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Hauptartikel   Magazin Magazin, Ausgabe 329, erschienen am 17.07.2005

Magazin  Ausgabe 329

Sabine Birmann auf Mira mit Halsring
Freies Reiten im Gelände als Krönung

Foto: Autorenhinweise m_red  » Sabine & Dan Birmann
Abschnitt Abschnitte Hauptartikel:
  1. Abschnitt  Außergewöhnliche Verbindung
  2. Abschnitt  Der andere Weg
  3. Abschnitt  Traum
  4. Abschnitt  Das Fühlen
  5. Abschnitt  Glückliche Pferde
  6. Abschnitt  Führen
  7. Abschnitt  Früchte
  8. Abschnitt  Bergpredigt
  9. Abschnitt  Quellen / Verweise

  Leserresonanz  Leserresonanz

  Inhaltsverzeichnis  Inhaltsverzeichnis

Teil Teil 1, Ausgabe Magazin 325:
Hauptartikel  Wer stoppt Hempfling?

Teil Teil 2, Ausgabe Magazin 326:
Hauptartikel  Ihr wißt nicht, was Liebe ist

Teil Teil 3, Ausgabe Magazin 327:
Hauptartikel  Scharlatan oder Visionär?

Teil Teil 4, Ausgabe Magazin 328:
Hauptartikel  Gefährliche Sekte?

Teil Teil 5
Außergewöhnliche Verbindung
http://www.equivox.de/Hauptartikel

Hauptartikel oben 

Der andere Weg: Kraft, Energie und Hingabe
Titelbild, Ausschnitt
Außergewöhnliche Verbindung

An den Früchten sollst Du den Baum erkennen

Zum Thema
Thema  Pferdeflüsterer



von Autorenhinweise m_red  » Werner Popken


Man kennt diese Bilder aus der Werbung. Meistens galoppieren Frauen auf ungesattelten und ungezäumten Pferden an einem wunderschönen Strand vor dem Meer. Natürlich sind beide glücklich, die Frau und das Pferd.

So habe ich es mir jedenfalls vorgestellt, so existiert dieses Bild in meinem Kopf – aber die Wirklichkeit ist anders. Nicht nur im wirklichen Urlaub – das Werbebild darf ja nicht mit der Realität verwechselt werden, wer tut das schon? Sondern auch in der Werbung.

Ich wollte mich nämlich davon überzeugen, ob meine Vorstellung auch der Wirklichkeit entspricht, aber keine der Seiten von Reiseanbietern, die ich auf Anhieb gefunden habe, bringt das Bild, das in meinem Kopf ist. Überall sind die Pferde gesattelt und gezäumt, ob am Strand oder in den Bergen.

Das wird seinen Grund haben. Das Bild in meinem Kopf darf nicht mit konkreten Produkten verbunden werden, sondern nur an einen Traum appellieren. Nicht nur wegen der Urlauber, die möglicherweise auf die Einhaltung der dadurch indirekt ausgesprochenen Versprechung pochen könnten, sondern wegen der damit verbundenen Konsequenzen. Der Urlauber könnte sich ja das Genick brechen. Reiten ohne Helm ist politisch nicht korrekt, vom Reiten ohne Zaumzeug und Sattel ganz zu schweigen.

Davon unbeeindruckt zeigt sich Sabine Birmann schon auf dem Titel ihres Buches EquiVoX-Link Mit Pferden sein... mit drei Pferden mitten in der Landschaft, allesamt ungezäumt, und sie selbst als Reiter, vermutlich ohne Sattel – eine genaue Aussage läßt das Foto nicht zu. Und das ganze Buch ist voll von Abbildungen, die in der Szene keine Chance hätten. Selten einmal sieht man eine Trense, einmal wird ein baumloser Sattel vorgestellt, niemand trägt eine Reitkappe, es sei denn es handle sich um ein offizielles Turnierfoto, das dann als abschreckendes Gegenbeispiel herhalten muß, dafür jede Menge Traumbilder, Männer und Frauen auf ungesattelten Pferden mit Halsring im Galopp durch die freie Landschaft. Schauder!

Was wird denn hier zelebriert? Haben diese Leute denn gar keine Ahnung? Es gibt ja Reitschulen ohne Ende, aber niemand verzichtet auf eine gehörige Portion Eisen im Maul, bis auf einige Exoten in der Westernszene, die sich der gebißlosen Zäumung verschrieben haben, aber ganz ohne? Das ist ja unerhört! Wie wollen diese Leute denn ihre Pferde zügeln, wenn sie gar keine haben? Wenn die ihnen durchgehen – was wollen die denn da machen? Worum geht es hier eigentlich? Sollen wir demnächst alle so reiten?

Der andere Weg  oben 



Nur wenn die Verbindung zum Pferd stimmt, kann das freie Reiten & Führen gewagt werden.
Hier reitet Birgit ihren Haflingerwallach Hobbit ohne Zaumzeug.
Nun kennt man Vorführungen auf Messen und Shows, wo Experten als Gipfel ihrer Reitkunst vom Sattel aus die Trense abnehmen und anschließend zeigen, daß sie auch ohne reiten können. In der Halle, wohlgemerkt. Als Höhepunkt einer Show, als besonderer Beweis ihrer Meisterschaft, aber nicht als Anspruch, als Bestandteil einer Reitweise.

Selbstverständlich kann man auch ohne Sattel reiten – nicht jeder, aber viele. Das ist ein alter Hut. Manche Lehrer sind sogar der Meinung, daß man das Reiten überhaupt nicht richtig lernt, wenn man gleich in den Sattel steigt. Sie schreiben deshalb eine Schulung ohne Sattel als Voraussetzung zum Reiten mit Sattel vor.

