Magazin  

 

 

Hauptartikel   Magazin Magazin, Ausgabe 333, erschienen am 15.08.2005

Magazin  Ausgabe 333

Otto Becker - Tropon Champions Trophy
4 Top-Reiter, 4 Top-Pferde, 16 Top-Ritte

Foto: Autorenhinweise m_red  » Werner Popken
Abschnitt Abschnitte Hauptartikel:
  1. Abschnitt  4. German Friendships 2005
  2. Abschnitt  Mittwoch
  3. Abschnitt  Prominenz
  4. Abschnitt  Champions Trophy
  5. Abschnitt  Völkerverständigung
  6. Abschnitt  Quellen / Verweise

  Leserresonanz  Leserresonanz

  Inhaltsverzeichnis  Inhaltsverzeichnis

Teil Teil 1, Ausgabe Magazin 325:
Hauptartikel  Wer stoppt Hempfling?

Teil Teil 2, Ausgabe Magazin 326:
Hauptartikel  Ihr wißt nicht, was Liebe ist

Teil Teil 3, Ausgabe Magazin 327:
Hauptartikel  Scharlatan oder Visionär?

Teil Teil 4, Ausgabe Magazin 328:
Hauptartikel  Gefährliche Sekte?

Teil Teil 5, Ausgabe Magazin 329:
Hauptartikel  Außergewöhnliche Verbindung
http://www.equivox.de/Hauptartikel

Hauptartikel oben 

Bexter Hof mit weitläufigem Turniergeschehen und (nicht dazugehörigem) Ballonspektakel
Interview mit Ulrich Meyer zu Bexten (WDR)
4. German Friendships 2005

Internationales Springturnier für die Jugend

Zum Thema
Thema  Springsport



von Autorenhinweise m_red  » Werner Popken


Nun wohne ich ganz in der Nähe, aber wohl doch hinter dem Mond. Denn von den ersten drei » German Friendships hatte ich nichts mitbekommen. Im Jahre 1999 haben Ulrich » Meyer zu Bexten und Frank Rothenberger nämlich zum ersten Mal dieses einzigartige Turnier ausgerichtet.

Der internationale Nationenpreisreiter Ulrich Meyer zu Bexten begann seine Karriere in den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts als Mitglied des Reitervereins Herford, aus dem eine ganze Reihe von sehr erfolgreichen Sportlern hervorgegangen ist (» Chronik Reiterverein Herford). Der berühmteste ist zweifellos Wolfgang Brinkmann, der bei den Olympischen Spielen in Seoul 1988 mit der Mannschaft Gold erringen konnte (EquiVoX-Link Westfale goes Holstein). Zusammen mit Wolfgang und Klaus Brinkmann hat Ulrich Meyer zu Bexten Unterricht bei Heinz Stranghöner erhalten, auf dessen Gelände der Reiterverein Herford seine Heimat gefunden hat.

Frank Rothenberger aus Bünde, Nachbarstadt von Herford, ist als internationaler Parcourschef und Hindernisbauer ebenfalls weltoffen und begeistert sich für die Idee der Volkerverständigung und der Begegnung junger Menschen verschiedener Hautfarben, Sprachen und Kulturen. Schon mit 16 Jahren ritt er erfolgreich Springprüfungen der Klasse S. Heute stellt er Hindernismaterial her, vermietet Boxen und schult Parcours-Assistenten (» Caro Parcours). Unter anderem assistierte er und entwarf Hindernisse bei den Olympischen Spielen in Seoul, Atlanta und Sydney. Im nächsten Jahr ist er Parcourschef in Aachen.

Frank Rothenberger hatte die Idee, erstmals in Deutschland ein Kinder-Reitturnier zu veranstalten, an dem auch Kinder aus Asien und Südamerika teilnehmen, die sonst nur national starten. In seinem Freund und Nachbarn Ulrich Meyer zu Bexten fand er einen begeisterten Mitstreiter und fachkundigen Mitorganisator.

Für die Idee der Volkerverständigung und Förderung der Jugend lassen sich viele Menschen und Unternehmen begeistern, die durch ihre Unterstützung die Durchführung erst ermöglichen. Als Schirmherr der Veranstaltung haben sich immer prominente Persönlichkeiten zur Verfügung gestellt; in diesem Jahr hat Bundespräsident Horst Köhler die Schirmherrschaft übernommen.

