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Polospieler
Polospieler, Ausschnitt Anfang 16. Jahrhundert, Tusche und Farben auf Seide, keine Maßangaben Victoria und Albert Museum, London () In der letzten Woche habe ich mich auf eine Abbildung im Lexikon der Malerei bezogen (). Dort finden sich natürlich sehr viele Beispiele von Pferden in der Kunst. Das Bild dieser Woche habe ich ebenfalls dem Lexikon entnommen, weil das Thema mich interessierte. Vor zehn Tagen hatte ich geschäftlich in Hamburg zu tun. Der Inhaber der betreffenden Firma mußte das Bett hüten. Beim Polospiel war er gestürzt. So erfuhr ich, daß es in Hamburg einen Polo Club gibt. Das wunderte mich. Ich wußte, daß Polo in Argentinien gespielt wird und auch in Großbritannien – Prinz Charles ist begeisterter Polospieler – aber in Deutschland? Man sagte mir, es gäbe drei Polo Clubs in Deutschland. Um dort Mitglied werden zu können, müsse man ziemlich vermögend sein. Auf die Frage eines Gesprächsteilnehmers, ob der Verletzte denn ein Pferd besitze, hieß es: "Der hat sogar einen eigenen Polotrainer!" Unser Bild beweist, daß die Chinesen schon vor 500 Jahren Polo gespielt haben. Für mich ergab sich nun die Gelegenheit, meine Wissenslücken in Bezug auf Polo aufzufüllen. Kommentar Von
Im Westen scheint sich Polo erst durch die Briten verbreitet zu haben, die das Spiel anläßlich eines Feldzugs in Hinterindien am Hofe eines Maharadschas kennengelernt haben. 1859 gründeten Mitglieder der Kolonialmacht ihren ersten Poloclub in Indien. Am 23.12.2000 habe ich meinen zweiten Galeriebeitrag veröffentlicht: . Es handelte sich um eine indische Malerei. Die Chronologie, auf die ich mich oben bezogen habe, verwendet ebenfalls ein indisches Gemälde als Illustration. Von Tibet aus mag das Spiel sowohl nach Süden (Indien) als auch nach Nordosten (China) gewandert sein. |
1938/39 wurden sämtliche Polovereine von den Nazis aufgelöst (). Eine Erklärung findet sich in der Geschichte des Frankfurter Polo Club e.V. Dieser war der erste deutsche Verein; er wurde 1902 gegründet, 1904 fand das erste offizielle Turnier statt.
Erst 1992 wurde der Polo Club Frankfurt neu gegründet und hat es in kurzer Zeit zu großen sportlichen Erfolgen gebracht. Es gab 1997 in der Bundesrepublik sage und schreibe 23 Poloclubs mit etwa 200 Mitgliedern.
Die Regeln dieses Spiels ähneln Hockey und Fußball – es gibt allerdings nur vier Spieler pro Partei, die von 1 bis 4 durchnumeriert werden und sich wechselseitig decken, also der Stürmer 1 der einen Mannschaft wird durch den Verteidiger 4 der anderen bewacht und umgekehrt. Ein Spiel dauert etwa eine Stunde und wird in Abschnitten von etwa 7 Minuten gespielt, die Chukker heißen; nach jedem Chukker wird das Pferd gewechselt, das Publikum betritt den Rasen und repariert die Löcher, die die Pferde in die Grasnarbe gerissen haben ().
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So stellt sich ein Wissenschaftler die Malerei vor. Er redet über einen Zeitraum von über 3000 Jahren. In dieser Zeit hat sich die abendländische Malerei mehrfach grundlegend geändert. Das mitunter krampfhafte Bemühen um Originalität und persönlichen Stil ist ein modernes Phänomen, auf die Neuzeit beschränkt. Wenn der Maler sein Bild erst im Geiste schaffen und dieses dann gewissermaßen nach der Vorlage abmalen würde, käme niemals die Spontanität zustande, die gerade den Reiz großer Kunst ausmacht. Es verhält sich anders. Der Maler beschäftigt sich solange mit seinen Gegenständen, bis diese frei aus ihm herausfließen. Die entsprechende chinesische Anekdote ist ziemlich bekannt. Ein Kaiser verlangte von einem berühmten Maler, er möge ihm einen Hahn malen. Als der Kaiser jahrelang nichts vom Maler hörte, ließ er ihn kommen und stellte ihn zur Rede. Der Maler verlangte nach einem Blatt Papier, Tusche und Pinsel und warf ihm den Hahn im Bruchteil einer Sekunde auf das Blatt. Der Kaiser war so verärgert, daß er den Maler augenblicklich köpfen ließ. Anschließend entdeckte man im Haus des Malers einen Raum, der bis an die Decke mit Skizzen von Hähnen gefüllt war. Er hatte also all die Jahre an diesem Thema gearbeitet und war deshalb in der Lage, den meisterhaften Hahn aus dem Stand aufs Papier zu werfen. Im erwähnten Beitrag hatte ich daraufhingewiesen, daß das Pferd ein Hengst ist. Ein paar Wochen später war die Darstellung noch wesentlich deutlicher: . Im vorliegenden chinesischen Bild sind die Pferde recht realistisch dargestellt – man betrachte nur etwa die Sprunggelenke. Deshalb wunderte ich mich, daß das Geschlecht der Pferde gar nicht thematisiert wurde. Aber ich hatte nur nicht genau genug hingeschaut. Im zweiten Abschnitt von habe ich ein Foto mit dem Titel "Indian polo team plays for Prince of Wales" (1876, Indisches Polo Team spielt für den Prinzen von Wales) gebracht. Die Inder wirken darauf sehr klein, die Polopferde aber geradezu winzig, eher wie Esel. Es sind sechs Männer dargestellt, aber nur zwei Pferde. Schade, daß man damals noch nicht filmen konnte. Zum Abschluß ein Eindruck von den sportlichen Ereignissen dieser Tage:
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