Denn das ist das Ziel: Reiten im Sattel. Der Verhaltensforscher Zeeb soll mal gesagt haben, daß Reiter ein Pferd gar nicht erkennen können, wenn nicht ein Sattel drauf liegt. So viel zum Thema Reiten und Sattel. Reiten ist durch die Erfindung des Sattels erst schön geworden. Außerdem schont man dadurch das Pferd. Liest man jedenfalls überall. Muß doch stimmen, oder?

Wer keinen Helm trägt, muß wissen, was er tut. Daß ein Helm die Verletzungsgefahr in manchen Fällen reduziert, ist sicher richtig; auf der anderen Seite gibt es aber auch Situationen, wo eine Verletzung erst durch den Helm verursacht wird – wer hätte das gedacht? Zum Traum vom Reiten gehört der Helm mit Sicherheit nicht.

An wen wendet sich Sabine Birmann mit ihrem Buch?

Dieses Buch ist nicht von Traumtänzern geschrieben worden, die zeigen wollen, was sie selbst in Ausnahmesituationen für die Kamera vollbringen können, sondern von Fachleuten, die alle ansprechen wollen, denen es mit ihren Pferden ernst ist. Es geht hier um mehr als um das Reiten ohne Sattel, ohne Zaumzeug und ohne Helm. Die Bildunterschrift auf Seite 69, der das erste Bild dieses Artikels entnommen ist, bringt es auf den Punkt:

Der andere Weg: Kraft, Energie und Hingabe.

Die drei Substantiva beziehen sich erkennbar nicht auf den Reiter*|noBlank, der entspannt in leichter Rückenlage auf einer doppelten Lage Westernpads sitzt und sich an einem Halsring festhält, sondern auf das Pferd. Dieses Pferd ist das Bild von einem Pferd, der Traum von einem Pferd, es bringt alles das zum Ausdruck, was die Werbestrategen im Betrachter anrühren wollen, wenn sie solche Bilder verwenden. Dieser Abschnitt bringt zwei weitere Illustrationen, die dasselbe zum Ausdruck bringen.

Und auf der gegenüberliegenden Seite 68 das Kontrastprogramm, das ich Ihnen hier vorenthalten möchte. Links wird ein Pferd im Sprung auf einem Turnier gezeigt, der Reiter selbstverständlich in vorschriftsmäßiger Kleidung, das Pferd ebenfalls vorschriftsmäßig verschnürt. Der Bildtitel lautet: "Ehrgeiz". Rechts daneben das Foto eines Pferdekopfes, bei dem sich einem der Magen zusammenzieht. Wäre es ein Mensch, würde man vermuten, daß dieser sehr unglücklich ist und viele Probleme hat. Die Bildunterschrift: "Das selbe Pferd: Kleine Augen, bedrücktes Wesen. Ehrgeiz verhindert das Fühlen."

* zum Genus siehe » Sprachzerstörung aus Konzilianz – die Umkehr ist fällig

Traum  oben 



Sabine Birmann, siehe auch  Poster
Jona, 3, führt Mona, 28, siehe auch  Poster
Sabine Birmann ist eine von den unzähligen Frauen, die seit Kindesbeinen von Pferden fasziniert sind. Sie ist außerdem Naturwissenschaftlerin. In Göttingen hat sie Biologie mit Schwerpunkt Wikipedia-Link» Anthropologie und Wikipedia-Link» Verhaltensforschung studiert.

Im Vorwort bekennt sie ganz offen: "[...] in den ersten 30 Jahren lernte ich sie nie wirklich kennen, die Pferde." Ihre Pferdefaszination begann im Alter von drei Jahren, also muß dieser Zustand des Nicht-Kennens bis 1993 gedauert haben, dem Jahr, als Hempfling seinen Erstling » Mit Pferden tanzen veröffentlichte.

1979, mit 19 Jahren, kaufte sie ihr erstes eigenes Pferd, "eine kleine Trakehnermischlingsstute namens Mona". Ein Bild der dreißigjährigen Mona ziert das Vorwort.

Diese kleine Stute konnte etwas, von dem ich erst im Laufe vieler Jahre erfuhr, was es wirklich bedeutet: das Führen. Sie war eine echte Leitstute, die 20 Jahre lang in jeder Herde die Führung hatte. Klein und eher unscheinbar, doch souverän, durchschaute sie jede Lage und fühlte sich auch mir in bestimmten Situationen deutlich überlegen.

Viele Fehler habe ich bei ihr gemacht, einfach aus dem Nichtwissen heraus. Aber ich habe immer gespürt, das da doch noch etwas anderes sein muß mit diesem kleinen, willensstarken Pferd. Ich konnte später zwar am Halfter ausreiten, ja sogar Handpferde mitnehmen, aber irgend etwas fehlte. Es war wie eine gute Teamarbeit und es gab auch eine gewisse Zuneigung, aber diese totale Verbindung, von der ich als Kind immer geträumt hatte, fand ich einfach nicht.
a. a. O., Seite 8

Hier ist er, der Traum, der Wirklichkeit werden will. Aber wie? Kann die Wissenschaft Antworten geben? Ich fürchte, im Moment noch nicht. Die Ansätze des vergangenen Jahrhunderts sind aus heutiger Sicht entsetzlich primitiv und lächerlich.

In meiner Jugend galt zum Beispiel Wikipedia-Link» Konrad Lorenz als weiser Mann, aber gegen Ende des Jahrhunderts stellte sich heraus, daß er nicht nur unwissenschaftlich gearbeitet hatte, sondern auch auf unverantwortliche Art und Weise Einsichten, die er aus dem Studium des Instinktverhaltens gewisser Tierarten gewonnen hatte, auf andere Arten und sogar den Menschen übertragen hatte (Generalkritik Wikipedia-Link» Instinkttheorie Wikipedia-Link» Hanna-Maria Zippelius).