Mit Hilfe des "Fördervereins German Friendships e.V.", dem der Herzspezialist Prof. Dr. Dr.h.c. Reiner Körfer aus Bad Oeynhausen vorsitzt, soll die Planung und Durchführung des internationalen Kinderreitturniers ständig verbessert werden. Dr. Reinhard Göhner, bekannter CDU-Politiker aus der Region, und Gustav Meyer zu Hartum, ebenfalls renommierter Reiter und Vorstand des Reitervereins "von Lützow", gehören zum Vorstand des Fördervereins, dessen Aufgaben unter anderem in der Sicherstellung der Finanzierung liegt.

In seiner Ansprache hob Ulrich Meyer zu Bexten noch einmal hervor, was ihn bewegt, wenn er diese Veranstaltung organisiert. Da er selbst als junger Mensch durch den Sport in der ganzen Welt herumgekommen ist und dabei viele Freunde gewonnen hat, möchte er anderen jungen Menschen die Gelegenheit geben, frühzeitig Freundschaften fürs Leben zu schließen. Denn das ist das Besondere seiner Erfahrung: Die meisten seiner Freundschaften stammen aus seiner Jugend.

Und nun hat es sich schon fest eingebürgert, daß alle zwei Jahre auf seinem Besitz, dem Bexter Hof vor den Toren Herfords, ein riesiges Turnier stattfindet, dessen Dimensionen alleine schon unglaublich beeindruckend sind. Mittlerweile hat dieses Turnier ein solches Renommee, daß es um ein Vielfaches größer wäre, wenn nicht entsprechende Vorsorge getrieben würde.

Mittwoch  oben 



Regenwetter
Trainer Heinrich-Wilhelm Johannsmann und Sprecher / Übersetzer Stefan Krawczyk
Krystoff Carvonis, Haiti
Kinder und Jugendliche aus 35 Ländern dieser Erde haben teilgenommen, aber aus jedem Land höchstens drei. 110 ausländische Reiter sind nun mit ebenso vielen deutschen Reitern zu Teams zusammengestellt worden, und diese Teams mußten sich nun gemeinsam bewähren. "Friendships no Championships" lautet das Motto. Es geht nicht darum, sich als Einzelner gegen den Rest durchzusetzen, wie das sonst üblich ist, sondern im Team zu gewinnen.

Die ausländischen Teilnehmer sind fast alle ohne Pferd angereist. In der Regel haben ihre Teampartner das Pferd gestellt. Gemeinsam wurde trainiert, gemeinsam gekämpft. Da es sich um eine Springprüfung handelt, mußte natürlich jeder einzeln über den Parcours, aber die Konsequenzen waren gemeinsam zu tragen. Das konnte gelegentlich bitter sein. Ich wurde Zeuge, wie der erste Teilnehmer des Teams disqualifiziert wurde, weil das Pferd beim letzten Hindernis zweimal verweigerte. Damit hatte auch der Teampartner keine Chance mehr.

Aber ich greife vor. Das Turnier dauerte in diesem Jahr von Dienstag bis Sonntag. Am Dienstag war Anreise, am Mittwoch Training. Der Donnerstag diente dem geselligen Beisammensein; unter anderem war ein Besuch im neuen Herforder Museum » MARTa Museum für zeitgenössische Kunst und Design mit Empfang durch die Stadt Herford eingeplant.

Freitag, Samstag und Sonntag reihte sich ein Wettbewerb an den anderen. 400 Teilnehmer, 15.000 Zuschauer, 500 Pferde und über 1000 Starts lassen erahnen, welche organisatorische Glanzleistung hinter diesem Ereignis steht. Alles lief perfekt, Presse, Funk und Fernsehen berichteten ausführlich, prominente Reiter unterstützten das Turnier – allein das Wetter ließ zu wünschen übrig. Zeitweilig goß es wie aus Kübeln, aber dann gab es manchmal doch Sonnenschein mit perfektem Turnierwetter.

