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Hauptartikel   Magazin Magazin, Ausgabe 122, erschienen am 28.07.2001

Magazin  Ausgabe 122

Hengst in Szilvasvarad - siehe
Reisebericht Ungarn
Foto: Autorenhinweise m_red  » Regina Steinkrauss
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  1. Abschnitt  Gesunder Rücken - Gesundes Pferd
  2. Abschnitt  Praktische Arbeit
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Aus dem Reisebericht Ungarn: ungarische Post im Koch-Fünfspänner geritten
Gesunder Rücken – Gesundes Pferd

Bericht von der PM-Fachtagung

Zum Thema
Thema  Gesundheit



von Autorenhinweise m_red  » Regina Steinkrauss


Rund 200 Pferdesport-Interessenten trafen sich am 14.Juli.2001 zu einer Fachtagung "Gesundheit im Pferderücken" in Sibbersdorf bei Eutin.

Am Vormittag referierten verschiedene Fachleute zu unterschiedliches Aspekten des Themas, während der Nachmittag praktischen Anschauungen in der Tierklinik gewidmet war.

Nach der Eröffnung durch den PM-Deligierten Herrn von Holleuffer begann die Veranstaltung mit einem Vortrag über die Anatomie der Wirbelsäule. Deren Aufbau, Funktion und Schwachpunkte erläutete Dr. med. vet. Mülleng vom veterinär-medizinischen Institut der Universität Berlin.

Die Wirbelsäule besteht aus durchschnittlich 54 Knochen, die mit 185 Gelenken verbunden sind. Zur Ansicht hatte Dr. Mülleng Dias und verschiedene Präparate von gesunden und durch Verschleiß oder Kissing Spines erkrankten Pferdewirbelsäulen mitgebracht.

Nachfolgend erläuterte Dr. med. vet. Blobel, Ahrensburg, die Ursachen von Schmerzen im Pferderücken, und Dr. med. vet. Detlef sprach über deren Behandlungsmethoden.

Nicht immer liegt der Grund der Schmerzen dort, wo er sich zeigt. So müssen bei Rückenschmerzen u.a. auch die Beine als eventuelle Ursache berücksichtigt werden. Schmerzen an den Zähnen strahlen hingegen selten auf den Rücken aus.

Ein Erkennungszeichen für den Reiter, daß das Pferd Schmerzen im Rücken hat, ist das unnatürliche Schlagen mit Kopf oder Schweif während des Gerittenwerdens.

Hierbei muß unterschieden werden, ob es sich um ein junges Pferd handelt, das sich möglicherweise in einer Lern- und Entwicklungsphase lediglich widersetzlich zeigt, oder ob dieses Verhalten bei einem bereits reiferes Pferd durch eine Überforderung oder Schmerzen auftritt.

Rückenschmerzen begründen sich auch in nicht artgemäßen und somit für das Pferd schlechten Haltungsbedingungen. Wie auch in anderen Bereichen der Pferdegesundheit ist es ratsamer, für eine artgemäßere Haltung zu sorgen, statt durch Zufüttern von exotischen Spezialprodukte sein Gewissen und Portemonaie zu erleichtern.

Wünschenswert sind in diesem Zusammenhang die "Rückengänger" – das sind Pferde, die in der Art fachgerecht ausgebildet wurden, daß sie ihren Schwung in der Bewegung über den Rücken an die dort aufgehängten Glieder (= Beine) weitergeben. "Schenkelgänger" mit keiner oder geringer Rückentätigkeit sind aufgrund einer nicht fachgerechten Ausbildung abzulehnen.

Es wurde ebenfalls deutlich, daß die aktuell beim Pferd auftretende Schädigung bereits vor vielen Jahren schleichend ihren Anfang genommen hat. Zu früh und zu viel wird oft vom jungen Pferd gefordert.

Um Überbeanspruchung zu vermeiden, definierte Frau Dr. med. vet Flothow den Begriff "Training" und gab veterinärmedizinische Hinweise auf die Feststellung des Trainingszustandes und dessen Steigerung.

So beträgt die Herzleistung eines Pferdes 30 Liter Blut pro Minute im Ruhezustand, unter Leistung steigt dieser Wert auf 230 Liter/Minute an; die Herzfrequenz kann um das achtfache steigen.

Praktische Arbeit  oben 



Nach der Mittagspause folgte eine Demonstration im Longieren eines vierjährigen Halbblüters. Hierbei soll das Pferd locker im Rücken schwingen. Auf die richtige Ausrüstung und das sinnvolle Verwenden welcher Hilfszügeln wurde kurz eingegangen.

Sodann konnten sich die Teilnehmer ein Bild über die verschiedenen Therapieformen machen, wobei zuerst einmal ein Befund erstellt werden muß. Anhand von Röntgenbildern wurden uns Problematiken an der Wirbelsäule aufgezeigt.

Akut entzündete Knochen und Gelenke mineralisieren (verknöchern) nach einer gewissen Zeit; dadurch vergeht der Entzündungsschmerz, als Folge tritt aber auch eine Versteifung der betroffenen Region auf. Unter anderem ist es mittels einer Therapie mit Druckwellen möglich, hier eine Besserung zu erreichen.

Die Möglichkeiten einer alternativen Heilmethode mittels der Akkupunktur demonstrierte eindrucksvoll Dr. Torp aus Felde. Verschiedene Testpferde wurden zunächst auf schmerzhafte Punkte am Körper untersucht. Manchmal ist nur eine einzige Nadel, an einer ganz anderen Stelle als den Schmerzpunkten angesetzt, ausreichend, damit das Pferd anschließend schmerzfrei ist.

Die Sibbersdorfer Pferdeklinik verfügt weiterhin über einen Aquatrainer, der ebenfalls in Aktion begutachtet werden konnte. Das Pferd wird hier auf ein Laufband in einem auf allen Seiten geschlossenen Behälter gestellt.

Der Behälter wird anschließend bis über die Sprunggelenke des Tieres mit Wasser gefüllt. Auf dem Laufband ist das Pferd zu einer gleichmäßigen und ruhigen Bewegung gezwungen.

Durch das Wasser verringert sich das Körpergewicht des Pferdes und damit die Belastung auf den Pferdebeinen. Im Gegensatz zu einem reinen Schwimmtraining bleibt aber eine 60%ige Restbelastung, so daß der Sehnen- und Knochenapparat bei dieser Therapie gestärkt wird.

Die Veranstaltung endete gegen 18.00 Uhr. Viele Teilnehmer nahmen die Gelegenheit wahr, sich je nach Problematik beim eigenen Tier und je nach persönlichen Neigungen über die unterschiedlichen Behandlungsmöglichkeiten detaillierter zu informieren.

An dieser Stelle möchten wir bereits auf die Tierschutztagung am 10.November 2001 in Neumünster hinweisen. Sie beginnt um 10.00 Uhr in den Holstenhallen.

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