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ich heisse Lena Scherling, bin 15 Jahre alt und mir wurde die Aufgabe gestellt, hier zu berichten, wie es kam, dass meine Eltern die Rottaler Pferde vom Aussterben bewahrten. Ja eigentlich kommen beide aus München, und sind Tierärzte. Sie haben aber bei ihrem Professor für Tierzucht, Herrn Sambraus, gehört, wie wichtig es sei, die alten Haustierrassen zu erhalten. Wenn eine solche Rasse ausstirbt, geht ihr ganzes Erbgut unwiederbringlich verloren. Und für eine solche Rasse haben viele Generationen von Züchtern sehr hart gearbeitet. Also wenn man eine alte Haustierrasse, wie das Rottaler Pferd, aussterben ließe, wäre das genauso schlimm, wie wenn man ein altes, wertvolles Gebäude einfach zusammenstürzen ließe. Nach ihrem Studium zogen meine Eltern dann nach Niederbayern und übernahmen im ehemaligen Zuchtgebiet des Rottaler Pferdes eine Praxis. Meine Vater wurde von der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen (GEH) zum Rassebetreuer des Rottaler Pferdes ernannt. Er machte zunächst eine Aufstellung aller Pferde mit Rottaler Abstammung. Leider waren Anfang der neunziger Jahre nur noch ganz wenig Stuten übrig. Er untersuchte sie auf ihre Zuchttauglichkeit und versuchte die Pferdebesitzer zu überreden, dass sie an dem Erhaltungszuchtprogramm teilnahmen. Dazu aktivierte mein Vater auch die beiden einzigen Rottaler Hengste Morketo und Weltenburg. Am Anfang wurden diese auf dem Weg der künstlichen Besamung eingesetzt. |
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Seit 1993 standen beide Hengste dann bei uns. Ja dieses Jahr ist überhaupt bemerkenswert: damals wurden bei uns auch die ersten Fohlen der Rottaler Erhaltungszucht geboren. Das Stutfohlen Ella und das Hengstfohlen Morus. Meine Eltern hatten sich nämlich in der Zwischenzeit zwei betagte Rottaler Stuten angeschafft und trächtig gebracht. Die Ella durfte als Dreijährige beim Zentrallandwirtschaftsfest in München – gefahren von meiner Mutter – den lebendigen Beweis antreten, dass es diese schönen Pferde noch immer gibt. Mit dem Morus, er wurde inzwischen gelegt, errang ich meine ersten sportlichen Erfolge in Dressur, Springen und Vielseitigkeit. Ja und dann hieß es ganz oder garnicht. Es wurde ein großzügiger Stall gebaut und noch weitere Stuten eingestallt, mit denen sonst nicht mehr gezüchtet worden wäre. Aus fast allen konnte noch ein oder gar mehrere Fohlen gewonnen werden. Die älteste Stute war bei der Geburt 26 Jahre alt, eine bekam mit 20 ihr allererstes Fohlen. Problemlos und gesund. Die Pferde haben bei uns richtig Familienanschluss. Seit der ersten Stunde kümmern wir uns um sie. Deshalb freue ich mich jedesmal auf das Einreiten der Dreijährigen, weil es richtig Spaß macht, sich ganz spielerisch ohne Sattel in den geräumigen Laufställen draufzusitzen. Die Pferde sind ganz brav und stehen still. Dann gehts auf den Platz, wo sie sehr ruhig und aufmerksam sind. Auch das Einfahren ist bei den Rottalern ein Leichtes. Mittlerweile versucht mein Vater durch Öffentlichkeitsarbeit diese Pferderasse wieder bekannt zu machen. In vielen Büchern galt der Rottaler ja bereits als ausgestorben. Meine Mutter stellte ihr Hengstgespann mit den selbstgezogenen Rappen Elyx und Elyas auf der Grünen Woche in Berlin und beim ZLF in München vor. Mittlerweile haben wir uns an den Medienrummel schon gewöhnt, denn als letztes Jahr der Rottaler zur Rasse des Jahres ernannt wurde, gaben sich bei uns Reporter und Fernsehteams die Klinke in die Hand. Ich bekam extra schulfrei, um unsere Pferde unter dem Sattel vorzustellen. Aber was macht man nicht alles für eine gute Sache! Fotos
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