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› Was Vater auch noch nicht wußte Wie das große Pferdeabenteuer begann von Meine frühesten Kindheitserinnerungen an Pferde (die in meinem Leben eine bedeutende Rolle spielen sollten) beziehen sich auf die Insel Ameland, eine der niederländischen Inseln. Meine Eltern, meine kleine Schwester und ich verbrachten jeden Sommer vier Wochen mit einer befreundeten Familie in Ballum, einem der vier kleinen Dörfer. Auf Ameland gibt es mehrere Reitbetriebe, die geführte Ausritte zum Strand anbieten oder an Eltern mit ihren Kindern stundenweise Ponys verleihen. Wie wohl fast jedes andere Kind auch, begeisterten mich Pferde ungemein. Es scheint eine natürliche Faszination von ihnen auszugehen, der vor allem Mädchen schwer widerstehen können. Aber auch bei Jugendlichen und Erwachsenen habe ich es nie beobachten können, daß jemandem die Pferde gleichgültig sind. In vielen Fällen erzeugen sie erst einmal aufgrund ihrer teilweise beachtlichen Grösse, Masse und Stärke Angst und Misstrauen (vor allem von jungen Männern bekam ich des öfteren zu hören "Ich packe nichts an, was größer ist als ich!"). Meistens lösen die Pferde jedoch Begeisterung aus. Man bleibt zumindest stehen und schaut sie sich an; die Mutigeren gehen hin und streicheln sie und reiten möchte so gut wie jeder wenigstens ein Mal im Leben. Mir wurde dies schon sehr früh ermöglicht. Wann immer wir an Pferden vorbeikamen, mußte ich hin. Auf Ameland dann nahmen meine Eltern die Chance wahr und machten Spazierritte mit mir. Sobald meine kleine Schwester laufen konnte, wurde auch sie vom Fieber gepackt und mußte mit. Sie ist vier Jahre jünger als ich und durfte anfangs nur gemeinsam mit unseren Eltern und einem gleichaltrigen Jungen auf den ganz kleinen Ponys, den Shetlands, reiten. Dabei rief sie, so gut sie es damals konnte, "Sneller! Sneller!" und der Junge, der natürlich nicht zurückstehen wollte, korrigierte "Mittelsnell! Mittelsnell!". Ameland… |
› Luft Von Auf Seite 38 des Buches Allergien, das in der heutigen Ausgabe besprochen worden ist, finden sich Anmerkungen über "Licht und Luft". Gerade in der Wintersaison, in der die meisten Pferde sich überwiegend im Stall aufhalten (müssen), scheinen mir Informationen zum Thema Luft wichtig. Das betrifft übrigens alle Pferde, nicht nur die Atemwegs-Allergiker. Pferde haben in der freien Natur keinen Stall, deshalb haben sie normalerweise auch keine Probleme mit niedrigen Temperaturen. Schlechte Luft hingegen ist problematisch und kann zu gesundheitlichen Problemen führen. Lieber also sorgt man für frische Luft als daß man sich um die Temperatur im Stall Gedanken machen sollte. Zugluft ist allerdings, ebenso wie für Menschen, auch für Pferde nicht angenehm und kann ebenfalls zu gesundheitlichen Problemen führen. Zu hohe oder zu niedrige Luftfeuchtigkeit ist gleichfalls zu vermeiden. Ich lese, daß die relative Luftfeuchtigkeit zwischen 50% und 80% betragen soll. Ich habe keine Ahnung, wie ich das messen kann. Ich erkundige mich also bei einem (menschlichen) Allergiker und erfahre, das Allergiker selbstredend Hygrometer in der Wohnung haben, um die Luftfeuchtigkeit zu kontrollieren. Wenn diese nämlich zu gering ist, ergeben sich Atemwegsbeschwerden. Seeklima hat eine höhere Luftfeuchtigkeit und ist deshalb für Allergiker sehr angenehm. Wenn die Luftfeuchtigkeit zu gering ist, muß man sie erhöhen. Dazu stellt man Verdunstungsbecken auf oder versprüht Wasser oder stellt einen Zimmerbrunnen auf. Der Urin der Pferde zersetzt sich, Ammoniak entsteht, was für die jede Lunge sehr schädlich ist (ätzend). Man sollte also entsprechend oft ausmisten. Staub ist unangenehm und entsteht insbesondere an den Stellen, wo Heu- und Strohballen herumgeworfen werden, aber auch beim Fegen ohne Anfeuchten. Wenn zuwenig Frischluft vorhanden ist, gibt es zuwenig Sauerstoff – das ist auch für Menschen sehr bedenklich. Wieviel Luft aber braucht ein Pferd? Im erwähnten Buch finde ich, daß ein Pferd im Durchschnitt 200 Kubikmeter Frischluft in der Stunde (!) benötigt, am Tag also etwa 5000 Kubikmeter, ein Volumen, das dem einer Reithalle von 20x40x6 m entspricht. Zehn Pferde brauchen also Frischluft im Umfang von 10 Reithallen! _… |
› Gipsbrennerei von Im Beitrag 98 ( Stute und Fohlen) haben wir uns bereits mit einer Arbeit von Géricault beschäftigt. Wir haben damals schon gehört, daß Géricault sehr von sich eingenommen war - fast möchte man meinen: wie alle Künstler, denn seit der Emanzipation der Künste ist jeder Künstler ein Genie, zumindest ein verkanntes, die Leidenszeit gehört wie die Selbstüberschätzung zur Lebensgeschichte einfach dazu. So verwundert es nicht, daß wir über Géricault hören, daß er verkannt war und ins Ausland gehen mußte. Im Mittelalter wurden die Künstler noch als Handwerker angesehen, aber schon zu Dürers Zeiten, in der Renaissance, war es aus mit der Bescheidenheit, gleich zu Beginn taucht mit Leonardo da Vinci ein Übergenie auf, die Mathematik wird wichtig, die Künstler müssen also auch etwas im Kopf haben. Später tritt das dann wieder zurück, zu Zeiten Géricaults ist es dann schon wichtiger, sich als Genie zu fühlen als wirklich ein Genie zu sein. Wie wird ein junger Künstler heute bekannt? Er macht Skandal. Das ist bis heute der sicherste und schnellste Weg. Insofern müßte man doch annehmen, daß Géricault auf dem richtigen Wege war, als er mit Riesengemälden zu unerhörten Themen auf sich aufmerksam machen wollte - der Skandal ist doch Beweis dafür, daß ihm das gelungen ist. Wenn es so einfach wäre, würde es ja jeder machen. Und natürlich versucht es auch jeder. Noch Max Beckmann hat es auf diese Weise versucht, Ende des 19. Jahrhunderts. So aber macht man nicht unbedingt gute Bilder, und auf die Dauer nützt alles nichts: wenn die Kunst nichts taugt, ist es auch mit dem Nachruhm nicht weit her. Beckmanns Ruhm begründet sich denn eigentlich erst nach dem Ersten Weltkrieg, als er selbst ernüchtert und verarmt war und begriffen hatte, worum es geht. Das Gemälde Gipsbrennerei ist weder groß noch ist der Gegenstand sensationell. Im Gegenteil, fast scheint es, als wäre das Bild unglaublich langweilig. Warum sollte jemand sich die Mühe machen, dieses Bild zu malen, und warum sollte jemand sich die Mühe machen, sich dieses Bild anzuschauen? Das Bild… |
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