Während ihres Studiums hat Sabine Birmann anscheinend nicht über Pferde gearbeitet. Sie bringt ein Beispiel aus ihrer Zeit der Verhaltensforschung und überträgt die Lehre daraus auf die Situation mit Pferden und Menschen:

Wenn wir unsere Krallen-oder Berberaffen beobachtet haben, dann hatten wir meistens ein Focustier, das in bestimmten Zeiträumen beobachtet wurde. Zu den Verhaltensbeobachtungen gehörte auch der Blickkontakt – wer schaut wen an und wie oft. Bei den Berberaffen war eines meiner Focustiere ein Männchen namens 201, der absolute Chef der Horde. Dieses ältere, sehr weise wirkende Männchen rührte sich selten von seinem Platz, aber es wurde ständig von den anderen Männchen und auch Weibchen kontaktiert und auch angeschaut. Er selbst schaute nur auf, wenn irgendwo eine Rauferei oder Balgerei stattfand.

Ein echter Chef geht einfach seinen Weg und braucht nicht auf die anderen zu achten, denn sie werden ihm den Weg auf alle Fälle freimachen. Beobachte ich nun die Menschen im Viereck mit ihren Pferden, so fällt mir besonders bei den Frauen auf, daß sie ihr Pferd ständig fixieren, betätscheln und selten einmal einfach ohne Absicht zum Pferd gehen. Und jetzt kommt das Wichtigste überhaupt. Wenn ich einem Pferd begegne, so ist dies immer ein "unschuldiger" Zustand. Das heißt: Ich will nichts von Pferd und trotzdem bin ich für das Pferd sehr schnell präsent, wenn es an der Zeit ist.
a. a. O., Seite 27

Und was wissen wir heute über Pferde? Ich fürchte: wenig. Nach der Lektüre des Buches von Sabine Birmann ist mir deutlich geworden, wieviel sie zu vermitteln hat und wie wenig ich bisher wußte, wo ich doch schon so viele Bücher gelesen und recht viel Erfahrung mit Pferden habe. Deshalb meine Vermutung: Wir stehen noch am Anfang der Erforschung des Lebewesens Pferd. Zwar geht der Mensch schon Jahrtausende mit dem Pferd um, aber hat er wirklich hingeschaut? Das Pferd ist benutzt worden, aber haben die Menschen wirklich gefragt, was ein Pferd ist?

Das Fühlen  oben 



Glücklicher Gasparo
Reiten mit Holger das Größte  Poster
Müdes, altes Pferd
Stolzes, glückliches Pferd
Sabine Birmann fragt. Ihr Fragen geht aus von ihrem Traum.

Das totale freie Pferd – eine Illusion, in Kindheitsträumen geboren und niemals zu erreichen???

Weder mit Futter noch mit Gewalt kann so eine Verbindung erreicht werden. Ich mußte eintauchen in die Welt des Pferdes, das war mir klar. Um diesen nächsten Schritt zu entwickeln, benötigte ich einen Lehrer und ich ließ mich treiben auf dieser Suche, denn die Erfahrung zeigt: Der Lehrer kommt dann, wenn die Zeit reif ist, wenn ich dafür reif bin – und so war es auch.

Mit 33 Jahren fand ich ihn, einen charismatischen, genialen Menschen, widersprüchlich und umstritten, aber in seiner Arbeit mit den Pferden bis heute unübertroffen – solange er sich dieser Arbeit wirklich verschrieben fühlte.

Meinen Weg mit diesem Lehrer zu beschreiben würde den Rahmen dieses Buches überschreiten. Er war nicht einfach, aber für mich der richtige Weg zu den Pferden.

Dort war ich knapp 5 Jahre, bis sich unsere Wege trennten. Er bewegte sich immer weiter fort von den Pferden, ich dagegen hatte mein Schicksal gefunden und die Pferde würden mich nun weiter lehren ...
a. a. O., Seite 8/9

Dieser geniale Lehrer ist natürlich Klaus Ferdinand Hempfling. Diesem Lehrer stattet sie ihren gebührenden Dank ab und bewegt sich weiter. Die Lehre liegt mittlerweile lange zurück. Seither hat sie viel gelernt und zusammen mit ihrem Mann einige ganz grundlegende Techniken entwickelt.

Vor allem aber hat sie sich selbst zum Lehrer entwickelt und viele Kurse gegeben, vielen Menschen und Pferden auf den Weg geholfen, auf dem sie sich selbst bewegt. Als Resultat dieser Arbeit legte sie nun in diesem Jahr ihr erstes Buch vor. Das Vorwort schließt mit den folgenden Worten:

Mein Mann Dan und ich haben uns bei dieser Ausbildung kennengelernt und möchten nun in diesem Buch einen Teil unserer sehr persönlichen Erfahrungen mit den Pferden schildern.

Anhand der Geschichte von vielen Pferden, die mit ihren Besitzern zu uns kamen, und natürlich von unseren eigenen Pferden möchten wir zeigen, daß alles möglich ist, wenn man sich auf diesen Weg begibt.

Besonders danken wir den schwierigen Pferden für das, was Sie uns lehrten ...
a. a. O., Seite 9

Fragen wir uns also, wie sie ihre Lehre beginnt. Wo fängt man an?

Das erste Kapitel heißt: "Wahrnehmen, Fühlen und Handeln", der erste Abschnitt darin: "Wie fange ich an ..." Genau. Die längste Reise beginnt mit dem ersten Schritt. Was ist der erste Schritt auf unserer Reise zu unserem Pferd, zu unserem Traum?