Der Mittwoch war dem Training vorbehalten. Immerhin mußte sich eine Hälfte des Teams mit einem unbekannten Pferd anfreunden. Ich kam am Nachmittag an, das Wetter war schlecht. Es regnete ziemlich stark, und deshalb war man vom Rasenplatz auf den Sandplatz ausgewichen. Der eigentliche Festplatz lag verlassen da.

Auf dem Sandplatz arbeitete gerade Trainer » Heinrich-Wilhelm Johannsmann mit Unterstützung des Sprechers » Stefan Krawczyk, der ins Englische übersetzte. Heinrich-Wilhelm Johannsmann war nicht der einzige prominente Trainer, der sich für den guten Zweck zur Verfügung stellte. Von morgens bis abends waren bekannte Kollegen, auch aus dem Ausland, im Einsatz, die jeweils zwei bis drei Paare unter ihre Fittiche nahmen.

Bei dieser Gelegenheit entstanden meine ersten Aufnahmen vom Springen, mit denen ich eigentlich recht zufrieden bin (siehe Bildschirmschoner  Ankunft und Training Johannsmann und EquiVoX-Link Poster dieser Woche). Die Illustrationen zum Artikel sind recht klein und wenig ergiebig. Deshalb empfehle ich die Poster (sechs, wie in jeder Ausgabe), wenn man einen guten Eindruck gewinnen will, und natürlich die Bildschirmschoner, die bildschirmfüllend als Diashow einen ganz anderen Eindruck vom Geschehen bieten können.

Ich habe knapp 1500 Fotos geschossen, von denen natürlich ein großer Teil gar nicht gelungen ist. Es bleiben aber genug übrig, um mir mehr Arbeit als genug und Ihnen reichlich Zeitvertreib und Information zu bieten. Denn vieles sieht man erst auf dem Foto. Im Geschehen selbst geht alles so rasend schnell, daß das Auge schlichtweg überfordert ist. Für diese Ausgabe habe ich den Mittwoch ausgewertet, wo ich die meisten Bilder geknipst habe. Alle Bildschirmschoner zusammen zeigen 291 Bilder; fast die Hälfte davon entfällt freilich auf die "Tropon Champions Trophy" mit den Spitzensportlern Marcus Ehning, Otto Becker, Ludger Beerbaum und Marco Kutscher.

Diese waren natürlich ständig umlagert von jungen Fans, die auf ein Autogramm hofften. Krystoff Carvonis aus Haiti bat mich, diesen hoheitlichen Akt im Foto festzuhalten, was ich natürlich gerne getan habe (Marcus Ehning und Ludger Beerbaum). Jetzt muß er nur noch meine E-Mail-Adresse rausfinden und mir seine Adresse mitteilen...

Prominenz  oben 



Otto Becker
Prince Fahad al-Shalaan, Saudi Arabien
Paige Dotson, USA
Ehning, Eisen in der Hand, untersucht den Huf
Immerhin regnete es nicht mehr so stark, weshalb man auf den Rasenplatz wechseln konnte. Nun sollte nämlich Otto Becker das Training übernehmen. Das Fernsehen stand schon bereit; WDR und ZDF wollten ihre Chance nutzen und die prominenten Springerreiter vor das Mikrofon und die Linse bekommen. Erfreulicherweise kam sogar die Sonne heraus, der Himmel riß auf und zeigte interessante Wolkenformationen – das ganze Gelände mit den wunderschönen Zelten gab die herrlichste Kulisse ab.

Die Teilnehmer kamen aus Ägypten, Australien, Brasilien, Cayman Islands, Columbien, Dominikanische Republik, El Salvador, Ecuador, Haiti, Irland, Italien, Jamaica, Kolumbien, Libanon, Luxemburg, Mexiko, Neuseeland, den Niederlanden, Österreich, Peru, Puerto Rico, Russland, Saudi Arabien, Schweden, Singapur, Südafrika, Syrien, Thailand, Türkei und den USA. Eine Galerie der Paare finden Sie unter » Teilnehmerempfang. Die Teams wurden nach berühmten Pferden benannt, etwa "Meteor" oder "Shutterfly".

