda Lorna Johnstone auf dem Vollblüter El Farucco auf. Im Nymphenburger Schloßpark plaudert die 70-jährige gerne über ihr Erfolgsrezept. Und das lautet schlicht: Gartenarbeit. Die Pflege ihrer Blumen und Beete sei für sie das beste Training und weit wichtiger als die mühsame Arbeit im Sattel. Immerhin führt diese Einstellung die Senioren ins Finale, das sie als Zwölfte absolviert.
a.a.O., Seite 196/197


Springen  oben 



Im Vorfeld hatte es bei den Springreitern erhebliche Differenzen gegeben. Beim Einzelspringen konnte sich kein einziger Reiter plazieren – etwas peinlich, aber anscheinend typisch für diese Spiele.

Hans Günter Winkler und Torphy
Hartwig Steenken und Simona, Platz vier
Medaillenlos und zunächst tief deprimiert, später dann in trotziger "Jetzt erst recht"-Stimmung sehen die deutschen Reiter, die zum Kreis der Favoriten gezählt hatten, dem Mannschaftsentscheid im Hauptstadion entgegen.

Anderen Spitzenreitern ergeht es nicht besser. Viele der großen Routiniers erreichen im Einzelwettbewerbe aufgrund ihrer hohen Fehlerzahl nicht einmal den zweiten Umlauf, zu dem die 20 besten Reiter zugelassen sind. So zerplatzen auch für die italienischen Brüder Piero und Raimondo d'Inzeo, William Steinkraus und Nelson Pessoa Medaillenträume.

Parcourschef Hans-Heinrich Brinckmann ist nicht für das "Favoritensterben" verantwortlich zu machen. Im Gegenteil: Die Reiter, die erfolgreichen zumindest, loben seine Kurse sowohl im Einzel- als auch im Mannschaftsspringen und bescheinigen ihm, daß er olympische Klasse bewiesen habe. Von Nervosität vor dem Nationenpreis am letzten Tag der Spiele im beeindruckenden, vollbesetzten Olympiastadion kann sich kein Reiter freimachen.

Daß vielen Teams die wahre Olympiareife fehlt, macht bereits der erste Umlauf des Mannschaftswettbewerbs deutlich. Insbesondere die Japaner und die in München schwachen Mexikaner "mähen" den Parcours regelrecht nieder und machen etliche Hindernisse dem Erdboden gleich. Unermüdlich muß der Parcoursdienst, Helfer der Bundeswehr, zerbrochenes Material austauschen oder reparieren. Das Publikum pfeift ob der vielen unschönen Ritte.

Nach dem ersten Umlauf trennt sich die Spreu vom Weizen. Die Russen verzichten freiwillig auf die Fortsetzung der Prüfung, für die Teams aus Frankreich, Belgien, Ungarn, Chile, Portugal, Mexiko und Polen ist der Wettbewerb beendet. Acht Mannschaften mit je vier Reitern (ein Streichergebnis) sind für den zweiten Umlauf zugelassen. Das deutsche Quartett, im Teamwettbewerb um Hans Günter Winkler und Torphy verstärkt, beschließt den ersten Umlauf mit 16 Fehlerpunkten, verfolgt von den Amerikanern (16, 25).

Die Italiener scheinen den Kampf um Gold bereits verloren zu haben, nachdem Raimondo d'Inzeo aufgibt und der Einzel-Olympiasieger Mancinelli das Team mit 20 Fehlerpunkten belastet. So läuft der zweite Umlauf auf einen dramatischen Zweikampf zwischen Deutschland und den USA hinaus. Nachdem drei Reiter je Team die Prüfung beendet haben, liegt das deutsche Team mit einem Vorsprung von 4, 25 Punkte in Führung. Nun hängt alles von Hans Günter Winkler, der sich einen Fehler erlauben kann, und William Steinkraus ab.

Winkler geht als Erster an den Start. Brillant absolviert er die erste Hälfte des Parcours. An einer schwierigen Zweierkombination muß er zwei Abwürfe hinnehmen – acht Fehler. Die Spannung im deutschen Lager wird unerträglich, Steenken, Ligges und Wiltfang fiebern auf der Tribüne der Entscheidung entgegen, Winkler betrachtet den Ritt seines Konkurrenten unten im Stadion.