Bestimmt gehen Sie in der nächsten Zeit zu Ihrem Pferd. Statt des gewohnten Miteinanders versuchen Sie zuerst folgendes: Nehmen Sie Ihr Pferd einmal einfach nur wahr und schauen Sie es an, als würden Sie es zum erstenmal sehen. Wie sieht Ihr Pferd denn wirklich aus? Schaut es zufrieden, hat es Falten über den Augen, ist der Blick sorgenvoll, schaut es trübe, schaut es wach oder gar keck in die Welt? Wie kann ich mein Pferd denn verstehen, wenn ich es nicht einmal wahrnehmen kann? Wenn ich nicht erkenne, in welchem Zustand es sich gerade befindet? Also fangen Sie mit dieser "Übung" an ...
a. a. O., Seite 10

Sehr gut! Und noch besser: Im nächsten Absatz schildert sie die Reaktionen der meisten Menschen, die mit der Befindlichkeit ihres Pferdes konfrontiert werden, nämlich empörende Ablehnung, klassifiziert dieses Verhalten als normal und unterfüttert diese Einschätzung durch eine Schilderung, in der sie sich selbst schuldig bekennt, ihr Pferd nicht richtig wahrgenommen zu haben. Das ist typisch. Sabine Birmann bringt sich permanent selber ein. Sie macht Fehler und lernt daraus. Sie wird herausgefordert und wächst. Diesen Lernprozeß beschreibt sie ganz offen und ausführlich. Ihr Beispiel soll Schule machen. Wir alle müssen wachsen. Sie zeigt, wie Pferde uns helfen können zu wachsen, indem wir versuchen, ihnen gerecht zu werden.

Glückliche Pferde  oben 



Daß auch den Pferden das Reiten Spaß macht, zeigt hier Evas Ponystute Bella. Sie geht zur Aufsteighilfe, als sie Eva dort stehen sieht. Bella stellt sich extra seitlich hin, damit Eva aufsteigen kann. Eva steigt auf.

Sabine Birmann geht also immer von den Pferden aus. Den Pferden soll es gutgehen. Sie spricht von glücklichen Pferden, und sie meint es auch so. Der zweite Abschnitt des ersten Kapitels heißt "Haben Pferde Emotionen?" Die Antwort ist natürlich: Ja. Merkwürdig, daß man diese Frage überhaupt stellen muß. Wie sind wir Menschen gestrickt, daß wir meinen, Tieren alles das absprechen zu müssen, was wir nicht unmittelbar und unmißverständlich erfassen können?

Gehen wir also davon aus, daß Pferde glücklich werden und wir es beurteilen können. Den Pferden soll es also gutgehen. Darf man sie dann "benutzen"? Macht es Pferde glücklich, wenn man sie reitet? Tierschützer wissen es genau:

Kein Pferd würde es freiwillig über sich ergehen lassen, einen Menschen auf sich zu tragen. Sogar in Gefangenschaft aufgewachsene Pferde müssen dazu gezwungen werden.
» animal peace Hannover: Pferdedressur

Die Tierschützer – Segen und Plage zugleich. Wenn sie nur wüßten, worüber sie schreiben! Und vor allen Dingen, welche Konsequenzen ihre Gedanken haben!

Vor einiger Zeit habe ich in einer Serie die Vorstellungen von Tierschützern untersucht und bin zur logischen Konsequenz gelangt, daß diese es darauf anlegen, den von ihnen in Schutz genommenen Tieren die Daseinsberechtigung zu nehmen und sie damit auszurotten ( Tierschutz – was ist das?,  Tierschutz oder Tierrecht?,  Tierliebe und Ethik).

Mit dem Denken ist es bei den Tierschützern aber nicht so weit her. Und mit der direkten Beobachtung offenbar auch nicht. Sabine Birmann weist mit Leichtigkeit nach, daß alle unsere Aktivitäten mit Pferden, auch das Reiten, zu ihrem Wohle eingesetzt werden können, und daß diese es dann, wenn man es richtig macht, sogar einfordern. Die Illustrationen zu diesem Abschnitt beweisen es. Eine andere Sequenz im Buch zeigt, wie ein Pferd sich selbst auftrenst. Haben Sie so etwas schon einmal erlebt?

Da möchte man doch wissen, wie die Autorin das anstellt. Was weiß sie über Pferde, was wir nicht wissen, und wie vermittelt sie das? Denn daß sie das kann, sehen wir, da ihre Schüler und deren Pferde es können. Wie stellt sie es zum Beispiel an, daß Pferde sich gerne reiten lassen?

Das wird im Buch genau gezeigt. Selbstverständlich geht die Autorin bei der Entwicklung ihrer Methode systematisch vor. Mit dem Reiten fängt es nicht an. Hieß das erste Kapitel des Buches "Wahrnehmen, Fühlen und Handeln", so heißt das zweite: "Führung und Führen". Im Vorwort schon hatte sie das Thema "Führen" angesprochen. Dabei ging es um das Führen des Pferdes durch den Menschen.

Dieses Thema ist meines Wissens erstmals von Hempfling bewußt thematisiert worden. Mich hat es von Anfang an überzeugt, wie dieser das Führen von Pferden beschrieben hat. Ich habe dann schnell in der Praxis die Erfahrung gemacht, daß es sich hier nicht um eine aus der Luft gegriffene Theorie handelt, sondern um einen notwendigen Mechanismus.

Diese Methode steht allerdings nach wie vor in eklatantem Widerspruch zur herrschenden Lehre und Praxis, und einer der Kommentatoren zu » Mit Pferden tanzen schreibt bockig: "Ausserdem sollte einem auch klar sein, dass es ziemlich dumm und gefährlich ist, beim Führen VOR einem Hengst herzulaufen." Da frage ich mich: Wer ist hier dumm? Wer läßt denn den Hengst unangefochten hinter sich herlaufen und wer wird vom Hengst erbärmlich durch die Bahn geschleift? Die Bilder, die man bei der Veranstaltung unserer Warmblutzüchter zu sehen bekommt, finde ich gar nicht überzeugend. Was hat Sabine Birmann zu diesem Thema zu sagen?