Otto Becker ist natürlich wie alle anderen Spitzensportler auch ein absoluter Profi und hat viele Turniere gemeinsam mit Ulrich Meyer zu Bexten bestritten. In der kurzen zur Verfügung stehenden Zeit konnte er keine Wunder vollbringen, aber es war schon interessant, ihm bei der Arbeit zuzusehen. Die jungen Leute waren mit allem Ernst bei der Sache.

Becker trainierte das Team "De Sjiem" (Georgine Scheidt, D / Paige Dotson, USA) und "Halla" (Lisa Reinacher, D / Prince Fahad al-Shalaan, Saudi Arabien). Zwischendurch gab er kleines Interview für das Fernsehen, zum Abschluß stellte er sich mit zwei Damen des Ehrenkomitees zum Erinnerungsfoto mit Unterschriften der Prominenten.

Als nächster Trainer kam Marcus Ehning an die Reihe: "Anka" (Annkathrin Heydenreich, D / Mia Crocetti, Italien) und "Goldika" (Bettina Braun, D / Oliver Lazarus, Südafrika). Das Pferd von Oliver Lazarus verlor kurz nach dem ersten Sprung sein Eisen; Ehning fand das Eisen, untersuchte kurz den Huf und schickte Reiter und Pferd zum Hufschmied.

Der hatte die Sache bald im Griff, so daß Reiter und Pferd bei der nächsten Runde mitmachen konnten. Das Eisen wurde sofort für die große Skulptur aus Hufeisen "beschlagnahmt", den "Bexter Globe", der zum Abschluß des Turniers für wohltätige Zwecke (UNICEF) versteigert wurde (und 21.000 EUR brachte).

Ludger Beerbaum war der letzte der Teilnehmer am Prominenten-Wettbewerb, der als Trainer für die Jugend in Erscheinung trat. Marco Kutscher war dafür nicht eingeplant; er hatte an diesem Tag noch ein Turnier zu bestreiten. Beerbaum ging auf jeden Teilnehmer gesondert ein und führte mit Körpersprache vor, wo er noch Verbesserungsmöglichkeiten sah. Er hatte es mit den Teams "Rush On" (Kea Tuitje, D / Erin Dwyer, USA) und "Lucie" (Philipp Hassenbürger, D / Ashlee Hausberger, Südafrika) zu tun.

Wer sich für das Training im einzelnen interessiert, sollte sich vielleicht die Bildschirmschoner anschauen, die ich nach Trainern geordnet habe. Die Hindernisse im Training waren nicht so hoch, so daß selten ein Abwurf zu verzeichnen war.

Später im Turnier gestaltete sich die Sache etwas schwieriger, zu Abwürfen kam es deshalb nicht so selten. Selbstverständlich sind die Teilnehmer selber Spitzensportler in ihrer Altersgruppe und gut trainiert, aber ein Turnier dieser Größenordnung stellt schon eine besondere nervliche Belastung dar.

Ulrich Meyer zu Bexten ist stolz darauf, daß sein Turnier die Teilnehmer weiter fördert und diese möglicherweise sogar international Karriere machen, obwohl das Turnier selbst eigentlich eher sozialen Zwecken dient als dem sportlichen Wettbewerb. So haben die ehemaligen German Friendships-Teilnehmer Gerardo Wertheim aus Argentinien und Ibrahim Bisharat aus Jordanien ihre Länder bei den Olympischen Spielen in Athen vertreten. Die Auslandserfahrung auf dem Bexter Hof war dieser Karriere sicher förderlich. Ulrich Meyer zu Bexten fühlt sich durch diese und andere Erfolgsgeschichten in seinem Ansatz bestätigt.

Champions Trophy  oben 



Ehning und Beerbaum inspizieren den Parcours
Ehning auf Cassandra
Kutscher auf Pablo 354
Beerbaum auf Nickelsen
Die "Tropon Champions Trophy" war ein besonderes Turnier: vier Teilnehmer, vier Pferde, sechzehn Durchläufe. Jeder Teilnehmer, Otto Becker, Ludger Beerbaum, Marcus Ehning und Marco Kutscher mußten den Parcours auf jedem Pferd einmal bewältigen. Damit die Pferde sich gleichermaßen erholen konnten, starteten sie immer in derselben Reihenfolge.