Steinkraus beginnt ebenfalls blendend und überwindet auch die Zweierkombination fehlerfrei. Doch dann, ohne ersichtlichen Grund, springt sein Pferd Main Spring nicht energisch genug vor dem Wassergraben ab und landet mitten darin. Im mit über 80.000 Menschen besetzten Stadion bricht unbeschreiblicher Jubel aus. Mit 0, 25 Fehlern Abstand – so wenig wie noch nie zuvor bei Olympischen Spielen – gewinnt die deutsche Equipe zum fünften Mal nach 1936, 1956, 1960 und 1964 die Goldmedaille. [...]

Die große Schulquadrille, während des Krieges von Felix Bürkner einstudiert, begeistert die Zuschauer bei der Abschlußfeier der Olympischen Spiele. Albert Stecken und George Theodorescu studierten die beinahe in Vergessenheit geratene Quadrille mit den zwölf besten Reiterinnen und Reitern des Landes ein. In München reiten Ilsebill Becher, Harry Boldt, Gabriela Grillo, Walther Günther, Wolfgang Haug, Dr. Reiner Klimke, Lieselott Linsenhoff, Josef Neckermann, Eva-Maria Pracht, Karin Schlüter, Willi Schuldheis und Inge Theodorescu.
a.a.O., Seite 197/198

Immerhin: trotz all der Querelen ein sehr schönes Ergebnis:

JahrWettbewerbOrtDisziplinRang MannschaftRang Einzel
1972Olympische SpieleMünchenDressurGoldGold + Bronze
 SpringenGold
 VielseitigkeitBronze


Quellen / Verweise  oben 

  1. Magazin  Sechsmal Gold, Hauptartikel Ausgabe  335.05
  2. Susanne Hennig: 100 Jahre FN, FN-Verlag 2005
  3. Magazin  Mexiko, Hauptartikel Ausgabe  341.05
  4. » Deutsche Richtervereinigung
  5. » Niemack, Horst
  6. » 69. Schwerterträger Horst Niemack
  7. » Die Spiele der XX. Olympiade München
  8. » Münchens legendäre Sternstunde
  9. » Internationale Kommentare
  10. » Die olympische Tragödie (3)
  11. Magazin  100 Jahre FN, Jubiläum der Deutschen Reiterlichen Vereinigung
    EquiVoX-Link Ausgabe 315 · Teil Teil 1
  12. Magazin  Verbandsgründung, erste Erfolge, Männer der ersten Stunde legen den Grundstein für die Gegenwart
    EquiVoX-Link Ausgabe 316 · Teil Teil 2
  13. Magazin  Krieg und Nachkriegszeit, Gewaltige Veränderungen in jeder Hinsicht
    EquiVoX-Link Ausgabe 317 · Teil Teil 3
  14. Magazin  Das Jahr 1924, Auferstanden aus der Asche
    EquiVoX-Link Ausgabe 332 · Teil Teil 4
  15. Magazin  Kauft nur deutsche Pferde!, Pferdezucht und Pferdesport – die Erfolgskombination
    EquiVoX-Link Ausgabe 334 · Teil Teil 5
  16. Magazin  Olympische Spiele Berlin 1936, Gleichschaltung von Sport und Zucht im Dritten Reich
    EquiVoX-Link Ausgabe 335 · Teil Teil 6
  17. Magazin  Auf in den Krieg!, Wo blieben die Reiter und Züchter?
    EquiVoX-Link Ausgabe 336 · Teil Teil 7
  18. Magazin  Ehrenrettung für Gustav Rau, Über üble Nachrede und fundamentale Verunsicherung
    EquiVoX-Link Ausgabe 337 · Teil Teil 8
  19. Magazin  Das Ende der Ära Rau, Mühsamer Neuanfang und erste Triumphe
    EquiVoX-Link Ausgabe 338 · Teil Teil 9
  20. Magazin  HGW und Linsenhoff, Die 50er Jahre: größte Triumphe gefolgt von der größten Krise
    EquiVoX-Link Ausgabe 339 · Teil Teil 10
  21. Magazin  Beschwörung: Das Pferd muß bleiben, Der Turniersport wächst im kalten Krieg
    EquiVoX-Link Ausgabe 340 · Teil Teil 11
  22. Magazin  Dressur ganz stark – WM-Triumph, Verbände im Umbruch: Die FN formiert sich
    EquiVoX-Link Ausgabe 341 · Teil Teil 12
  23. Magazin  Neue Wege in der Zucht, Die modernen Strukturen entwickeln sich
    EquiVoX-Link Ausgabe 342 · Teil Teil 13


Fotos

© Autorenhinweise m_red  » FN, Privatarchiv H. Munzendorf, Susanne Hennig: 100 Jahre FN, FN-Verlag 2005

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