Führen  oben 



Gasparo mit Holger im versammelten Galopp. Der Reiter hat dann das Gefühl auch auf gerader Strecke, daß er bergauf galoppiert.
Janas spanische Stute Altiva in einem schönen, getragenen Galopp
Die beiden Stuten fangen im Laufe der Fotosequenz an, sich zu versammeln.
Das Führen von Pferden durch den Menschen sollte man vor dem Hintergrund der Verhältnisse innerhalb einer Pferdeherde betrachten. Um darüber etwas in Erfahrung zu bringen, muß man selbstredend erst einmal eine Herde haben. Wer hat die schon? Hierzulande stehen Pferde normalerweise in Boxen.

Diese Herde muß stabil sein, damit sich Strukturen ausbilden können, sie muß also lange genug bestehen, und sie sollte möglichst wenig Fluktuation kennen. Und dann muß man natürlich auch noch beobachten können. Wer die falsche Brille aufhat, wird nichts sehen.

Sabine Birmann hat die Auseinandersetzungen in einer solch überschaubaren Herde beobachten können und dabei Entscheidendes gelernt.

Leitstute war eine ca. 8-jährige Selle-Française-Stute. Den Hengst ersetzte ein Mérenswallach von ca. 9 Jahren. Die Nummer Zwei in der Rangfolge war meine damals dreijährige Stute Mira. Das Ende bildeten zwei Jährlingsstutfohlen.

Die Selle-Française-Stute ging immer als erste zum Futter und alle anderen Stuten wichen vor ihr. Mit der Stute auf Rangplatz zwei, Mira, war sie eng befreundet. [...] (es folgt die Schilderung mehrerer brutaler Angriffe der Selle-Française-Stute auf andere Herdenmitglieder) [...]

Am Abend wurde der Zaun geöffnet, damit die Pferde in ihre Ställe laufen konnten. Hierzu war ein ca. 2, 50 m tiefer Graben, der steil bergab ging, zu überwinden. Die Pferde gingen seit mehreren Wochen täglich diesen Weg. Die Herde galoppierte heran, die Selle-Française-Stute zuerst, stoppte vor dem Graben und rannte immer wieder zurück. Die Herde ebenso. Schließlich war es der kleinen Haflinger-Jährlingsstute zu dumm und sie sprang als erstes über den Graben, denn im Stall wartete ja auch das Futter. Danach kam die ganze Herde mit. Natürlich war das Fohlen keine Leitstute, aber es hatte immerhin die Initiative ergriffen. Das Interessante daran ist aber, daß die Selle-Française-Stute es nicht schaffte, die Herde in den Stall zu führen. Ferner hatte sie sich nur mit Gewalt durchgesetzt, sie diente also mit ihrem Verhalten nicht der Herde. Nach diesem Vorfall war diese Stute in der Herde isoliert. Die Nummer Zwei wurde ohne Kampf Leitstute, der ehemaligen Nummer Eins [...] wurde zwar noch ausgewichen, aber sie wurde nicht mehr beachtet und vor allem folgte ihr kein Herdenmitglieder mehr.

Diese Beobachtung hat mich bis heute sehr beeindruckt. Wenn ich also führen will, muß ich dies im Sinne der Geführten tun.

Ein Pferd kann mich als wirklich führend nur dann akzeptieren, wenn ich es in seinem Sinne führe.

Was heißt dies, wenn wir das auf unseren Umgang mit dem Pferd übertragen?

Alles, was ich tue, tue ich für das Pferd. Das Reiten, das Führen, das Spielen, die Bodenarbeit und das Spazierengehen. Nur dann glaubt mir das Pferd, nur dann kann ich mich mit ihm zusammen entwickeln.
a. a. O., Seite 19/20

Hier haben wir das Credo. Wieder und wieder fragt sie danach: Für wen tue ich das jetzt?

So ist der Untertitel des Buches zu verstehen, den ich zum Titel dieses Artikels gemacht habe: "Außergewöhnliche Verbindung". Sabine Birmann sucht die außergewöhnliche Verbindung zu Pferden und realisiert diese, indem sie immer im Sinne der Pferde agiert. Sie fühlt sich ein, sie denkt mit, sie wächst mit den Pferden.

Die vielen Abbildungen im Buch zeigen überwiegend Schüler von Sabine Birmann, und auch das ist neu und anders als bei ihrem Lehrer. Ohne es an die große Glocke zu hängen, beweist sie damit, daß sie weitergeben kann, wovon sie weiß und redet.

Besonders faszinierend finde ich die Bodenarbeit, die ich in diesem Beitrag überhaupt nicht gewürdigt habe, ihre Gedanken zur Pferdehaltung, zur Hengsthaltung, zur Ernährung. Kein bißchen Esoterik, aber jede Menge geballte Praxis. Ich habe viel gelernt über meine eigene Geschichte mit Pferden, so manches Rätsel hat sich aufgelöst, manche Einsicht in verborgene Zusammenhänge hat sich ergeben.

Und was meine anfänglichen polemischen Fragen betrifft: Sabine Birmann ist natürlich nicht unverantwortlich. Die Übungen im Gelände werden vorsichtig und mit Helfern an sicheren Plätzen durchgeführt. Immer wieder betont sie, daß die Verbindung zwischen Pferd und Mensch eine bestimmte Qualität haben muß, bevor man sich an solche Übungen wagt. Für ihre Arbeit ist es unerheblich. Wer einen Helm tragen möchte, kann dies tun. Und auch eine Trense oder ein Sattel sind keineswegs tabu. Es geht immer um die Pferde. Wenn ein Sattel dem Rücken schadet, muß man etwas unternehmen. Aber zunächst einmal muß man erkennen, daß das Pferd ein gesundheitliches Problem hat. Deshalb arbeiten die Birmanns eng mit Osteopathen und Hufpflegern zusammen.