In der ersten Runde ritt jeder mit seinem eigenen Pferd. Marcus Ehning startete mit Cassandra, dann kam Marco Kutscher mit Pablo 354, schließlich Otto Becker mit Caro K und am Schluß Ludger Beerbaum mit Nickelsen. Gleich in der ersten Runde gab es eine Sensation: Beerbaum leistete sich zwei Abwürfe. Das warf ihn ziemlich zurück. Obwohl er auf den Pferden der Kollegen fehlerfrei blieb, bedeutete das den dritten Platz. Bei der Champions Trophy der German Friendships hat Beerbaum offenbar Pech – die hat er noch nie gewonnen.

Sprecher Stefan Krawczyk plauderte in den Pausen ein wenig mit den Stars, für die der Ritt mit fremden Pferden auch nicht zum täglichem Programm gehört und Unwägbarkeiten mit sich bringt, die es im normalen Turniergeschäft nicht gibt. Aber auch das gehört zur Professionalität – angesichts ungewöhnlicher Umstände die Ruhe zu bewahren und auch dann souverän zu bleiben, wenn nichts so läuft, wie man es sich vorstellt.

In der ersten Runde blieben die anderen Teilnehmer fehlerfrei. In der zweiten Runde startete Becker mit Cassandra, dann ritt Ludger Beerbaum auf Pablo 354, schließlich Marcus Ehning auf Caro K und am Schluß Marco Kutscher auf Nickelsen. Zwischendurch gaben Beerbaum und Kutscher dem Fernsehen Interviews.

Die Reiter mußten die Pferde so nehmen, wie sie waren, durften allerdings die Sättel tauschen, wovon in dem einen oder anderen Fall auch Gebrauch gemacht wurde. Da wunderte ich mich. Bisher war ich davon ausgegangen, daß die Sättel in erster Linie den Pferden passen müssen und nicht stattdessen den Reitern.

Stefan Krawczyk und das Publikum hätten es gern gesehen, wenn es zu einem Stechen gekommen wäre, und die Chancen dazu standen nicht schlecht. Der amtierende Doppeleuropameister Marco Kutscher hatte sich zwar drei Abwürfe erlaubt, aber Otto Becker und Marcus Ehning ritten fehlerfrei. Der letzte Ritt von Ehning brachte deshalb eine besondere Spannung. Mit jedem Hindernis, das Ehning mit Nickelsen souverän nahm, wuchs die Zuversicht, daß ein Stechen zustande käme. Da passierte es: Am letzten Hindernis riß Nickelsen die letzte Stange!

Also kein Stechen! Was wahrscheinlich auch ganz in Ordnung war, denn wenn man sich die Reiter bei der Landung anschaut, kann man ermessen, welchen Belastungen die Reiter ausgesetzt sind und folglich auch die Pferde. Bei einem Stechen hätte man die Hindernisse nochmals erhöht und damit auch die Belastung.

Natürlich nehmen diese Profis solche Herausforderungen ohne weiteres an. Aber für das Publikum war es auch so aufregend genug. Becker trug also mit null Fehlerpunkten den Sieg davon, Marcus Ehning wurde mit vier Punkten Zweiter, Ludger Beerbaum mit acht Punkten Dritter und Marco Kutscher mit zwölf Punkten Vierter.

Wenn man sich ein bißchen umschaut, stellt man fest, daß die Welt des Spitzensports ziemlich klein ist. Es sind immer dieselben Namen, die in den Starterlisten und vor allen Dingen auch in den Gewinnerlisten auftauchen. Ulrich Meyer zu Bexten gehört zu diesem illustren Kreis dazu, ist also gewissermaßen Kollege der vier Stars, die dieses Turnier der besonderen Art auf der German Friendships 2005 bestritten haben.

1967, mit 17 Jahren, wurde er Deutscher Meister der Junioren, zweimal gewann er den Preis von Europa in Aachen, 27 Nationenpreise bestritt er für Deutschland, acht Mal war er Westfälischer Meister im Springreiten.