Sollten wir alle so reiten? Im Interesse der Pferde wäre die Frage vermutlich zu bejahen. Aber die Welt ist so wie sie ist, und deshalb werden die Arbeit der Birmanns und dieses Buch die Welt nicht auf den Kopf stellen. Das Buch wird aber Wirkungen haben. Die Bilder und die Worte sind in der Welt und arbeiten in den Köpfen der Menschen. Es sind starke Bilder und starke Worte, die viel Kraft entfalten. Sabine Birmann versteht etwas von Pferden und kann auch von möglicherweise empörten Fachleuten nicht leicht unter den Teppich gekehrt werden. In zehn Jahren wird man Genaueres sagen können.

Früchte  oben 



Tom und sein Friesenhengst Thor. Thor trabt perfekt nach innen gebogen und gestellt auf dem Zirkel.

Toms Brustlinie zeigt etwas hinter den Widerrist des Hengstes. Thor kreuzt mit dem inneren Hinterbein.

Als Untertitel für diese Ausgabe habe ich einen Spruch gewählt, den Sabine Birmann in einer E-Mail an mich gebracht hat: "An den Früchten sollst du den Baum erkennen", der ein Lieblingsspruch von Klaus gewesen sei. Sie nimmt für sich in Anspruch, daran gemessen zu werden, und tut das voller Selbstvertrauen.

Sie schrieb diesen Brief als Reaktion auf den  Leserbrief 1475, durch den sie sich als Schülerin Hempflings abgewertet fühlte (der seinerseits auf diesen Spruch Bezug nimmt). Ganz bewußt habe sie sich niemals als Schülerin Hempflings bezeichnet und nie mit seinem Namen geworben. Sie wolle unabhängig von ihm bestehen und wünschte, daß ich ihr Buch besprechen könnte, ohne Hempfling zu erwähnen.

Das fand ich nicht angemessen und es war auch nicht möglich. Im Gegenteil, es ist nur recht und billig, denjenigen die Ehre zu erweisen, denen die Ehre gebührt. Und tatsächlich hat sie das ja auch getan, nämlich sowohl offen in der Danksagung ("Klaus") als auch verdeckt, aber leicht entschlüsselbar in der Einleitung ("einen charismatischen, genialen Menschen").

Das ist korrekt, das ist anständig, das gehört sich so. Vor dieser Folie des Lehrmeisters kann sich nun ihre eigene Leistung desto deutlicher und leuchtender entfalten.

Ich hatte den Kontakt zu Sabine Birmann gefunden, weil ich über Hempflings Leistungen schreiben wollte und mir unsicher war. Schließlich weiß ich kaum etwas über ihn. Desto dankbarer war ich, von ihr aus erster Hand erfahren zu können, was es mit den Fähigkeiten Hempflings auf sich hat. Dieser ist nämlich wirklich ein Geheimniskrämer. Wo hat er denn seine Kenntnisse her? Etwa von dem ominösen spanischen Mönch? Das glaubt doch keiner.

Er selbst hüllt sich in Schweigen. Das macht ihn interessant, aber auch angreifbar. So kann man leicht behaupten, er könne ja nichts. Von Dan Birmann erfuhr ich heute, daß er ursprünglich Unterricht bei Penquitt, dann bei Hinrichs und vermutlich noch anderen genossen hat. Die werden darüber ebenfalls nicht sprechen wollen. Hempfling hat vermutlich dort nicht gefunden, was er suchte, aber bestimmt viel gelernt. Denn: Niemand erfindet sich selbst aus dem Nichts. Wir stehen alle auf den Schultern von Riesen, die ihrerseits Schüler von Riesen sind.

Hempfling hat seinen Lehrern keinen Respekt gezollt. Dabei hätte das seiner Leistung keinen Abbruch getan. Da diese über das Bekannte hinausging, muß eben dieser Beitrag sein eigener sein. Wenn man es genau nimmt, ist es sehr schwer, über das bereits Bekannte und Erreichte hinauszugelangen. Das gelingt nur ganz wenigen Menschen, die schon dadurch groß sind und sich auszeichnen, und in der Regel müssen diese hart dafür arbeiten.

Genau das hat Sabine Birmann getan und erreicht. Freilich ist das mein persönliches Urteil, das wenig gilt. Es wird sich zeigen, welche Wirkungen ihre Arbeit langfristig hat. Setzt diese Arbeit diejenige Hempflings so fort, wie sich das seine Anhänger immer gewünscht haben? Denn auch er hätte sich in diese Richtung entwickeln können: Genau zu zeigen, wie man ein Pferd frei am Boden so arbeitet, daß es sich natürlich versammelt und Muskeln aufbaut, sich dem Menschen anschließt und diesem vertraut, damit der schließlich auf den Rücken gelangt und frei durch die Landschaft galoppieren kann – wie Sabine Birmann es ihren Schülern vermittelt und durch ihr erstes Buch dokumentiert hat.

Diese Früchte sind meiner Ansicht nach gut, also müßte auch der Baum gut sein, oder? Natürlich wollte ich es genauer wissen.

Bergpredigt  oben 



Das Zitat sollte aus der Bibel stammen; das stimmt, aber es ist nicht ganz korrekt wiedergegeben. Es stammt aus der Wikipedia-Link» Bergpredigt und steht in folgendem Zusammenhang:

Von den falschen Propheten

15 Hütet euch vor den falschen Propheten; sie kommen zu euch wie (harmlose) Schafe, in Wirklichkeit aber sind sie reißende Wölfe.

16 An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen. Erntet man etwa von Dornen Trauben oder von Disteln Feigen?