Sein Sohn Lars gewann mit 14 Jahren sein erstes S-Springen, mit 18 war er Mannschafts-Europameister der Junioren, und ihm wurde das Goldene Reiterabzeichen verliehen. Mit 25 Jahren gewann er erstmals einen Nationenpreis der Senioren. Seit Januar 2005 ist Lars Meyer zu Bexten Assistent des Bundestrainers Springen. Er möchte den Bexter Hof zu einem Trainingszentrum machen. Seit Jahren ist er in Kanada, Mexiko, den USA, Guatemala, Portugal und weiteren Ländern als Trainer unterwegs. Selbstverständlich ist er auch in die Organisation der German Friendships eingebunden.

Völkerverständigung  oben 



Siegerteam Kinderklasse „Aboyeur“ mit Philipp Siegel (Köln) / Alicia Gamboa (Kolumbien)
Alicia Gamboa (Kolumbien), Team „Aboyeur"
Abschreiten des Parcours
Team "Cento" (Natthanhart Bhinsaeng, Thailand / Melanie Vortmann)
Um die Kinder und Jugendlichen geht es ja in Herford – das Turnier der Superstars war nur der Auftakt, eine besondere Art der Förderung des Jugendsports durch die Spitzensportler. Denn jeder fängt klein an, und so wirkt es besonders sympathisch, daß Ludger Beerbaum und Marcus Ehning im Programmheft Revue passieren lassen, wie sie ihren Weg an die Spitze genommen haben.

Die freundschaftlichen Verbindungen, die aus den German Friendships resultierten, überdauern die Jahre und führten dazu, daß für ehemalige Teilnehmer ein eigener Wettbewerb eingerichtet wurde, obwohl diese für die eigentliche Veranstaltung schon zu alt sind. Sport, so kann man hier hautnah erleben, verbindet und überbrückt Grenzen und Gegensätze.

Deshalb ist Sport eigentlich sehr politisch. Manchmal gewinnt man den Eindruck, als ob Kriege zwischen den Nationen auf sportlichem Wege ausgefochten werden, aber der Wettbewerb führt ja auch dazu, daß man einander näher kennenlernt, daß Vorurteile und Mißverständnisse ausgeräumt, Gemeinsamkeiten erkannt werden. Die Liebe zum Pferd verbindet Menschen über alle Länder und Kontinent hinweg.

Und wegen der politischen Bedeutung hat der Bundespräsident gern die Schirmherrschaft übernommen, war aber verhindert, persönlich zu erscheinen. Statt seiner erschien stellvertretend Dr. Hermann Otto Graf Solms, Vizepräsident des deutschen Bundestages, und würdigte die Verdienste der Familie Meyer zu Bexten, deren Arbeit gerade in den Zeiten des Terrorismus besonders wertvoll sei.

Ein Fernsehteam des WDR wurde für seinen Bericht über die German Friendships 2003 unter dem Gesichtspunkt der Nachwuchsförderung vor zwei Jahren ausgezeichnet (» Studio Bielefeld gewinnt Fernsehpreis). Vor vier Jahren erschien im Mindener Tageblatt ein Artikel über den Beruf des Pferdewirtes am Beispiel des Bexter Hofs unter der Überschrift: » Reiten als Beruf: Die Liebe zum Pferd reicht nicht aus. Ulrich Meyer zu Bexten macht darin klar, daß er höchste Ansprüche stellt und stellen kann, denn er beschäftigt zwei Lehrlinge und bekommt jährlich 40 Bewerbungen – er kann sich also aussuchen, mit wem er arbeiten will.

Kein Wunder, denn solch einen Ausbildungsplatz findet man kaum noch einmal. Und wie die Dinge stehen, wird das auf absehbare Zeit auch so bleiben, denn Ulrich Meyer zu Bexten ist in den besten Jahren, und sein Sohn wird den Betrieb nicht nur fortführen, sondern sogar ausbauen. Wir werden also noch viel von dieser Familie hören, nicht zuletzt wegen der künftigen German Friendships, die inzwischen als absolut etabliert gelten dürfen.

Davon zeugt auch die Liste der Sponsoren, die nicht nur lang, sondern vor allen Dingen auch exclusiv ist. Auf dem Bexter Hof habe ich zum erstenmal ein Exemplar der neuen S-Klasse von Mercedes gesehen und fotografiert, einen Tag bevor der » Spiegel darüber berichtete – aber dieses Auto war nur eines einer langen Schlange exklusiver Fahrzeuge, die hier auf dem Bexter Hof einem exklusiven Publikum präsentiert werden sollten.