17 Jeder gute Baum bringt gute Früchte hervor, ein schlechter Baum aber schlechte.

18 Ein guter Baum kann keine schlechten Früchte hervorbringen und ein schlechter Baum keine guten.

19 Jeder Baum, der keine guten Früchte hervorbringt, wird umgehauen und ins Feuer geworfen.

20 An ihren Früchten also werdet ihr sie erkennen.

21 Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr! Herr!, wird in das Himmelreich kommen, sondern nur, wer den Willen meines Vaters im Himmel erfüllt.

22 Viele werden an jenem Tag zu mir sagen: Herr, Herr, sind wir nicht in deinem Namen als Propheten aufgetreten und haben wir nicht mit deinem Namen Dämonen ausgetrieben und mit deinem Namen viele Wunder vollbracht?

23 Dann werde ich ihnen antworten: Ich kenne euch nicht. Weg von mir, ihr Übertreter des Gesetzes!
» Das Evangelium nach Matthäus, Kapitel 7

Im genannten Leserbrief wurde auf » Guru verwiesen, das sich seinerseits auf die Wikipedia beruft. Merkwürdigerweise ist der entsprechende Wikipedia-Originalartikel Wikipedia-Link» Guru viel kürzer und enthält nicht das angeführte Zitat:

Die Faustregel, die Jesus dazu gab, lautet, dass man einen Propheten anhand seiner Früchte beurteilen solle. Diese Regel hat Nachteile, da zuvor bekannt sein sollte, was gut und was schlecht ist, und da es niemandem möglich ist, alle Handlungen und ihre entsprechenden Früchte eines Gurus zu kennen.
a. a. O.

Ist das wirklich so schwierig? Was gut und was schlecht ist, das wissen wir (Okay, das ist ein anderes Thema, das ich jetzt nicht ausführen kann). Im Falle Hempflings haben wir jedenfalls keine Probleme, die guten von den schlechten Seiten zu trennen. Tatsächlich tut das auch jeder, bis auf die, die gar nichts von ihm halten wollen.

Das Problem besteht darin, daß die Verse 17 und 18 kategorisch erklären, daß ein Baum entweder nur gute oder nur schlechte Früchte hervorbringt. Was also ist eine Frucht? Sabine Birmann nimmt, wenn ich sie richtig verstanden habe, für sich in Anspruch, eine Frucht zu sein. Eine gute Frucht, die ihrerseits Bäume mit guten Früchten hervorbringt, anhand deren sie selbst beurteilt werden will. Dieser Frucht nach zu urteilen wäre Klaus ein guter Baum, also ein echter Prophet, denn seine schlechte Seite trägt bisher keine Früchte. Oder verstehe ich hier etwas vollkommen falsch?

Natürlich. Jesus redet nicht über Pferdeexperten, sondern über Propheten. Ein Wikipedia-Link» Prophet ist jemand, der von Gott kündet. Und in dem Moment, wo Klaus sich als Prophet ausgab, der den Willen des Himmels kundtut, war er ohne jeden Zweifel ein falscher Prophet. Das zu erkennen bedarf es noch nicht einmal der Früchte. Über seine Rolle als Prophet redet Sabine Birmann überhaupt nicht. Sie bezieht sich ausschließlich auf die Kompetenz in Pferdefragen, und damit benutzt sie das Gleichnis Jesu im übertragenen Sinne, in dem es heute häufig benutzt wird.

Falsche Propheten haben in Jesu Augen verspielt. Sollte man sie nicht sofort erkennen können, kann man den Test mit den Früchten machen. Das ist in diesem Fall nicht nötig.

Beten wir also für ihn.

Quellen / Verweise  oben 

  1. Magazin EquiVoX-Link Mit Pferden sein..., Der gemeinsame Weg zu einer aussergewöhnlichen Verbindung.
  2. » Sprachzerstörung aus Konzilianz – die Umkehr ist fällig oder: Wider die Abschaffung des allgemeinen Menschen in der deutschen Sprache
  3. Wikipedia-Link» Anthropologie
  4. Wikipedia-Link» Verhaltensforschung
  5. » Mit Pferden tanzen
  6. Wikipedia-Link» Konrad Lorenz
  7. Wikipedia-Link» Instinkttheorie
  8. Wikipedia-Link» Hanna-Maria Zippelius
  9. » animal peace Hannover: Pferdedressur
  10. Magazin  Tierschutz – was ist das?, Versuch einer Klärung, Hauptartikel Ausgabe  173
  11. Magazin  Tierschutz oder Tierrecht?, Ein Philosoph erklärt die Welt, Hauptartikel Ausgabe  174
  12. Magazin  Tierliebe und Ethik, In dieser Welt leben und trotzdem ruhig schlafen, Hauptartikel Ausgabe  190
  13. Wikipedia-Link» Bergpredigt
  14. » Das Evangelium nach Matthäus, Kapitel 7
  15. » Guru
  16. Wikipedia-Link» Guru
  17. Wikipedia-Link» Prophet
  18. Magazin  Wer stoppt Hempfling?, Frau und Pferd – ein wichtiges Thema versaut
    EquiVoX-Link Ausgabe 325 · Teil Teil 1
  19. Magazin  Ihr wißt nicht, was Liebe ist, Der große, übergeordnete Plan für die Welt und die Menschheit
    EquiVoX-Link Ausgabe 326 · Teil Teil 2
  20. Magazin  Scharlatan oder Visionär?, Vom Außenseiter zum Superstar und zurück
    EquiVoX-Link Ausgabe 327 · Teil Teil 3
  21. Magazin  Gefährliche Sekte?, Geliebter Führer, wir folgen dir gerne überall hin!
    EquiVoX-Link Ausgabe 328 · Teil Teil 4


Fotos

© Autorenhinweise m_red  » Sabine & Dan Birmann

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http://www.equivox.de/Leserresonanz

Leserresonanz oben 

Notizen  Leserbrief  1486 vom 30.07.2005
zu Ausgabe Magazin  329
An die Redaktion

Hallo, Herr Popken !