Denn der Reitsport hat seine Wurzeln zwar unter anderem im bäuerlichen Milieu, ist gleichzeitig aber auch hochexclusiv. Der Bexter Hof ist ein Bauernhof, der seinen Weg in die Welt gefunden hat. Dieser Weg war eigentlich erstaunlich kurz und wird von der » Chronik Reiterverein Herford in knappen und dürren Worten nachgezeichnet. Die German Friendships und im jährlichen Wechsel die » Bexter Hof Open, die im letzten Jahr erstmals durchgeführt wurden, positionieren das Unternehmen Meyer zu Bexten in einer Welt, die von Leuten mitbestimmt wird, die über sehr viel Geld verfügen.

Wer im Reitsport Erfolg haben will, muß natürlich als Sportler hart arbeiten und viel von Pferden verstehen. Er braucht aber auch ein geeignetes Pferd, und Pferde, mit denen man gewinnen kann, sind naturgemäß teuer. Wenn man sich solche Pferde nicht selbst leisten kann, braucht man Sponsoren. Denn mit den Pferden allein ist es ja nicht getan. Der Aufwand für den Turnierbetrieb ist ganz erheblich. Um das zu erkennen, muß man nicht viel von der Sache verstehen. Man braucht sich nur den Fahrzeugpark, die Zeltanlagen oder den Personalaufwand anzuschauen, der für die German Friendships aufgewendet wurde.

Daß Ulrich Meyer zu Bexten es mit seiner Familie geschafft hat, nicht nur sportlich in den ersten Rängen mitzumischen und sich als Turnierveranstalter zu positionieren, hat sicherlich auch mit den Ansprüchen zu tun, die der Chef seinen Lehrlingen gegenüber formuliert hat. Es hat aber ebenso mit den Freundschaften zu tun, die Ulrich Meyer zu Bexten durch seinen Sport und durch die internationalen Einsätze hat schließen können. Denn ein solches Unternehmen kann nur wachsen und gedeihen, wenn es in jeglicher Hinsicht und Richtung auf Unterstützung und Rückhalt zählen kann.

Durch die German Friendships zeigen Ulrich Meyer zu Bexten und Frank Rothenberger, wie diese Freundschaften systematisch gestiftet und ausgebaut werden. Wer in die Ferne geht, erweitert seinen Horizont, er weitet sein Herz und sein Verständnis. Und wenn man die sportliche Verbissenheit durch entspanntes Miteinander auflockern kann, legt man den Grundstock für eine Beziehung, die ein Leben lang halten kann. Die Idee, international gemischte Teams gegeneinander antreten zu lassen, ist einfach grandios! Das sollte man auf andere Sportarten übertragen!

http://www.equivox.de/Leserresonanz

Leserresonanz oben 

Notizen  Leserbrief  1495 vom 15.08.2005
zu Ausgabe Magazin  333
Rezension

Guten Tag Herr Popken, unter der Rubrik \\\"Leserbriefe\\\" sehe ich heute etwas merkwürdiges: Übertitelt mit \\\"Rezension\\\", voller Füller (…Punkte in Klammern…), ohne Namensangabe – so merkwürdige Leserbriefe kenne ich ja gar nicht ;-) Ist da was verrutscht? Ich habe diesen merkwürdigen, zerhackten Brief mal kopiert & unten an diese Mehl drangehängt, ich weiß ja nicht, ob das so in Ihrem Sinne ist.

Vielen Dank für Ihre schnelle Hilfe vergangene Woche, da sich nun gezeigt hat, daß ich mit meinem Brwoser-Problem (\\\"Seite nicht gefunden\\\") nicht allein stehe, kann ich wieder etwas ruhiger schlafen & muß meine Internet-Einstellungen nicht detailliert durchgehen. Bitte bleiben Sie bei Ihrem Mix aus spannenden Berichten & Markt, ich finde das ganz klasse. Die wöchentliche Mehl ist für mich in der Tat unnötig, ich gehe jeden Montagmorgen auf Ihre Seite, um den neuen Artikel zu lesen, man kann sich ja wirklich dran gewöhnen. Als Spam empfinde ich Ihre Mehl aber nun wirklich nicht, vielmehr erinnert sie mich \\\"ah, Pferdezeitung lesen\\\" & ich gehe diekt ins Web, ohne die Mehl vorher zu öffnen. Ich weiß nicht, wie es andere Leser praktizieren, für mich fällt Ihre Benachrichtigung unter überflüssig, aber sehr nett! Ganz liebe Grüße aus dem Ruhrgebiet, Susanne Brefort