Ich reibe mir gerade die Augen, weil ich völlig verblüfft sämtliche Artikel über Hempfling auf einmal gelesen habe und jetzt bestimmt noch nicht einschlafen kann. Die dreistündige Lesestunde muss erst mal gehirntechnisch verdaut werden.

Ein Urteil kann ich nicht fällen, da ich Herrn Hempfling nie gesehen habe. Leider, weil auch mich das erste Buch faszinierte. Vor ein paar Jahren war er in Reken zum Spezialwochenende \"Pferdeflüsterer\" eingeladen, kam aber leider nicht. Jochen Schumacher hat sogar gesagt, er würde ihn persönlich abholen, wenn das möglich wäre... Das war wirklich sehr schade, da ich die einmalige Gelegenheit verpasste, ihn einmal Live zu erleben, und mir ein eigenes Bild zum machen. Es war ein sehr interessantes Programm, die verschiedenen \"Pferdeflüsterer\" zu sehen, auch wenn diese natürlich nicht viel von ihren \"Flüstermethoden\" preis gaben.

Man sollte jedem Pferdenarren sein eigenes \"Bild\" lassen, denn jeder entscheidet letztendlich für einen selbst, ob dieses oder jenes Vorbild ein Guru wird oder nicht.

Erschreckt hat mich in den letzten 15 Jahren jedoch, dass es so unendlich viele verzweifelte Freizeitreiter gibt, die mit ihren Pferden so \"große\" Probleme z.b. mit dem Verladen haben oder nicht in der Lage sind, ihr Pferd zur Weide zu bringen... (ich hab das auch ohne Guru hinbekommen - bei JEDEM Pferd). Da steckt ein unendliches Potential für neue \"Gurus\" drin. Und ich bin entsetzt, dass es so wenig kritisch denkende Leute darunter gibt.

Mein Mann sagt auf seine kölsche Art immer, \"Pferdeleute sind bekloppt - dat is kein Hobby, sondern ´n Zustand\", wenn ich mal wieder frustriert vom Pensionsstall über den Zickenterror zetere. Nach vielen Jahren gebe ich ihm recht. Es ist mehr als die Liebe zum Pferd, und dafür gibt es keine Worte. Für Aussenstehende müssen wir manchmal wie Aliens aussehen und handeln....

Letzentlich finde ich jede neue, nicht konventionelle \"Arbeitsmethode\" am Pferd faszinierend und interessant. Ich habe viel gelernt, was in der FN nicht gelehrt wird. Dennoch bin ich oft wieder - zu meinem Erstaunen, und obwohl ich das nicht gerne eingestehe - in vielen Dingen, besonders bei den Reiterhilfen, bei den alten Reitlehren gelandet, obwohl ich das eigentlich nicht wollte.

Eins steht jedoch ganz sicher fest: Es ist für Deutschland eine Bereicherung in den letzten 15 Jahren - nicht nur auf der EQUITANA- dass eben nicht nur Warmblüter xy-Stars vorgestellt werden, sondern andere Reitweisen und Pferderassen das Interesse und die Fantasie von uns Pferdevernarrten bereichern.

Mit freundlichen Grüßen

bleiben Sie kritisch und erfolgreich,

Barbara Krüll

Notizen  Leserbrief  1969 vom 27.09.2007
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Klaus Hempfling

Hallo !
Ich finde ihre "artikeln" uber Hempfling u Kreile sehr intressan, weil ich selbst leider geht steig 1 in sein "ausbildung" und ich habe verstanden dass er typ ein psykopat bist. Kann ich ihre artikelserie in englich haben?? Hast bis jezt irgend psykolog oder doktor offentlich Klaus als psykopat genannt?? Wissen sie bitte wo ich mehr uber Klaus in englich lesen kan? Ich finde keine artikels in englisch auf internet. Mehrere von die 40 menchen die teilnehmen verstehen leider nicht deutch. Herzlich Tomas Fredholm

(I tried to use my schoolgerman, hope you can understand it?! It would me nice to find some artikels in englich about K, because some of us are getting very angry at him but some still regards him as a guru and it would be nice to "open there eyes" and to confront K openly.)

Guten Tag Herr Fredholm,

herzlichen Dank für Ihr Schreiben! Unfortunately, I don't have the time to translate the article series and I don't know if anybody would be interested to do it.

The term "Psychopath" was used in the past, but I learned from Wikipedia that psychologists no longer use it. To me, the characteristics are pretty obvious; I met a couple of people personally whom I would consider to be typical and whose behavior I could understand with this model. I don't think that psychology today has a substitute for this, at least I couldn't find anything in this direction.

Anyway, by reintroducing the concept and describing characteristics, I could offer an explanation for the behavior of Hempfling. Of course, there must be people with the opposite disposition who will fall prey to this kind of personality, be it Hempfling or any other. I don't remember if I discussed this aspect in full length. Also, once you disrupt the connection between both parties, the question arises what future direction both of them will take? Most probably they will continue to do what they have done in one way or the other, just looking for other partners who will do the job.

Life is quite dangerous in many respects, and enlightenment in general does not help, as we all know with respect to drugs including alcohol and tobacco. The learning process is very often very painful. People have to make their own experiences and find their personal limits. [...]

Consider parents watching their kids growing up. If they decide to abuse their life, there is little parents can do about that. This is a lesson that Alcoholics Anonymous teach us. Dependency of drugs is pretty much like dependency on other abusive structures. That's what makes it so hard to reach the person who is in danger. They are most probably not receptive to arguments and even scary examples.

If you understand my articles and if you get the ear of anybody you care about, you may tell them. If both of you think that a translation would make a difference, I will think about it once again.

Mit freundlichen Grüßen

Werner Popken

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