Guten Tag Frau Brefort,

herzlichen Dank für Ihre Zuschrift! Ich hatte den Leserbriefe erst in voller Länge gebracht, aber angesichts des Inhalts kurze Zeit später doch vorgezogen, ihn etwas zu anonymisieren. Auslassungen erlaube ich mir schon zuweilen, wenn nämlich Teile des Originals zur Sache nichts beitragen oder vertraulich sind.

Es freut mich zu hören, daß der Newsletter in gewisser Weise auch bei Ihnen seinen Zweck erfüllt. Jetzt wird mir endlich klar, warum die Leute mir lieber einen Brief schicken mit der Nachricht "Newsletter abbestellen" als auf den mitgelieferten Link zu klicken! Die machen es wie Sie, die sehen den Link gar nicht, weil sie die E-Mail nicht öffnen.

Und das wiederum ist mir verborgen geblieben, weil ich ein E-Mail- Programm benutze, was die E-Mails automatisch öffnet. Ich bin also gar nicht auf die Idee gekommen, daß man dieses Angebot gar nicht sehen könnte.

Mit freundlichen Grüßen

Werner Popken

Inhaltsverzeichnis Magazin oben 

Magazin  Magazin: Das Inhaltsverzeichnis der Ausgabe 333 vom 20.05.2012
Hauptartikel  4. German Friendships 2005Leserresonanz  LeserresonanzPferdemesse  Messe: Kryo Gift: AkazieEditorial  Editorial: Nicht gefunden
Tip  Tip: Behandlung von Koliken VPoster  Poster: Des Regens wegenPferdemesse  Messe: HeunetzLeserbriefe  Leserbriefe Neue Messeseite
Angebot_der_Woche  Angebot der WochePferdemesse  Messe: STAHLGesuche  GesucheAngebote  AngebotePferdeanzeigen  Pferdeanzeigen
Pferdemesse  Messe: OlmsTermine  TerminePresseinfos  MitteilungenLinks  LinksGesamttext   Gesamttext

_vorher  vorige Ausgabe

Impressum   home   Home   RSS   RSS   Nutzungsbedingungen  Nutzungsbedingungen   Kontaktformular  Kontaktformular   m_green   E-Mail an die Redaktion   Autorenhinweise  Autorenhinweise   Hilfe  HilfeTop   Top

Verantwortlich i. Sinne d. Pressegesetzes: Dr.math. Werner Popken
tel 0049(0)5744-5115-74  fax -75  funk 0049(0)151-2327 3955
brief ISIS Messe & Pferdeverlag · Hauptstr. 13 · 32609 Hüllhorst
USt-Id DE270546213 · Steuernummer 331/5075/2068
Die Adresse dieser Seite:
URL equivox.de/Magazin/333/Hauptartikel
Diese Seite wurde generiert am 24.05.2012 00:39:24
pferdezeitung_favico  dasselbe auf Pferdezeitung.com

Copyright © Werner Popken, Hüllhorst 1999 - 2012

Home  EquiVoX - bekannt als  pferdezeitung_favico  Pferdezeitung

Messe Online-Messe für den Pferdemarkt.
Magazin Online-Magazin für Pferdefreunde.

Der Herausgeber ist weder verantwortlich für Leserbeiträge noch für Inhalte verlinkter externer Internetseiten.
EquiVoX übernimmt keine Haftung für die Richtigkeit, Angemessenheit und Ungefährlichkeit der in den Artikeln beschriebenen Methoden.
Die Redaktion behält sich vor, Leserbriefe (E-Mails) zu veröffentlichen. Bitte teilen Sie uns mit, wenn Sie mit einer Veröffentlichung nicht einverstanden sind.

@MEMBER OF PROJECT HONEY POT
Spam Harvester Protection Network
provided by Unspam